Asus und die Cheat-Treiber (PCGH-Retro, 19. Juli)
Asus und die Cheat-Treiber - das geschah am 19. Juli. Jeden Tag wirft PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.
... 2000: "Wenn du keine Asus-Grafikkarte hast - sei auf der Hut! Lege dich niemals in einem 3D-Spiel mit jemandem an, der eine Asus-Karte hat - denn du wirst verlieren." Mit solchen Sprüchen bewirbt Asus am 19. Juli 2000 eine neue Technik, die in künftige Treiber für Geforce-Karten integriert werden soll: 3D SeeThrough. Damit wird es möglich, 3D-Spiele mit transparenten Texturen oder sogar im Wireframe-Modus darzustellen, also gänzlich ohne Texturen - der Effekt: Spieler können durch Wände sehen. Eine weitere Funktion namens Extra Light verspricht verbesserte Ausleuchtung dunkler 3D-Spielszenen. Was eigentlich Spieler für Asus-Karten begeistern soll, wird zum PR-Desaster: Durch die Spieler-Communitys geht ein Aufschrei, denn SeeThrough könnte in Online-Partien zum Cheaten verwendet werden, ist es doch nichts weiter als ein "Wallhack". Asus wiegelt ab: 3D SeeThrough solle doch nur die Möglichkeiten neuer Grafiktechnologie aufzeigen und sei nicht zum Cheaten in Online-Spielen gedacht - auch wenn die erste Ankündigung ganz anders klingt. Einen Tag später jedoch macht Asus aufgrund massiver Proteste einen Rückzieher: die Technik werde vorerst nicht veröffentlicht.
Doch dabei bleibt es nicht. Per Registry-Hack lässt sich SeeThrough in folgenden Treiberversionen problemlos freischalten, im Mai 2001 findet sich die als "Geheimwaffe" angepriesene Cheat-Technik plötzlich sogar ganz offiziell im neuesten Asus-Treiber. Ein erneuter Proteststurm und das Ergebnis einer Asus-Umfrage, bei der 90 Prozent aller Nutzer gegen 3D SeeThrough stimmen, bringen den Hersteller erneut zum Umdenken - die Technik wird wieder entfernt. Dieses Mal endgültig.

Angefangen hat es bei den einblendbaren Fadenkreuze - die Entwickler haben ihre Gründe, in bestimmten Spielsituationen diese auszublenden -, doch seit dem KI-Hype scheinen die Hersteller zu Versuchen sich zu überbieten, wer mehr Cheat-Funktionen integrieren kann.
Automatische Bildaufheller, um in dunklen Bereichen Gegner erkennen zu können, Zoom-Funktionen, usw. usf.
ASUS könnte also ein dritten Anlauf versuchen, dieses mal gibts vermutlich keinen Aufschrei wegen des Wallhacks.
Als ich zum ersten Mal darüber gelesen habe, hab ich mich gekugelt, womit die heutzutage die Bauern so einfangen.