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  • Lumia 950 XL im Dauer-Test: Gute Hardware mit unfertigem Windows 10 Mobile

    1,5 Jahre nach Nokias Vorstellung des Lumia 930 hat Microsoft die ersten beiden Smartphone-Topmodelle unter eigener Flagge veröffentlicht. Das Lumia 950 XL fällt 0,5 Zoll größer aus als das Lumia 950 und bekommt etwas stärkere Hardware spendiert. PC Games Hardware konnte das Lumia 950 XL drei Wochen lang testen und verewigt seine Erfahrungen hier.

    Microsoft möchte im High-End-Markt für Smartphones mitmischen. Dazu haben die Redmonder zwei Geräte aus der Lumia-900-Reihe veröffentlicht, die auf aktuelle Hardware setzen, ein hochaufgelöstes AMOLED-Display spendiert bekommen haben und nicht mehr so klobig sind wie frühere Lumia-Smartphones unter Nokias Führung. Wir haben das Lumia 950 XL von Notebooksbilliger.de drei Wochen lang zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen und wollen uns an dieser Stelle ein erstes Urteil bilden. Zwei wichtige Randnotizen: Der Autor dieser Zeilen ist seit Jahren Windows-Phone-Nutzer und wird normalerweise von einem Lumia 930 begleitet. Während der drei Wochen musste das dem Lumia 950 XL im alltäglichen Einsatz Platz machen.

    Das Herzstück des Lumia 950 XL bildet Qualcomms Snapdragon 810 mit jeweils vier Cortex-A53- sowie -A57-Kernen im Big.Little-Verbund begleitet von einer Adreno-430-GPU sowie 3 GiByte LPDDR4-Arbeitsspeicher. Das System on a Chip ist bekannt für seine problematische Hitzeentwicklung, weshalb Microsoft wie schon andere Hersteller auf eine Kupfer-Heatpipe ("Liquid Cooling") setzt, welche die Abwärme gleichmäßig auf das Smartphone-Gehäuse verteilen soll. Das bietet mit Ausmaßen von 78,4 × 151,9 × 8,1 mm und einem 5,7 Zoll großem Display großzügig Fläche zum Wärmeabtransport. Der Bildschirm löst übrigens mit WQHD, sprich 2.560 × 1.440 Pixeln, auf und kommt so auf eine Pixeldichte von 515,3 ppi. Softwareseitig setzt Microsoft bereits auf Windows 10 Mobile, obwohl das eigentlich noch gar nicht wirklich fertiggestellt ist.

         Lumia 950 XLLumia 950Lumia 930Lumia 920Lumia 1520
    Betriebssystem    Windows 10 MobileWindows 10 MobileWindows Phone 8Windows Phone 8Windows Phone 8
    Display         
    Größe    5,7 Zoll5,2 Zoll5,0 Zoll4,5 Zoll6,0 Zoll
    Auflösung, Pixeldichte    2.560 × 1.440, 515 ppi2.560 × 1.440, 565 ppi1.920 × 1.080, 441 ppi1.280 × 7681.920 × 1.080, 367 ppi
    Displaytyp    AMOLEDAMOLEDAMOLEDIPSIPS
    SoC         
    Bezeichnung    Snapdragon 810Snapdragon 808Snapdragon 800Snapdragon S4 Plus MSM8960Snapdragon 800
    Fertigung    20 nm     20 nm     28 nm28 nm28 nm
    Kerne, Taktraten    4 × A57 (2,0 GHz)  2 × A57 (2,0 GHz)  4 × Krait (2,2 GHz)2 × Krait (1,5 GHz)4 × Krait (2,2 GHz)
     4 × A53 (1,5 GHz)   4 × A53 (1,5 GHz)      
    GPU    Adreno 430    Adreno 418Adreno 330Adreno 225Adreno 330
    Arbeitsspeicher    3 GiByte    3 GiByte    2 GiByte1 GiByte2 GiByte
    Massenspeicher    32 GByte32 GByte32 GByte32 GByte32 GByte
    Kamera         
    Auflösung (Rück-/Vorderseite)    20,0/5,0 MP20,0/5,0 MP20,0/1,2 MP8,7/1,2 MP20,0/1,2 MP
    Blitz, Blende, Sonstiges    Triple-LED, f/1,9, AFTriple-LED, f/1,9, AFDual-LED, f/2,4, AFLED, f/2,0, AFDual-LED, f/2,4, AF
    Drahtlose Schnittstellen         
    WLAN    802.11 a/b/g/n/ac    802.11 a/b/g/n/ac    802.11 a/b/g/n/ac    802.11 a/b/g/n/ac    802.11 a/b/g/n/ac    
    Bluetooth    4.14.14.04.04.0
    Sonstiges    USB 3.0 Typ CUSB 3.0 Typ C   
    Akku    3.340 mAh3.000 mAh2.420 mAh2.000 mAh3.400 mAh
    Größe (B×H×T)    78,4 × 151,9 × 8,1 mm73,2 × 145 × 8,2 mm71,0 × 137,0 × 9,870,8 × 130,3 × 10,7 mm85,7 × 162,8 × 8,7 mm
    Gewicht    165 g150 g167 g185 g209 g

