Beleuchtet und durchleuchtet

Age of Conan: Großes Performance- und Tuning-Spezial

PCGH testet für Sie, welche Einstellungskombinationen in der aktuellen Version den besten Kompromiss aus Optik und Leistung bringen - bis ins Detail. Zudem machten wir interessante Entdeckungen im Zusammenhang mit dem Texturen-Stream-System. (Marc Sauter, 30.05.2008)
 
Age of Conan im PCGH-Special
 
Age of Conan im PCGH-Special [Quelle: siehe Bildergalerie]



Einleitung
Nachdem bereits am letzen Wochenende erste Benchmarks des Rollenspiels auf PCGH.de zu finden waren, folgt heute ein großer Guide. Neben verschiedenen Prozessoren und Auflösungen prüften wir die einzelnen Schalter im Grafikmenü - welcher verschlechtert nur die Optik ohne die Fps zu steigern und welches Setting resultiert in einer besseren Leistung ohne sichtliche schlechtere Grafik? Zudem geben wir allgemeine Empfehlungen hinsichtlich CPUs, Arbeitsspeicher und Grafikkarten.

Testsystem
Für alle Tests verwendete PCGH einen Windows XP Rechner samt Service Pack 2 mit 2 GiByte DDR2-800 RAM und einem Nforce 680i SLI Chipsatz. Der Intel Core 2 Extreme QX6850 diente uns als Ausgangsbasis aller verwendeten CPUs. Die jeweils zum Einsatz kommende Grafikkarte entnehmen Sie bitte der Legende der Diagramme.

Benchmark-Sequenz
Wir wählten bewusst ein Worst-Case-Szenario, denn schließlich sind es die langsamen und ruckeligen Momente im Spiel die den Spielspaß stören. Die erste große Stadt, Tortage, kommt da gerade recht - ein 30 Sekunden langer Parcours quer durch die Stadt stresst das komplette System. In der freien Wildbahn liegen die erzielten Werte deutlich höher. Hier ist jedoch anzumerken, dass wir bisher nur Kämpfe gegen maximal fünf Gegner zu bestehen hatten, im späteren Spielverlauf sieht die Sache somit eventuell anders aus.

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CPU-Benchmarks
Um eine Limitierung seitens der Grafikkarte weitgehend zu verhindern, nutzen wir die in niedrigeren Auflösungen schnellste Pixelschleuder auf dem Markt, die Geforce 9800 GTX. Maximale Details und 1.024x768 Bildpunkte verhindern bleibende Schäden am Sehnerv.



Age of Conan profitiert leider nicht von der Kraft der vier Kerne - zumindest nicht während des Spielgeschehens, die Ladezeiten verringern jedoch leicht. Zwischen unserem fiktiven E6350 und dem 1 GHz flotteren E6850 liegen immerhin 10 Fps bzw. das schnellere Modell liegt 33 Prozent vorne. Wer jedoch eine halbwegs potente Mittelklassen-CPU vom Schlage eines E6750, Athlon X2 6000+ oder einen Phenom 9850 sein Eigen nennen darf, verliert vergleichsweise praktisch keine Leistung. Bereits in 1.280x1.024 limitiert die 9800 GTX durchgehend.

Bildschirmauflösung



Wer auf die üblichen Auflösungen bis hin zu 1.680x1.050 setzt, dem reicht eine sehr schnelle Mid-Range Karte aus - sofern diese über genügend Speicher verfügt, mehr dazu finden Sie auf Seite 4. Wer in HD-Qualität spielen möchte, braucht bereits zwei Grafikkarten.

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Grafik-Settings im Check
Age of Conan bietet Einsteigern drei Grundeinstellungen - niedrig, mittel und hoch. Erfahrenere Anwender können jedoch im erweiterten Menü nahezu alle Einstellungen im Detail verändern. Im Folgenden zeigen wir, welcher Regler wie viel Fps bringt.

Als Testsystem nutzen wir einen Core 2 Duo E6550, 2 GiByte RAM und die weit verbreitete Radeon X1950 Pro mit 256 MiByte lokalem Speicher.

Allgemeine Detailstufen



Großartige Unterschiede zwischen maximalen und hohen Details sind in der Praxis kaum spürbar, erst mittlere Einstellungen sorgen für einen Fps-Schub. Niedrige oder gar minimale Settings spielen sich sehr flüssig, beim Anblick der Grafik ist eine solch massive Reduktion jedoch nicht zu empfehlen.

