Wasserkühlungs-Mythos überprüft: Wie stark muss die Pumpe sein?

"Ist diese Pumpe auch stark genug?" fragt fast jeder bei der Zusammenstellung einer Wasserkühlung. Die Antworten bestehen meist aus Vorurteilen und Faustregeln, deren Ursprung niemand kennt. Zeit für einen objektiven Test, wieviel Kühlkörper eine typische Pumpe tatsächlich bewältigen kann.

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Im Vergleich zu vielen anderen Kreiselpumpen ist die Lowara DDC auf eine hohe Förderhöhe optimiert. Trotzdem kann sie in einer Wasserkühlung nicht annähernd ihren maximalen Durchfluss erbringen.
Quelle: Lowara

Wer vor der Hitzewelle nicht ins kühle Nass der nächstgelegenen Badestelle flüchtet, sondern fleißig weiter spielt, denkt oftmals darüber nach, stattdessen seiner Hardware eine feuchte Abkühlung zu spendieren. Jedes Jahr im Hochsommer bitten zahlreiche neue Wasserkühlungsinteressenten in den einschlägigen Foren um Hilfe bei der Zusammenstellung eines modularen Kreislaufes. Während hierbei meist zahlreiche Tests für Radiatoren und Kühler zu Rate gezogen werden, gehen die Empfehlungen zur Pumpenleistung fast immer auf subjektive Schätzungen zurück. Erfahrungswerte mit tatsächlich zu schwachen Pumpen fehlen dagegen und so florieren Mythen über die tatsächlichen Mindestanforderungen. Zeit für einen Test.

Mythos Pumpleistung: Worum geht es?

Um die Bedeutung der Frage zu verstehen, muss man Vor- und Nachteile einer höheren Pumpleistung betrachten. Letztere sind offensichtlich: Eine stärkere Pumpe ist in der Regel teurer, voluminöser und/oder vor allem deutlich lauter, als ein schwächeres Modell. Die Vorteile sind weniger offensichtlich, denn die Pumpe selbst trägt nicht zur Wärmeabgabe an die Umgebung bei; auch "Wasserbewegung" ist kein Selbstzweck.

Vielmehr geht es beim Durchfluss zum einen um den Wärmetransport im Kreislauf. Fließt das Wasser schneller, verteilt sich die in einem bestimmten Zeitraum anfallende Wärme auf eine größere Menge durchströmendes Wasser und diese heizt sich weniger stark auf. Umgekehrt hat das schnell strömende Wasser später im Radiator auch weniger Zeit, sich abzukühlen, so dass Durchschnittstemperatur und Kühlleistung nicht beeinflusst werden. Die Temperaturdifferenz zwischen kältestem und wärmsten Punkt im Kreislauf sinkt aber, was später bei der Interpretation von Testergebnissen eine Rolle spielen wird.

Mythos Pumpenleistung: Exkurs in Hydrodynamik

In viele CPU-Kühlern und auch in eingen GPU-Kühlern erzwingen enge Schlitze eine höhere Strömungsgeschwindigkeit unmittelbar vor der kühlstruktur Quelle: PC Games Hardware In viele CPU-Kühlern und auch in eingen GPU-Kühlern erzwingen enge Schlitze eine höhere Strömungsgeschwindigkeit unmittelbar vor der kühlstruktur Zum anderen hängt auch die Leistung der Kühlkörper vom Durchfluss ab. Grund hierfür ist das Phänomen der Grenzschichtbildung: Bei einer laminaren Strömung stehen die Wassermoleküle, die unmittelbaren Kontakt zum Metall des Kühlers haben, quasi still. Erst in einem gewissen Abstand zur Wand steigt die Fließgeschwindigkeit, die Hauptwärmeabfuhr findet erst im Zentrum des Kühlkanals statt. Um dorthin zu gelangen, muss die Wärme die Grenzschicht aus stehendem Wasser überwinden - und im Vergleich zu Kupfer ist Wasser ein ziemlich schlechter Wärmeleiter.

In Kühlkörpern strebt man deswegen eine turbulente Strömung an, deren Verwirbelungen die Schichtung aufbrechen. Die Mittel hierzu sind vielfältig und umfassen zum Beispiel verschiedene "Düsen"-Strukturen und speziell geformte Kühlkanäle. Allen Methoden sind aber zwei Dinge gemeinsam: Sie erreichen mehr Bewegung im Wasser und sie erhöhen den Widerstand des Kühlers. Genau diese beiden Parameter, Wasserdurchsatz und der zu überwindende Widerstand, definieren auch die Leistungsanforderungen an beziehungsweise die Leistung einer Pumpe.