    Lumia 950 XL Test: Mit Windows 10 Mobile loslegen

          

    Startet man das Smartphone zum ersten Mal, darf man das logischerweise zunächst einrichten. Bei den Einstellungen lohnt sich ein Blick auf die erweiterten Optionen, die zahlreiche datenschutzrelevante Voreinstellungen enthalten. Die kennt man teilweise von der Desktop-Version von Windows 10, darunter die Werbe-ID sowie das Senden von "Eingabe- und Freihanddaten, um die Plattform für Spracherkennung und Vorschläge zu verbessern".

    Sind alle Standard-Apps installiert, darf man sich mit seiner SIM-Pin anmelden - alle nötigen Einstellungen für das Netz werden automatisch vorgenommen. Daraufhin kann man alle gewünschten Konten für Mails, Social Media und Co. einrichten. Nachdem man sich seine Apps im Windows-Store herausgesucht hat, kann man die von der App-Liste (Wischgeste auf dem Startbildschirm von rechts nach links) auf den Startbildschirm setzen (länger auf die jeweilige App drücken.

    Dann geht es auch schon an das Einrichten des Startbildschirm - die mitunter wichtigste Möglichkeit, um sich von Android und iOS abzusetzen. Windows 10 Mobile erlaubt deutlich mehr Designanpassungen als noch Windows Phone 8.1. Unter Einstellungen > Personalisierung > Start kann man sich ein Hintergrundbild aussuchen, das wahlweise in den Kacheln selbst oder auf dem kompletten Bildschirm angezeigt wird. In letzterem Fall kann man bestimmen, wie transparent die Kacheln in welcher Systemfarbe angezeigt werden sollen. Möchte man ein Design wie mit Windows Phone 8.1, kann man sich ein schwarzes Hintergrundbild einrichten und die Kacheltransparenz in der gewünschten Farbe auf 0 Prozent setzen. Der Modus "Hoher Kontrast" kann manuell oder automatisch bei starker Sonneneinstrahlung eingestellt werden und lässt das Lumia 950 XL zu großen Teilen in Schwarz-Weiß erstrahlen, wodurch sich das Display besser ablesen lässt.

    Lumia 950 XL Test: Windows 10 Mobile ist noch nicht fertig

          

    Schon nach wenigen Stunden Nutzung hat sich herausgestellt, dass Windows 10 Mobile alles andere als fertig ist - wohlgemerkt wird es beim Lumia 950 XL, Lumia 950 und Lumia 550 in Form von normal erhältlichen Smartphones ausgeliefert. Ständig wird man mit Fehlern konfrontiert, wie abstürzende Apps, viel zu lange Ladezeiten oder ruckeliges Scrollen, beispielsweise im Edge-Browser. Die Navigationsleiste reagiert häufig mal erst nach der fünften Touch-Eingabe. Links im Edge-Browser lassen sich öfter erst nach mehrmaligem Drücken öffnen.

    Obwohl Windows 10 Mobile mit der Auslieferung auf finalen Smartphones keinen Beta-Status haben dürfte, hat es einen solchen. Microsoft verteilt teilweise sogar die gleichen Builds an Insider sowie Besitzer der neuen Lumias. Die bringen in vielen Aspekten Besserungen, machen das mobile Betriebssystem bis dato aber noch nicht rund. Auch mit dem zuletzt veröffentlichten Build 10586.29 kam es auf unserem Testgerät zu Abstürzen und Freezes, die teilweise nur mit einem Soft-Reset behoben werden konnten. Bei aller Problematik gab es allerdings auch immer wieder Phasen, in denen das Betriebssystem zwei, drei Tage keinerlei Probleme bereitet hat.