Auswirkungen der einzelnen Schalter/Regler



Deutliche Performance-Sprünge erzielt die Deaktivierung der Schatten, eine Verringerung der Texturdetails ist nur im Notfall anzuraten. Die eigentlich erste Anlaufstelle - eine Reduktion der Auflösung - ist in Age of Conan nur bedingt möglich, weniger als 1.024x768 Pixel sind im Menü nicht drin. Wer an der Sichtweite dreht oder am Level of Detail, kurz LOD ( im Menü "High Detail Render Bereich" genannt) dreht, sollte diese maximal halbieren, ansonsten versinkt die Spielwelt im Nebel beziehungsweise vermatscht zu einem unansehnlichen Pixelbrei. Während der Verzicht auf den Bloom-Effekt nur etwas Atmosphäre kostet, ist das Spiel bei geringer NPC-Sichtweite praktisch unspielbar - Gegner ploppen nur wenige Zentimeter vor Ihrem Helden auf. Der Wechsel von Shader Modell 3 auf SM2 brachte außer einem Totalabsturz des Systems kaum etwas.

Problematisch an unserer Beispielkonfiguration ist der kleine Video-RAM (VRAM) der AMD-Karte. Selbst mit den minimalsten Einstellungen verlangt es dem Rollenspiel nach mehr als 300 MiByte. Als Folge dessen müssen Daten in das normale RAM ausgelagert werden, zudem ruckelt das Spiel immer wieder. Höher aufgelöste Texturen reduzieren zwar kaum die Fps, verstopfen jedoch gnadenlos den Arbeitsspeicher - üble Ruckler, sekundenlange Freezes und gelegentliche Abstürze sind die Folge.

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Das Streaming-System und seine Tücken
Prinzipiell sind ein ausgewogenes LOD- und ein sauberes Streaming-Sytems eine feine Sache. Alles im Sicht- und Handlungsbereich des Charakters ist hoch aufgelöst und detailliert, bewegt sich der Gamer, lädt das Spiel im Hintergrund alle Daten unmerklich nach. Nicht jedoch Age of Conan - zumindest in den meisten Fällen.

Wie bereits angesprochen frisst der Titel VRAM im gleichen Maße wie ein Pirat Rum säuft. Mit hohen Details oder gar maximalen schluckt das Spiel locker an die 700 MiByte - selbst eine sehr schnelle 9800 GTX bekommt hier aufgrund ihres Speicherausbaus Probleme. Viel schlimmer als die ständig auftauchen Ruckler ist das mangelhafte Streaming-System. Die Texturen der Gebäude, des Bodens und der Pflanzen werden oft entweder gar nicht (256 MiByte Karte) oder nur sehr spät geladen (512 MiByte Karte) - extrem hässlich. Genauer gesagt fehlt die volle Texturauflösung und das Bump-Mapping.



Das, was nicht in den lokalen Speicher des Pixelbeschleunigers passt, ausgelagert - Besitzer einer 256 MiByte Karte wie der 8800 GT oder HD 3850 müssen sich auf mittlere Details beschränken. Unter Windows XP bringt der Einsatz von 4 GiByte RAM außer dezent verkürzten Ladenzeiten rein gar nichts. Sogar mit editierter boot.ini war Age of Conan nicht dazu zu bewegen, mehr als 2 GiByte zu nutzen. Zu allem Übel stürzt das Spiel bei vollem Arbeitsspeicher gelegentlich ab, die ständigen, sekundenlangen Hänger sind dagegen noch harmlos. Eventuell ist ein 64-Bit Betriebssystem die Rettung, wenn auch die kurzen VRAM-bedingten Ruckler sich so nicht eliminieren lassen.

Die Lösung des Dilemmas ist eine Grafikkarte mitmindesten 768, besser noch 1.024 MiByte Speicher. Da alle Daten in den VRAM passen, pendelt sich der RAM bei knapp 1,6 GiByte ein und alle Texturen werden korrekt und unmerklich in den Video-Speicher geladen.

Wir haben für Sie eine 8800 GT mit 512 MiByte und eine 9600 GT mit 1.024 MiByte verglichen und ein Video angefertigt. So erkennen Sie die erschreckend großen Unterschiede sofort. Nicht nur eingeloggte Nutzer können sich die Differenzen in voller Pracht respektive Hässlichkeit anschauen - dank einer Auflösun von 1.280x1.024 ist auch das angehängte Video im Vollbild absolut überzeugend.

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CPU- und GPU-Empfehlungen
Wer Age of Conan in seiner vollen Pracht erleben möchte, sollte neben 2 GiByte RAM auch einen sehr potenten Grafikbeschleuniger mit viel Speicher besitzen - eine 8800 GTX etwa. Der Prozessor ist nicht so entscheidend, hier reicht ein gutes Mittelklasse-Modell bereits aus. Wer sich mit mittleren oder niedrigen Details begnügt, kann auch mit einer 512 MiByte Karte Spaß haben.

Somit ist das Rollenspiel aktuell der wohl Speicher-hungrigste Titel am Markt. Angesichts der Tatsache, das Age of Conan das bisher schönste MMO ist und eigentlich möglichst viele Kunden ansprechen soll, dürfte diese Tatsache dem Ein oder Anderen sicher böse aufstoßen.



Bildergalerie zum Artikel
 
 
 

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