Mythos Pumpenleistung: Herstellerangaben verstehen

Im Vergleich zu vielen anderen Kreiselpumpen ist die Lowara DDC auf eine hohe Förderhöhe optimiert. Trotzdem kann sie in einer Wasserkühlung nicht annähernd ihren maximalen Durchfluss erbringen. Quelle: Lowara Im Vergleich zu vielen anderen Kreiselpumpen ist die Lowara DDC auf eine hohe Förderhöhe optimiert. Trotzdem kann sie in einer Wasserkühlung nicht annähernd ihren maximalen Durchfluss erbringen. Seitens der Hersteller werden sie über eine "Förderhöhe" und ein "maximales Fördervolumen" angegeben. Anfängern fällt insbesondere die zweite, höhere Angabe ins Auge, aber was sagen einem diese Werte? Technisch betrachtet handelt es sich um die beiden Extremwerte einer Leistungskennlinie aus Druck-Durchfluss-Beziehungen. Bauartbedingt hat eine Kreiselpumpe nämlich keinen festen Durchsatz. Vielmehr drückt sie permanent Wasser in Richtung Auslass - ob beziehungsweise wie viel Wasser dort auch herauskommt, hängt vom Gegendruck im Kreislauf ab. Die Extremwerte sind das maximale Fördervolumen (Durchsatz ohne Gegendruck) und die maximale Förderhöhe (Druckaufbau gegen einen unendlichen Widerstand, also gar kein Durchfluss). Für Wasserkühlungskreisläufe sollte man sich dabei eher am druck- denn durchsatzseitigem Ende der Pumpenkennlinie orientieren.

Mythos Pumpenleistung: Die Praxis

Was kann man nun in der Realität an der Pumpenkennline ablesen (wenn der Hersteller denn eine angibt)? Meist gar nichts. Denn nicht nur der gelieferte Durchfluss hängt vom Druckaufbau ab, den die Pumpe erbringen soll. Auch der Gegendruck des Kreislaufes, den sie damit überwinden soll, ist vom Durchfluss abhängig - schneller fließendes Wasser erzeugt eben mehr Reibung, ganz langsam fließendes so gut wie keine. (Wer es nicht glaubt, sticht mit einer dünnen Nadel ein Loch in einen gefüllten Pappbecher. Obwohl die Öffnung viel enger ist als ein Wasserkühler, läuft der Becher langsam aus - ganz ohne Pumpe.)

Beide Relationen sind zudem nicht linear und interagieren gegenläufig. Ein höherer Widerstand und damit Gegendruck senkt den Durchfluss, dadurch sinkt aber wiederum der Gegendruck. Das System pendelt sich auf einem niedrigeren Wert ein - aber nicht so niedrig, wie man nach einfachen Überschlagsrechnungen annehmen würde. Um das zu verdeutlichen und zu überprüfen, haben wir den Praxistest gemacht.

Mythos Pumpenleistung: Der Testaufbau

Der Einsatz realer Kühlkörper anstelle beispielsweise eines Absperrhahns zur Erzeugung von Widerstand stellt einen Praxisbezug unserer Messungen her. Die Kühleranzahl macht ihn wieder zunichte ;-) Quelle: PC Games Hardware Der Einsatz realer Kühlkörper anstelle beispielsweise eines Absperrhahns zur Erzeugung von Widerstand stellt einen Praxisbezug unserer Messungen her. Die Kühleranzahl macht ihn wieder zunichte ;-) Herzstück des Kreislaufes ist eine Aquastream XT. Die beliebte Pumpe betreiben wir mit 50 Hz (3000 U/min), der niedrigsten wählbaren Einstellung. Damit entspricht die Leistung derjenigen des Eheim-1046-Basismodells und kann auf andere Produkte übertragen werden; die Lautheit bleibt auf einem sehr niedrigen Wert. Wo, wenn nicht in Ultra-Silent-Konfigurationen läuft man Gefahr, zu wenig Leistung zu haben?

Zur Messung der Kühlleistung ergänzen wir den Kreislauf um eine wassergekühlte Radeon R9 290 (ausgelastet mittels Furmark) und der 150-W-TDP-CPU aus unserem Luftkühler-Testsystem (Xeon E5-2687W, 7 von 8 Sandy-Bridge-Kernen mit Core Damage ausgelastet), den wir ebenfalls mit einem Wasserkühler versehen. Abgegeben wird die Wärme von einem 3×120-mm-Radiator, uns interessiert aber vor allem die Leistung der Kühlkörper und der Pumpe: Wird die Kühlleistung bei sinkendem Durchfluss erhalten bleiben? Wie kommt die Pumpe mit zusätzlichem Widerstand klar?

