Nvidia Ampere/Volta: Alle bekannten Informationen zu den Spieler-Geforce-Grafikkarten [Update]
Nvidias aktuelle GPU-Generation Pascal nähert sich ihrem Lebensabend. Mit der Geforce GTX 1070 Ti und der Collector's Edition der Titan Xp dürften die letzten Neuauflagen bereits bekannter Grafikchips erschienen sein. Vor der Haustür steht nun die kommende Chipfamilie, die für Spieler nicht als Volta, sondern als Ampere debütieren soll. PC Games Hardware fasst die spärlichen Informationen zusammen.
Für den High-Performance-Computing-Markt (HPC) hat Nvidia bereits den Pascal-Nachfolger Volta mit der Tesla V100 auf Basis des 815 mm² riesigen GV100-Grafikchips eingeläutet. Seit Pascal ist klar, dass die 100er-GPUs den Profimärkten vorbehalten bleiben und Spieler ab der 102er-Ausführung bedient werden. Bislang stand Volta als normaler Codename auf Nvidias Roadmap, sollte also auch in Form von Geforce-Grafikkarten mit den gewohnten GPUs GV102, GV104, GV106, etc. erscheinen. Den Codenamen habe Nvidia inzwischen zugunsten von Ampere für Spieler gekippt.
Update vom 14.12.17:
Entgegen der Erwartungen hat Nvidia doch noch eine Endkunden-Grafikkarte mit Volta-Genen veröffentlicht, die Titan V. Der Chiphersteller betont jedoch stärker denn je, dass das Modell nicht an Spieler, sondern an Profi-Anwender gerichtet sei - dementsprechend gibt es weltweit keine Testmuster für die Spielepresse. Die Veröffentlichung der Titan V widerspricht somit nicht der Idee, dass es keinen Gaming-Volta geben werde, sondern stattdessen Ampere.
Nvidia Ampere: Mögliche Entwicklungen
Grundsätzlich sind Namen nur Schall und Rauch. Gravierende Unterschiede zu den ursprünglich geplanten Volta-GPUs wären nur dann möglich, wenn Nvidia parallel mehrere Architekturen in der Entwicklung hatte. Ansonsten lassen sich neue Siliziumchips nicht mal eben aus der Lederjacke schütteln. Wahrscheinlicher erscheint eine simple Umbenennung, um den Profi- (Volta) stärker vom Endkundenmarkt (Ampere) abzukapseln. Obwohl bei Pascal klar gemacht wurde, dass der GP100 HPC-exklusiv bleibt, forderten viele Spieler eine entsprechende Geforce, einfach weil die größere GPU noch besser wäre (aber ungeeignet). Nähme Nvidia nun einen anderen Namen für die kleineren GPUs, gäbe es diese psychologische Falle nicht mehr. Der Aufbau der 100er-Grafikchips unterscheidet sich inzwischen so stark von den anderen Ablegern, dass man ohnehin von einer anderen Architektur sprechen kann.
Quelle: Nvidia
Schon seit Jahren steht Volta als Pascal-Nachfolger auf Nvidias öffentlichen Roadmaps
Nvidia Ampere: Was Spieler erwarten können
Quelle: Nvidia
Der GV100 bleibt Teslas und Quadros wie der Tesla V100 vorbehalten
Auch wenn dem GV100 eine andere Architektur zugrunde läge als den kolportierten Ampere-GPUs, kann man von diesem doch ableiten, was man erwarten darf. AMD hat sich bereits öffentlich gegen 10-nm-Prozesse für seine CPUs, GPUs und APUs ausgesprochen. Auch Nvidia dürfte wegen der zu geringen Vorteile gegenüber ausgereiften 16- und 14-nm-Prozessen auf 10 nm verzichten. Zusammen mit TSMC hat der Chiphersteller den 16FF+-Prozess (16 nm FinFET) für die eigenen Bedürfnisse optimiert, um daraus 12FFN zu machen (keine "echten" 12 nm). Der GV100 wird in dem Prozess gefertigt, Ampere könnte folgen.
Neben der etwas gestiegenen Packdichte könnten der GA102, GA104, GA106 und Co. gegenüber den Pascal-Äquivalenten größer werden, um mehr Shader in den GPUs unterzubringen und so die Leistung zu steigern - analog zum GV100. Wir würden eher einen Pascal-Reloaded (und damit Maxwell-Re-Reloaded) erwarten als größere architektonische Neuerungen. Da TSMCs 16-nm-Fertigung inzwischen weitgehend ausgereift sein sollte, wäre eine mäßige Erhöhung der Chipflächen nicht viel teurer als zu Beginn der Pascal-Generation. Die Produktion HBM2 läuft immer noch schleppend. Aufgrund des wirtschaftlichen Vorteils dürfte Nvidia auf den Geforce-Grafikkarten GDDR6 einsetzen, wie es Speicherhersteller SK Hynix bereits stark andeutete. Samsung produziert Prototypen bereits mit Geschwindigkeiten von 16 Gbps, was an einem 256 Bit kleinen Speicher-Interface bereits für Übertragungsraten von 512 GB/s reichen würde.
Nvidia Ampere: Veröffentlichungszeitraum
Die Boardpartner sollen bereits an Custom-Designs auf Basis von Nvidias Ampere-GPUs arbeiten. Im Gegensatz zur Geforce GTX 1070 Ti, bei der die Hersteller die Designs der GTX 1070 oder GTX 1080 übernehmen konnten, braucht es bei komplett neuen Grafikkarten größere Vorlaufzeiten. Die Rede ist von einer Veröffentlichung im zweiten Quartal 2018, womit eine Vorstellung im Rahmen der Hausmesse GTC 2018 (26.-29. März) denkbar erscheint.

Für Ampere wären solche Chips ohnehin viel zu teuer, aber mal schauen, AMD scheint dieses Jahr ja gar keine Karten für Gamer bringen zu wollen, da bräuchte Nvidia nicht einmal ein großes Leistungsplus gegenüber Pascal.
weniger strom = weniger abwärme = weniger lärm etc etc