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  • Raspberry Pi als Mediacenter mit Kodi: Tipps für Hardware und Konfiguration

    Einer der beliebtesten Einsatzzwecke für den Raspberry Pi ist das Mediencenter mit OpenElec bzw. Kodi als Software. Wir erklären, wie Sie ein solches auf dem Mini-PC einrichten, welche Hardware Sie brauchen und wo eventuelle Stolperfallen lauern.

    Eigentlich handelt es sich beim Raspberry Pi um einen günstigen Ein-Platinen-Computer, der entwickelt wurde, um jungen Menschen die IT-Grundlagen beizubringen. Da die Leistung für ein Entwickler-Board bereits in der ersten Variante sehr ansehnlich war, fand der Raspberry Pi schnell auch für profanere Projekte als IT-Schulungen eingesetzt. Inzwischen kann man wohl davon ausgehen, dass der Raspberry Pi weit häufiger Videos abspielt als GPIO-Ausgänge schaltet. In diesem Artikel erklären wie Ihnen, wie Sie mit der 35 Euro teuren, blanken Platine ein Mediencenter basteln, das teuren Kauflösungen in kaum einem Bereich nachsteht. Als Software verwenden wir die Linux-Distribution OpenElec, bei welcher der Desktop durch Kodi (ehemals. XBMC) ersetzt ist. Da die Distribution angesichts ihrer schmalen Ausstattung eher eine Firmware als einer vollwertigen Distribution gleicht, ist sie nur 100 MB groß.

    Raspberry Pi als Mediencenter: Was brauchen wir?

          

    Das Herzstück des Projektes ist der Raspberry Pi, der für etwa 35 bis 40 Euro erhältlich ist. Achten Sie hier darauf, dass Sie zum Raspberry Pi 2 Modell B greifen. Von den immer noch erhältlichen Vorgängern B+ und B raten wir ab, da diese zwar günstiger sind, aber auch deutlich weniger Leistung bieten und zudem im Falle des Modells B nur zwei USB-Anschlüsse vorhanden sind. Als Datenspeicher dient eine beliebige Micro-SD-Karte. Dabei gilt: Je schneller, desto besser. Jedoch sollten Sie sich nicht blind von eventuellen "Class X"-Angaben leiten lassen: Die höchste Einstufung "10" für 10 MB/s ist für heutige SD-Karten ohnehin deutlich zu niedrig angesetzt, zudem bezieht sich diese Zahl nur auf sequenzielle Zugriff - Eine Class-10-Karte kann nominell langsameren Speicherkarten im wahlfreien Zugriff deutlich unterlegen sein. Ausreichend große SD-Karten mindern dagegen die Abhängigkeit von USB-Medien.

    Sofern der WLAN-Dongle erkannt wird, dürfen Sie gleich zu Beginn das WLAN einrichten.Sofern der WLAN-Dongle erkannt wird, dürfen Sie gleich zu Beginn das WLAN einrichten.Quelle: PCGHAngesichts mangelhafter LAN-Verkabelung in deutschen Haushalten benötigen Sie wahrscheinlich einen WLAN-Adapter. Hier werden meist der Edimax EW-7811UN oder der TP-Link TL-WN725N empfohlen. Während der Einsatz des Ersteren völlig unkritisch ist, existieren vom zweiten Funk-Dongle mehrere Versionen: Während die v1 noch auf einen Realtek-Chip (RTL8188CUS), nutzen die folgenden Versionen einen RTL8188EUS, wo es je nach verwendeter Linux-Distribution Probleme geben kann. Die aktuelle Stable-Version von OpenElec (5.0.8) kommt mit WN725N-Versionen jüngeren Datums nicht zurecht, während die Beta (5.95.5) wunderbar auch mit dem TL-WN725N ab Version 2 zusammenarbeitet. Das Nachrüsten eines Treibers bei Nichtunterstützung ist zwar möglich, muss aber für jedes Kernelupdate erneut durchgeführt werden und ist für Linux-Einsteiger nicht unbedingt trivial. Hilfen zur Auswahl von zu OpenElec passenden Netzwerk-Adaptern finden Sie im Wiki der Distribution.

