Test Sockel AM3, Phenom II und DDR3: AMDs neue CPU-Plattform
Der Sockel AM3 von AMD im PCGH-Test: Welche Vorteile bringt die neue CPU-Plattform samt DDR3-RAM in der Praxis?
AM3: Phenom II X4 mit DDR3-RAM
Ende April startete kurz vor AMDs 40. Geburtstag nicht nur der neue Phenom II X4 955 BE, sondern auch der dazu gehörige Sockel AM3. Zusammen mit der schon länger erhältlichen Radeon HD 4890/1G und dem kostenlosen Programm Overdrive ergibt sich daraus ein "Refresh", also eine Runderneuerung der von AMD "Dragon" getauften Plattform.
AM3-CPUs gibt's zwar schon seit Februar, doch hat AMD den neuen Sockel anfangs nicht beworben und stets Tests auf AM2+-Platinen empfohlen. Das änderte sich mit Vorstellung der Phenom-II-Modelle X4 945 und X4 955 BE, ab sofort ist AM3 die neue Referenzplattform für AMD-Prozessoren. Voraussichtlich werden alle künftigen Phenom-II-CPUs dieses Format verwenden, die Modelle X4 920 und X4 940 BE bleiben also wahrscheinlich die einzigen 45-Nanometer-Phenoms, die nur den Sockel AM2+ unterstützen.
Doch was ändert sich mit dem neuen Sockel überhaupt? Nur wenig. Neue Prozessorkühler etwa brauchen Sie nicht; AM3 bringt nur eine wesentliche Neuerung mit: die Unterstützung von DDR3-Speicher. AM2+-Platinen nehmen ausschließlich DDR2-RAM auf, bei Intel hat man bereits mit dem Core i7 den endgültigen Wechsel zum neuen Standard vollzogen. Noch ist DDR3-RAM aber ein wenig teurer als der Vorgänger, Gleiches gilt für die ersten AM3-Boards. Lohnt sich diese Investition? Oder sollten Sie auch die neuesten AM3-CPUs auf bewährten AM2+-Platinen samt DDR2-Speicher betreiben, was weiterhin problemlos möglich ist? Wir haben's getestet.
Quelle: pcgameshardware.de
CPU-Z-Shot des AMD Phenom II X4 955
AM3: Alle CPUs im Überblick
Alle vierkernigen AM3-CPUs bis hinauf zum Phenom II X4 955 BE basieren auf dem im 45-Nanometer-Prozess gefertigten "Deneb"-Design. Der L2-Cache fasst 512 KiByte pro Prozessorkern, der L3-Cache bis zu 6 MiByte. Vom Phenom II für AM2+ unterscheiden sich die neueren AM3-Modelle nur durch zwei fehlende Pins und die von 1.800 auf 2.000 MHz beschleunigte Hypertransport-Verbindung, sonst sind die Chips praktisch identisch. Doch während AM3-CPUs abwärtskompatibel sind und daher auch auf AM2+-Platinen arbeiten, sind AM2+-Phenoms auf eben diese angewiesen.
| Prozessor | Codename | Kerne | Takt | Multipl. | HT-Takt | L2-Cache | L3-Cache | Sockel | RAM-Contr. | TDP | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Phenom II X4 955 Black Edition | Deneb | 4 | 3,2 GHz | 16 (offen) | 2.000 MHz | 2 MiByte | 6 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 125 W | Euro 220,- |
| Phenom II X4 945 | Deneb | 4 | 3,0 GHz | 15 | 2.000 MHz | 2 MiByte | 6 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 125 W | Euro 210,- |
| Phenom II X4 940 Black Edition | Deneb | 4 | 3,0 GHz | 15 (offen) | 1.800 MHz | 2 MiByte | 6 MiByte | AM2+ | DDR2 | 125 W | Euro 180,- |
| Phenom II X4 920 | Deneb | 4 | 2,8 GHz | 14 | 1.800 MHz | 2 MiByte | 6 MiByte | AM2+ | DDR2 | 125 W | Euro 160,- |
| Phenom II X4 910 | Deneb | 4 | 2,6 GHz | 13 | 2.000 MHz | 2 MiByte | 6 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 95 W | Nicht lieferb. |
| Phenom II X4 810 | Deneb | 4 | 2,6 GHz | 13 | 2.000 MHz | 2 MiByte | 4 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 95 W | Euro 150,- |
| Phenom II X4 805 | Deneb | 4 | 2,5 GHz | 12,5 | 2.000 MHz | 2 MiByte | 4 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 95 W | Nicht lieferb. |
| Phenom II X3 720 Black Edition | Heka | 3 | 2,8 GHz | 14 (offen) | 2.000 MHz | 1,5 MiByte | 6 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 95 W | Euro 120,- |
| Phenom II X3 710 | Heka | 3 | 2,6 GHz | 13 | 2.000 MHz | 1,5 MiByte | 6 MiByte | AM2+/AM3 | DDR2/DDR3 | 95 W | Euro 110,- |
AM3: DDR3-RAM im Test
Offiziell unterstützt der integrierte Speichercontroller des Phenom II DDR3-RAM maximal DDR3-1333. Inoffiziell ist auch mehr möglich, allerdings gelang es uns nur mit einem einzigen Speicherkit, das System stabil mit DDR3-1600 zu betreiben: dem OCZ Platinum OCZ3P18004GK. Wir nehmen an, dass die meisten Speicherkits noch für Intels Core i7 optimiert sind und weitere OC-Kits für AM3-Systeme folgen werden. Einen Vergleichstest mehrerer aktueller DDR2- und DDR3-Kits finden Sie in der aktuellen PC Games Hardware 06/2009.
Mit höherem Speichertakt gehen aber meist auch höhere Latenzen einher. Welche Auswirkungen hat dies auf die Performance? Der synthetische Speicherbenchmark aus Sisoft Sandra 2009 sieht DDR3-1600 beim Phenom II X4 955 BE klar im Vorteil gegenüber nominell langsameren Modi, DDR2-1066 mit den scharfen Latenzen 5-5-5-18 hält jedoch sehr gut mit. In der Spielepraxis ist das Bild uneinheitlich, wie die folgenden Benchmarks noch zeigen werden: Left 4 Dead (dt.) bevorzugt ganz offensichtliche niedrige Latenzwerte, höherer Speichertakt wirkt sich kaum aus. Für alle weiteren Benchmarks beschränken wir uns auf die zwei schnellsten Modi: DDR2-1066/5-5-5-18 und DDR3-1600/7-7-7-21.
MfG, boss3D
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