    Unschön ist derweil noch das Speichermanagement: Vorhanden sind üppige 3 GiByte LPDDR4-RAM, die momentan allerdings nicht ausgeschöpft werden. Mobile-Spiele genügen sich ohnehin mit deutlich weniger Speicher, Vorteile könnte (!) er aber beim Browser bieten. Dort versäumt es Windows 10 Mobile leider, die geöffneten Tabs zwischenzuspeichern. So haben wir weit über 2 GiByte unbelegt, müssen aber spätestens den dritten Tab immer neu laden. Vorbildlich ist hingegen wie gehabt das Schlaflegen von Apps (über ein Halten der Zurücktaste zu erreichen): Selbst im Hintergrund geöffnete Spiele beanspruchen abgesehen von wenigen MiByte RAM keinerlei Hardware-Ressourcen und wirken sich daher nicht auf den Akkuverbrauch aus.

    Lumia 950 XL: Auslastung bei der Nutzung des Browsers mit acht Tabs. Obwohl noch viel RAM unbelegt ist, werden maximal zwei Tabs zwischengespeichertLumia 950 XL: Auslastung bei der Nutzung des Browsers mit acht Tabs. Obwohl noch viel RAM unbelegt ist, werden maximal zwei Tabs zwischengespeichertQuelle: PC Games HardwareLumia 950 XL: Auslastung beim Spiel 'Bloons TD Battles' im Mid-Game. Nach dem 'Schlafenlegen' (Beenden durch Starttaste) werden keine nennenswerten Hardware-Ressourcen mehr verbrauchtLumia 950 XL: Auslastung beim Spiel "Bloons TD Battles" im Mid-Game. Nach dem "Schlafenlegen" (Beenden durch Starttaste) werden keine nennenswerten Hardware-Ressourcen mehr verbrauchtQuelle: PC Games Hardware

    Lumia 950 XL Test: Die Hardware passt

          

    Schon beim ersten Einschalten hat uns das AMOLED-Display des Lumia 950 XL umgehauen. Die (über die Optionen anpassbare) Farbdarstellung ist ab Werk sehr gut, mit einer Pixeldichte von 515,3 ppi bei einer Auflösung von 2.560 × 1.440 Bildpunkten lassen sich einzelne Pixel auch beim besten Willen nicht ausfindig machen. Die persönliche Meinung des Testers: Ein stromsparenderes 1080p-Display hätte es wahrscheinlich auch getan, das käme beim Marketing aber wohl nicht so gut an. Gegenüber dem Lumia 930 gibt es jedenfalls sichtliche Verbesserungen, wobei Letzteres zu einer schwankenden Display-Qualität geneigt haben soll und wir schlichtweg ein schlechteres Modell besitzen könnten.

    Lumia 950 XL: Der Glance-Screen mit Uhrzeit, Datum und verpassten Nachrichten/MailsLumia 950 XL: Der Glance-Screen mit Uhrzeit, Datum und verpassten Nachrichten/MailsQuelle: PC Games HardwareWieder an Bord ist übrigens der überaus praktische Glance-Screen, zu deutsch Blick. Wenn das Smartphone frei herumliegt, werden Uhrzeit, auf Wunsch das Datum und ungelesene Nachrichten/Mails beziehungsweise verpasste Anrufe in einer niedrigeren Auflösung angezeigt. Da der Großteil der Pixel schwarz bleibt und dank OLED-Technik somit keinen Strom verbraucht, hält sich der zusätzliche Energiebedarf durch Glance in Grenzen. Sobald sich etwas über dem Näherungssensor befindet, geht das Display komplett aus. Eine durchsichtige Folie reicht dazu bereits aus. Der Vorteil: Man muss nicht mehr das Smartphone aus dem Schlaf wecken, wenn man nachguckt, ob man Nachrichten bekommen hat.

    Der Snapdragon 810 mit den 3 GiByte LPDDR4-RAM ist im Alltag nicht allzu süffig, sodass es während unserer Testzeit bei mäßiger Nutzung für zwei Tage Betrieb ohne Akkuaufladung gereicht hat. Spielt man häufiger Mal oder guckt vermehrt Youtube-Videos, sollte es in jedem Fall für einen kompletten Tag reichen. Künftige Updates könnten die Laufzeiten zudem noch verbessern, wie schon der Build 10586.29 gegenüber .00 gezeigt hat.