    Maus und Tastatur brauchen wir im Idealfall nur für die Einrichtung. Das hängt ein Stück weit vom Gerät ab, wo das Mediencenter betrieben werden soll: Im Idealfall wird ein TV-Gerät moderneren Datums verwendet, das HDMI-CEC (Consumer Electronic Control) beherrscht. Damit sind weitere Eingabegeräte unnötig, da das TV-Gerät die Steuersignale der IR-Fernbedienung an den Raspberry Pi überträgt und Sie so auch Kodi fernlenken können. Je nach Hersteller trägt HDMI-CEC auch wohlklingendere Namen - Samsung nennt es "Anynet+", Sony "Bravia Sync" oder LG "Simplink". Falls eine solche Funktion bei Ihrem Fernsehgerät nicht vorhanden ist oder Sie den Raspberry Pi an einem PC-Monitor verwenden möchten, ist eine Bluetooth-Tastatur eine gute Alternative. OpenElec unterstützt eine Reihe von USB-Bluetooth-Dongles, darunter auch den CSL - USB Nano Bluetooth-Adapter V4.0, mit dem Sie im Hauptmenü von Kodi einfach eine Kopplung durchführen können.

    Je nachdem, wo Sie den Raspberry Pi betreiben wollen, sind auch eine Stromversorgung und ein Gehäuse notwendig. Letzteres dürfen Sie frei nach Ihrem Geschmack wählen. Falls die Platine an einem Fernseher betrieben werden soll, reicht es für genügsame Zeitgenossen aber auch, die Platine mit etwas doppelseitigem Klebeband an die Rückseite des TVs zu kleben. Die eventuell vorhandenen USB-Anschlüsse des Fernsehers versorgen den Raspberry Pi dann mit Strom. Die verfügbare Stromstärke sollte hierbei aber mindestens bei einem Ampere liegen: Die Mini-Platine genehmigt sich Messungen zufolge unter Last je nach angeschlossener Hardware bis zu 0,6 Ampere. Die USB-Spezifikation bis Version 2.0 sieht einen maximalen Stromverbrauch von 0,5 Ampere vor und ist damit zu klein bemessen. Angesichts der immer größeren Akkus in Smartphones sind aber auch immer mehr USB-Ports in der Lage, die notwendige Leistung zu erbringen. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Sollte die Stromversorgung nicht ausreichen - Stabilitätsprobleme sind ein deutliches Zeichen dafür - hilft der Einsatz eines starken Micro-USB-Netzteils mit 2 Ampere. Alternativ weist ein buntes Quadrat in der rechten oberen Ecke von OpenElec darauf hin, dass es besser um die Stromversorgung bestellt sein könnte.

    KomponentePreisPCGH-Preisvergleich
    Raspberry Pi 2Ca. € 40,-Link
    Edimax EW-7811UNCa. € 10,-Link
    TP-Link TL-WN725NCa. € 10,-Link
    CSL Nano USB Bluetooth AdapterCa. € 10,-Link
    USB-Netzteil mit 2 AmpereCa. € 12,-Link
    Beispiel-GehäuseCa. € 5,-Link

    Raspberry Pi als Mediencenter: Einrichtung und Konfigurationstipps

          

    Im Vergleich zu einer Windows-Installation ist die Installation von OpenElec extrem einfach. Laden Sie sich hierfür einfach den Raspberry-Pi-Build auf der OpenElec-Website herunter. Achten Sie aber darauf, den für Ihre Platine passenden zu wählen - der Build für den Raspberry Pi 1 funktioniert nicht auf der moderneren Variante des Mini-Computers. Wir haben uns für die Beta-Variante entschieden, welche trotz ihres unfertigen Entwicklungsstandes anstandslos den Dienst verrichtet. Für die Installation verwenden wir das Tool Win32 Disk Imager. Wählen Sie darin einfach die SD-Karte als Ziel aus. Das zu schreibende Image erhalten Sie, indem die zuvor von OpenElec heruntergeladene Archivdatei mit Winrar oder 7-Zip entpacken. Ein Klick auf "Write" schaufelt das Image auf die SD-Karte.