Um Letzteres zu testen, reduzieren wir den Durchfluss nicht über eine Steuerung der Pumpe oder über künstliche Beschränkungen, sondern über zusätzliche Kühlkörper. Durch die Einbindung von zwei weiteren Grafikkartenkühlern simulieren wir den Widerstand eines Triple-GPU-Systems; da wir aber weiterhin nur eine Karte tatsächlich betreiben, sind die Temperaturmessungen direkt vergleichbar. Mit diesem High-End-System ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, zusätzlich simulieren wir den hypothetischen Extrem-Fall mit bis zu neun CPU- und GPU-Kühlkörpern im Kreislauf. Wie die Silent-Pumpe damit wohl zurechtkommt?

Mythos Pumpenleistung: Die Ergebnisse

Die klare Antwort: Ausreichend. Das liegt weniger daran, dass sich Pumpen nicht an zusätzlichen Kühlern im Kreislauf stören würden, im Gegenteil. Ausgehend von 73 l/h senken zwei zusätzliche GPU-Kühler den Durchfluss deutlich auf 55 l/h. Weitere Strömungshindernisse wirken sich zwar weniger stark aus, da der zusätzliche Anstieg relativ zum schon vorhandenen Widerstand nicht mehr so groß ausfällt. In unserem Extrem-Szenario verbleiben trotzdem nur 35 l/h - nicht einmal die Hälfte des Ausgangsszenarios und deutlich weniger als die 60 l/h Minimalempfehlung, die in vielen Foren kursiert.

Trotzdem genügt diese Pumpenleistung, denn die Kühlkörper reagieren kaum auf den gesenkten Durchfluss. Auf der CPU messen wir ein Kelvin höhere Temperaturen im Szenario mit vier statt zwei Kühlkörpern im Kreislauf, auf der GPU in beiden Fällen die gleiche Temperatur. Selbst in unserem Extremfall steigt der Wert für die CPU-Wasserdifferenztemperatur nur um 2,7 K, der für die GPU sinkt gar um 0,1 K. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich mit der oben erwähnten Temperaturverteilung im Kreislauf erklären: Im Extremszenario liegt die Temperatur des Wassers, das in den Grafikkartenkühler fließt, 3,7 K unter der durchschnittlichen Wassertemperatur, im Szenario mit zwei Kühlern beträgt die Abweichung nur 2,2 K. Der CPU-Kühler leidet bei geringem Durchfluss dagegen unter dem stärker vorgewärmten Wasser aus dem GPU-Kühler, was den Verlust an Kühlleistung betont. Eine grobe Korrektur auf Grundlage der erzeugten Wärme ergibt 0,4 K Kühlleistungsverlust am CPU-Kühler und 0,1 K Verlust auf der GPU, wenn sich vier statt zwei Kühler im Kreislauf befinden.

Mythos Pumpenleistung: Fazit

Die Temperaturunterschiede zeigen es deutlich: Pumpen- und Kühlleistung korrelieren nur theoretisch. In der Praxis sind selbst Ultra-Silent-Pumpen so stark, dass man vier PCs mit einer Pumpe kühlen könnte. "Zur Sicherheit ein Bisschen mehr" ist beim Pumpenkauf also eine überflüssige Vorsichtsmaßnahme, Besitzer von Hochleistungsmodellen können die oft vorhandenen Regelmöglichkeiten getrost für eine Absenkung der Lautstärke nutzen.

Eine detailliertere Betrachtung der Kühler-Pumpen-Interaktion mit weiteren Szenarien und einer detaillierten Analyse der einhergehende Förderhöhen/-drücke finden Sie in der kommenden PCGH 09/2015 (EVT 5.8.), ausführliche Informationen zu Wasserkühlern, Radiatoren und Pumpen in unserem aktuellen Sonderheft Wasserkühlung.

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    • Kommentare (39)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von lord_mogul Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Komponenten nicht zwingend die angegebene TDP erreichen.
        Mein alternder i5 hat eine TDP von 77W, aber trotz OC kommt der selten auf 70W, selbst in synthetischen Tests.
        Die 1060 erreicht selbst unter FurMark nur knapp 60-65% ihrer TDP.

