Intel Lynnfield: Überblick Intels Nehalem-Architektur ist zwar sehr schnell, bisher aber nur im teuren Bloomfield-Gewand alias Core i7 für den Sockel LGA 1366 erhältlich. Mit dem Lynnfield-Kern in Kombination mit dem Sockel LGA 1156 holt Intel voraussichtlich im September den Nehalem in den Massenmarkt - gestatten: Core i5 und Core i7. Falls Sie sich nun die berechtigte Frage stellen, warum Intel den Bloomfield wie auch den Lynnfield als Core i7 vermarktet, hier die Erklärung: Laut Intel interessiere sich der durchschnittliche Kunde nicht für technische Details, sondern die Performance. Daher gilt: Der i7 ist schneller als der i5 und der i7-920 (Bloomfield) aufgrund der höheren Modellnummer schneller als i7-860 (Lynnfield).
Intel Lynnfield: Technik Der i7-860 verfügt wie der i7-920 auch über vier physische und dank SMT (Simultaneous Multi Threading) vier virtuelle Kerne , muss aber auf das Triple-Channel-Speicherinterface und die QPI-Verbindung zum restlichen System verzichten. Stattdessen arbeitet der integrierte DDR3-Speichercontroller (IMC) des Lynnfield mit zwei Speicherkanälen und der DMI (Direct Media Interface) genannten Verbindung, welche nur 2,13 statt 2,4 (i7-920) respektive 3,2 GHz (i7-940 bis i7-975 XE) erreicht, darüberhinaus ist die CPU nicht Multi-Sockel-tauglich. Allerdings verfügen Lynnfield-Prozessoren über einen integrierten PCI-Express-Controller.
Ein weiterer Unterschied betrifft den Uncore-Bereich (L3-Cache und Speichercontroller): Beträgt der Uncore-Takt (UCLK) des Bloomfields mindestens das vierfache des DDR3-Speichers (bei DDR3-1333 beispielsweise 2.666 MHz) und kann per Multiplikator erhöht werden, ist der UCLK beim Lynnfield auf 2.400 MHz festgesetzt - es sei denn, Sie übertakten den Referenztakt (BCLK). Die Taktfrequenz des i7-860 beträgt 2,8 GHz (133 x 21) und erreicht per Turbomode bis zu3,46 GHz, der Lynnfield übertaktet sich also selbständig um bis zu fünf Multiplikatorschritte.
Der Intel Core i5-750 entspricht dem i7-860, taktet aber wie der i7-920 mit nur 2,67 GHz und muss zudem auf SMT verzichten - dafür dreht er per Turbomode auf bis zu 3,2 GHz (vier Multiplikatorschritte) hoch.
| Modell |
Codename |
Kerne* |
Multipl. |
Kerntakt |
Max. Turbo-Takt |
FSB-/HT-Takt |
Cache (L2/L3) |
TDP |
RAM-Contr. |
Sockel |
Einführung |
| Intel Core i7-920 |
Bloomfield |
4/8 |
20 |
2,67 GHz |
2,93 GHz |
2,4 GHz (QPI) |
4 x 256 KiB/8 MiB |
130 W |
3 x DDR3 |
LGA 1366 |
11/2008 |
| Intel Core i7-860 |
Lynnfield |
4/8 |
21 |
2,8 GHz |
3,46 GHz |
2,13 GHz (DMI) |
4 x 256 KiB/8 MiB |
95 W |
2 x DDR3 |
LGA 1156 |
09/2009 |
| Intel Core i5-750 |
Lynnfield |
4/4 |
20 |
2,67 GHz |
3,2 GHz |
2,13 GHz (DMI) |
4 x 256 KiB/8 MiB |
95 W |
2 x DDR3 |
LGA 1156 |
09/2009 |
| Intel Core 2 Quad Q9650 |
Yorkfield |
4/4 |
9 |
3,0 GHz |
- |
333 MHz (FSB) |
2 x 6 MiB/- |
95 W |
- |
LGA 775 |
07/2008 |
| AMD Phenom II X4 955 BE |
Deneb |
4/4 |
16 (offen) |
3,2 GHz |
- |
2,0 GHz (HT) |
4 x 512 KiB/6 MiB |
125 W |
2 x DDR2/3 |
AM2+/AM3 |
04/2009 |
Anno 1404: Neue Benchmark-Sequenz Da es die Kamerafahrt aus unserer Preview-Version leider nicht ins finale Spiel geschafft hat, verwendet PC Games Hardware künftig einen speziellen Spielstand. Dieser zeigt eine mittlere Stadt aus der niedrigsten Zoom-Stufe mit enorm vielen Bettlern und eignet sich besonders gut für CPU-Benchmarks. Das GPU-Limit liegt im Falle der von uns genutzten Geforce GTX 285 in 1.680 x 1.050 ohne MSAA/AF und maximalen Details bei 50 Bildern pro Sekunde. Das nachfolgende Video illustriert unseren Anno-1404-Benchmark, die
ausführliche Benchmark-Anleitung samt Spielstand für Anno 1404 finden Sie wie üblich im PCGH-Forum.
