Wie gut laufen aktuelle Spiele auf der Geforce GTX 280 wirklich?
GT200-Test: Spielbarkeit der GTX 280 in Mass Effect, Age of Conan und Assassin's Creed
Beim GTX-280-Test wollte es PCGH genau wissen: Wie gut lassen sich die aktuellen Top-Spiele Mass Effect, Age of Conan und Assassin's Creed wirklich spielen? PCGH macht den Test auf Spielbarkeit mit Fps-Verlaufsdiagrammen und deckt Ruckler auf.
(Marc Sauter, 16.06.2008)
PCGH-Hands-On: Fünf Grafikkarten und drei Spiele durchleuchtet [Quelle: siehe Bildergalerie]
Im Rahmen unseres heutigen Specials zum Launch von Nvidias Geforce GTX 280 machen wir neben der obligatorischen Technikbetrachtung, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messung sowie unseren Standard-Benchmark-Tests, welche wo immer möglich ohne ergebnisverzerrende Timedemo-Funktion erstellt wurden, auch einige Besonderheiten - wie diesen Artikel, den Sie gerade lesen.
Einleitung Spielbarkeit GTX 280: Die meisten Benchmarks veranschaulichen zwar, welche Grafikkarte absolut gesehen die schnellste ist, Rückschlüsse auf die Spielbarkeit eines Titel lassen sich so aber nur eingeschränkt ziehen. Aktueller Standard in vielen Diagrammen sind die nicht immer aussagekräftigen durchschnittlichen Bilder pro Sekunde (average Fps), die wichtigen Minimal-Werte (min. Fps) werden selten bis nie integriert - PCGH.de bildet hier bekanntlich die Ausnahme.
So erlauben beispielsweise 40 Fps im Schnitt theoretisch flüssiges Spielen, repräsentativ für das Spielgeschehen ist dieser Wert aber nicht. So können sich die 40 Bilder pro Sekunde zu einem Teil aus 20 und zum anderen Teil aus 60 Fps zusammensetzen - damit wäre das Spiel zu einem bestimmten Teil nur bedingt spielbar.
GTX 280: Fps-Verläufe und prozentuale Spielbarkeit In diesem GTX280/260-Launch-Special verabschieden wir uns daher von den allgegenwärtigen Durchschnitts-Fps und analysieren für Sie anhand von zwei praxisnahen Diagrammen die Leistungsfähigkeit heutiger High-End-Grafikkarten in drei aktuellen Spielen.
Der Fps-Verlauf veranschaulicht, zu welchem Zeitpunkt im Benchmark wie viele Bilder pro Sekunde von der GPU berechnet werden. Einbrüche und Ruckler lassen sich so problemlos identifizieren. Die prozentuale Spielbarkeit zeigt diese Werte aufbereitet in der Balkenform, unterteilt in "flüssig spielbar", "bedingt spielbar" und "kaum spielbar".
GTX 280: Testsystem und Testverfahren Um eine Limitierung durch den Prozessor weitestgehend zu verhindern, setzen wir auf einen Intel QX6850. Dem High-End-Anspruch des Tests wird PCGH durch 4x 1.024 MiByte DDR2-800-Speicher gerecht. Windows Vista samt Service Pack 1 in der 64-Bit-Version und ein Nforce 680i SLI Board runden das System ab. Als Treiber verwenden wir den Geforce 177.34 und den offiziellen Catalyst 8.5.
Age of Conan, Assassin's Creed und Mass Effect bencht PCGH mit Fraps. Dieses Programm zeichnet während der mindestens 30-sekündigen Sequenzen jede Sekunde die aktuellen Bilder pro Sekunde auf; aus diesen Werten erhalten wir Ergebnisse in Form einer Textdatei. Um diese zu verifizieren, werden jeder Benchmark doppelt ausgeführt und die erzielten Fps gemittelt.
