Western Digital Velociraptor im PCGH-Test
Es klingt beeindruckend, was Western Digital für die Raptor-Nachfolgerin verspricht (WD bringt die Velociraptor) - ob die Velociraptor tatsächlich die schnellste SATA-Festplatte der Welt ist, klärt unser Test.
Einen ersten Blick durften wir bereits beim offiziellen Pressetermin auf die neue Velociraptor werfen - doch erst der Test im PCGH-Labor zeigt, ob sie tatsächlich schneller und leiser als ihre Vorgängerin ist.
Die Velociraptor ist die Nachfolgerin der Raptor, der bislang einzigen SATA-Festplatte auf dem Markt, die 10.000 Umdrehungen pro Minute erreicht - eine Geschwindigkeit, die sonst nur teuren SAS-Laufwerken vorbehalten ist. Die Raptor jedoch ist vielen mittlerweile zu klein, statt über 150 Gigabyte bietet die Neue daher immerhin 300 GByte Platz (ca. 279 GiByte). Doch die Kapazitätssteigerung ist noch nicht alles, laut Western Digital soll die Velociraptor alias WD3000GLFS auch deutlich schneller sein als die Raptor - das ist nötig, denn zumindest bei den Transferraten ist die Konkurrenz mittlerweile vorbeigezogen, allen voran Samsungs F1-Reihe mit ihrer hohen Datendichte.
Quelle: PC Games Hardware
Saurier im Käfig: Velociraptor im Icepack
Saurier im Käfig
Ungewöhnlich ist das Format: Im Gegensatz zur Raptor ist die Velociraptor eine 2,5-Zoll-Festplatte. Western Digital kommt damit dem Servermarkt entgegen, der mehr und mehr auf die kompakte Bauform setzt - so lassen sich in engen Rack-Servern mehr Laufwerke unterbringen. Die Raptor, eigentlich für High-End-Spielesysteme gedacht, hat sich dort längst als preisgünstige Alternative zu professionellen SAS-Laufwerken etabliert. In Notebooks einbauen lässt sich die Neue aber nicht, dafür ist sie mit 15 Millimetern zu hoch; außerdem müsste man sie zunächst aus ihrem Rahmen entfernen: Damit die Platte in einen gewöhnlichen PC-Laufwerksschacht passt, liefert WD sie nämlich in einem Aluminium-Einschub im 3,5-Zoll-Format. Dieser "Icepack" getaufte Rahmen dient nicht nur als Adapter, er kühlt die Platte auch - laut Hersteller sinkt die Temperatur damit um bis zu 7 Grad Celsius. Tatsächlich erfüllt der Kühler seinen Zweck, im Praxistest nahm er einen Teil der Plattenwärme auf.
Quelle: PC Games Hardware
Die Platte ist mit vier Torx-Schrauben am Icepack befestigt und liegt nicht direkt auf - dennoch kühlt der Rahmen.
Beeindruckende Werte
Wie üblich messen wir die Transferraten und Zugriffszeiten mit dem Benchmark H2benchw. Dabei bestätigt sich die Aussage des Herstellers: Die Velociraptor ist tatsächlich deutlich schneller als die Raptor und stellt auch die F1 in den Schatten. Ihre durchschnittliche Lese- und Schreibrate liegt über 103 MiByte pro Sekunde und damit zum ersten Mal in der SATA-Welt über der 100-MiByte-Schwelle, die F1 HD322HJ kommt mit ihrem einzelnen Platter nur knapp über 90 MiByte/s. Damit übertrifft die WD3000GLFS ihre Vorgängerin beiweitem, beim Lesen um 27 und beim Schreiben gar um 38 MiByte/s. Auch die minimalen Transferraten im langsamen Innenbereich der zwei Platter können sich sehen lassen, mit etwa 79 MiByte/s schlägt die Velociraptor die F1 in dieser Disziplin um etwa 20 MiByte/s.
| Produktname | Spinpoint F1 HD322HJ | Raptor WD1500ADFD | Velociraptor WD3000GLFS |
|---|---|---|---|
| Hersteller | Samsung | Western Digital | Western Digital |
| Preis | ca. 50,- Euro | ca. 140,- Euro | ca. 240,- Euro |
| Preis in Euro pro GiByte | 0,17 Euro/GiByte | 1,00 Euro/GiByte | 0,80 Euro/GiByte |
| Format | 3,5 Zoll | 3,5 Zoll | 2,5 Zoll (3,5-Zoll-Einschub) |
| Mean Time Between Failures | 600.000 Stunden | 1.200.000 Stunden | 1.400.000 Stunden |
| Ausstattung | |||
| Kapazität | 298 GiByte/320 GByte | 140 GiByte/150 GByte | 279 GiByte/300 GByte |
| Cache | 16 MiByte | 16 MiByte | 16 MiByte |
| Herstellergarantie | 3 Jahre | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Eigenschaften | |||
| Schnittstelle | SATA 3,0 GBit/s | SATA 1,5 GBit/s | SATA 3,0 GBit/s |
| Umdrehungen pro Minute | 7.200 U/min | 10.000 U/min | 10.000 U/min |
| Automatic Acoustic Management (AAM) | Unterstützt | Unterstützt | Unterstützt |
| Native Command Queuing (NCQ) | Unterstützt | Unterstützt | Unterstützt |
| Platter-Anzahl/Kapazität pro Platter | 1/298 GiByte | 3/48 GiByte | 2/140 GiByte |
| Leistung | |||
| Transfer Lesen (Durchschnitt) | 91,4 MiByte/s | 76,3 MiByte/s | 103,6 MiByte/s |
| Transfer Schreiben (Durchschnitt) | 90,1 MiByte/s | 65,1 MiByte/s | 103,3 MiByte/s |
| Mittlere Zugriffszeit Lesen/Schreiben | 13,3 ms/6,7 ms | 8,2 ms/15,4 ms | 7,1 ms/4,0 ms |
| Lautheit (Leerlauf/Zugriff, 50 cm Abstand) | 0,2/0,3 Sone | 1,0/2,3 Sone | 0,4/0,9 Sone |
Ähnlich gut sind die Zugriffszeiten, die vor allem beim Laden vieler kleiner Dateien entscheidend sind - also beim Booten und bei Programmstarts. Diese Disziplin war schon eine Domäne der Raptor, deren durchschnittlich 8,2 Millisekunden für Lesezugriffe auch eine F1 nicht erreicht (13,3 ms). Die Velociraptor setzt noch einen drauf, 7,1 ms sind es hier im Schnitt - das kann nur eine SSD besser. Diese jedoch schwächelt meist bei Schreibzugriffen, die auf der Velociraptor nur 4,0 Millisekunden brauchen - kein Vergleich zu den 15,4 ms der Raptor und immer noch deutlich besser als die 6,7 ms der F1.
Der HD-Tach-Test zeigt: Die meiste Zeit über bleibt die Transferrate über 100 MByte/s.

Und nur deswegen einen Vielfach höheren Preis zahlen?! Nö^^