Need for Speed: Shift [Quelle: siehe Bildergalerie]
Bereits lange, bevor ein Spiel überhaupt angekündigt wird, beginnt dessen Entwicklung - selten dringen zuvor mehr als nur vage Gerüchte nach draußen. Sobald sich der Publisher oder das Entwicklerstudio entscheidet, bekannt zu geben, an welchem Titel denn gearbeitet wird, läuft die PR-Maschinerie an: Neben der Selbstverständlichkeit, die Vorzüge des Spieles in Wort und Schrift hervorzuheben, stehen pünktlich zur Ankündigung meistens auch eine Handvoll Screenshots bereit, welche den Titel angemessen illustrieren sollen.
Dark Messiah of Might and Magic [Quelle: siehe Bildergalerie]
Im Laufe der weiter voranschreitenden Entwicklung veröffentlicht der Publisher immer neue Bilder, um den Fluss an kleinen Häppchen mit Informationen nicht abreißen zu lassen. Gelegentlich werden auch Trailer publiziert, diese veranschaulichen wie auch die Screenshots oder Wallpaper in der Regel ausschließlich die Schokoladenseite des jeweiligen Titels; nur zu oft wird nicht das eigentliche Spiel gezeigt, sondern gestellte und besonders schöne Szenen ohne zusätzliche Anzeigen wie das HUD.
Half Life 2: Fakefactory Cinematic Mod [Quelle: siehe Bildergalerie]
Editor und Nachbearbeitung Dem jeweiligen Entwickler steht natürlich das komplette Spiel offen: Je nachdem wie mächtig der Editor ist, mit welchem gearbeitet wird, kann ein Game-Artist praktisch jegliches Szenario kreieren, das ihm einfällt. Er kann Gegner und NPCs platzieren, die Beleuchtung variieren und die Spielfiguren genau dort hin stellen und das machen lassen, was ihm gefällt beziehungsweise gut aussieht. Anschließend ermöglicht eine komplett freie Kamera die perfekte Perspektive, im Idealfall friert der Artist das Geschehen ein und schaltet jegliche Bildschirmanzeigen wie beispielsweise das HUD ab. Um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben, kann er sämtliche Texturen unkomprimiert einladen und per Editor ein Bild in einer extrem hohen Auflösungen erstellen. Dieses bietet bereits im Original mit die beste Optik, welche das Spiel respektive die Engine ermöglicht. Die Bildrate (Fps) ist in diesem Fall nebensächlich.
Armed Assault 2 [Quelle: siehe Bildergalerie]
Zu guter Letzt besteht die Option, die Screenshots auf eine übliche Größe wie 1.920 x 1.200 oder 1.680 x 1.050 Pixel herunter zu rechnen. Hierbei wird für gewöhnlich ein Filter verwendet (etwa Lanczos), welcher das komplette Bild glättet - hiermit wird sämtliches Aliasing glatt gebügelt. Durch das Herunterrechnen geht jedoch etwas Schärfe verloren, das Bild wirkt leicht weich gezeichnet. Um dem entgegenzuwirken, kommt ein Schärfefilter und eventuell eine leichte Steigerung des Kontrastes zum Einsatz.
Risen [Quelle: siehe Bildergalerie]
Hersteller vs. Spieler Das Endergebnis hat mit dem realen Spiel nur noch wenig zu tun: Selbst aktuelle Konsolen-Titel sehen auf Screenshots oft bombastisch gut aus - und das, obwohl diese real meist nur in 1.280 x 720 Pixeln mit 2x MSAA und matschigen Texturen auflaufen. Dies führt zu der problematischen Tatsache, dass die Differenz zwischen den vorab gezeigten Bildern und dem, was der Spieler am Ende tatsächlich auf dem Monitor sieht, oft groß ist.