Anno 1404: Resultate Intels neue Mittelklasse in Form des Core i5-750 ist trotz fehlendem Triple-Channel-Speicherinterface, nur 4 statt 6 GiByte DDR3-Speicher sowie geringerem Uncore-Takt (2,13 statt 2,67 GHz) kaum langsamer als der gleichgetaktete i7-920 (mit deaktiviertem SMT/TM). Anhand des i7-920 mit aktiviertem respektive deaktiviertem Simultaneous Multi Threading verifizieren wir, dass Anno 1404 das erste Spiel ist, welches dank SMT schneller läuft - plus 8 Prozent.
In den letzten Tagen kam die Kritik auf, PC Games Hardware würde den Bloomfield bevorteilen, da wir durch den Einsatz von DDR3-1333 den Uncore-Bereich um 534 MHz (beim Einsatz von DDR3-1066 beträgt der Uncore-Takt 2.132 MHz) übertakten. Wie Sie dem Diagramm entnehmen können, beträgt der Unterschied zwischen DDR3-1066/2.132 MHz und DDR3-1333/2.660 MHz in Anno 1404 gerade einmal 0,9 Fps beziehungsweise 2 Prozent; zudem beherrscht jeder Bloomfield diese Taktraten und wer sich eine solche Oberklasse-CPU kauft, wird in der Regel nicht zu DDR3-1066-Speicher greifen. Der Core i7-860 ordnet sich gemäß seinem Namen knapp hinter dem Core i7-920 mit DDR3-1333 respektive vor dem Core i7-920 mit DDR3-1066 ein, die zusätzlichen 133 MHz des i7-860 kompensiert der i7-920 durch seine umfangreicheren Features.
Fazit: Intels Lynnfield-Generation steht dem Bloomfield in Sachen Leistung nur minimal nach, Gerüchten zufolge wird ein Sockel-LGA-1156-System jedoch deutlich günstiger sein. Immerhin sind die ersten
P55-Mainboards für weniger als 100 Euro im PCGH-Preisvergleich aufgetaucht. Der Herbst wird also spannend.
Weitere Benchmarks und Informationen finden Sie in der Ausgabe PCGH 09/09 (
Core i5/i7 im Test - Intels Lynnfield-CPU in PC Games Hardware 09/2009).
Schraubenverwechsler
10.10.2009 14:05
Hey, ich konnte bisher zum Vergleich nur diverse Testberichte heranziehen, dort würde ein I7 920er gegen einen Q9650 der um ca. 40% OC ist, kein Land sehen. Der Xeon(R) CPU W5590 @ 3.33G zum Vergleich herangezogen, zeigt das der I7 920 nicht mal groß OC sein kann. Bezieht sich auf Spinhenge Seite spin.fh-bielefeld.de/top_...
Humanoider BenchMarc
10.10.2009 13:49
Effizientere Architektur plus SMT möglicherweise.
Schraubenverwechsler
10.10.2009 11:35
hat jemand Erfahrungen gemacht warum ein 920er bei Boinc-Spinhenge schneller rechnet als ein Q9650 der auf über 4100 getaktet ist?
Aktuelle Werte Top computers