Review Geforce 9800 GX2 (G92-GPU): Erster Test der GF 9800 GX2

PCGH-Test: Geforce 9800 GX2

Nvidia will mit der heute veröffentlichten Geforce 9800 GX2 wieder die Leistungskrone der Einzelkarten an sich reißen. Wir jagen die Karte durch unseren Benchmark-Parcours. (Spille, Pusse, 18.03.2008)
 
Nvidia Geforce 9800 GX2 im PCGH-Leistungs-Check
 
Nvidia Geforce 9800 GX2 im PCGH-Leistungs-Check [Quelle: siehe Bildergalerie]


Das bisherige Topmodell von Nvidia, die Geforce 8800 Ultra, wurde im Mai 2007 veröffentlicht. Zehn Monate später kommt nun mit der 9800 GX2 eine Karte auf den Markt, welche die Nachfolge der 8800 Ultra antreten soll. Nvidia betitelt die 9800 GX2 zwar als Einzelkarte, genau genommen handelt es sich aber um einen SLI-Verbund aus zwei Platinen, die sich einen Kühler teilen und in einen einzelnen PCI-Express-x16-Steckplatz passen. Ob Nvidia mit der 9800 GX2 AMDs HD 3870 X2 den Titel der schnellsten Einzelkarte streitig machen kann, haben wir für Sie getestet.

Die Leistungsdaten der Geforce 9800 GX2 sehen auf den ersten Blick viel versprechend aus: 256 Shader-ALUs und 1 GiByte Videospeicher. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Einzelkarte zwei G92-GPUs beherbergt und somit jede GPU nur über 128 Shader-ALUs und 512 MiByte Speicher verfügt. Dabei hat sich Nvidia wieder für eine Konstruktion aus zwei Platinen entschieden, die mit einer SLI-Brücke miteinander verbunden sind - AMD hat die HD 3870 X2 mit zwei GPUs auf einer Platine bestückt. Die Kühlung der beiden Platinen hat Nvidia im Vergleich zur Geforce 7950 GX2 überarbeitet: Anstatt zwei getrennte Kühlkörper zu verwenden, setzt Nvidia auf einen kombinierten Kühler, der beide GPUs kühlt. Der Markteinführungspreis der 9800 GX2 beträgt 599 bis 649 US-Dollar, was in Europa einem Preis von etwa 500 Euro entsprechen sollte. In der Preissuche von PC Games Hardware wird die 9800 GX2 bereits mit einem Preis von 529 Euro gelistet.

Und nun viel Spaß mit dem PC Games Hardware Review der Geforce 9800 GX2!




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Die Geforce 9800 GX2 im PC Games Hardware Technik-Check

Die Geforce 9800 GX2 basiert auf dem G92-Chip. Dieser verfügt über 754 Millionen Transistoren und wird mit bewährten 65 Nanometern Strukturbreite von TSMC gefertigt. Der G92-Chip unterstützt, wie alle G9x-GPUs, bereits PCI-Express 2.0, erfüllt aber nicht die Spezifikationen für Direct X 10.1 - viele AMD-GPUs tun das bereits seit November 2007.

Die der Geforce 9800 GX2 zugrundeliegenden G92-Chips laufen im Kern mit 602 MHz und takten ihre 128 Shader-ALUs mit 1.512 MHz. Insgesamt können pro Takt zweimal 64 Texturen addressiert und auch bilinear gefiltert werden, zweimal 16 ROP-Einheiten (je 4 Quad-ROPs) sorgen für Anti-Aliasing, Blend-Operationen und Framebuffer-Writes. Werksvorgabe ist die Ausstattung mit zweimal 512 MiByte Videospeicher. Dieser arbeitet nach der GDDR3-Spezifikation und ist mit 1.000 MHz getaktet. Die Taktraten der 9800 GX2 liegen demnach leicht unter denen einer 8800 GTS auf G92-Basis (650/1.625/970 MHz).