Damit einher geht stellenweise auch eine gewisse Enttäuschung, da das finale Produkt die geschürten Erwartungen (hinsichtlich der Grafik) nicht erfüllen kann. Hier sollten die Hersteller offen sein und klar benennen, ob es sich um "Visual Target" -Shots (gerenderte Konzeptbilder) oder um echte (eventuell durch eine hohe Auflösung o.ä. aufpolierte) Ingame-Grafik handelt. Ein aktuelles Beispiel ist Operation Flashpoint 2 Dragon Rising: Sah der Titel auf den vorab gezeigten Bildern und in den Trailern noch grandios aus, enttäuscht(e) das finale Spiel durch teils sehr matschige Texturen und ein schlechtes Level-of-Detail-System. Hier musste Codemasters der Rechenleistung von Spielekonsolen Tribut zollen. Immerhin ist das Spiel eine Cross-Plattform-Entwicklung, das Spiel erscheint für PC, PS3 und Xbox 360. Die in Dragon Rising zum Einsatz kommende Ego-Engine ist aber zumindest theoretisch äußerst potent und erreicht tatsächlich die Qualität der PR-Screenshots; natürlich nur auf High-End-Rechnern und mit wenig Fps.
Crysis [Quelle: siehe Bildergalerie]
So verständlich das Anliegen der Entwickler und Publisher ist, ihr "Baby" in möglichst gutem Licht dastehen zu lassen, so verständlich ist auch die Entrüstung der Spieler, wenn auf dem heimischen Rechner trotz potenter Hardware die propagierte Optik nicht erreicht werden kann. Allerdings bieten diverse Spiele einen Editor (etwa ArmA 2 oder Crysis), mächtige Konsolenbefehle (Source-Engine-Titel) oder beispielsweise eine Replay-Funktion (NFS Shift) und ermöglichen es somit auch den Spielern, exzellente Screenshots anzufertigen, die der Qualität der Entwickler-Bilder sehr nahe kommen oder diese gar übertreffen. Gespielt wird mit solch einer Optik oder Perspektive in der Regel jedoch nicht - dafür entstehen solch legendäre Threads wie der "Die schönsten Game-Images/Der Selfmade-Thread" im
3D-Center oder der Spiele Screenshot Thread (bitte keine OT-Diskussionen!)
bei PCGH Extreme.
Auch PC Games Hardware nutzt für Screenshots oft sehr hohe Auflösungen wie beispielsweise 2.560 x 1.500, kombiniert mit exzessiv eingesetzter Kantenglättung (bis zu 8x SGSSAA) und anisotroper Filterung (bis zu 64:1), welche wir anschließend herunter rechnen. Folglich tragen auch wir einen Teil dazu bei, Spiele besser aussehen zu lassen - wenn gleich wir in der Regel unsere Settings benennen.
In der Galerie zeigen wir Ihnen einige daher einige solcher Bilder, denn eines machen herrliche Screenshots auf jeden Fall - Spaß, wenn man sie anschaut.
Passend zum Thema Screenshot-Tricks empfehlen wir auch die folgenden Artikel:•
Special: Gefälschte Spiele-Screenshots und Techdemos - Update: DirectX 11•
VGZ: Der große Report: Wenn Publisher-Screenshots maßlos übertreiben
PC-Selbstbauer
24.10.2009 17:26
Verstehe nicht wieso hier der Cinematic-Mod so oft gezeigt wird. In dem gings ja darum die Models/Texturen zu verbessern, das kann man auch im Editor zeigen, wieso auch nicht? Das Spiel kennt man ja schon.
Zeigt lieber was von Wolfenstein, da haben die gezeigten Screenshots nichts gemein mit dem Spiel, das letztlich reichlich ******** aussah.
PC-Selbstbauer
24.10.2009 16:24
Es kommt aber auch oft genug vor, dass Screenshots reichlich schlecht gemacht werden. Ob das nicht bei Gothic oder Oblivion war, wo beim Ladebildschirm Screenshots des ladenden Szenarios eingeblendet wurden – komplett ohne Kantenglättung und mit matschigen Texturen. Und auch bei angekündigten Spielen wird oft auf Kantenglättung „verzichtet”.
Software-Overclocker
24.10.2009 11:56
Ahja - daher also das gleiche, wenn ich ein neues Spiel gekauft habe - das gleiche Prozedere, wie mit der Blondine die ich neulich abgeschleppt habe. Geschminkt, falsche Titten, falsche Wimpern, Perrücke. Am nächsten Morgen sah sie aus, wie ein abgespielter Konsolentitel. Diskos sollten einfach besser beleuchtet sein.
Nun versteh ich was Computergames und blonde Schlampen gemeinsam haben.