Windows: Über 175.000 Lizenzschlüssel gestohlen
Bei einem PC-Hersteller soll sich laut Microsoft-Kenner Brad Sams ein Windows-Lizenzdiebstahl im großen Rahmen ereignet haben: Rund 175.000 Windows-Keys sollen nach dem Windows-10-Release auf diese Weise gestohlen und verkauft worden sein. Microsofts Sicherheitsabteilung befindet sich in den Ermittlungen.
Etliche Wochen nach dem Release von Windows 10 wurde jetzt ein wohl schon etwas länger zurückliegender Key-Diebstahl bekannt: Bei der Produktion von PC-System wurden offenbar über 175.000 Keys gestohlen. Folgendes soll sich laut Microsoft-Kenner Brad Sams ereignet haben: Ein PC-Hersteller setzte bei der Fertigung seiner Geräte auf einen Partner in China. Dabei werden auf jedem PC die Windows-Lizenzaufkleber mit dem Lizenzschlüssel angebracht. Als die Geräte vom Band kamen, haben Sams zufolge zwei Mitarbeiter die Schlüssel abgeschrieben.
Die Werksmitarbeiter sollen für jeden Key umgerechnet einen US-Dollar erhalten haben. Der Käufer habe die abgeschriebenen Schlüssel dann zum Ausstellen von gefälschten Echtheitszertifikaten verwendet haben, insgesamt sollen sich dabei 25.000 Keys als nutzlos herausgestellt haben – mutmaßlich aufgrund von Fehlern beim Abschreiben der Keys. Die Ermittlungsarbeiten der Sicherheitsabteilung von Microsoft sind derzeit noch nicht abgeschlossen, Sams rechnet daher zu einem späteren Zeitpunkt auch mit einer offiziellen Stellungnahme seitens Microsoft. Erst dann dürften wir erfahren, um welche Windows-Version es sich handelt.
Interessant ist jedoch die Art und Weise, wie der Diebstahl ans Licht gekommen ist. Microsoft verkauft seinen Partnern die Lizenzschlüssel üblicherweise auf großen Key-Rollen. OEM-Systeme sind üblicherweise bereits ab Werk aktiviert, die Lizenzschlüssel werden daher nur selten benötigt, etwa bei Neuinstallationen des Systems. Die Aktivierungsraten dieser Keyrollen liegen somit meist bei wenigen Prozent. Bei den genannten Key-Rollen lag die Rate offenbar bei knapp 98 Prozent, was in Redmond Aufsehen erregte und die interne Sicherheitsabteilung auf den Schirm rief.

Mal unabhängig vom Diebstahl:
Aber WTF, was für eine Gewinnspanne. Eine Rolle glänzendes Packband, wo jede 5cm 100€ wert sind...
Eine Gelddruckmaschine istn Schei..dre.. dagegen, wie MS hier Geld scheffeln kann. Da sind ja nicht mal Verkaufsboxen / Datenträger von Nöten.
Das es sich lohnt die Keys abzuschreiben. ist immerhin eine Sisyphusarbeit. V.a. wenn man liest bei wie vielen Keys es Fehler gab.
Die meisten Win-Cracks arbeiten nach dem gleichen Prinzip, also dem "vorgauckeln", dass es sich um einen OEM-PC handelt.
Aber mal im Ernst, 175.000 Keys von Hand abzuschreiben? Besitzen die keine Smartphones zum fotografieren/ filmen? Ist ja nicht so, als dass das Abschreiben wirklich viel auffälliger ist - außer die Jungs hatten echt viel Langeweile.
Ähnliches habe ich auch schon hierzulande erlebt, wenngleich im kleineren Umfang.
In dem Betrieb, in dem ich damals gearbeitet habe, wurden zu den produzierten Geräten auch fertige Rechner (z.B. von Dell) dazu gepackt, auf denen natürlich auch Lizenzaufkleber klebten. Wie ein Kollege feststellte, fanden die aber gar keine Verwendung, da das bereits aufgespielte Windows XP auf allen Rechnern mit dem selben Key eingetragen war. Die Keys auf den Aufklebern lagen also tatsächlich brach und wurden alsbald von den Mitarbeitern bei Bedarf aufgeschrieben und privat verwendet.
Wobei sich mir bis heute die Frage stellt, ob das übliche Methode bei den Herstellern ist, ein Image mit einem Key auf alle Rechner zu packen und dann quasi irgendeinen Key pro forma auf den PC zu kleben, oder ob das eigentlich anders gedacht ist.