Die 9800 GX2-Karte verfügt über einen Dual-Slot-Lüfter, der Frischluft an der Rückseite und der Seite der Karte ansaugt. Beide G92-Chips werden von einem einzigen Lüfter. Kühlerhersteller werden es demnach schwer haben, spezielle Kühler für die 9800 GX2 anzufertigen. Wasserkühler, beispielsweise von Innovatek, sind bereits in Planung.

Die Explosionszeichnung verdeutlicht, wie die beiden Platinen angeordnet sind. Die GPUs sind gegeneinander ausgerichtet, der Kühler befindet sich in der Mitte zwischen den Platinen. Die Abdeckungen an den Seiten geben der Karte ein besonderes Aussehen. An der Stelle, an der der Lüfter sitzt, haben die Platinen Aussparungen, damit Frischluft angesaugt werden kann. Mit dieser Bauart kann sichergestellt werden, dass der Kühler über genügend Masse und Oberfläche verfügt, um die Temperatur auf einem guten Niveau zu halten. Unsere Referenzkarten besitzen allerdings keinen "Spoiler". Dieser ist möglicherweise ausschließlich OEM-Version vorbehalten.




Hier die technischen Spezifikationen in Rohform:





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Kühlung und Leistungsaufnahme

Ein Radiallüfter sorgt für ausreichenden Luftzug und erzeugt eine Lautheit von 0,9 Sone im 2D-Betrieb und unter Last von bis zu 3,2 Sone. Die resultierende Chiptemperatur liegt bei unserem Testmuster (vor der Demontage) bei 81 Grad Celsius unter Last und 63 Grad Celsius im Leerlauf. Um die Karte aufzuheizen benutzen wir den 3DMark06, genauer den "Batch Size Test" mit 32.768 Dreiecken in der Endlosschleife. Nach etwa zehn Minuten steigt die Temperatur nicht mehr weiter an. Die 9800 GX2 schaltet sich bei einer Temperatur von 105 Grad Celsius in den Notfallmodus, um keine Schäden davonzutragen.

Nvidia gibt für die Geforce 9800 GX2 eine maximale "Board-Power" von 197 Watt an. Da der PCI-Express-Anschluss nicht genug Strom liefern kann, verfügt die Karte zusätzlich über einen sechs- und einen achtpoligen Stromanschluss. Beim Bau der Stromanschlüsse hat sich Nvidia an die Vorgaben gehalten, weshalb es einige Stecker nicht direkt passen. Wenn sich der Netzteilstecker auch mit etwas Kraftaufwand nicht einstecken lässt, muss ein Adapter verwendet werden. Separate 2D-Taktraten gibt es bei der 9800 GX2 leider nicht, sodass sich der wichtige Idle-Verbrauch der Karte (inklusive Restsystem) bei rund 227 Watt einpendelt. Im Lastverbrauch zeigt unser Strommessgerät 375 Watt an.





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Testsystem und Konfiguration
Als Testsystem nutzen wir aktuelle Komponenten, um die 9800 GX2 sowie die anderen Grafikkarten nicht unnötig auszubremsen. Das Testsystem ist wie folgt bestückt:

CPU: Intel Core 2 Extreme QX6850 @ 3.200 MHz (400x8)
Board: EVGA Nforce 790i SLI Ultra (Nvidia 790i SLI Ultra-Chipsatz)
RAM: 2x 1.024 MiByte DDR3-1800, 8-8-8-24 (Crucial)
OS: Vista 32 Bit
PSU: Enermax 575 Watt

Treiber:
• Forceware 174.53 (HQ) alle Geforce-Karten
• Catalyst 8.3 alle Radeon-Karten

