Radeon schneller als Geforce?

Assassin's Creed: D3D-10.1-Modus im PCGH-Praxistest

Gestern berichtete PCGH von dem Verwirrspiel um den D3D-10.1-Modus in Assassin's Creed. Heute liefern wir Ihnen einen umfangreichen Praxistest zum Thema. (Marc Sauter, 21.04.2008)
 
Assassin's Creed HD 3870: Dank Service Pack 1 und D3D 10.1 wirkt die Kantenglättung auf mehr Bereiche als ohne SP1.
 
Assassin's Creed HD 3870: Dank Service Pack 1 und D3D 10.1 wirkt die Kantenglättung auf mehr Bereiche als ohne SP1. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wie gestern bereits ausgeführt (Assassin's Creed: Offiziell erstes D3D 10.1-Spiel - aber nicht mehr lange) gebührt der Webseite Rage3D die Ehre, als erster über das Thema Direct 3D 10.1 in Assassin's Creed berichtet zu haben. PCGH hat sich ebenfalls praktisch mit dem Thema beschäftigt, um noch ausführlicher zu untersuchen, welche Auswirkungen der D3D-10.1-Modus auf Geschwindigkeit und Bildqualität hat.

Testsystem
Um entsprechende Vergleiche ziehen zu können, verwendeten wir einmal Windows Vista x64 mit Service Pack 1 und einmal ohne Service Pack 1. Neben vielen wichtigen Updates und Hotfixes, beispielsweise für Multi-GPU-Systeme, bringt das SP1 auch die Unterstützung für den D3D-10.1-Modus mit sich. Da aktuell neben der Chrome 430 GT einzig AMDs HD3000-Karten in der Lage sind, Shader-Modell-4.1-Effekte zu berechnen, nutzten wir neben einer HD3870 auch die Dual-Chip-Variante HD3870 X2. Zusätzlich kamen eine einzelne und zwei gekoppelte Geforce 8800 GT (übertaktet auf 670/1.700/970 Megahertz) zum Einsatz. Für genug Prozessorleistung sorgte ein Intel Core 2 Quad Q6600 mit 2,4 Gigahertz, 2048 MiB DDR2-800 bildeten das Speicherpolster. Sämtliche Komponenten fanden auf einem Asus P5N32-E SLI mit Nforce 680i SLI Chipsatz Platz.

Optik-Vergleich
Der D3D-10.1-Modus lässt den Entwicklern mehr Spielraum bei der Kantenglättung und ermöglicht zusätzlich spezielle Berechnungen. Wie Rage3D schon berichteten, verbessert sich bei gleichzeitiger Nutzung des Service Pack 1 und einer HD3870 die Optik im DX10-Modus von Assassin's Creed deutlich. Während ohne Service Pack 1 bei aktivierter Kantenglättung kein Unterschied zwischen der Geforce und der Radeon zu erkennen ist, offenbaren sich nach dessen Installation sichtbare Unterschiede.



So bleibt die Optik mit der 8800 GT weiterhin pixelig und flimmerig, die Radeon dagegen glättet das komplette Bild nahezu vollständig. Besonders solche Kanten, welche sich während dem Spielen negativ bemerkbar machen, beispielsweise Holzbalken oder Bretter, werden nun erfasst und Assassin's Creed wirkt gleich viel atmosphärischer.



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Benchmark-Szene
Als Benchmark dient eine Szene in der Stadt Damaskus. Hier laufen wir 50 Sekunden lang eine feste Strecke ab. Wir starten auf dem Dach des Büros des Verbindungsmannes. Dann klettern wir wieder herunter auf die Straße und laufen durch die engen Gassen. Da der Weg immer derselbe ist, ändern sich Objektgeometrie, Objektschatten, Beleuchtung sowie die meisten Grafikeffekte nicht. Die Zahl an NPCs, denen man auf dem Weg durch die Gassen von Damaskus begegnet, ist bei jedem Durchgang annähernd die gleiche.