        Also die ganze 440W TDP vs 345W Ableitung Frage zur Hardware im Video ist im Grunde theoretisch.
        Sandy Bridge war ja eher konservativ mit der TDP und kommt da selbst mit OC nicht zwingend ran, der Xeon im Test hatte ja noch nicht mal OC, Ich würde also statt 150W TDP eher 100-120W tatsächliche Abwärme annehmen. Die Grafikkarte eher 230-260W in tatsächlicher Nutzung.
        Das liegt dann also eher bei 330-380W tatsächlicher Wärme im Kreislauf, was hervorragend die berechneten 345W abdeckt. Ich würde also behaupten es gibt gar keine 95W die irgendwo "verschwinden" und nicht gekühlt werden.
      • Von lord_mogul Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Komponenten nicht zwingend die angegebene TDP erreichen.
        Mein alternder i5 hat eine TDP von 77W, aber trotz OC kommt der selten auf 70W, selbst in synthetischen Tests.
        Die 1060 erreicht selbst unter FurMark nur knapp 60-65% ihrer TDP.

        Also die ganze 440W TDP vs 345W Ableitung Frage zur Hardware im Video ist im Grunde theoretisch.
        Sandy Bridge war ja eher konservativ mit der TDP und kommt da selbst mit OC nicht zwingend ran, der Xeon im Test hatte ja noch nicht mal OC, Ich würde also statt 150W TDP eher 100-120W tatsächliche Abwärme annehmen. Die Grafikkarte eher 230-260W in tatsächlicher Nutzung.
        Das liegt dann also eher bei 330-380W tatsächlicher Wärme im Kreislauf, was hervorragend die berechneten 345W abdeckt. Ich würde also behaupten es gibt gar keine 95W die irgendwo "verschwinden" und nicht gekühlt werden.
      • Von Duke711 Freizeitschrauber(in)
        Sechs Jahre später könnt ihr diesen Mythos nun selbst überprüfen:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von just4fun4fun Schraubenverwechsler(in)
        nuja
        Zitat von teedeedee
        Naja, ein externer Radiator ist ja gerade der Punkt bei einer Wasserkühlung. Ein interner Radiator ist doch Quatsch.
        Sinn und Zweck der Sache ist gerade, mit möglichst wenig Geräusch möglichst viel Wärme weg zu bekommen. Und weg bedeutet eben nicht nur "weg von der CPU", sondern auch "raus".

        Wärme abtransportieren funktioniert umso besser, je größer die Temperaturdifferenz ist (... und andere Faktoren, die aber vom Build abhängen und Konstanten sind). Volumen eines Case ist ca. 0.5-0.6 m3, hingegen Volumen des Zimmers eher so 40-60m3, je nachdem. Sprich, in etwa das Hundertfache.
        Demnach steigt die Temperatur im Zimmer bei gleicher Heizquelle nur um 1/100, also im Grunde gar nicht. Im Case sieht das ganz anders aus.
        Ob es nun im Case 20°C oder 40°C hat, macht für Komponenten schon einen recht deutlichen Unterschied. Wenn irgendein Chip, Kondensator, Spannungsregler, oder was auch immer, z.B. eine Temperatur von 60°C hat, dann ist die Differenz zu 40°C halb so groß wie zu 20°C, d.h. es wird nur noch die halbe Menge Energie abgeführt, der Rest heizt das Bauteil weiter auf. Wenn die Luft 60°C erreicht, kann es gar nicht mehr gekühlt werden.

        Normalerweise hat man im Computer richtig fette Lüfter, die kräftig und laut blasen, so entstehen solche Bedingungen natürlich nicht. Aber gerade das will man bei einer Wasserkühlung ja nicht haben. Da ist es dann schon echt ungünstig, wenn summa summarum knapp 150W "übrig bleiben". Für so ein kleines Luftvolumen ist das ganz schön viel Heizung.