VGA:
Geforce 9800 GX2, 2x512 MiB GDDR3, 602/1.512/1.000 MHz
• Geforce 9600 GT, 512 MiB GDDR3, 650/1.625/900 MHz
• Geforce 8800 Ultra, 768 MiB GDDR3, 612/1.512/1.080 MHz
• Geforce 8800 GTX, 768 MiB GDDR3, 575/1.350/900 MHz
• Geforce 8800 GT, 512 MiB GDDR3, 602/1.512/900 MHz

• HD 3870 X2, 2x512 MiB GDDR3, 825/901 MHz

Wie immer nutzen wir die High-Quality-Settings im Nvidia-Treiber für alle Geforce-Karten. Bei AMDs Radeon-Modellen belassen wir die Einstellung für Catalyst-A.I. auf Standard, da ansonsten die Bugfixes und anwendungsspezifischen Optimierungen nicht mehr wirksam wären.




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Benchmarkanalyse Geforce 9800 GX2 im 3D Mark 06
Dem Wunsch vieler Leser entsprechend, haben wir nun auch den 3DMark06 mit in unser Testfeld aufgenommen. Dem hohen Einfluss der CPU-Punktzahl auf das Gesamtergebnis geschuldet, haben wir nicht nur einen Standard-Durchlauf sondern auch "runs" mit 4x FSAA, 8x FSAA und 16x AF (beides in den 3D-Mark-Optionen aktiviert) gemacht sowie je einen Lauf mit genannten Settings in den Auflösungen 1.680x1.50 und 1.920x1.200 Pixeln.












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Benchmarkanalyse Geforce 9800 GX2 in Crysis
Die Crysis-Vollversion darf für leistungsstarke DX10-Karten natürlich nicht fehlen. Wir haben uns für einen detaillierten Vergleich der Leistung in den einzelnen Settings in Direct X 10. Im Gegensatz zu früheren Tests finden die PCGH-Benchmarks nun im sehr anspruchsvollen Level Paradise Lost statt (map ice). Diese fordert mittels des Snow-Shaders allen Grafikkarten das Äußerste ab. Für optimale Ergebnisse haben wir den Dschungel-Shooter auf Version 1.2 gepatcht.












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Benchmarkanalyse Geforce 9800 GX2 in Call of Duty 4: Modern Warfare
Neu in unserem Benchmarkparcours ist der beliebte Shooter Call of Duty 4 Modern Warfare. Dieser konnte bereits auf der diesjährigen E3-Messe den "Best Graphics"-Award absahnen und damit sogar Crysis hinter sich lassen. Auch in Punkto Verkäufen läuft es für Call of Duty 4 besser und das, obwohl die Grafikpracht nur mithilfe von DX9-Effekten erreicht wird.

Wir testen die Anfangssequenz der Mission "Im Sumpf" aus dem ersten Akt des Spiels. Inmitten vieler Kameraden spurten wir auf ein versperrtes Straßenende zu und werden dabei vom Feind unter heftiges Feuer genommen. Die entstehenden Effekte stressen vorwiegend die Grafikkarte.









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Benchmarkanalyse Geforce 9800 GX2 in Unreal Tournament 3
Wie in der Demo, messen wir auch in der Vollversion von Unreal Tournament 3 mangels Speicherpunkten und reproduzierbarer Botmatches eine 60-sekündige Flyby-Sequenz auf dem Level CTF Suspense. In dieser anspruchsvollen Map werden die niedrigsten Fps-Raten innerhalb der von uns gemessenen UT3-Maps erreicht. Über die Ini-Datei erzwingen wir 16x anisotrope Filterung, Kantenglättung konnten wir mit einem speziellen Beta-Treiber bei den Radeon-Karten nun erstmalig aktivieren.






