BMOW oder Big Mess of Wires: CPU im Eigenbau
Mit dem Big Mess of Wires (BMOW) konstruierte Steve Chamberlin eine voll funktionsfähige CPU im Eigenbau rein aus standardisierten Logikelementen. PC Games Hardware bringt Ihnen das spannende Projekt näher.
Quelle: stevechamberlin.com
BMOW (Big Mess of Wires): Homebrew-CPU von Steve Chamberlin (4)
Der Hobbybastler Steve Chamberlin machte sich inspiriert durch die CPU-Homebrew-Szene an die Konstruktion einer Eigenbau-CPU, der er später den bezeichnenden Namen "BMOW-1" (Big Mess of Wires, frei etwa Großes Drähtechaos) gab. Die Idee dahinter: Eine eigene CPU aus Standard-Schaltteilen wie Addierern, NOR-Gattern, Zählern oder Flip-Flops (1-Bit-Speichern) und dergleichen zu basteln. Diese CPU sollte mindestens 8-Bit-Programme verarbeiten können, ganz dem Standard der frühen Achtziger entsprechend, deren Kind Steve Chamberlin ist. Zudem sollte eine Möglichkeit zum Anschluss an einen PC gegeben sein und zu guter Letzt sollte das Ganze auch noch schnell genug sein, interessante Programme (wie ein Schachspiel) in interaktiver Geschwindigkeit auszuführen.
Steve Chamberlin beschreibt auf seiner Webseite die komplette Konstruktion des BMOW - von den ersten Ideen bis hin zur manuellen Verdrahtung von rund 1.250 Pins auf einem Augat-Board, auf dem die Pins bereits vormontiert sind - ein sogenannte Wire-Wrap-Board (Wire-Wrap: Drahtwickel). Die zumindest mit Gold beschichteten Pins haben nach seiner Schätzung einen Materialwert von über 3.000 US-Dollar.
An einigen Stellen sind die Drahtgeflechte so komplex, dass bis zu 10 Lagen übereinanderliegen. Wenn er sich in Schwung gearbeitet hatte, so Steve, schaffte er bis zu 25 dieser Verbindungen pro Stunde. Was für eine Leistung das gewesen sein muss, können Sie anhand der in der Bildergalerie hinterlegten Fotos von Steve zumindest erahnen.
Bildergalerie
BMOW-1-Specs:
• Aktuelle Taktrate: 2 MHz (theoretisch möglich: ca. 3 MHz)
• 512 kiByte RAM (Random-Access-Memory)
• 512 kiByte ROM (Read-only-Memory)
• Leistungsaufnahme: 10 Watt (2,0 A, 5,0 V)
• Video: 512 x 480 Pixel, 2 Farben; alternativ: 128 x 240 Pixel, 256 Farben
• Audio/Musik: dreistimmige, programmierbar
• Tastatur: PC-Standard PS/2-Anschluss
• Text-LCD für Fehlerbehebung mit 24 Zeichen, 2 Zeilen
• ca. 1.250 manuelle Drahtverbindungen (2.500 handgewickelte Drahtkontakte)
Auch andere Elektronik-Freaks haben Homebrew-CPUs konstruiert, diese oft jedoch nicht so anschaulich erläutert wie Steve Chamberlin. Einige Beispiele finden Sie auf www.homebrewcpu.com, www.timefracture.org, TriPU oder auf der Homepage des Mark 1 Forth.

Die ganzen Die- Shots sind da doch schon recht abstrakt.
Ob die selbstgebastelte CPU auch Fehler hat!? ^^
Viel wichtiger als das technische KnowHow ist in dem Fall aber schon eher die Ausdauer, das zu verlöten muss ein Alptraum gewesen sein .... Respekt ! (man bedenke: Einmal mittendrin irgendwo spät nachts vertan, und dann geht die Fehlersuche los ..... xD)