        Ob da jetzt letztlich 10% Messungenauigkeit drin stecken, ist eher irrelevant, denn 135W oder 165W ist im Endeffekt dasselbe, das macht im Dauerbetrieb im Grunde keinen Unterschied, das Ergebnis tritt dann halt 10 Minuten später ein.
        =DDDD...

        ok liebe User... lasst euch von solchen Posts (siehe oben) nicht verunsichern... hier reden
        Leute von Sachen die sie offensichtlich noch NIE gemacht haben... noch nichtmal durchdacht haben...
        es ist am Ende alles kein Hexenwerk....

        zur Erklärung an teedeedee...

        ohne jetzt auf die Details eingehen zu wollen...
        dein Case hat wieviel Volumen ??? 0,5 - 0,6 m³ ??? was hast du da zusammengebaut...
        ein Case mit dem Volumen von 2 Badewannen …
        vielleicht 1/10 von dem was du dort diskutierst... dann liegst du richtig

        abseits davon.... ein interner Radiator ist Quatsch ? --> was glaubst du was ein Radiator ist ? nen Kühlkörper
        der irgendwo rumliegt und Wärme abstrahlt ??

        ein Radiator funktioniert maßgeblich über Anströmung... die holt man sich durch... Lüfter, genau...
        wo geht denn der warme Luftstrom hin... üblicherweise aus dem Gehäuse raus....
        wo kommt die Luft vorher her ?.... durch die Öffnungen im Gehäuse (im Zweifel unterstützt durch einen Gehäuselüfter) … (aber da gibt's 1000e Pihilosophien)

        bedeutet... die warme Luft geht raus wenn man weiss was man macht... und die kühle Luft von außen zieht vorher durchs
        Gehäuse und kühlt den Rest ein bisle mit... wer bei ner vollen Custom WaKü von > 40° Innentemperatur redet... der sollte sich
        nächstes mal beraten lassen...

        also nur mal als Beispiel...:

        ich hab gerade mein Projekt abgeschlossen...

        Volles Custom Wakü mit 2x maximalem Wärmeproduzent...

        9900k @ 5,0 GHz (Heatkiller IV) --> der liefert unter Prime 95 ca. 250 Watt Abwärme
        MSI 3080 Suprim X (EKWB - Quantum Vector) --> läuft mit 430 !! Watt Abwärme

        3x 360er Radiator arbeitet dagegen …. 1 pusht raus, 1 pullt rein, 1 pullt raus...

        zusammen reden wir mit anderem Krams über größer 700 Watt Abwärme...
        unter Battlefield 5 mit DX12 und DXR auf 1440p alles Ultra usw usw... haut der die auch fast raus...

        Wassertemperatur Vollast ca. 35 ° … Innen ca. 30 °, Lüfter laufen bei ca. 600-800 U/min

        er steht direkt neben meiner Tastatur... und höhren tust du …. …. …. ….. …. genau … nichts...
        na gut … bei größer 144 FPS hast du manchmal leichtes Spulenfiepen... und mein Netzteil
        hör ich manchmal …. weil der Rest eben 0 Geräusch macht...

        achso… Leistung … ja... 3D Mark 19400 Grafikpunkte und 17800 kombinierte... 2-3% der anderen 9900k plus 3080
        schaffen das auch... aber der hier ist geräuschlos... MIT INTERNEN Radis...

        lasst euch nicht veräppeln... der Test von PCGH ist genau richtig bezüglich Aussage... ich fahre auch mit ca. 40l/h
        und der bekommt 700 W locker beseitigt.... Luftstrom grob durchdenken, dann reicht der auch für Mainboard und co...

        Grüße
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von teedeedee
        Wenn ich mir das mit meinen laienhaften Physik-Kenntnissen anschaue, glaube ich aber nicht, dass das stimmen kann bzw. adäquat gekühlt ist. Trotzdem, guter Artikel, gefällt mir sonst generell gut, der Autor hat sich wenigstens Gedanken gemacht. Nur das Fazit ist meiner Meinung nach falsch.

        Ich beziehe mich auf das mittlere Testergebnis, da es wohl am ehesten relevant sein dürfte (bei dem ganz einfachen System ist es eh egal, und das andere Setup hat nur ein kompletter Spinner unterm Tisch stehen, der hat dann auch ohnehin eine Mega-Pumpe).

        Es gibt dort eine gemessene Temperaturdifferenz von 5.4K bei 55 l/h, entsprechend 15.27ml/s bzw. 15.23g/s Wassertransport. Das entspricht bei "ungefähr normaler Raumtemperatur" also einem Abtransport von 5.4K*15.23g/s = 82.24cal/s, entsprechend 344.1J/s = 344.1W. Sagen wir großzügigerweise 345W.

        Die CPU hat eine TDP von 150W, die Grafikkarte 290W. Es ergeben sich also bei Vollast 440W, die im Zweifelsfall abgeführt werden müssen.
        Da wir nur 345W abführen, ergeben sich logischerweise 440W - 345W = 95W, die nicht abgeführt werden (von CPU und GPU, Rest ohne Betrachtung).

        Ein Computergehäuse, welches mit 95W beheizt wird, bleibt sicherlich nicht dauerhaft kühl.

