Nvidia Optimus: Die richtige Notebook-GPU zur richtigen Zeit - "Switchable Graphics done right"

17
News Raffael Vötter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Nvidia präsentiert Optimus: Die Technologie befähigt Notebooks zum selbstständigen Umschalten der GPU. Spielen mit einer Geforce, Surfen mit einem Intel GMA X4500HD - ohne Eingreifen des Nutzers. PC Games Hardware fasst die Informationen für Sie zusammen.


Nvidias Optimus ist die Evolution von "Switchable Graphics", der Vorgängertechnologie der Kalifornier. Mit Switchable Graphics war es schon anno 2007 möglich, bei Bedarf von einer integrierten Grafikeinheit (IGP) auf eine dedizierte Geforce-Mobil-GPU umzuschalten, um mit dieser zu spielen. Doch wie viele pionierende Technologien leidet auch Switchable Graphics unter einigen Restriktionen: Erstens muss der GPU-Wechsel manuell mithilfe eines Knopfes vollzogen werden. Zweitens dauert der Vorgang einige Sekunden, in denen der Bildschirm flackert; oft ist sogar ein Neustart nötig. Des Weiteren ist die Lösung aufgrund komplizierter Schaltungen relativ teuer. All das soll mit Optimus Geschichte sein.

Nvidia Optimus: Details
Optimus Flow Quelle: Nvidia Optimus Flow Laut Nvidia besteht Optimus nicht nur aus einem Software-Teil, sondern benötigt auch zusätzliche Hardware zur Funktion. Damit dürfte der Traum einfach alte (Notebook-)Hardware mit einem Optimus-Treiber "aufzurüsten" platzen. Das Ziel von Optimus ist klar definiert: Simple Aufgaben wie das Surfen im Internet oder Schreiben von Texten sollen von der IGP übernommen werden, um maximale Akkulaufzeit zu gewährleisten. Sobald der Nutzer jedoch ein Spiel, ergo eine rechenlastige Anwendung startet, schaltet sich automatisch - ganz ohne Verzögerung und Zutun des Nutzers - die daneben sitzende Geforce M ein. Hatte der Spieler seinen Spaß und begibt sich zurück auf den Desktop, übernimmt erneut die IGP. Die Geforce wird dabei inklusive der PCI-E-Verbindung vollständig abgeschaltet.

Nvidia Optimus: Darstellungsweise
Optimus Schreibvorgang Quelle: Nvidia Optimus Schreibvorgang Die IGP, etwa ein Intel GMA X4500HD, fungiert stets als Ausgabegerät. Tritt die Geforce in Kraft, werden die Daten von einem Speicher (wie dem VRAM der Geforce) in den anderen kopiert und das Bildsignal durchgeschleust. Das geht laut Nvidia ganz ohne Stalls (Stocken im Datenfluss) vonstatten. Der "Weckruf" für die Geforce findet mithilfe sogenannter Calls statt: Ein DX Call, hervorgerufen von einem beliebigen DirectX-basierten Spiel, wird die GPU aufwecken, ebenso ein DXVA- (Video) oder CUDA Call (Badaboom, Vreveal & Konsorten). Neben diesen generischen Signalen obliegt dem Geforce-Treiberteam die neue Aufgabe, Optimus-Profile einzurichten. Diese sorgen dafür, dass neue und sture Anwendungen wie gewünscht mit Optimus zusammenarbeiten. Das gleiche Spiel gilt seit Jahren für SLI, welches ebenfalls Profile benötigt. Vorbildlich: Der Nutzer kann im Treiberpanel auch selbst neue Profile anlegen:

Optimus Profile Quelle: Nvidia Optimus Profile Beide Grafikchips, IGP und GPU, arbeiten ansonsten unabhängig voneinander. Daher ist es nötig, dass für beide ein Grafiktreiber geladen wird. Hier gibt sich eine (verschmerzbare) Einschränkung zu erkennen: Windows 7 ist für Optimus Pflicht, da es im Gegensatz zu Windows Vista den Paralleletrieb mehrerer Grafiktreiber erlaubt. Nvidia unterstützt bis dato nur Windows 7.

Nvidia Optimus: Systemvoraussetzungen und Kompatibilität
Asus N61JV (3) Quelle: Asus Asus N61JV (3) Laut Nvidia ist die Optimus-Technologie prinzipiell mit allen aktuellen Intel-Mobilplattformen kompatibel, beginnend beim Atom (Pinetrail), über Core 2, bis zum Core i3/i5/i7. AMD unterstütze man aufgrund des zu geringen Marktanteils nicht, so Nvidia. Die mit der Intel-Infrastruktur kombinierbaren Geforce-Mobilchips umfassen nicht nur die erhältlichen Modelle Geforce 300M/200M/100M und Ion, sondern auch die "Geforce M Next-Gen" und Ion 2. Details zu Letzterem möchte Nvidia auf der Cebit präsentieren.

