Praxistests, Lautstärke und Fazit
Es klingt beeindruckend, was Western Digital für die Raptor-Nachfolgerin verspricht (WD bringt die Velociraptor) - ob die Velociraptor tatsächlich die schnellste SATA-Festplatte der Welt ist, klärt unser Test.
Quelle: PC Games Hardware
Ein Nachteil dieser Bauweise: Die SATA-Anschlusse liegen nicht an gewohnter Position. In Wechselrahmen passt die Velociraptor daher nicht.
Praxistests
Wie machen sich diese Messwerte in der Praxis bemerkbar? Eine frische Windows-XP-Installation auf unserem Asus P5K-E (Intel P35) samt Core 2 Extreme QX6700 und 2 GiByte RAM gibt die Antwort: Das System braucht zwischen BIOS-Selbsttest und einsatzbereitem Desktop 26,3 Sekunden, wenn es von der F1 startet. Die Velociraptor beschleunigt diesen Vorgang um immerhin drei auf 23,3 Sekunden. Doch wäre eine Solid State Disk nicht noch schneller? Wir machen den Test mit einer Mtron Mobi 3000: Sie schafft den Bootvorgang in erstaunlichen 16,5 Sekunden. Allerdings kostet die SSD auch 330,- Euro und bietet nur 16 GByte Platz.
Das Kopieren von 21.000 kleinen Dateien mit insgesamt 3 GByte beschleunigt die Velociraptor von 2:35 Minuten (F1) auf 2:14, die SSD braucht dank langsamerer Schreibzugriffe 2:21 Minuten. Deutlicher ist der Vorsprung der 10.000-U/min-Platte beim Kopieren einer einzelnen 3-GByte-Datei - hier entscheidet die Transferrate, weshalb die WD schon nach 36,5 Sekunden fertig ist; die F1 braucht 48,2 und die SSD gar 59,9 Sekunden.
Quelle: PC Games Hardware
Zu allen Seiten ist Platz zwischen Platte und Rahmen.
Lautstärke
Western Digital hat's uns versprochen: Die Velociraptor wird leiser als ihre zuweilen nervende Vorgängerin. Daher überraschten uns die offiziellen Werte, die keinen Dezibel-Unterschied zwischen den Generationen erkennen lassen. Ist die Neue also nun leiser oder nicht? Sie ist es: Im schalltoten Raum aus einem halben Meter Entfernung erzeugte die Raptor im Leerlauf 1,0 Sone, aufdringliche 2,3 Sone waren es bei Zugriffen. Die Velociraptor hingegen bleibt selbst bei Zugriffen noch unter 1,0 Sone: 0,9 sind es maximal, im Leerlauf gar nur 0,4. Entkoppelt aufgehängt, ist sie damit in einem geschlossenen System kaum zu vernehmen. Mit der kleinsten F1 kann sie dennoch nicht mithalten, diese erreicht höchstens 0,3 Sone.
Quelle: WD
Geöffnete Velociraptor: Laut WD steht noch nicht fest, ob es auch wieder eine "X"-Version mit Fenster geben wird.
Fazit
WD hat alle Versprechen gehalten: Die Velociraptor ist - innerlich - nicht nur doppelt so groß wie ihre Vorgängerin, sie ist auch deutlich schneller als alle anderen SATA-Festplatten auf dem Markt und zudem erfreulich leise. Überdies gibt Western Digital eine erhöhte Lebensdauer an - auch ein Zugeständnis an den Servermarkt; die Garantie liegt wie bei der Raptor bei 5 Jahren. Technisch gibt es also nichts zu bemängeln, nur sollten Freunde stiller Rechner nach wie vor auf langsamer drehende Laufwerke wie die F1 oder WDs Greenpower-Reihe ausweichen.
Nun muss die Platte nur noch verfügbar sein; einige Händler führen die WD3000GLFS bereits zu Preisen ab 235,- Euro (Preisvergleich), laut WD beginnt die Auslieferung in den nächsten Tagen. Billig ist das Luxuslaufwerk also nicht. Betrachtet man den Preis pro GiByte, ist die Neue aber sogar günstiger als ihre alternde Vorgängerin, und verglichen mit einer SAS-Festplatte ist sie geradezu ein Schnäppchen. Wer ein möglichst schnelles und zuverlässiges Speichermedium braucht und nicht auf ein unsicheres RAID 0 setzen will, darf sich daher ruhig den kleinen Saurier ins Gehäuse packen - keine Sorge, er beißt nicht.

Und nur deswegen einen Vielfach höheren Preis zahlen?! Nö^^