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  • Microsoft Xbox One im Test: Solide Konsole mit Schwächen bei der 3D-Leistung [Update: Jetzt auch ohne Kinect]

    Xbox One (1) Quelle: PC Games Hardware

    Exakt acht Jahre nach dem Launch der Xbox 360 steht mit der Xbox One die neue Konsole von Microsoft in den Händlerregalen - für Microsoft ist der 22. November also ein historischer Tag. PC Games Hardware konnte sich bereits ein paar Tage vor dem Launch eine Entwicklerversion der Xbox One anschauen. Unser Test widmet sich vor allem der Technik.


    Microsoft punktet zum Launch mit einer guten Verfügbarkeit. Während die Playstation 4 (siehe PCGH-Test der Playstation 4) seit Anfang August bei vielen Händlern ausverkauft ist, reicht eine Vorbestellung der Xbox One auch jetzt noch aus, um die Konsole am 22. November in den Händen zu halten. Zudem sollten Händler wie Media Markt genügend Konsolen vorrätig haben. Oder greifen Konsolenspieler eher zur PS4 und sorgen so für eine gute Verfügbarkeit bei Microsoft? Für unseren Test haben wir jedenfalls eine Entwicklerversion der Xbox One erhalten. Laut Microsoft ist diese aber mit der Retail-Version technisch identisch. Die Anschlüsse im Überblick Die Anschlüsse im Überblick Quelle: PC Games Hardware

    PC-Architektur in Xbox One

    In der Xbox One arbeitet wie in der PS4 ein AMD-Prozessor (Jaguar CPU-Architektur), den Microsoft zusammen mit dem Prozessorhersteller entwickelt hat. Dank x86-Architektur sollte es nun einfacher werden, Spiele gleichzeitig für Konsole und PC zu programmieren. Acht CPU-Kerne und eine Grafikeinheit mit 768 Shader-Einheiten (PS4: 1.152) sind die wesentlichen Eckdaten. 8 GByte DDR3-2133-RAM sowie 32 MByte Embedded-SRAM sind für eine Konsole ein guter Wert. Die Rechenleistung liegt bei 1,31 TFLOPS, während die PS4 mit 1,84 TFLOPS (+ 40 Prozent) zumindest auf dem Papier deutlich schneller ist. Kritik muss sich die Konsole daher auch gefallen lassen, weil Titel wie Call of Duty: Ghosts oder Battlefield 4 auf der Xbox nur in einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln laufen, während die PS4-Versionen in Full HD (1.920 x 1.080) bestaunt werden können. Doch auch für die Xbox One gibt es einige Full-HD-Titel wie Forza 5 oder Need for Speed Rivals. Bei Forza 5 sind uns nur beim Rückspiegel leichte Ruckler aufgefallen. Microsoft hat zudem erwähnt, dass Ultra HD/4K technisch möglich ist. Natürlich haben wir mit unserem 4K-Monitor von Asus (PQ321, US-Modell) ausprobiert, ob zumindest im Menü eine Auflösung von 3.480 x 2.160 Pixel eingestellt werden kann - leider ohne Erfolg. Mehr als 1080p lässt sich nicht auswählen. Hier bleibt die Hoffnung, dass zukünftig ein Software-Update die Unterstützung für höhere Auflösungen bietet.

    Interessant an der Xbox One ist auch der HDMI-Eingang. Dadurch kann ein TV-Receiver an die Xbox One angeschlossen werden, damit Sie dann Programme per Sprachbefehl wechseln können. Unsere Kollegen von der Games Aktuell haben dies mit einem Sky-Receiver ausprobiert und konnten dabei lediglich die Lautstärke verändern. Daher ist dieses Feature vorerst nur für den amerikanischen Markt interessant. Zudem stellten die Kollegen Ruckler mit einem Sky-Receiver fest. Laut unserem Informationen ist PAL für die Ruckler verantwortlich, da hierzulande 50 Hertz Standard sind (USA: NTSC mit 60 Hertz). In einem Test hat PC Games Hardware eine Playstation 3 angeschlossen und konnte hierbei keine Ruckler feststellen. Blu-rays konnte man dabei über die PS3 gar nicht mehr abspielen.

    In der Xbox One werkelt eine 500-GB-Festplatte. Dabei ist leider nicht vorgesehen, dass der Anwender diese durch ein größeres Modell ersetzen kann. Allerdings soll es irgendwann ein Software-Update geben, wodurch sich dann externe Festplatten per USB 3.0 anschließen lassen. Angesichts der Installationsgrößen mancher Spiele ist das durchaus von Relevanz.


    Drei USB-Anschlüsse stehen zur Verfügung. Einer davon befindet sich an der Gehäuseseite. Drei USB-Anschlüsse stehen zur Verfügung. Einer davon befindet sich an der Gehäuseseite. Quelle: PC Games Hardware

    Lautstärke, Leistungsaufnahme und Co.

    Microsoft wurde zwar wegen des klobigen Gehäuses und des externen Netzteils kritisiert, doch das Produktdesign hat durchaus seine Berechtigung. Dadurch ist die Konsole im Gegensatz zur PS4 auch im 3D-Betrieb leise (siehe PS4-Test). Während man die Tischplatte, auf der die PS4 steht, nach einer 3D-Session kaum noch anfassen kann und man sich hier wirklich gut überlegen muss, wo man die Konsole aufstellt, bleibt das Gehäuse der Xbox One sehr kühl. Allerdings muss fairerweise gesagt werden, dass der schwächere Chip auch weniger Leistung aufnimmt (103 anstatt 155 Watt bei PS4) und dadurch natürlich auch nicht so viel Abwärme abgeführt werden muss. Sowohl im 2D- als auch 3D-Betrieb messen wir konstant 0,6 Sone bzw. 25 dB(A). Bei der Blu-ray-Wiedergabe steigt der Lärmpegel durch das Laufwerk leicht an (1,0 Sone/28 dB(A)). Nicht so schön ist hingegen, dass auch das externe Netzteil über einen kleinen Lüfter verfügt. Leider schaltet sich der Lüfter im Netzteil nicht sofort aus, wenn die Konsole ausgeschaltet wird.

    Insgesamt wirkt die Gehäuseverarbeitung der Xbox One deutlich hochwertiger als bei der Playstation 4 und es wird auch ein hochwertiger Kunststoff verwendet. Kinect treibt den Preis der Xbox One nach oben Kinect treibt den Preis der Xbox One nach oben Quelle: PC Games Hardware

    Kinect: Die Wohnzimmer-Überwachung?

    Microsoft liefert bei der Xbox One eine Kamera gleich mit, während die Kamera bei Sonys Playstation 4 optional ist und rund 60 Euro kostet. Die Microsoft-Kamera macht einen sehr hochwertigen Eindruck, sodass wir die 499 Euro auch aufgrund der guten Verarbeitung der Konsole für gerechtfertigt halten. Allerdings hätte sich Microsoft wohl einen Gefallen getan, wenn es die Xbox One auch ohne Kamera zu kaufen geben würde. Als Kunde betrachtet man zunächst den Preis und da wirken 399 Euro bei der PS4 deutlich attraktiver. Da Kinect aber bei jeder Konsole zum Standard gehört, besteht so zumindest die Hoffnung, dass viele Software-Entwickler von Kinect Gebrauch machen werden.

    Ein negativer Beigeschmack bleibt aber beim Thema Wohnzimmer-Überwachung. Natürlich verspricht der Hersteller, dass die Daten der 1080p-Kamera niemand zu Gesicht bekommt, doch wer weiß schon heute, was Hacker morgen mit der Option anstellen können. Allerdings wird keiner gezwungen, Kinect anzuschließen. In unserem Test funktionierte die Konsole auch ohne angeschlossene Kamera und auch Spiele wie Forza 5 ließen sich problemlos spielen. Netter Nebeneffekt: Ohne Kinect-Modul verbraucht die Konsole 20 Watt weniger Strom. | Update vom 14.05.2014: Die Verkaufszahlen haben Microsoft anscheinend davon überzeugt, dass es keine besonders gute Idee war, Kinect standardmäßig mit jeder Xbox One auszuliefern. Ab dem 9. Juni 2014 ist die Konsole auch ohne Kinect-Sensor erhältlich. Amazon bietet diese Version mit 399,99 Euro deutlich günstiger an. Die Schultertasten verfügen jetzt über Mini-Rumble-Motoren. Die Schultertasten verfügen jetzt über Mini-Rumble-Motoren. Quelle: PC Games Hardware

    Der neue Xbox-One-Controller

    Microsoft hat dem Controller ein paar Verbesserungen spendiert. Zusätzliche Mini-Rumble-Motoren machen beispielsweise die Schultertasten noch interessanter. So vibriert beispielsweise beim Rennspiel Forza 5 nicht mehr der ganze Controller, sondern die Gas-Taste gibt Feedback, ob ein Durchdrehen der Reifen unmittelbar bevorsteht. Genaue Gas-Dosierungen sind somit kein Problem mehr und ein echter Fortschritt. Auch sonst wirkt der neue Controller deutlich griffiger und bietet ein Steuerkreuz, das nicht mehr so schwammig ist.