Nvidia Optimus: erste Notebooks
Der erste Hersteller mit Optimus-Notebooks ist Asus. Neben dem UL50V, das noch im Februar auf den Markt kommen soll, hat Asus auch weitere Geräte mit der neuen Technologie in der Pipeline, welche wir in der Bildergalerie abbilden. Im Laufe des Jahres folgen Acer, MSI & Co. Nvidia selbst rechnet optimistisch damit, dass im Sommer bereits 50 verschiedene Optimus-Notebooks auf dem Markt erhältlich sein werden. PC Games Hardware bleibt am Ball.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bildergalerie

17
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Andy386 Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Harlekin
        Weil Vista nur einen Grafikkartentreiber erlaubt, steht doch im Text.
        Meine, dass mit XP auch mehrere möglich waren.
        Nein. Bei XP konnte sogar nur einer installiert werden! Also entweder 7800GTX oder 260GTX. Will man wechseln, muss man den Treiber neu installieren...
        Bei Vista wird der alte Treiber nicht gelöscht - grundsätzlich dürften so versch. Karten parallel unterstützt werden...
      • Von Andy386 Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Harlekin
        Weil Vista nur einen Grafikkartentreiber erlaubt, steht doch im Text.
        Meine, dass mit XP auch mehrere möglich waren.
        Nein. Bei XP konnte sogar nur einer installiert werden! Also entweder 7800GTX oder 260GTX. Will man wechseln, muss man den Treiber neu installieren...
        Bei Vista wird der alte Treiber nicht gelöscht - grundsätzlich dürften so versch. Karten parallel unterstützt werden...
      • Von xDave78 Software-Overclocker(in)
        Naja ist ja alles ganz schön. Aber Nvidia ist nach meiner Meinung auf dem Markt für Multimedia udn Gaming Laptops schon seit erscheinen der ATI HD4xxx mobil Serie hinten an. Sowohl was Preis als auch was die Performance anbetrifft. Die breite Masse holt sich doch Laptops im Bereich von 700-1.500€ und da gibt es lediglich einen ordentlichen Nvidia Chip (260GTX) den Rest bedienen doch ATI Karten - und das nichtmal schlecht. Wenn ich sehe dass ich mit meinem 1.300€ MSI GT725 es locker mit nem damals doppelt so teuren Lappi mit GTX280m aufnehmen kann, dann lach ich mich schlapp.

        Dass die Hybridtechnik forciert wird zeichnet sich ja schon länger ab. Es gibt ja auch schon Laptops die Hybridtechnik nutzen -ohne Videoankündigung und grosses Tamtam. Die solln mal lieber ihren FERMI WUNDERBAR CHIP auspacken statt nur Reden zu schwingen.

        LG Dave
      • Von schneiderbernd Software-Overclocker(in)
        Meine Frage dbzgl. wäre gleich einmal ob Optimus auch die neuen Arrendale CPU´s(i3M/i5M) mit internen Grafikchips unterstützt oder ob der Chipsatz eine eigene Grafikeinheit besitzen muß.
        Habe das neue Asus G60JX mit Socket 1156/Southbridge HM55 und i5M Arrendale...würde demnach alle Voraussetzungen erfüllen!
        Auf der Nvidia Seite stehen bisher aber nur 4 unterstützte Notebooks von Asus..dabei konnte ich bei den Specs des Asus N61Jv keine eigene Chipsatzgrafik endecken...worin meine Hoffnung geweckt ist das mein Asus dies auch unterstützen wird!
      • Von Harlekin Freizeitschrauber(in)
        Zitat von drakenbacken
        Gute Technik, bei der ich mich mal wieder frage, warum sie erst jetzt kommt.
        Weil Vista nur einen Grafikkartentreiber erlaubt, steht doch im Text.
        Meine, dass mit XP auch mehrere möglich waren.

        Und überhaupt: Sony bietet das schon prinzipiell seit ein oder zwei Jahren an.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von kress
        Ja, es gab mal Hybrid Crossfire, ging aber nur mit der hd3xxx onboard und als dedizierte Graka auch ne hd3xxx.

        Für den Desktop lohnt es sich nicht mehr, siehe idle Werte der neuen hd5xxx serie, welche ja auch unter 30W liegt.
        Power-SLI konnte die Graka auch komplett abschalten, das würde auch in Zukunft wieder Sinn machen. 30W idle sind bei einem Rechner, der den Tag über z.B. nur zum arbeiten genutzt wird, auch einige kWh. Und bei Crossfire/SLI-Systemen wird es noch mehr.
        Würde sich das ganze plattformübergreifend etablieren, könnten zudem die Graka-Preise sinken, weil ein Idle-Modus mit aufwendigem Powergating gar nicht mehr benötigt wird. (Im Extremfall könnte man die Karten zu reinen 3D-Beschleunigern reduzieren. 2D-Einheit, Multimediabeschleunigung, Ausgabe und ähnlich langlebiges würde man dann einmalig mit dem Mainboard kaufen, die 3D-Einheit bestände nur noch aus Shadern und RAM, was beim aufrüsten bares Geld spart)

        Zitat von GR-Thunderstorm
        Und wie sieht es dann bei Nvidia-IGPs aus? Die ganze Zeit ist nur die Rede von Intel-IGPs...
        Ohne Chipsätze keine IGPs
        Und Nvidia hat weiterhin keine DMI-Lizenz und der Markt für AMD-Chipsätze dürfte zu klein sein, als dass man neben ATI ein rentables Produkt etablieren könnte. Dazu kommt der Leistungsnachteil gegenüber CPU-IGP, weil man keinen direkten Zugriff auf den Speichercontroller hat.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk