S3 Chrome S20 Series

PCGH Exklusiv: S3 Graphics' Multi-GPU-Technologie "Multichrome" im Test

Nachdem wir Ihnen bereits die einzigartigen FSAA-Modi und die Leistung einer einzelnen Chrome S27 im Vergleich mit der Konkurrenz demonstrierten, werfen wir heute einen Blick auf S3s Multichrome. (Raffael Vötter, 06.02.2008)
 
Chrome S27 Multichrome im 3DMark03 (Bild: PCGH)
 
Chrome S27 Multichrome im 3DMark03 (Bild: PCGH) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Multichrome ist S3s Antwort auf SLI und Crossfire. Am ehesten vergleichbar ist es dabei mit Atis "Software"-Crossfire, denn zwei Chrome-S2x-Karten kommunizieren ausschließlich über das PCI-Express-Interface miteinander, es sind keine Brücken vorgesehen. Wie die Multi-GPU-Lösungen der beiden "Großen" setzt auch S3 zur Arbeitsverteilung auf die bekannten Verfahren AFR (Alternate Frame Rendering) und das langsamere SFR (Split Frame Rendering). Die GPUs berechnen dabei abwechselnd verschiedene Frames, was zumindest theoretisch eine Leistungsverdoppelung zur Folge hat. Vorweg: Auch Multichrome kämpft mit dem mittlerweile berüchtigten "Mikroruckeln", doch dieser Thematik werden wir uns getrennt widmen.



Testsetup
Wir testen im Folgenden zwei Chrome-S27-Karten mit jeweils 128 MiByte VRAM unter Windows XP SP2. Als Basis dient ein Gigabyte 965P-DS3P, welches einen PCI-E-x16 und einen x4-Slot aufweist. Letzterer hat vermutlich eine bremsende Wirkung auf die Kommunikation der beiden Karten, welche ausschließlich über den PCI-Express stattfindet. Wir werden weitere Tests auf einem X38-Board durchführen und sie im Falle grober Abweichungen veröffentlichen.

Das Handling von Multichrome könnte einfacher nicht sein: Karten einbauen, Treiber installieren, Multichrome im Treiberpanel aktivieren - fertig. Letzteres geht zuverlässig und ohne Neustart, was gerade mit SLI- und Crossfire-Erfahrungen im Hinterkopf positiv überrascht. Diese Verfahren zeigten sich bei Aktivierung so manches Mal störrisch.

Übrigens kommt auch bei Multichrome eine simple Exe-Erkennung zum Einsatz. Viele Spiele werden vom Treiber nicht erkannt und nutzen daher nur eine GPU (erkennbar am optional einblendbaren Lastbalken). Hier hilft es immer, die Ausführungsdatei in 3DMark03.exe, 3DMark05.exe oder Oblivion.exe umzubenennen, woraufhin Multichrome aktiviert wird. Dieser Trick half uns unter anderem bei World of Warcraft, Crysis, Stalker und Flatout 2.

Performance und Skalierung
Was die beiden "Großen" mit deutlich mehr Finanz- und Manpower im Rücken nicht hinkriegen, ist erst recht nicht von S3 zu erwarten. Wie schon SLI und Crossfire zeigt auch Multichrome ein eher durchwachsenes Bild. Je nach Applikation skaliert ein Duo aus zwei S27-Karten bis zu 100, oft aber nur 30 Prozent. Und manchmal wirkt AFR/SFR gar kontraproduktiv - etwa im 3D Mark 06 (siehe Benchmarks). Am besten "optimiert" wurde offenbar der 3D Mark 03, denn hier sind zwei S27-er fast doppelt so schnell wie eine einzelne.




Dieses schöne Vorspiel setzt sich in der Spielelandschaft jedoch nicht fort. Fear legt durch Multichrome zwar durchschnittlich um 38 Prozent zu, die Minimum-Fps fallen aber reproduzierbar geringer aus. Besser sieht es bei der Source-Engine aus: Half-Life 2 (dt.) wird in 1.024x768 etwa 30 Prozent schneller (mit 5x/9x SSAA und 16:1 AF gar 90 Prozent) und auch Lost Coast sowie World of Warcraft legen beide um fast 50 Prozent zu.

Fazit
Wenn Ihnen Crossfire und SLI zu unausgereift sind, sollten Sie die Finger von zwei Chrome-Karten lassen. Die meisten Spiele müssen erst umbenannt werden, skalieren dann aber eher schlecht als recht. Außerdem ist das Mikroruckeln stets präsent.

Wenn Sie dennoch einen Blick über den Tellerrand wagen möchten, empfehlen wir Ihnen Ebay. S27-Karten sind de facto nicht mehr neu zu bekommen, die kleinere Chrome S25 mit wahnwitzigen 512 MiByte VRAM findet sich aber zuhauf beim Online-Auktionshaus. Der Unterschied zu den getesteten Exemplaren ist primär der reduzierte Takt: 500/400 MHz anstatt 700/660 MHz. Mit 30 Euro sind Sie dabei, Multichrome gibt's für das Doppelte.




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