Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

Wir konnten zwei umfangreiche Missionen des neuen Shooters anspielen und sind reichlich begeistert. Das gewohnt superbe Shooter-Gameplay der Reihe bekommt nun mit der id Tech 6 einen technischen Unterbau, der den flotten, ruppigen Schießereien eine ganz neue Dynamik verleiht - auf unserem Präsentationsrechner perfekt in Szene gesetzt dank 1440p und 144 Hz.

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Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6
Quelle: Bethesda

Wenn Sie nicht nur Wolfenstein The New Order, sondern auch Doom (2016) gespielt haben, können Sie unsere Begeisterung eventuell nachvollziehen: Wolfenstein 2 könnte unserer Meinung DER Shooter des Jahres werden. Stellen Sie sich den Look, den satirischen Unterton und das abgefahrene Szenario der Wolfenstein-Reihe in Kombination mit den rasanten, effektgeladenen Gefechten und der ultra-flüssigen Bildausgabe eines Doom vor: Wolfenstein 2 verspricht ein Fest für Shooter-Fans zu werden. Dabei ähnelt der Titel vom Look her weniger Doom als mehr dem Wolfenstein von 2014, allerdings optisch auf ein aktuelles und deutlich überlegenes Präsentations-Niveau gehoben. Und das Ganze dann auf einem potenten und für Shooter praktisch perfekt ausgestattetem Rechner präsentiert: Zwar haben wir keinerlei Angaben zur verbauten Hardware erhalten können und ein Optionsmenü war noch nicht integriert, doch ist uns kurz nach dem Anspielen klar: Das Spiel läuft in WQHD mit 144 Hz und einer sehr hohen Bildrate. Anmerkung: Zwar konnte uns bei Bethesda niemand Details zur Ausstattung des Präsentationsrechners sagen, wohl aber unser ehemaliger Kollege Daniel Möllendorft von Asus, die das Equipment stellten. Das IPS-Display des Asus ROG PG 279Q löst mit 2.560 × 1.440 Pixeln auf, die Wiederholrate liegt gar bei 165 Hz, dazu unterstützt der Monitor Gsync, welches bei der Präsentation höchstwahrscheinlich ebenfalls aktiv war, denn Tearing konnten wir nicht beobachten.

Allein dieser Umstand hievt Wolfenstein 2 weit über die Möglichkeiten des auf 60 Fps begrenzten Vorgängers, der zudem selbst mit sehr kräftiger Hardware zu starken Fluktuationen der Bildrate neigt. Der neue Teil indes flutscht wie eingeölt über den Bildschirm und sieht dabei noch um Längen besser aus. Letzterer Umstand ist vor allem der deutlich aufwendigeren und dynamischeren Beleuchtung, den coolen Partikeleffekten, den sehr schicken und hochauflösenden Post-Processing wie Screen-Space-Reflections, einer feinen Umgebungsverdeckung, dem physikbasierten Renderer sowie den coolen volumetrischen Effekten geschuldet. Zudem kommt das aus Doom bekannte und hochwirksame temporale Supersampling TSSAA zum Einsatz. In Wolfenstein 2 fällt die Kantenglättung allerdings weniger sauber aus als in Doom - dies ist vor allem dem aggressiven Schärfefilter geschuldet, der allerdings wiederum eine optische Überleitung zum ebenfalls stark nachgeschärften Vorgänger bildet. In der Vollversion ist dieser hoffentlich optional.

Und wenn wir schon einmal kritteln: Bei der anspielbaren Messeversion waren kurz nach dem Laden der Levels noch einige nachladende Texturen zu beobachten, eine weitere Reminiszenz zum Vorgänger, allerdings deutlich weniger stark ausgeprägt und nur kurz nach dem Laden wirklich auffällig. Trotzdem, das Auge stört sich an solchen kleinen Unsauberkeiten und ein wenig Feinschliff ist noch angebracht. Dieser steht aber auch generell noch an, denn noch war unsere Version nicht vollständig ausbalanciert, Gameplay-Details wie Speicherpunkte sind ebenfalls noch nicht final.

Level 1: B.J. Blaskowicz in Aktion

Doch das alles konnte uns nicht davon abhalten, mächtig Spaß beim Spielen von Wolfenstein 2 zu haben. Zuerst ballern wir uns als stark angeschlagener B.J. Blaskowicz im Rollstuhl durch enge Gänge und nutzen das ausgeklügelte Leveldesign, um unseren fußlahmen Helden mit der Maschinenpistole im Anschlag an alltäglichen Hindernissen wie Treppen vorbei zu buchsieren. Das Ganze steuert sich trotz des Handycaps der vorübergehenden Behinderung erstaunlich gut und die Entwickler haben ganze Arbeit geleistet, den Rollstuhl, die Beine unseres Helden sowie die Schusswaffe so zu animieren, dass sowohl befriedigendes, gewichtiges Waffen-Feedback geliefert wird und zugleich der für einen Shooter untypische und hinderliche Rollstuhl glaubwürdig auf unsere Tastatur- und Mauseingaben reagiert, ohne dabei ein echtes Ärgernis darzustellen - es mag ein wenig paradox klingen, doch selbst die Rollstuhl-Szene von Wolfenstein 2 ist richtiggehend rasant.