    Im Gegensatz zum Controller der Playstation 4 verfügt der Xbox-One-Controller nicht über einen fest eingebauten Akku. Dies bringt Vor- und Nachteile mit sich. Wer nicht ständig AA-Batterien kaufen möchte, kann natürlich eigene Akkus nutzen oder erwirbt von Microsoft ein sogenanntes Play & Charge Kit für stolze 22,99 Euro. Dafür sind Sie dank nicht fest eingebauten Akkus deutlich flexibler und können notfalls bei langen Spiele-Sessions auf herkömmliche AA-Batterien umsteigen und müssen den Controller nicht wie bei der PS4 erst wieder aufladen oder an ein langes USB-Kabel hängen.

    00:51
    PS4 vs Xbox One: Die Boot-Zeiten und -Sequenzen im Vergleichsvideo

    Fazit: Xbox One

    Microsoft bringt mit der Xbox One einen soliden Xbox-360-Nachfolger auf den Markt. Die Konsole soll weitaus mehr sein als eine reine Spielekonsole und könnte laut Microsofts Vorstellungen der Mittelpunkt im Wohnzimmer werden. Zumindest ihren alten Blu-ray-Player können Käufer nun aus dem Wohnzimmer verbannen und so Platz schaffen, denn die Xbox One verfügt nun endlich auch über ein Blu-ray-Laufwerk. Für uns unverständlich ist hingegen, dass Anwender keine eigenen MP3s, Videos oder Fotos auf die Konsole kopieren können. Zumindest ein Streaming ist dank DLNA-Unterstützung möglich. Wir hoffen, dass Software-Updates zukünftig die Unterstützung eigener Medien nachreichen werden.

    Das Menü erinnert stark an die Benutzeroberfläche von Windows 8. Leider wirkt das Menü noch relativ träge und Wartezeiten lassen keine flüssige Bedienung zu. Der wichtigste Punkt bei einer Konsole sind aber immer noch die Spiele. Und da weiß die Xbox One mit Exklusivtiteln wie Forza Motorsport 5 oder Ryse: Son of Rome auch grafisch zu begeistern. Allerdings gibt es auch lieblose Umsetzungen wie Call of Duty: Ghosts, die auf der Xbox One nicht nur wegen der geringen Auflösung von 720p enttäuschend aussehen. Daher wird vor allem die Qualität der zukünftigen Spiele über den Erfolg der Xbox One entscheiden, Potenzial ist jedenfalls vorhanden.

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    09:36
    Xbox One vs PS4: Controller, Anschlüsse und Gehäuse im Vergleichsvideo
  • Xbox One

    Xbox One

    Hersteller
    Microsoft
    Release
    22.11.2013

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    Es gibt 117 Kommentare zum Artikel
    Von Gast20141208
    Echt?Ich dachte mit TwinTuner geht das.
    Von ----
    ah ok
    Von DARK-THREAT
    Ist nur so, weil FIFA14 zu den Day ONes der XBO gratis bei lag.
    Von ----
    weiß jemand ob xboxone spiele billiger werden als die für die ps4? ich hab mal bei fifa geschaut und da ist das…
    Von DARK-THREAT
    Bild in Bild? Nö, nicht wenn es bei einem kein Kabel etc gibt und man seinen Fernsehempfang über einem Satreceiver…
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Xbox One
Microsoft Xbox One im Test: Solide Konsole mit Schwächen bei der 3D-Leistung [Update: Jetzt auch ohne Kinect]
Exakt acht Jahre nach dem Launch der Xbox 360 steht mit der Xbox One die neue Konsole von Microsoft in den Händlerregalen - für Microsoft ist der 22. November also ein historischer Tag. PC Games Hardware konnte sich bereits ein paar Tage vor dem Launch eine Entwicklerversion der Xbox One anschauen. Unser Test widmet sich vor allem der Technik.
http://www.pcgameshardware.de/Xbox-One-Konsolen-232351/Tests/Xbox-One-Test-Review-1098267/
22.11.2013
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/11/IMG_6821-pcgh_b2teaser_169.JPG
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