Die Auflösung während der Tests beträgt 1.680 x 1.050 Pixel, eines der am häufigsten genutzten Settings. Zusätzlich aktivieren wir für weitere Werte einen 16-fach anisotropen Filter und 4-fache Kantenglättung mit Transparency- respektive Adaptive-Super-Sampling. [index]
Einleitung: Age of Conan (GTX 280) Der Hardware-Hunger des MMOs ist ähnlich groß wie die Zahl seiner Spieler. Gerade beim Speicherverbrauch macht Age of Conan so schnell kein anderes Online-Spiel Konkurrenz - mehr als 2,5 GiByte schluckt der Titel auf unserem System. Mit maximalen Details und Kantenglättung werden zudem über 800 MiByte Video-RAM benötigt. Ist der lokale Speicher der Grafikkarte nicht groß genug, wandern weitere MiByte in den Arbeitsspeicher. Damit einher gingen auf einem 32-Bit-OS Probleme mit dem Texture-Streaming-System, unter 64 Bit verschwinden diese, da genügend RAM zur Verfügung steht.
GTX-280-Benchmark: Age of Conan Unser Worst-Case-Szenario spielt in der Stadt Tortage. Dort laufen wir zwei Mal mit unserem Charakter einen Rundgang, der Benchmark dauert 60 Sekunden. In der freien Wildbahn liegen die Fps spürbar höher.
1.680x1.050 ohne AA/AF: Age of Conan Ohne Bildverbesserungen ist Age of Conan auf allen Karten außer der 9800 GX2 passabel spielbar. Die Geforce GTX 280 sorgt für einen absolut flüssigen Spielablauf, die 9800 GTX berechnet den Titel etwas langsamer. Die HD 3870 X2 kann es nur mit der Ultra aufnehmen, Nvidias Dual-Chip-Flaggschiff ist spürbar langsamer - offenbar skaliert SLI hier nicht. Die prozentualen Werte verdeutlichen das Ganze noch einmal - die GTX 280 liegt leicht in Front.
1.680x1.050 mit 4xTSSAA/16xAF: Age of Conan Mit höheren Qualitätseinstellungen zeigt sich ein komplett anderes Bild - die GX2, die Ultra und die 9800 GTX bieten nur noch bedingt spielbare Fps. AMDs HD 3870 X2 setzt sich von der Dreiergruppe leicht ab, die Geforce GTX 280 ist konkurrenzlos schnell. Außer auf dem GT200 stottert das Spiel zudem hin und wieder auf den Geforce-Grafikkarten, da selbst die 768 MiByte der Ultra nicht genug sind. Das bessere Speichermanagement der Radeon ist hier von Vorteil; es ruckelt spürbar weniger. [index]
Einleitung: Assassins Creed (GTX 280) Ubisofts Meuchelmörder-Simulation verlangt einerseits nach viel CPU-Power, eine flotte Mittelklasse-Karte ist aber ebenfalls Pflicht. Wir verwenden die Version 1.02, daher läuft die Radeon HD 3870 X2 nur im langsameren DX10-Modus ohne die optischen Vorteile der DX10.1-Kantenglättung. Assassins Creed unterstützt nur normales Multisampling, 3-faches Ingame-AA entspricht 4-fachem MSAA.
GTX-280-Benchmark: Assassins Creed Einen Großteil der Spielzeit verbringen Sie in dem Mittelalter-Titel auf den Dächern der drei großen Städte. Diese Szenen sind zugleich die anspruchsvollsten im Spiel, daher verwenden wir einen solchen Parcours. Dieser dauert 30 Sekunden und führt Altair quer durch Damaskus.
1.680x1.050 ohne AA/AF: Assassins Creed Ohne Kantenglättung und anisotropen Filter ist das Spiel etwas Prozessor-limitiert und wenig GPU-Leistung fordernd, daher läuft Assassins Creed auf allen Karten ohne den geringsten Ruckler. Die 9800 GX2 und die GTX 280 rangeln um den Platz an der Sonne, dabei hat letztere die Nase leicht vorne. Das Spielgefühl ist optimal, Altair hechtet flüssig über die Dächer - allerdings stört das ständige Bildflimmern aufgrund des fehlenden Anti-Aliasing.
