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  • Playstation 4 Pro: Hardware-Upgrades jetzt auch für Spielkonsolen? Ein Kommentar [Special der Woche]
    Quelle: Sony

    Playstation 4 Pro: Hardware-Upgrades jetzt auch für Spielkonsolen? Ein Kommentar [Special der Woche]

    Die in der letzten Woche vorgestellte Playstation 4 Pro erlaubt das Spielen in 4K-Auflösung ermöglichen, aber gleichzeitig kompatibel zu 43,5 Millionen verkauften PS4-Systemen sein. Schafft Sony den Spagat zwischen Innovation und Kompatibilität? Ein Kommentar von Roland Austinat.

    In der letzten Woche stellte Sony bei einer Veranstaltung in New York nicht nur die erwartete, verkleinerte Playstation 4 S vor, sondern auch eine "aufwärtskompatible" Fassung der Konsole: die PlayStation 4 Pro. Diese soll nach Angaben der versammelten Sony-Entwickler PS4-Titel zukünftig noch schöner und detaillierter darstellen - denn statt der bisherigen HD-Auflösung macht die PS4 Pro in 4K. Bereits erschienene Spiele sollen per Patch bessere Grafik erhalten - die jeweilige Engine rechnet die auf der Blu-ray lagernden Level, Charaktere und Effekte auf die höhere Auflösung hoch und stellt sie mit deutlich mehr Details dar.

    AMD Inside: PS4 Pro kommt mit Polaris

    Was steckt unter der Haube der PS4 Pro? Einmal mehr setzt Sony auf eine eigens gefertigte System-on-a-chip-Lösung von AMD. In der PS4 beziehungsweise der schlankeren Variante PS4 S schlägt ein 28-nm-Herz aus acht Jaguar-CPU- und 20 Radeon-GPU-Kernen. In der PS4 Pro sind es einmal mehr acht CPU-Kerne, die nun mit 2,1 statt mit 1,6 GHz ticken. Bei der GPU kommt jetzt AMDs Polaris-Architektur zum Einsatz. Sie besitzt mit 2304 Shadern doppelt so viele wie der Vorgänger und stemmt 4,2 GFLOPS - mehr als doppelt so viele Gleitkommaoperationen pro Sekunde als die PS4 (1,84 GFLOPS).
    Sony hat vor Kurzem seine Pläne für das Weihnachtsgeschäft 2016 vorgestellt: Die Playstation 4 Neo heißt PS4 Pro und die alte PS4 wird als Playstation 4 Slim neu aufgelegt. Die Preise sind dabei überschaubar und der Release überraschend früh. Sony zielt wie Microsoft auf die Käufer von UHD-Fernsehern, beide Unternehmen wählen aber leicht andere Strategien bei der Ausführung. Der ausführliche Bereicht zur Vorstellung.

    TFLOPS-Duell: PS4 Pro gegen Scorpio

    Sonys Konkurrent Microsoft arbeitet allerdings ebenfalls an einer aufgebrezelten Konsole: einer Xbox One mit dem Codenamen Scorpio, die auf der diesjährigen E3 enthüllt wurde. Sie soll aber erst Ende 2017 erscheinen, dann aber wie die PS4 Pro das Spielen in 4K-Auflösung mit rund acht Millionen Pixeln pro Frame ermöglichen. Verglichen mit Xbox One (1,31 TFLOPS) und Xbox One S (1,40 TFLOPS) soll Scorpio sogar sechs TFLOPS auf die Waage bringen und damit selbst die PS4 Pro übertrumpfen. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Leistung einer GTX 1070 (6,46 TFLOPS), wird von den 8,87 TFLOPS einer GTX 1080 aber dennoch entspannt überflügelt.

    4K-Videos: Blu-ray oder Streaming?

    Anders als Microsoft setzt Sony bei ihrer Upgrade-Konsole nicht auf UHD-Blu-rays. Interne Studien hätten ergeben, dass die Mehrzahl der PS4-Besitzer Videos per Internet streamen würde - und dass Sony deshalb auch bei 4K auf Streaming setze. Ob sich das noch recht junge Disk-Format durchsetzen wird, steht derzeit ohnehin noch in den Sternen. HDR unterstützen beide Hersteller - sowohl auf den "kleinen" wie auf den aufgebohrten Konsolen. Bei der PS4 S, dem Pendant zur Xbox One S, ab Werk, bei den bisher verkauften 40 Millionen PlayStation-4-Systemen per Patch in den nächsten Tagen. Jetzt müssen sich nur noch die HDR-Fernseher verkaufen: Weltweit sind gerade einmal 3,5 Millionen davon im Einsatz, während es allein in Europa immerhin schon rund 20 Millionen 4K-Displays gibt.