    OpenElec frägt sie auch gleich, ob Sie SSD und Samba aktivieren möchten.OpenElec frägt sie auch gleich, ob Sie SSD und Samba aktivieren möchten.Quelle: PCGHNachdem Sie diese in den Raspberry Pi einstecken und das Gerät mit der Stromversorgung verbinden, bootet Ihr Mediencenter sogleich. Sofern der WLAN-Dongle passend gewählt wurde, erwartet Sie im Einrichtungsassistenten bereits die Abfrage zum richtigen WLAN-Netz. Eventuelle Bluetooth-Hardware koppeln Sie unter "System" - "OpenElec" - "Bluetooth". Des Weiteren empfehlen wir, unter "System" - "OpenElec" - "Services" die Dienste "Samba" und "SSH" zu aktivieren. Ersteres erlaubt Ihnen einen komfortablen Zugang zum Medienspeicher (/media) und wichtigen Konfigurationsdateien (/storage) des Mediencenters über die Windows-Netzwerkfreigaben (SMB), mit zweitem Dienst (SSH, Secure Shell) können Sie sich mittels einem SSH-Client wie Putty ganz einfach über Netzwerk am Terminal anmelden und selbiges verwenden, als säßen Sie vor dem Raspberry Pi.

    USB-Medien mounten sich automatisch. OpenElec liest dabei auch NTFS-formatierte externe Speicher.USB-Medien mounten sich automatisch. OpenElec liest dabei auch NTFS-formatierte externe Speicher.Quelle: PCGHUSB-Medien werden automatisch eingebunden und lassen sich über die Oberfläche von Kodi durchsuchen. Probleme könnte es aber mit externen Festplatten geben: Diese benötigen oft eine deutlich höhere Betriebsleistung, als der Raspberry Pi über die USB-Anschlüsse zur Verfügung stellen kann. Hier sollten Sie also darauf achten, externe Festplatten mit eigenem Netzteil zu verwenden. Bei 2,5-Zoll-Modellen kann es mitunter helfen, indem Sie in der Konfigurationsdatei /boot/config.txt ganz unten die Zeile max_usb_current=1 (nur Raspberry Pi 2 und B+) hinzufügen. Dazu müssen Sie die /flash-Partition erst als beschreibbar mounten. Mit dem genannten Befehl wird die Ausgangsleistung der USB-Anschlüsse von 3 auf 6 Watt (1,2 Ampere) erhöht - ein ausreichend starkes Netzteil vorausgesetzt. Falls Sie mit SSH und dem Terminal nicht zurechtkommen, erreichen diese Datei auch, indem Sie die SD-Karte in den Kartenleser geben und die config.txt im Stammverzeichnis öffnen. Wir empfehlen hier aber die Verwendung eines Editors wie Notepad++, da sich die Textsteuerzeichen von Linux und Windows unterscheiden und deshalb das Layout unter Notepad falsch dargestellt wird.

    Hier sehen Sie den Overclocking-Bereich der config.txt. Sie übertakten den Raspberry Pi, indem Sie die Werte oben in die vier Zeilen unten im markierten Bereich eintragen. Dort müssen jedoch noch die Raute-Zeichen entfernt werden.Den Befehl für das Erhöhen der USB-Leistung tragen Sie ebenfalls hier ein.Hier sehen Sie den Overclocking-Bereich der config.txt. Sie übertakten den Raspberry Pi, indem Sie die Werte oben in die vier Zeilen unten im markierten Bereich eintragen. Dort müssen jedoch noch die Raute-Zeichen entfernt werden.Den Befehl für das Erhöhen der USB-Leistung tragen Sie ebenfalls hier ein.Quelle: PCGHSollte es dagegen Engpässe bei der Leistung geben, können Sie den Raspberry Pi übertakten: Weiter oben in der config.txt finden Sie die Punkte "arm_freq", "core_freq", "sdram_freq" und "over_voltage". Indem Sie die Zeilen durch das Entfernen der Raute-Zeichen entkommentieren, die Werte aus der Tabelle darüber einsetzen, und die Datei speichern, übertakten Sie den Raspberry Pi. Die ersten fünf Zeilen der Tabelle beziehen sich jedoch noch auf den Raspberry Pi 1. Erst die Werte im Profil "Pi2" sorgen beim Selbigen für eine Übertaktung. In einem Kurztest liefen bei uns auch 1.100 MHz stabil.