1.680x1.050 mit 3xIngame-AA/16xAF: Assassins Creed Mit AA/AF verlieren alle Grafikbeschleuniger massiv an Leistung. Die GTX 280 kommt mit den Einstellungen noch am besten klar und dominiert das Testfeld regelrecht. Überraschend ist der Fps-Absturz der HD 3870 X2, der Titel ist mit der Radeon nur noch eingeschränkt spielbar - Spielspaß kommt bei solchen Werten kaum auf. Die GX2 untermauert ihren Anspruch als nominell drittschnellste Karte nach den beiden GTX 2x0 und liegt an zweiter Stelle. [index]
Einleitung: Mass Effect (GTX 280) Eines der erfolgreichsten Xbox-360 Spiele hat es mittlerweile auf den PC geschafft. Basis des Rollenspiels ist die im Falle von Mass Effect recht CPU-lastige Unreal Engine 3 aus dem Hause Epic. Diese läuft zumindest ohne Kantenglättung auch auf schwächeren Systemen, zusammen mit den teils schwammigen Texturen leidet jedoch die Optik. Mit aktuellen Treibern, Ini-Tuning und Exe-Renaiming werden durch erzwungenes Anti-Aliasing nicht alle Treppeneffekte getilgt, der Leistungsverlust ist nichtsdestotrotz enorm - genau das Richtige für unseren Test also.
GTX-280-Benchmark: Mass Effect Wirklich anspruchsvoll ist Mass Effect nur in größeren Kämpfen, einen solchen nutzen wir für unsere Vergleiche. Wir machen uns auf, um den außerirdischen Geth zu zeigen, wo der Plasma-Hammer hängt. Für alle Tests deaktiviert PCGH die in der UE3 integrierte Fps-Limitierung von 62 Bildern pro Sekunde.
1.680x1.050 ohne AA/AF: Mass Effect Im Fps-Verlauf schön zu sehen - sobald der erste Gegner auftaucht, fallen die Bilder pro Sekunde. Die 9800 GTX ist vergleichsweise auffallend langsam, die Geforce GTX 280 dagegen am schnellsten. Zwar rendert keine Karte weniger als 45 Fps, trotzdem fühlt sich das Spiel auch mit deaktiviertem Input-Lag nur auf der GTX 280 zu 100 Prozent flüssig an. Die UE3 braucht einfach viele Fps.
1.680x1.050 mit 4xTSSAA/16xAF: Mass Effect Beim Versuch, Kantenglättung zu aktivieren, stießen wir auf ein Problem. Mit dem Geforce-Treiber 177.34 ließ sich weder auf der GX2 noch auf der GTX 280 Anti-Aliasing nutzen. Auf Nachfrage teilte uns Nvidia mit, dass sich dies im Laufe der nächsten Wochen ändern wird. Die Fps der drei verbliebenen Karten halbieren sich fast, besonders die 9800 GTX bricht stark ein - Symptom: VRAM übervoll. Die Radeon kompensiert dieses Problem durch ihr effizienteres Speichermanagement, nichtsdestotrotz ist die 8800 Ultra deutlich schneller als die HD3870 X2. Der Einsatz von AF ist übrigens praktisch "kostenlos”. [index]
Fazit: Spielbarkeit Nvidia Geforce GTX 280 Rein von der Länge der Balken her ist Nvidias neues Flaggschiff doch nicht soviel schneller als aktuelle Karten - entgegen den hochgeschürten Erwartungen. Für das Spielgefühl ist das aber nicht abträglich. Keiner der mit im Testfeld vertretenen Grafikbeschleuniger stellt aktuelle Titel so flüssig dar wie die GTX 280. Weder schlechte Skalierung noch Mikroruckler noch Lags oder Einbrüche aufgrund von übervollem Video-RAM bringen die Geforce zu Fall. Und deswegen ist die GTX 280 dann doch das, was alle erwartet haben - die Karte mit dem längsten Balken der Welt. [index]