    Virtual Reality: Zielplattform PS4

    Neben PS4 S und PS4 Pro bringt Sony im Herbst auch noch das PlayStation-VR-Headset auf den Markt. Seine 1080p-OLED-Displays lösen zwar geringer als HTC Vive und Oculus Rift auf, doch mit drei Subpixeln pro Pixel sind die Farben des Headsets kräftiger als bei der Konkurrenz. Auch das berüchtigte Fliegengitter vor den Augen findet bei Sony nicht statt. Die PS4 Pro soll auch mit dem VR-Headset harmonieren und bessere Bildwiederholraten liefern. Doch einmal mehr gilt die Entwickleraussage: Zielplattform für PSVR ist die "normale" PlayStation 4. Microsoft hat bislang keine konkreten Ambitionen gezeigt, ein VR-Headset für seine Heimkonsole zu entwickeln - von einer Minecraft-Demo der AR-Brille Hololens auf der E3 2015 einmal abgesehen.

    Das gleiche Spiel auf zwei Konsolen

    Was die versammelte Presse in New York in immer wieder anderen Formulierungen von Sonys Entwicklern beziehungsweise den Programmier-Chefs großer Studios wie Naughty Dog, Insomniac oder Sucker Punch wissen wollte: Nutzt die PS4 Pro ihre Rechenpower wirklich nur dazu, um Spiele detaillierter und hochaufgelöster darzustellen? Wir wollen die Spielerbasis nicht fragmentieren. Die Antwort lautete stets: Ja, denn wir wollen die Spielerbasis nicht fragmentieren - alle Spiele laufen weiterhin auf beiden Systemen. Bleibt die Frage, wie lange das so sein wird. Sicher kann man heute noch mit einer GTX 460 spielen, doch bei modernen Titeln muss man dann Details, Anti-Aliasing & Co. herunterschrauben.

    Fazit: Ein geschickter Schachzug

    Ein Hardware-Update in der Mitte eines Konsolenlebenszyklus ist ein geschickter wie mutiger Schachzug. Gleichzeitig ist verständlich, warum Sony die PS4 Pro nicht mit Pauken und Trompeten, sondern relativ zurückhaltend angekündigt hat: 43 Millionen PS4-Käufer wollen nicht hören, dass ihre Konsole schon nach drei Jahren zum alten Eisen gehört - oder mit in den Upgrade-Strudel hineingezogen werden, mit dem PC-Spieler schon seit Jahrzehnten ringen.

    Unklar ist derzeit noch, inwiefern wirklich alle Spiele in echter 4K-Auflösung oder in einer reduzierten Fassung berechnet werden, oder ob die Extra-Power der PS4 Pro hauptsächlich dazu genutzt wird, konstantere Bildwiederholraten zu erzielen. So lange es jedenfalls keine Spiele gibt, die ausschließlich auf der PS4 Pro laufen, könnte Sony mit der zweigleisigen Schiene Erfolg haben - der natürlich auch davon abhängt, wie stark die Preise der 4K-Displays in Zukunft fallen und wie schnell HDR zu einem festen Bestandteil eines modernen Fernsehers wird.

    Was die Konkurrenz angeht: Auch, wenn Microsofts Projekt Scorpio auf dem Papier leistungsfähiger als die PS4 Pro ist, so ist Sonys Konsole noch in diesem Jahr erhältlich. Und weil sich Konsolenspieler oft aufgrund der Exklusivtitel für ein System entscheiden, kann Sony erneut punkten: Schon seit vielen Jahren landet der Hersteller mit seinen First-Party-Studios einen Hit nach dem anderen. Und er hat mit Titeln wie Horizon: Zero Dawn, God of War, Days Gone, Detroit: Become Human und Gran Turismo Sport einige heiße Eisen im Feuer.

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    PS4 Pro: Chefarchitekt Cerny über die Entwicklung der Konsole
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Playstation 4 (PS4) Pro
Playstation 4 Pro: Hardware-Upgrades jetzt auch für Spielkonsolen? Ein Kommentar [Special der Woche]
Die in der letzten Woche vorgestellte Playstation 4 Pro erlaubt das Spielen in 4K-Auflösung ermöglichen, aber gleichzeitig kompatibel zu 43,5 Millionen verkauften PS4-Systemen sein. Schafft Sony den Spagat zwischen Innovation und Kompatibilität? Ein Kommentar von Roland Austinat.
http://www.pcgameshardware.de/Playstation-4-PS4-Pro-Konsolen-264565/Specials/Hardware-Upgrades-jetzt-auch-fuer-Spielkonsolen-1207566/
17.09.2016
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