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    04:20
    Raspberry Pi Model B+: Neue Revision im Video vorgestellt
      • Von Jimini Moderator
        Hat jemand eigentlich schon Kodibuntu mit Netflix zum Laufen bekommen?

        MfG Jimini
      • Von Reap PC-Selbstbauer(in)
        Im Router festgelegt.
      • Von Yutshi PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Reap
        Hm, habe bisher nie Probleme damit gehabt OpenElec auf meinen Raspis mit fester IP einzurichten.
        Hast du vor dem ersten Start dem Pi eine feste IP zugewiesen?
      • Von Reap PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Yutshi
        Ohne aktivem DHCP / DHCP-Bereich im Router wird der Pi mit OpenELEC nicht durchstarten.
        Beim ersten Start kontrolliert OpenELEC ob ein Update vorliegt...
        Also, ohne DHCP keine automatische IP, ohne IP kein Internetzugtiff


        Hm, habe bisher nie Probleme damit gehabt OpenElec auf meinen Raspis mit fester IP einzurichten.

        Topic: Habe mehrere Raspberry 2 mit OpenElec im Einsatz. Streamen von der Synology ist kein Problem, egal welches Format ich habe oder welche Auflösung. Mit OSMC würde ich nicht richtig warm hat immer hier und da Problemchen(!) bereitet.

        Zitat von kelevra
        Anzumerken wäre noch, dass alle Geräte über Gigabit LAN verbunden sind, wass sicherlich zur Stabilität und Bandbreite beiträgt. WLAN habe ich nicht versucht, da ich durch 2 Betonwände müsste, was nur schief gehen kann.


        Selbst der Raspberry 2 kann maximal 100 MBit.
      • Von kelevra Freizeitschrauber(in)
        Meine ersten Versuche mit dem RPi waren mit dem Model B+. Für Kodi zum Teil eine reine Katastrophe.

        Einsatzzweck: BluRays, DVDs liegen als ISO auf einem Fileserver und sollen von da gestreamt werden. Ausgabe erfolgt auf TV sowie Sound via passthrough aufs Surroundsystem.
        Gerade bei BluRays kam der B+ mit der teilweise hohen Bitrate einfach nicht mit. Daher war das Projekt Raspberry erstmal gestorben und ich nutzt weiter meinen Core2Duo Rechner als Kodi MediaCenter.

        Als dann das Modell 2 auf den Markt kam, mit deutlich mehr Leistung, wollte ich dem kleinen Kasten noch eine Chance geben und wurde positiv überrascht. Das neue Modell streamt problemlos auch BluRays mit 40-50 MBit/s ohne Ruckler.
        Kodi sieht auch noch schick aus, sodass das stöbern in der eigenen Filmsammlung entsprechend Spaß macht.

        Anzumerken wäre noch, dass alle Geräte über Gigabit LAN verbunden sind, wass sicherlich zur Stabilität und Bandbreite beiträgt. WLAN habe ich nicht versucht, da ich durch 2 Betonwände müsste, was nur schief gehen kann.
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Raspberry Pi
Raspberry Pi als Mediacenter mit Kodi: Tipps für Hardware und Konfiguration
Einer der beliebtesten Einsatzzwecke für den Raspberry Pi ist das Mediencenter mit OpenElec bzw. Kodi als Software. Wir erklären, wie Sie ein solches auf dem Mini-PC einrichten, welche Hardware Sie brauchen und wo eventuelle Stolperfallen lauern.
http://www.pcgameshardware.de/Raspberry-Pi-Hardware-257637/Specials/Raspberry-Pi-Mediacenter-Kodi-1174942/
20.10.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/10/sssss-pcgh_b2teaser_169.png
specials