    Die Heatpipe hält derweil, was sie verspricht. Die Abwärme des Snapdragon 810 wird gut auf das Smartphone-Gehäuse verteilt, sodass es auch nach längerer Spielelast nicht unangenehm warm wird. Die Disziplin beherrscht das Lumia 950 XL sogar besser als das 930er, das mit seinem Snapdragon 800 vor allem am Metallrahmen gerne mal heiß wird. Während des Tests gab es nur eine einzige Ausnahme, bei dem das Lumia 950 XL beim Spielen sehr unangenehm heiß wurde - wir vermuten, dass die Cortex-A57-Kernen fälschlicherweise hoch getaktet wurden.

    Lumia 950 XL Test: Kamera

          

    Ebenfalls für einen Wow-Effekt sorgte die Kamera des Lumia 950 XL, die vor allem im Zusammenspiel mit Windows 10 Mobile ihre Stärken auszuspielen weiß. Der 20-Megapixel-Sensor hat eine feste Brennweite von 26 mm bei einer f/1.9-Blende, womit sich die Hauptkamera vor allem für ordentliche Makro-Schnappschüsse beziehungsweise Aufnahmen mit Bokeh eignet. Zum ersten Mal hatte der Autor Spaß daran, einfach mal so die Kamera zu nutzen.

    Die Standard-Kamera-App erlaubt neben einem Automatikmodus auch das manuelle Einstellen des Weißabgleichs, Fokus, der ISO sowie Verschlusszeit. Stellt man über den Zauberstab oben die "erweiterte Aufnahme" an, wird das Bild nach der Aufnahme nach einem Algorithmus nachbearbeitet, der wesentlich besser arbeitet als noch bei Windows Phone 8.1. In geschätzt 95 Prozent aller Fälle kann sich das Ergebnis mit dem Post-Processing sehen lassen, wenn auch die Farben dadurch teilweise verfälscht werden. Nettes Gimmick: Die Intensität des dreifarbigen LED-Blitzes lässt sich nach der Aufnahme noch einstellen.
    Lumia 950 XL: Der Blitz lässt sich mit Windows 10 Mobile nachträglich einstellenLumia 950 XL: Der Blitz lässt sich mit Windows 10 Mobile nachträglich einstellenQuelle: PC Games HardwareIn der nachfolgenden Bildergalerie finden Sie einige Aufnahmen, darunter Tag- und Nacht- sowie Makro-Bilder. Zusätzlich gibt es einige Vergleiche mit dem Lumia 930. Leider wurde der "letzte Feinschliff" beim Lumia 950 XL meistens auch dann angewendet, obwohl die "erweiterte Aufnahme" ausgeschaltet war. Wir haben daher bei beiden Smartphones das automatische Post-Processing an gelassen.

    Lumia 950 XL Test: Haptik

          

    Microsoft geht beim Design des Lumia 950 und Lumia 950 XL neue Wege. Nachdem Lumia-Fans ursprünglich die schrillen, robusten Kunststoffgehäuse liebten, setzte Nokia ab dem Lumia 830 und 925 auf Aluminiumrahmen gepaart mit einer bunten Kunststoffrückseite - bei Android- und iOS-Verfechtern sorgte das nicht selten über spöttische Ausrufe mit Lego-Vergleichen. Das Lumia 950 (XL) ist mit 8,1 mm Dicke und einem Gewicht von 165 g deutlich schlanker geworden, wobei das XL-Modell trotz 5,7 Zoll leichter ist als das Lumia 920 mit 4,5 Zoll (185 g) und das Lumia 930 mit 5,0 (167 g).
    Nokia- und Microsoft-Designs: Lumia 920 (links), Lumia 930 (mitte) und Lumia 950 XL (rechts)Nokia- und Microsoft-Designs: Lumia 920 (links), Lumia 930 (mitte) und Lumia 950 XL (rechts)Quelle: PC Games HardwareZum ersten Mal kommt ein High-End-Lumia zudem mit einem wechselbaren Akku und einer Unterstützung für Micro-SD-Karten daher. Dazu lässt sich fast das komplette Gehäuse abnehmen. Nachteil: Microsoft setzt dafür ausschließlich auf Kunststoff. Was viele als No-Go erachten, sehen wir weder als positiv noch als negativ an. Unserer Meinung nach fühlt sich das Lumia 950 XL gut in der Hand an, die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Zum ersten Mal gibt es übrigens keinen winzigen Spalt zwischen Frontglas und Umrandung - das Lumia 930 und 920 neigten da immer, zum Staubfänger zu mutieren.

