Intel SSD 730: Erste Testergebnisse mit Stärken bei Zufallszugriffen - Intel-Controller von LSI gefertigt
Am gestrigen Tag hat Intel den Vorhang zur SSD 730 offiziell fallen lassen, die deutsche Fachpresse muss sich jedoch noch auf Testmuster gedulden. Den US-amerikanischen Kollegen geht es in dieser Hinsicht besser, indem praktisch jede nennenswerte Webseite dort ausführliche Tests publiziert hat. Ein nettes Schmankerl bietet noch Thessdreview.com, die von Intel in Erfahrung bringen konnten, dass der hauseigene Controller bei LSI gefertigt wird.
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Mit dem Totenkopf auf der SSD 730 visiert Intel laut Pressemitteilung Spieler und Kreative an, die ein Premium-Produkt für einen Premium-Preis erhalten wollen. Stolze 224 Euro für die 240-GByte-Ausführung und 417 Euro für das 480-GByte-Modell werden nach aktuellem Stand in unserem Preisvergleich fällig. Andere Kapazitäten werden es vorerst nicht auf den Markt schaffen, wobei die Auslieferung ab dem 18. März beginnen soll. Der hohe Kostenpunkt ist letztendlich der Abstammung aus dem Enterprise-Segment geschuldet, denn die SSD 730 besitzt den gleichen Controller wie die hochpreisigen DC S3700 sowie DC S3500. Nicht umsonst betont Intel die "Server-DNA" in den neuen Laufwerken.
Intel SSD 730: Controller von LSI gefertigt
Quelle: thessdreview.com
Intel SSD 730: PCB mit PS29AS21CA-Controller
Zum Einsatz kommt dabei der Controller PS29AS21CA, bei dem Intel keinen Hehl draus machte, dass dieser nicht in den eigenen Fabs hergestellt wird. Einen genauen Auftragsfertiger nannte man bisher allerdings nicht, was sich mit der SSD-730-Neuvorstellung ändert. Thessdreview.com konnte aus erster Hand in Erfahrung bringen, dass kein geringerer als LSI (Sandforce) die "3rd Generation"-Controller fertigt. Intel betont dabei, dass das komplette Controller-Design sowie die Firmware von den eigenen Architekten stammen und LSI lediglich die Produktion übernimmt. Zugleich haben die US-amerikanischen Kollegen bereits Testmuster der SSD 730 erhalten und diese in der 480-GByte-Version gehörig auf den Prüfstand gestellt.
Intel SSD 730: Testergebnisse der US-amerikanischen Fachpresse
Wie wir schon in unserem gestrigen Artikel angesprochen haben, sieht Intel die Stärken der SSD 730 bei Zufallszugriffen. Die sequenziellen Lese- und Schreib-Geschwindigkeiten sind zwar nicht niedrig, aber eben auch keine neue Offenbarung. Genau dieses Bild haben die Kollegen in Übersee bestätigt, jedoch in größeren Dimensionen, als es das Datenblatt vermuten lässt. Durch die niedrigen Latenzen rechnet die SSD 730 vor allem bei niedrigen Queue Depths (1-4) der Konkurrenz davon. Die Queue Depths geben dabei den Wert an, wie viele Input/Output-Aufgaben (Schreiben/Lesen) noch ausstehen. Typischerweise erreichen SSDs ihre Spitzenperformance im dreistelligen Queue-Depth-Bereich, da die Controller dann die Aufgaben "sortieren" und entsprechend Geschwindigkeitsoptimiert abarbeiten können.
Lediglich Samsungs SSD 840 Pro (nicht Evo) kann Intels SSD 730 bei ausschließlichen Lese-Zufallszugriffen minimal einholen. Sobald aber gleichzeitig noch zufällige Schreibzugriffe dazukommen, was einem realitätsnäheren Bild entspricht, hängt Intel die Konkurrenz gnadenlos ab - auch bei höheren Queue Depths. Das erkauft sich die SSD allerdings auch mit einer sehr hohen Leistungsaufnahme. Hat sich der Controller bei den Enterprise-Laufwerken schon 5 Watt gegönnt, wächst der Wert durch die Übertaktung des Controllers (600 statt 400 MHz) sowie Bus-Interfaces (100 statt 83 MHz) auf 5,5 Watt an. Aus diesem Grund sollte sich die SSD 730 auch in einem Luftstrom befinden, um nicht zu überhitzen. Für mobile Geräte eignet sie sich somit so gut wie gar nicht, immerhin braucht die Konkurrenz größtenteils weniger als 1 Watt.
Intel SSD 730: Fazit der US-amerikanischen Fachpresse
Letztendlich bleibt zu sagen, dass Intel seinen hohen Preis vor allem durch die Server-Abstammung mehr oder weniger rechtfertigen kann. 5 Jahre Garantie gibt der Hersteller auf die SSD 730 und gibt dabei an, dass mindestens 70 GByte pro Trag auf den Flashspeicher geschrieben werden können. Zusätzlich wird der Stromausfallsicherheitsmechanismus beibehalten: Bei einem solchen sollen keine Daten verloren gehen. Die kryptografische Verschlüsselung AES256 wurde allerdings gestrichen. Die Testergebnisse können durch die Bank weg überzeugen, auch wenn die sequenziellen Geschwindigkeit "lediglich" im oberen Mittelfeld anzusiedeln ist. Kopiert man also nicht ständig größere Dateien, spielt Intels SSD 730 ganz vorne mit. Einen Test von uns gibt es dann, sobald wir ein Testmuster von Intel erhalten.
