Vorerst keine neuen Intel-DMI-Chipsätze von Nvidia [Quelle: siehe Bildergalerie]
Nvidia hat sich dazu entschieden, die Entwicklung aktueller und zukünftiger Chipsätze vorerst auf Eis zu legen. Man wolle sich lieber auf Intels alteingesessene FSB-Architektur verlassen, wie sie in modifizierter Form auch in Nvidia Ion und dessen Nachfolger eingesetzt wird.
Grund dafür sei vor allem der Lizenzstreit mit Intel, welcher immer noch nicht entschieden ist. Nvidia werde von Intel derzeit nicht lizensiert, DMI-basierende Chipsätze für die Nehalem-Architektur zu entwickeln. Ein Urteil des laufenden Gerichtsverfahrens erwarte man erst nächstes Jahr, bis dahin, so Nvidia, werde man Investitionen in die weitere Entwicklung für DMI-basierte Architekturen von Intel einfrieren.
Man betont bei Nvidia außerdem, auch den AMD-Chipsatzbereich keinesfalls vernachlässigen zu wollen, verkaufe man dort doch sogar mehr Chipsätze als AMD selbst und sei besonders im unteren Preissegment stark vertreten, in dem AMD sehr wettbewerbsfähig mit Intel sei. Auch habe man interessante Produkte in Vorbereitung, die, so Nvidia wörtlich, erstaunliche, für die Industrie überraschende Durchbrüche ermöglichen werden, so wie des Geforce 9400M und Ion bereits in diesem Jahr taten und den Mark umkrempelten. Das Chipsatzgeschäft insgesamt für AMD und Intel erwarte man weiterhin auch künftig als "stark".
Hier der Kommentar Nvidias im englischen Original-Wortlaut:
We've received a number of inquiries recently about NVIDIA's chipset (MCP) business. We'd like to set the record straight on current and future NVIDIA chipset activity.
On Intel platforms, the NVIDIA GeForce 9400M/ION brands have enjoyed significant sales, as well as critical success. Customers including Apple, Dell, HP, Lenovo, Samsung, Acer, ASUS and others are continuing to incorporate GeForce 9400M and ION products in their current designs. There are many customers that have plans to use ION or GeForce 9400M chipsets for upcoming designs, as well.
On AMD platforms, we continue to sell a higher quantity of chipsets than AMD itself. MCP61-based platforms continue to be extremely well positioned in the entry CPU segments where AMD CPUs are most competitive vs. Intel
We will continue to innovate integrated solutions for Intel's FSB architecture. We firmly believe that this market has a long healthy life ahead. But because of Intel's improper claims to customers and the market that we aren't licensed to the new DMI bus and its unfair business tactics, it is effectively impossible for us to market chipsets for future CPUs. So, until we resolve this matter in court next year, we'll postpone further chipset investments for Intel DMI CPUs.
Despite Intel's actions, we have innovative products that we are excited to introduce to the market in the months ahead. We know these products will bring with them some amazing breakthroughs that will surprise the industry, just as GeForce 9400M and ION have shaken up the industry this year.
We expect our MCP business for both Intel and AMD to be strong well into the future.
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pcmagazine.com berichtete bereits über das Thema.
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Moderator
10.10.2009 03:10
Weil die Gewinnspanne größer ist, als nur bei einer Lizenz und weil man dadurch die Zahl der Crossfire-tauglichen Boards verhindert
Ambitionen wie z.B. PhysX und Cuda können auch entscheidend von IGPs profitieren, denn je mehr System zumindest kompatibel sind, desto eher macht es Sinn, Software dafür zu entwickeln.
Aber da müssen halt auch die CPUs zu passen...
Ein IMC reduziert die Möglichkeiten schon massiv und wenn dann noch die Grafik-Anbindung zum IMC wandert ist es ganz aus.
Klar. Das sind vermutlich die Endkundenpreise für die Millionen von Nutzern, die die Chips gerne einzeln kaufen und selber auflöten.
Sämtliche Intel-Southbridges seit der ICH6 nutzen DMI
Der P55 unterscheidet sich von den ICH7 bis ICH10 dadurch, dass er auch eine ganze Reihe von grundlegenden Funktionen im Bereicht Taktsteuerung und BOOT-Initierung übernimmt, außerdem bietet er zwei PCI-E Lanes zusätzlich.
Von der Weitergabe gesenkter Herstellungskosten ist aber wirklich nichts zu spüren, da hast du recht - wie in der gesamten Intel-Produktpalette. Das ist halt das Problem, wenn ein Hersteller den gesamten oberen Marktbereich für sich hat und zeitgleich noch Wirtschaftskrise herscht. Die gesamte Intel Produktpolitik der letzten ~1,5 Jahre erweckt den Eindruck, als würde man ganz bewusst Neuerungen verzögern, Produktpreise hoch halten,... . Entweder ein Rückfall in prä-Core2-Zeiten, als man AMDs Preisdumping einfach ignoriert hat, oder die Katze spielt mit der Maus.
Freizeitschrauber
09.10.2009 22:59
Eine ICH10R kostet 17$ - heute. Vor einem Jahr, als sie neu war, dürfte sie teurer gewesen sein. (wenn sie genauso im Preis gefallen ist, wie der P45 -was logisch wäre-, sollten es 28$ gewesen sein)
Der P45 kostet heute 26$ (also 35$ für den kompletten Chipsatz), zum Launch war er laut Computerbase bei 40$.
Genau das kostet der P55 jetzt auch, da kommt aber eben keine Southbridge dazu.
(der X48 ist mit 56$ -d.h. 71$ für den Chipsatz- übrigens noch deutlich teurer)
Das ist zwar sicher nicht der Preis den die Hersteller zahlen,aber das ist auch egal.
Mir geht es nur darum das der p55 nichts anderes ist als eine Southbridge mit dmi.Das damit gesparte Geld kassiert Intel und lässt sich die umgelabelte Southbridge 40 Dollar kosten.
Komplett-PC-Aufrüster
09.10.2009 22:33
Das sich nvidia vorerst aus diesem Bereich zurückzieht war abzusehen. Immerhin wird nvidia durch die Vergabe der SLI Lizens am Umsatz aus dem Verkauf von Intelboards beteiligt. Jedenfalls gab es dazu mal eine Meldung bei Computerbase
Nvidia und die „Power of 3“ - 23.08.2009 - ComputerBase
Warum sollte nvidia dann noch die Entwicklungs- und Produktionskosten sowie Kosten für den Support eines eigenen Chipsatzes auf sich nehmen?