    Lumia 950 XL geöffnet (1)Lumia 950 XL geöffnet (1)Quelle: PC Games HardwareProblematisch ist allerdings der Öffnungsmechanismus beim Lumia 950 XL: Das Kunststoffgehäuse wird unten Lumia 950 XL geöffnet (2)Lumia 950 XL geöffnet (2)Quelle: PC Games Hardwareangehoben, um es dann abzuziehen. Nach mehreren Malen Öffnen verzieht sich das Gehäuse minimal, sodass es bei Druck auf den unteren Rand anfängt zu knarzen. Sichtbar ist der Spalt kaum, auch hält man das Smartphone selten so, dass es im Alltag tatsächlich knarzt - bei einem 700-Euro-Gerät stört die Möglichkeit aber allemal. Zudem sorgt die Erhöhung an der Kamera dafür, dass nur etwa das untere Drittel der Rückseite aufliegt, wenn man das Lumia 950 XL auf eine ebene Fläche legt. An der Kante, an der das Handy keinen Kontakt mehr zur Unterlage hat, kommt es zu vielen kleinen Kratzern, die nach wenigen Tagen schon sichtbar sind. Durch das zuvor angesprochene Verziehen versetzt sich die "Linie" weiter nach unten. Immerhin: Beide Probleme sollten sich mit einem alternativen Cover von Mozo lösen lassen. Das dann allerdings wieder mit einem Preis von mindestens 30 Euro.

    Gewöhnunsbedürftig sind die On-Screen-Tasten, wenn man von einem Lumia 930/920 kommt. Die Navigationsleiste wird auf dem Display eingeblendet, lässt sich in den meisten Fällen aber immerhin durch eine Wischgeste nach oben ausblenden. Spiele und Videos beispielsweise lassen sich so in der vollen Diagonale genießen. Ebenso gewöhnungsbedürftig ist die Positionierung des Power-Schalters zwischen den Lautstärketasten, weshalb wir zu Beginn nicht immer direkt die gewünschte Taste getroffen haben. Der dedizierte Kameraknopf bleibt zum Glück der Nutzer hingegen erhalten. Da die Schalter nur am Gehäuse befestigt, nicht aber fest mit der eigentlichen Mechanik verbunden sind, wackeln diese etwas, haben aber einen guten Druckpunkt.

    Lumia 950 XL Test: Fazit

          

    Grundsätzlich hat uns Microsofts Smartphone-Flaggschiff während der dreiwöchigen Nutzung gut gefallen. Mit den 5,7 Zoll konnten wir uns schell anfreunden - natürlich ist die Größe Geschmackssache -, abseits der vielen Fehler hat das Lumia 950 XL Spaß gemacht. Nach zwei Wochen konnten wir das Gerät auch so in der Hand jonglieren, dass wir es mit einer einzelnen gut nutzen konnten. Die Verarbeitung ist "out of the Box" gut, das Verziehen des Gehäuses durch mehrmaliges Öffnen dürfte viele aber stören.

    Letztendlich ist es aktuell aber schwer, einen großen Markt für das Lumia 950 XL sowie Lumia 950 ausfindig zu machen. Für Besitzer eines Lumia 930 wären das größere, bessere AMOLED-Display bei etwa gleichem Gewicht sowie die nochmals verbesserte Kamera ein Pro-Argument, allerdings wäre das Upgrade mit rund 670 Euro alles andere als günstig. Bei Besitzern eines kleineren Lumias, die schon von Windows Phone 8.1 überzeugt wurden, könnte sich das Aufrüsten schon eher rentieren, da man dann direkt die deutlich leistungsstärkere Hardware bekommt.

    Für Neueinsteiger in Microsofts Mobile-Welt, die ein Rundumsorglospaket haben wollen, ist das Lumia 950 (XL) noch (!) in keinem Fall empfehlenswert. Was sich die Redmonder mit der Auslieferung eines "finalen Beta-Builds" von Windows 10 Mobile gedacht haben, ist uns schleierhaft. Viel zu viele Interessenten könnten durch die zahlreichen Fehler und Probleme abgeschreckt werden, obwohl die Basis wirklich viel Potenzial hat. Verglichen mit Windows Phone 8.1 wurden in Windows 10 Mobile viele kleine Stellschrauben sinnvoll verbessert und erweitert. Wer einen Blick auf das Lumia 950 (XL) geworfen hat, sollte daher noch schauen, was die nächsten Wochen bringen.

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Lumia 950 XL im Dauer-Test: Gute Hardware mit unfertigem Windows 10 Mobile
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http://www.pcgameshardware.de/Windows-10-Mobile-Software-261143/Tests/Lumia-950-XL-Test-1182268/
10.01.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/01/Lumia_950_XL_Schnappschuesse__3_-pcgh_b2teaser_169.jpg
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