AMD Radeon Vega Frontier Edition Liquid: Aufwändige Wasserkühlung und mehr Takt
Aus den USA stammt der erste Test zur Radeon Vega Frontier Edition Liquid mit Wasser- statt Luftkühlung. Dank dieser kann die Vega-10-GPU trotz gleicher Leistungsaufnahme einen höheren Takt halten. Die Kühlkonstruktion erscheint durchaus aufwändig und kühlt auch die Spannungswandler aktiv mit Wasser.
Nach der Radeon Vega Frontier Edition Air liefert AMD inzwischen auch die Liquid getaufte Variante mit All-in-One-Wasserkühlung aus. Die US-amerikanische Webseite pcper.com hat eine solche bestellt und prompt in Spielen getestet. Fast noch interessanter als die Benchmark-Ergebnisse sind jedoch die Bilder mit abgenommener Aluminiumverkleidung. Dort offenbart sich die Kühlkonstruktion, die sich ungeahnt viel Platz genehmigt und an die Radeon Pro Duo mit zwei Fiji-XT-GPUs angelehnt ist.
Als Zulieferer dient abermals Cooler Master. Neben der Kühlerpumpeneinheit auf der Vega-10-GPU sitzt ein zweiter Block, der über eine Y-Verbindung angeschlossen ist und offenbar rein als Druckausgleichsbehälter dient. Was AMD und Cooler Master zu einer solchen Designentscheidung geführt hat, können wir nicht sagen. Die Radeon R9 Fury X litt mitunter an einem Rasselgeräusch, das von Luftblasen im Kühlkreislauf verursacht wurde. Da der Zusatzblock bei der Radeon Vega Frontier Edition Liquid nicht als Ausgleichsbehälter fungieren kann, bringt er dahingehend jedoch nichts. Auf dem PCB sitzt derweil eine Aluminiumplatte, die in den Bereichen der Spannungswandler mittels Kunststoffaufsätzen für die Gewinde aktiv mitgekühlt werden. Theoretisch könnten sich darunter Aussparungen mit Kupferplatten finden, allerdings halten wir das für unwahrscheinlich. Das Temperaturlimit der Vega-10-GPU hat AMD von 90 auf 70 °C heruntergesetzt. Das könnte theoretisch die Speicher-Performance verbessern, da HBM(2) vergleichsweise empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert.
Im Falle der Vega-10-GPU ermöglicht die stärkere Kühlung bessere Taktraten bei gleicher Leistungsaufnahme. Ab Werk nutzt die Vega FE Liquid wie die Air-Version ein 300-Watt-BIOS. Pcper.com hat Taktraten zwischen 1.440 und dem Maximal-Boost 1.528 MHz mit gelegentlichen Boosts auf 1.600 MHz gemessen, wohingegen die luftgekühlte Variante zwischen 1.348 und 1.440 MHz hin und her sprang und nur selten auf 1.528 MHz kam (so auch in unserem Test). Das zweite BIOS arbeitet nicht mit 375, sondern 350 Watt - wahrscheinlich um eine Leistungsaufnahme oberhalb der PCI-E-Spezifikationen über die 8-Pin-Stecker zu vermeiden. Die Grafikkarte operiert damit bei 1.528 bis 1.600 MHz, wobei eine Anhebung des Powerlimits auf 125 Prozent (knapp 440 Watt) einen konstanten Maximal-Boost von 1.600 MHz ermöglicht. Unser Test zeigte bereits, dass Vega 10 auf den FE-Karten gut von Undervolting profitiert, das pcper.com noch nicht ausprobiert hat.
Insgesamt bewegt sich die Radeon Vega Frontier Edition Liquid mit 1.600 MHz GPU-Takt im Test auf dem Leistungsniveau einer unübertakteten Geforce GTX 1080 - GTA 5 ausgenommen -, allerdings wurden eher Spiele getestet, die AMD tendenziell gut liegen dürften.

...und den (minimalen) durchschnittlichen Rückstand auf P6000 bitte auch nicht vergessen...
Ich finde die Karte hat was ohne die Abdeckung, da würde ich in Versuchung kommen die "nackt" in mein Gehäuse zu packen. Würde dann eventuell mehr durchs Gehäuse Fenster gucken als auf den Monitor
Was nicht heißt, dass nicht jeder an das glauben können soll, was ihn glücklich macht. In ein paar Tagen werden wir es dann ungefähr wissen.
Edit:
@formatC: Besten Dank auch an der Stelle für den Test. Imho neben dem TBR-Test das Aufschlussreichste zum Thema Vega bislang.
Die Vega FE hat 77,4% der Leistung einer GTX 1080 Ti, also fehlen ihr 22,4%. Im Umkehrschluss ist die GTX 1080 Ti um ca. 29% ihrer eigenen Leistung schneller.