        Habe ich da vielleicht einen Rechenfehler?
        Die Rechnung ist okay, sie verlässt sich aber darauf, dass die Temperatur- und Durchflussmessungen auf die Nachkommastellen belastbar sind und die TDP exakt den realen Lastverbrauch wiedergibt. Insbesondere letztes ist auch unter synthetischen Testbedingungen nicht zwingend der Fall, sodass die verbleibende Abwärme im Beispiel auch deutlich geringer ausfallen könnte. Im Spiele-Einsatz wäre sie es mangels permanenter Volllast auf allen Komponenten sowieso.

        Davon abgesehen: 95 W sind nicht übermäßig viel, wenn sie sich auf ein komplettes Gehäuse verteilen. Gaming-PCs haben Ende der 90er durchaus ähnlich viel ab Netzteil verbraucht und arbeiteten ohne Gehäuselüfter. Passivsysteme mit rein internen Kühlern habe ich in oben und unten geöffneten Gehäusen schon in der 250-W-Klasse gesehen.
      • Von Sinusspass Volt-Modder(in)
        Zitat von teedeedee
        Naja, ein externer Radiator ist ja gerade der Punkt bei einer Wasserkühlung. Ein interner Radiator ist doch Quatsch.
        Sinn und Zweck der Sache ist gerade, mit möglichst wenig Geräusch möglichst viel Wärme weg zu bekommen. Und weg bedeutet eben nicht nur "weg von der CPU", sondern auch "raus".
        Was auch mit internen Radiatoren wunderbar funktioniert. Extern gehts zwar leichter, aber intern bekommt man die Abwärme auch wunderbar weg.
        Zitat von teedeedee
        Ob es nun im Case 20°C oder 40°C hat, macht für Komponenten schon einen recht deutlichen Unterschied. Wenn irgendein Chip, Kondensator, Spannungsregler, oder was auch immer, z.B. eine Temperatur von 60°C hat, dann ist die Differenz zu 40°C halb so groß wie zu 20°C, d.h. es wird nur noch die halbe Menge Energie abgeführt, der Rest heizt das Bauteil weiter auf. Wenn die Luft 60°C erreicht, kann es gar nicht mehr gekühlt werden.
        Dann werden diese Komponenten eben wärmer, na und? Ist unter Luft auch nicht besser. Da heizen eher noch andere Komponenten mit und die ausgeblasene Luft ist trotzdem 40°C heiß.
        Zitat von teedeedee
        Normalerweise hat man im Computer richtig fette Lüfter, die kräftig und laut blasen, so entstehen solche Bedingungen natürlich nicht. Aber gerade das will man bei einer Wasserkühlung ja nicht haben. Da ist es dann schon echt ungünstig, wenn summa summarum knapp 150W "übrig bleiben". Für so ein kleines Luftvolumen ist das ganz schön viel Heizung.
        Funktioniert offensichtlich ziemlich gut. Gering würde ich das Luftvolumen bei weitem nicht nennen, da wird sich zwischen Luft- und Wasserkühlung gar nicht mal so viel tun. Was unter Luft mit Drehzahl gemacht wird, läuft unter Wasser über Fläche.
        Zitat von teedeedee
        Ob da jetzt letztlich 10% Messungenauigkeit drin stecken, ist eher irrelevant, denn 135W oder 165W ist im Endeffekt dasselbe, das macht im Dauerbetrieb im Grunde keinen Unterschied, das Ergebnis tritt dann halt 10 Minuten später ein.
        Wie gesagt, offensichtlich funktioniert es mit internen Radiatoren auch wunderbar.

        Das Problem ist, wenn ein luftgekühltes System keine Lüfter für den Luftaustausch mit dem Raum hat, wird da auch die selbe Luft wiederverwendet. Die Wakü macht das über die Radiatorlüfter in einem. An der Gehäuseinnentemperatur ändert sich wenig im Vergleich zur Luft, aber die mit Wasser gekühlten Komponenten sind üblicherweise deutlich kühler.
        Klar, wenn man die Radiatorfläche eher zurückhaltend dimensioniert, ist die Abluft etwas wärmer, bei ordentlicher Kühlfläche sieht die Sache anders aus.
        Und ja, wenn die Abwärme extern abgeführt wird, ist das natürlich besser, aber es geht auch anders und man kann auch andere Komponenten außer CPU und GPU mit Wasser kühlen, das geht tatsächlich.
      Direkt zum Diskussionsende
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