Wasserkühlung: Pumpenleistung im Parallel-Kreislauf? Der Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird. Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenPCGH-Leser Jan G. hat seinen CPU-Kühler sowie den Grafikkartenkühler in seinem Kreislauf parallel eingebunden und ist mit der Kühlleistung nicht zufrieden. Würde eine leistungsfähigere Pumpe das Problem lösen?
Der Leserbrief:
"Leider habe ich in meinem System Probleme mit der Kühlung der CPU FX-9590 (220 Watt TDP) bei einer parallelen Konfiguration und mit einer Eheim 1048 sowie einer R9 290 mit Alphacool NexXxos GPX 290 M01. Bitte wiederholen Sie den Pumpen-Praxistest auch einmal mit einer parallelen Konfiguration.
Super wäre auch, wenn Sie es mal mit Öl anstatt Wasser probieren würden sowie sehr starken Pumpen, insbesondere Pumpen ab 3m Höhenüberwindung die auch Luft pumpen können und trockenlauffähig sind. Die Reihenfolge der Komponenten (CPU und GPU) kann bei AMD-Systemen bzw. bei Komponenten mit niedriger Maximaltemperatur Probleme bereiten. 60°C T-Max. ist ja leider nicht besonders viel."
Die Antwort von Torsten Vogel (Fachbereich Wasserkühlung):
"Bei einer Parallelschaltung grundverschiedener CPU- und GPU-Kühler ist es beinahe unvermeidbar, dass der Durchfluss im Kühlkörper mit dem höheren Gesamtwiderstand auf einen Bruchteil zusammenbricht. Ich rate grundsätzlich von solchen Konfigurationen ab. Man kann zwar mit einer stark überdimensionierten Pumpe (die Eheim Universal 600 zählt nicht dazu) für ausreichende Wasserbewegung auch im restriktiveren Kühler sorgen, die gleiche Pumpleistung würde aber auch Temperaturunterschiede entlang eines seriellen Kreislaufes auf nahe 0 senken, so dass diese Konfiguration bei unterschiedlichen Kühlern immer vorzuziehen ist. Unter bestimmten Bedingungen bringt es leichte Vorteile, wenn die CPU vor der hitzeunempfindlicheren GPU platziert wird, in Ihrem Fall würde ich aber maximal mit 5 Kelvin Unterschied rechnen, wenn keine Verstopfungen vorliegen.
Trockenlauffähige oder gar für Gase geeignete Pumpen gibt es am Wasserkühlungsmarkt nicht und mir wäre auch außerhalb desselben kein einziges Modell bekannt, das für einen PC-Einsatz in Frage käme (Preis, Abmessungen, Stromversorgung, Leistung und vor allem Lautheit). Entsprechende Tests sind somit nicht zu erwarten. Wasserkühlungspumpen mit einer Förderhöhe über drei Metern sind dagegen fester Bestandteil unserer Marktübersichten. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir nur begrenzte Ressourcen für Einzelaspekte des Nischenthemas Wasserkühlung aufbringen können und dass gerade das beinahe statische Pumpenangebot nur selten eine neue Marktübersicht erforderlich macht. Unsere letzte ist weiterhin als Teil des digitalen Sonderheftes (http://www.pcgameshardware.de/PC-Games-Hardware-Brands-18366/News/Wasserkuehlung-2016-1209753/) erhältlich und deckt nahezu alle aktuell beliebten Pumpentypen ab. Weitere Modelle sind mit Geräuschmessungen im ebenfalls enthaltenen Wasserkühlungs-Komplett-Kit-Test vertreten."
Leserbriefe können Sie an leserpost@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.
Kommentare (37)
Zur Diskussion im Forum-
Von Duke711 Freizeitschrauber(in)AW: Wasserkühlung: Pumpenleistung im Parallel-Kreislauf? Der Leserbrief der Woche
Oder einfach zwei Pumpen in Reihe verbauen, beide gedrosselt. Hoher Durchfluss (die gewünschten 100 - 125 L/h) bei minimaler Geräuschkulisse.
Oder einfach zwei Pumpen in Reihe verbauen, beide gedrosselt. Hoher Durchfluss (die gewünschten 100 - 125 L/h) bei minimaler Geräuschkulisse.
Das kommt doch von diesen Hard Tube Trotteln
Totaaal anders, totaaal cool.
Ich hatte in meinem ersten System mal eine Weile (ca. 6 Monate) die beiden 980Tis parallel laufen.
Später dann auf seriell umgestellt.
Unterschied (bei gleicher Pumpenleistung):
gar keiner.... in beiden Fällen war die obere GPU 2° wärmer, als die untere.. und da sprechen wir von 300W pro Komponente.
Zumindest bei zwei gleichartigen Kühlblöcken halte ich die Diskussion daher für müßig.
Parallel sieht irgendwie cooler aus. Dafür handelt man sich das Risiko ein, dass der Volumenstrom sich bei minimalen Verstopfungen ungleichmässig verteilen kann.
Ich bin kein Freund von superhohen Durchflussmengen. Ich komm in meinem Setup auf "nur" 70l/h und merke ein deutliches Ungleichgewicht der Temperaturen. Ich messe nach dem Radiator (der ist extern und hat 6x120m²), zwischen GPU und CPU, nach der CPU und vor dem Radiator. Bei extremer Belastung ist ein Unterschied von 4-5° zwischen Eingang und Ausgang am Radiator messbar. Was aber auch ok ist.
Wenn man das Wasser schneller laufen lässt, würde die Temperaturdifferenz zwar kleiner sein, die absoluten Werte aber immer noch irgendwo zwischen den beiden Werte liegen, die ich heute habe. Außer, dass die Pumpe mehr Lärm machen würde, sehe ich also keinen Vorteil davon.
@Grestorn
Auch das mit den Temperaturen ist ein Trugschluss. Wenn die Pumpe ausreichend dimensioniert ist dann haben die Komponten bei einer parallelen Anströmung zwar die gleiche Temperatur, durch den geringeren Durchfluss gegenüber einer seriellen Anströmung, ist die Temperatur aber insgesamt höher. D.h. man hat im Endeffekt die Temperatur zwar angeglichen, aber auch eben auf ein höheres Niveau gehoben und zwar ungefähr auf den der heißeren Komponente bei einer Reihenschaltung. Ausreichend dimensioniert bedeutet, dass der Temperaturunterschied < 3 K bei einer Reihenschaltung sein sollte.