High-End-Notebook mit 3870 X2 im Test

Exklusiv: Crossfire-Notebook Cyber-System CX17 im PCGH-Hands-On-Test

Premiere bei der PC Games Hardware: Wir testen das erste Crossfire-Notebook auf Radeon-HD-3870-Basis. Kann das GPU-Duo Nvidias Geforce Mobile gefährlich werden? (Raffael Vötter, 04.09.2008)
 
Cyber-System CX17: 3DMark06 (Bild: PCGH)
 
Cyber-System CX17: 3DMark06 (Bild: PCGH) [Quelle: siehe Bildergalerie]

Cyber-System macht seinem Ruf alle Ehre und ließ uns erneut ein pfeilschnelles Spielernotebook zukommen. Das CX17 setzt im Gegensatz zu unseren letzten Testprobanden auf Ati-Grafik. Und davon gleich doppelt: Als erstes Notebook wartet es mit zwei RV670-GPUs im Crossfire-Verbund auf. Das hat seinen Preis: Wie viele andere High-End-Notebooks wiegt es rund 4,5 Kilogramm. Der Preis wirkt indessen human: Laut Cyber-System wandert die Basiskonfiguration mit Crossfire-Grafik schon ab 1.800 Euro über die Ladentheke.

Cyber-System CX17
Das Gehäuse des pechschwarzen Boliden besteht aus Plastik, welches rundum mit Klavierlack beschichtet ist. Auf den ersten Blick edel, zeigt sich schnell die Schattenseite des Glanzes: Jeder Fingerabdruck ist deutlich sichtbar, speziell die großflächige Handballenauflage leidet unvermeidlich. Das 1.920 x 1.200 Pixel umfassende 17-Zoll-Display reiht sich in die Glanzvorstellung ein.

Der Hersteller setzt auf Intels Centrino-2-Plattform (Codename "Montevina"): Im Sockel des neuen PM45-Chipsatzes arbeitet ein Core 2 Extreme X9100 mit 3,06 GHz, 6 MiByte L2-Cache und 266 MHz FSB. Vier GiByte DDR3-1066-Speicher (8-8-8-20) sorgen für schnellen Datenfluss, werden wegen des vorinstallierten Windows Vista x86 jedoch nicht ganz ausgefahren.

Interessant ist die Möglichkeit, beim Start im BIOS den CPU-Multiplikator auszuwählen. Die Optionen reichen von 6 bis 12 in Ganzzahlen - Standard für den X9100 ist jedoch 11,5. Hier tat sich ein Benennungs-Bug auf: 6 eingestellt, arbeitet der Prozessor unter Windows in jedem Modus mit 266 x 6, ergo 1,6 GHz. Eine 11 im BIOS hat den Multiplikator 11,5 und damit Standardtakt zur Folge. Die - nicht explizit als solche ausgewiesene - OC-Funktion ist demnach der Multi 12, der in Wahrheit einer 12,5 entspricht. Die CPU arbeitet daraufhin mit beachtlichen 3,33 GHz.

Bei der Grafiklösung handelt es sich nicht um eine Radeon X2 für Notebooks. Cyber-System setzt auf zwei einzelne Radeon Mobility HD 3870 und stellt diese mit einem gemeinsamen Kühler kalt - das Catalyst Control Center (CCC) betitelt diese Lösung dennoch als X2. Im Vergleich mit der Desktopkarte bestehen Unterschiede: Laut CCC sind die GPUs an je acht PCI-E-Lanes angebunden, außerdem taktet das Mobilgespann zwecks geringerer TDP nur mit 660/850 MHz (Desktop: 825/900 MHz). Desweiteren kann jede GPU über 512 MiByte Speicher verfügen.


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Leistungswerte
Die Leistung des CX17 liegt wenig überraschend an der Spitze des Mobilsegments. Der Prozessor erreicht mit 3,33 GHz rund 7.000 CPU-Punkte im Cinebench R10. Käme stattdessen die 64-Bit-Version des Tests zum Einsatz, fiele die Punktzahl um bis zu 15 Prozent höher aus: Das SX17 erreicht mit Vista x64 und 3,06 bereits 7.400 Punkte.

In Sachen 3DMarks spielt das CX17 ebenfalls in der Oberklasse: 14.840 Punkte im 3DMark06 entspricht 50 Prozent mehr Leistung als mit einer einzelnen Geforce 8800M GTX (9.800 Punkte). Der 3DMark Vantage gibt 6.625 (Performance) respektive 2.495 Punkte (Extreme) aus - das wiederum entspricht einer Radeon HD 4850 im Desktop-Segment. Crysis ist in 1.024 x 768 Pixeln und "Very High"-Optik (DX10) grenzwertig spielbar. Zwar liegen die Fps stets bei 20 bis 30, Mikroruckeln stört jedoch auch im Notebook den Spielfluss.

Das Display überzeugt mit einer durchschnittlichen Reaktionszeit von 28 Millisekunden weniger. Andere Spielernotebooks wie Nexocs Odin E805 erreichen 23 Millisekunden. Dafür erreicht die Lautheit des CX17 nach einiger Spielzeit humane 2,5 Sone, im Leerlauf sind es noch etwa 1,0 Sone.

Fazit: Cyber-System CX17
Alle Tests sind noch nicht abgeschlossen, unser vorläufiges Fazit ist jedoch positiv. Der Prozessor ist nicht zuletzt dank der OC-Möglichkeit extrem schnell und im Leerlauf sparsam. Selbst 2,9 GHz schafft er noch mit 1,25 Volt (Standard: 1,35) stabil. In Sachen GPU herrscht Zweispalt. Zwar ist die Mobility Radeon HD 3870 X2 schnell, krankt jedoch wie ihre Desktop-Verwandten an Multi-GPU-Defiziten: Verfügt der Treiber über kein (gutes) Crossfire-Profil, skaliert die Leistung nur minimal. Wir gehen davon aus, dass der verschmerzbare BIOS-Bug im finalen Produkt behoben sein wird, auch werden neue Treiber der CF-Skalierung zuträglich sein.

Interessenten finden das CX17 ab heute Abend, 20 Uhr bei www.cyber-system.de.


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Bildergalerie zum Artikel
 
 
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