Optisch wird in diesem Abschnitt außerdem der technische Sprung auf die id Tech 6 offenbar: Eine weiche, volumetrische Beleuchtung erhellt die engen Gänge, Wände, Boden und Decken werden von den berühmt-berüchtigten Megatextures überzogen (erstmals in Verwendung in der id Tech 5 und RAGE), im Vergleich zum Vorgänger nun jedoch mit physikbasiertem Rendermodell und deutlich höherer Auflösung. Zudem befinden sich einige Mikrowellen-Fallen in diesem Level, welche unvorsichtige Gegner, die in diese Fallen tappen, effektvoll in Partikelwolken verwandeln. Die Partikel für Raucheffekte und Ähnliches werden außerdem korrekt ausgeleuchtet und verschattet.

Level 2 mit Neuerungen

Das zweite spielbare Level ist deutlich weitläufiger und offener gestaltet - eine weitere Neuerung, die wohl auch das Engine-Upgrade ermöglicht hat. Zu Beginn streifen wir getarnt als Feuerwehrmann durch die Straßen Roswells. Eine Parade läuft, Menschenmassen stehen herum. Wir ergötzen uns eine Weile an der schwarzhumorigen Mischung aus Ami-Kitsch und Nazi-Propaganda und amüsieren uns über einige der Schaufenster sowie Plakate, doch erblicken wir dabei auch einige etwas weniger schöne Elemente: Viele Texturen sind recht niedrig aufgelöst, insbesondere bei feinen Schriftzügen ist häufig deutliche Pixelation zu erkennen. Außerdem fügen sich einige Objekte trotz des physikbasierten Renderers nicht wirklich glaubwürdig in die Szene ein - die herumstehenden Autos beispielsweise. Und an den Leitungen, die sich über die Straßen spannen, kämpft das temporale Antialiasing sehr sichtbar gegen den aggressiven Schärfefilter - ganz so aufpoliert wie Doom ist Wolfenstein 2 unseren ersten Eindrücken zufolge dann doch nicht.

Nach einer der langen, gehaltvollen und sehr unterhaltsamen Zwischensequnzen verschlägt es uns auf einen durch einen unterirdischen Tunnel rasenden Zug. Die vorbeihuschenden Lichter demonstrieren noch einmal die deutlich gestiegene Dynamik der Lighting-Engine der id Tech 6, im Vorgänger war die Beleuchtung zu weiten Teilen vorberechnet. Nach der Zugfahrt, bei der wir außerdem mit weiteren und zum Teil mechanischen Gegnertypen konfrontiert werden und die wir mit der Schrotflinte sehr befriedigend und effektvoll in Schrott verwandeln, kommen wir am Ziel unserer Reise an: Die Area 52 ist ein großer, verzweigter unterirdischer Komplex. Hier zeigt sich nochmals der deutliche technische Fortschritt, denn obwohl auch der Wolfenstein: The New Order dem Spieler einige Freiheiten beim Erkunden der Levels ließ, so groß und weitläufig waren die Umgebungen in dem Shooter von 2014 nicht. In diesen recht offen gestalteten Räumen und Hallen wird auch unsere Maushand noch einmal richtig gefordert. Viele und sehr unterschiedliche Gegnertypen wollen auf einmal entsorgt werden, was so gut funktioniert wie in noch keinem Wolfenstein zuvor - der herrlich sauberen und flüssigen Bildausgabe und ultra-direkter Eingabe sei dank. Außerdem bekommen wir zum Abschluss noch einen richtig fetten Brocken vor die Flinte gesetzt, der uns mit Granat- und Flammenwerfer beharkt. Dank partikelspuckender Strahlenwaffe und dem Einsatz des restlichen Arsenals ist der Bossgegner aber bald Geschichte und zerplatzt in einer bildschirmfüllenden Explosion - das hat Spaß gemacht!