Performance-Vergleich
Die Optik der HD3870 überzeugt, soviel ist klar. Unweigerlich stellt sich hier jedoch die Frage nach der Leistung - wird die drastisch gesteigerte Bildqualität mit einem ebenso drastischen Minus bei den Bildern pro Sekunde erkauft? Nein. Im Gegenteil - die Leistung steigt mit aktivierter Kantenglättung sogar spürbar an. Einer Geforce 8800 GT ist es mangels Shader Modell-4.1-Unterstützung vollkommen egal, ob sie mit dem Service Pack 1 zusammen arbeiten muss oder nicht.



Die Radeon HD3870 dagegen legt in einer Auflösung von 1.680x1.050 Bildpunkten und maximaler Ingame-Kantenglättung durch die Installation des Update-Pakets satte 31,5 Prozent zu und kommt auf 26,7 Fps. Dieser Wert liegt zwar weiterhin unter dem der 8800 GT, jedoch ist hier zu beachten, dass die Geforce erstens übertaktet ist und zweitens mit einer schlechteren Qualität rendert.



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Multi-GPU-Vergleich
Doch damit nicht genug. Bei unseren ersten Tests mit einer nicht finalen Version von Assassin's Creed mussten wir feststellen, dass mehr als eine Grafikkarte keinen Vorteil bringt. Mit der Verkaufsversion und aktuellen Treibern sieht die Sache jedoch anders aus. Unser 8800-GT-Gespann ist nun immerhin schneller als eine Singe-Karte. Aber: Egal welcher SLI-Modus, ob mit Nhancer oder ohne, die beiden Geforce erbringen im Vergleich zu einer einzelnen 8800 GT noch nicht einmal 10 Prozent mehr Leistung.



Eine HD3870 X2 kann durch Umbenennen der Exe in "CoJ_DX10" dagegen deutlich zulegen. Der Vorsprung zu einer auf X2-Niveau getakteten HD3870 (825/900 Megahertz) beläuft sich auf 26 bis 38,8 Prozent. Benennt man die Exe-Datei jedoch nicht um, fällt die X2 sogar hinter die HD3870 zurück.



Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass eine HD3870 X2 in 1.680x1.050 mit aktivierter Kantenglättung nur knapp 3 Fps hinter dem 8800 GT-Gespann liegt, dafür aber ein besseres Bild liefert.



Fazit: Assassin's Creed D3D 10.1:
Ein unbedarfter Beobachter würde nach diesen Erkenntnissen sicherlich meinen, Assassin's Creed wäre der Vorzeige-Titel von AMD. Schließlich erhalten Nutzer einer HD3000 dank des D3D-10.1-Modus nicht nur eine bessere Optik, sondern auch mehr Leistung. Das i-Tüpfelchen aber ist die funktionierende Unterstützung von Crossfire.

Doch pikanterweise ist das Mittelalter-Spiel Teil von Nvidias "The Way it's meant to be played"-Programm. Was genau die Entwickler dort gemacht haben, ist uns zwar nicht bekannt. Besitzer eines SLI-Gespanns würden allerdings erwarten, dass sie ein größeres Leistungsplus als die mageren 10 Prozent erhalten. Allerdings war im Vorfeld bekannt, dass SLI/Crossfire nur wenig Leistungsvorteile bringen würde.

PCGH: Another well advertised PC technology is SLI or Crossfire. As far as overall performance is concerned, can players increase it remarkably by buying a second graphics card? Do you have to add the support for multi GPU setting when developing the PC Version?

Ubisoft: Because of the size of our scenes, our current bottleneck is mostly between the CPU and the graphic card. This means that adding a 2nd card will only give a few percent of performance. The support for SLI/Crossfire has been integrated in the game and as CPUs go faster, the game will be able to take full advantage of this technology.


Wie geht es weiter?
Der kommende erste Patch für Assassin's Creed wird den SM4.1-Pfad wieder entfernen, als Grund nennen die Entwickler einen Fehler während der Berechnungsphase des Post-Processings. Dieser Bug soll im Übrigen auch dafür verantwortlich sein, warum die Radeons so zulegen. Auf Anfrage bei Ubisoft teilte man uns mit, dass der SM4.1-Renderpfad in einem zweiten Patch wieder hinzugefügt werden soll. Detaillierte Antworten zum Thema erwarten wir diese Woche.


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