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Benchmarkanalyse Geforce 9800 GX2 in World in Conflict
Für unseren World-in-Conflict-Benchmark verwenden wir die integrierte Benchmark-Funktion des Spiels. Diese zeigt eine extrem fordernde Sequenz mit schnellen Kameraschwenks, einer Vielzahl von Einheiten und heißer Schlachtfeld-Action. Auch diese Sequenz dürfte eher zu den anspruchsvolleren Szenen im Spiel zählen, sodass die Werte hier repräsentativ ausfallen. Wir aktivieren die maximalen in-Game-Details mit folgenden Ausnahmen: Transparenz-Kantenglättung und Wolkenschatten. Leider sind die Ergebnisse des Benchmarks oft nicht reproduzierbar. Zudem scheint der Prozessor zu limitieren, was erklären dürfte, warum sich die Werte auch in höheren Auflösungen kaum ändern.







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Geforce 9800 GX2 Overclocking



Zum Übertakten der Geforce 9800 GX2 eignet sich Rivatuner in der Version 2.08. Wir loten die maximalen Taktraten mit dem 3DMark03 aus, weil der synthetische Benchmark von Futuremark sehr sensibel auf zu hohe Taktraten reagiert. Da es sich bei der 9800 GX2 quasi um zwei Grafikkarten handelt, waren unsere Erwartungen nicht sonderlich hoch, was die maximale Übertaktbarkeit der Karte angeht. Umso erstaunlicher sind die erreichten Taktraten: Wir konnten den Takt für GPU, Shader und Speicher von 600/1.500/1.000 auf 750/1.800/1.075 MHz anheben. In der Standardauflösung limitiert der QX6850 mit seinen 3,2 GHz, weshalb die Punktzahlen der übertakteten Karte nur geringfügig höher ausfallen.






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Fazit: Geforce 9800 GX2
Mit der Geforce 9800 GX2 hat Nvidia eine sehr schnelle Einzelkarte auf den Markt gebracht. Der Preis von 529 Euro erscheint allerdings als viel zu hoch, kosten zwei 8800 GTS auf G92 nur 400 Euro. Dafür benötigt die 9800 GX2 kein SLI-Mainboard und läuft auf jeder Hauptplatine.

Die Leistung der Dual-GPU-Karte ist dabei sehr stark von der Optimierung für SLI des jeweiligen Spiels abhängig. Ein Leistungsvorteil lässt sich erst ab einer Auflösung jenseits von 1.600x1.200 Pixeln erkennen. Zudem traten in unserem Test bei aktiviertem SLI gelegentlich bei einigen Spielen Bildfehler auf. Es bleibt interessant abzuwarten, wie sich zwei 9800 GX2 im Quad-SLI-Betrieb schlagen werden.

Ein würdiger Nachfolger für die 8800 Ultra ist die 9800 GX2 mit ihren beiden recycelten G92-Chips sicherlich nicht. Den Komfort einer "echten" Einzelkarte, die nach der Installation der Treiber problemlos funktioniert, bietet die 9800 GX2 ebenfalls nicht. Hier muss darauf geachtet werden, dass SLI im Treiber aktiviert ist. Dafür unterstützt die 9800 GX2 Hybrid-Power und lässt sich somit beim Einsatz eines Mainboards mit integrierter Grafik von Nvidia komplett abschalten. Bislang erlaubt es Nvidia den Herstellern nicht, Karten abweichend vom Referenzdesign anzubieten. Ob es überhaupt Overclocking-Versionen der 9800 GX2 geben wird, ist noch unbekannt. Der einzige Vorteil der 9800 GX2 besteht in der vielseitigen Einsatzmöglichkeit. So kann die Karte auch mit Intel-Platinen verwendet werden und ermöglicht somit in gewisser Weise SLI.
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Bildergalerie zum Artikel

 
Eine aktuelle Grafikkarten-Kaufberatung finden Sie im Artikel Ati- und Nvidia-Grafikkarten: Test-Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps. Zu Geforce-Grafikkarten gibt es Geforce-Treiber mit WHQL-Siegel oder Geforce-Beta-Treiber. Zu Radeon-Grafikkarten gibt es Radeon-Catalyst-Treiber mit WHQL oder Radeon-Catalyst-Beta-Treiber.
 
 
 
 
 
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