Gamescom-Fazit: Wolfenstein 2

Nach dem Anspielen von Wolfenstein 2 sind wir uns sehr sicher, dass die abgedrehte Ballerei ein Hit wird. Die positiven Elemente des schon sehr guten Vorgängers wurden übernommen und noch ausgebaut. Und dank id Tech 6 verfügt Wolfenstein 2 auch endlich über den technischen Unterbau, der dem Shooterspaß gerecht wird. Während der Präsentation stießen wir zwar auf einige kleinere Unschönheiten, doch der Gesamteindruck ist sehr positiv. Wir hatten eine Mordsfreude mit Wolfenstein 2 und können das Erscheinen am 27. Oktober kaum noch erwarten. Dann werden wir uns auch ausführlich mit der Vulkan-Umsetzung auseinandersetzen können sowie die etwaigen Vorteile der AMD Vega-Features FP16 und Rapid Packed Math analysieren können - auch unter der Haube ist Wolfenstein 2 ein spannendes Spiel.

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    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        AW: Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

        Zitat von FreiherrSeymore
        Werd bis dahin wohl auch bei 144hz sein und das wird dann auch damit nichts, aber mit Gsync hoff ich auf irgendwas um die 70-90fps auf hoch.
        Das stimmt mich nach meinem Ersteindruck mal relativ optimistisch.

        Gruß,
        Phil
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        AW: Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

        Zitat von FreiherrSeymore
        Werd bis dahin wohl auch bei 144hz sein und das wird dann auch damit nichts, aber mit Gsync hoff ich auf irgendwas um die 70-90fps auf hoch.
        Das stimmt mich nach meinem Ersteindruck mal relativ optimistisch.

        Gruß,
        Phil
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

        Zitat von Chukku
        Ist eigentlich bekannt, ob die 6te Generation der id Enginge jetzt SLI Unterstützt? Bei DOOM war das ja leider nicht der Fall.. auch wenn es glücklicherweise schon mit Single GPU in UHD vernünftige Bildraten erreichte.

        Jetzt mal abgesehen davon, dass es für 3K keine offizielle Spezifikation gibt (und so war es von Beyazid ja auch nicht gemeint), bezieht sich 2K/3K/4K/8K usw. halt immer auf die Anzahl der Pixel in der horizontalen Achse.
        2K = ca. 2.000 Pixel = FullHD (1920 x 1080 bzw. streng genommen eigentlich 2048 x 1080)
        4K = ca. 4.000 Pixel = UHD (3840 x 2160 bzw streng genommen eigentlich 4096 x 2160)

        3K wäre also irgendwas mit knapp an die 3000 x (3000 x 9/16).

        Kompliziert wird es erst weil ein Teil der Community (und auch einige Monitorhersteller wie ASUS) der Meinung ist, dass 2K = WQHD = 2560 x 1440 sein sollen... warum auch immer.
        Und es gibt nochwas, was kompliziert ist: Das vierfache von UHD4K wäre 15K (15360)...
      • Von Zeus18
        AW: Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

        Ich bin wahrlich am überlegen ob ich mir den 2 Teil auch kaufen soll, denn die Vorbestellerbox kann man seit heute bei Saturn ordern.
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        AW: Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

        Ich hab mal bei Asus nachgehakt, das Display war ein Asus ROG PG279Q mit sogar 165 Hz, Gsync und WQHD-Auflösung.
        Ich geh mal davon aus, dass da dann noch eine GTX 1080 Ti verbaut war, war schon sehr, sehr flüssig.

        Gruß,
        Phil
      • Von Chukku Software-Overclocker(in)
        AW: Gamescom: Wolfenstein 2 - Gewohnt ruppiger Shooterspaß, auf das nächste Level beschleunigt dank id Tech 6

        Ist eigentlich bekannt, ob die 6te Generation der id Enginge jetzt SLI Unterstützt? Bei DOOM war das ja leider nicht der Fall.. auch wenn es glücklicherweise schon mit Single GPU in UHD vernünftige Bildraten erreichte.

        Zitat von amer_der_erste
        Was ist jetzt bitte 3K?
        Jetzt mal abgesehen davon, dass es für 3K keine offizielle Spezifikation gibt (und so war es von Beyazid ja auch nicht gemeint), bezieht sich 2K/3K/4K/8K usw. halt immer auf die Anzahl der Pixel in der horizontalen Achse.
        2K = ca. 2.000 Pixel = FullHD (1920 x 1080 bzw. streng genommen eigentlich 2048 x 1080)
        4K = ca. 4.000 Pixel = UHD (3840 x 2160 bzw streng genommen eigentlich 4096 x 2160)

        3K wäre also irgendwas mit knapp an die 3000 x (3000 x 9/16).

        Kompliziert wird es erst weil ein Teil der Community (und auch einige Monitorhersteller wie ASUS) der Meinung ist, dass 2K = WQHD = 2560 x 1440 sein sollen... warum auch immer.
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