Nvidia Quadro: Topmodell mit GP100 und 16 GiB HBM2

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Nvidia Quadro
Quelle: Nvidia

Nvidia hat im Rahmen der diesjährigen Solidworks Work sechs neue Grafikkarten für die Quadro-Workstation-Serie vorgestellt. Das neue Topmodell stellt die Quadro GP100 dar, die nach der eingesetzten GP100-GPU mit dazugehörigem HBM2 benannt ist. Die kleineren Neulinge basieren auf den Grafikchips GP104, GP106 und GP107.

Bisher hat Nvidia seine größte Pascal-GPU, den GP100 mit 610 mm², nur auf Tesla-Beschleunigerkarten angeboten. Die T esla P100 gibt es wahlweise als NV-Link-Modul oder als PCI-Express-Steckkarte mit gedrosselten Taktraten. Nun haben die Kalifornier die erste Quadro-Grafikkarte mit GP100 vorgestellt, die schlicht nach der GPU benannt wird: Quadro GP100. Erneut werden vier der 60 Shader-Multiprozessoren deaktiviert, sodass 3.584 Shader aktiv bleiben. Daraus ergeben sich 224 Textureinheiten, das Back-End bleibt mit 96 ROPs unverändert.

Die Rechenleistung beziffert Nvidia auf 10,3 FP32-TFLOPS (einfache Genauigkeit), die mit einem GPU-Takt von etwa 1.440 MHz erreicht würden. Der GP100 beherrscht FP16 (halbe Genauigkeit) mit der doppelten Rate, also 20,6 TFLOPS, und FP64 (doppelte Genauigkeit) mit der halben, also 5,15 TFLOPS. An dem 4.096 Bit breiten Speicher-Interface hängen vier 4-Hi-HBM2-Stacks mit jeweils 4 GiByte Kapazität (16 GiB gesamt). Den Speichertakt belässt Nvidia bei gut 1.400 MHz, sodass die Quadro GP100 auf eine Übertragungsrate von 720 GB/s kommt. Die Grafikkarte hat eine TDP von 235 Watt. Zum Vergleich: Die Tesla P100 ist 40 MHz schneller, darf aber 65 Watt mehr aufnehmen. Zwei Quadro GP100 können über eine doppelte NV-Link-Brücke zusammengeschlossen werden.

Unter der Quadro GP100 positioniert sich die bereits veröffentlichte P6000 mit GP102-Vollausbau. Die 3.840 Shader sind mit 1.531 MHz in FP32 schneller (11,8 TFLOPS), können aber weder FP64 noch FP16 schnell beschleunigen. Zum Einsatz kommen dort 24 GiByte GDDR5X-Speicher mit 432 GB/s. Ebenfalls schon verfügbar ist die P5000 mit GP104-Vollausbau und 16 GiByte GDDR5X. Darunter lösen neue Pascal-Modelle die Vorgänger mit Maxwell- und Kepler-GPUs ab.

Die Quadro P4000 nutzt einen GP104, der mit 14 aktiven SMs (1.792 Shader) stärker beschnitten wird als bei der Geforce GTX 1070. 5,3 FP32-TFLOPS würden über etwa 1.480 MHz GPU-Takt erreicht. 16 GiByte GDDR5 hängen an 256 Bit und kommen bei 243 GB/s auf etwa 3.800 MHz. Die TDP beläuft sich auf 105 Watt. Die P2000 nutzt einen GP106-Chip, der mit 1.024 aktiven Shadern stärker beschnitten wird als bei der GTX 1060 3GB. Unüblich ist das 160 Bit breite Speicher-Interface mit 5 GiByte GDDR5-Speicher (140 GB/s). 3,0 FP32-TFLOPs sollen bei einer TDP von 75 Watt erreicht werden. Die P1000, P600 und P400 setzen den GP107 mit 640, 384 beziehungsweise 256 Shadern ein, sollen 1,8, 1,1 respektive 0,6 FP32-TFLOPS erreichen und eine TDP von 30 bis 47 Watt aufweisen. 2 bis 4 GiByte GDDR5 hängen an 64 beziehungsweise 128 Bit.

Modell Quadra GP100 Quadro P6000 Quadro P5000 Tesla P100 (NV-L) Titan X
GPU GP100 GP102 GP104 GP100 GP102
Chipgröße (reiner Die) 610 mm² 471 mm² 314 mm² 610 mm² 471 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 15.300 12.000 7.200 15.300 ~12.000
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 3.584/56/224 3.840/30/240 2.560/20/160 3.584/56/224 3.584/28/224
Raster-Endstufen (ROPs) 96 96 64 unbekannt vmtl. 96
GPU-Basistakt (Megahertz) unbekannt 1.417 1.607 1.328 1.417
GPU-Boost-Takt (Megahertz) ~1.440 1.531 1.733 1.480 1.531
Rechenleistung HP/SP/DP (Mrd./s) 20.600/10.300/5.150 11.757/11.757/368 8.873/8.873/277 21.216/10.608/5.304 10.974/10.974/343
Speicheranbindung (Bit) 4.096 384 256 4.096 384
Speichertakt (MHz) 1.406 4.504 4.504 1.406 5.004
Speicherübertragung (GB/s) 720 432 288 720 480
Übliche Speichermenge (MiB) 16.384 24.576 16.384 16.384 12.288
PCI-Express-Stromanschlüsse je 1 x 6-/8-polig je 1 x 6-/8-polig 1 x 8-polig - je 1 x 6-/8-polig
Typische Leistungsaufnahme <235 Watt <250 Watt <180 Watt <300 Watt <250 Watt

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von rum
        Ich glaube es ging eher darum, dass Vega das Problem haben könnte überhaupt HBM2 zu bekommen, da es ja noch nichts davon gibt und die Aussichten der Hersteller nicht aussagekräftig formuliert bzw. schlecht sind.
        Jetzt kommt die Nachricht, das NVidia, die überhaupt nicht an der Entwicklung von HBM-/HBM2- und dem -Interposer beteiligt waren, plötzlich Karten mit HBM2 in Aussicht stellt. Also muss ja HBM2 da sein.
        ____

        Für mich mal wieder erschreckend wie der größere an etwas rankommt, was der kleinere mit entwickelt hat und dadurch die Karten vom kleineren von vorn herein <evtl.> schlechter verfügbar sein könnten: Hersteller.

        .
        Es geht eben auch um Abnahmemenge und Preis. AMD braucht viele. Samsung kann nicht liefern,also für AMD völlig uninteressant. Sie liefern aver genug für Nvidias randgruppenkarte. Und die sind auch bereit den Preis zu zahlen. Hat nix mit der Größe Nviduas zu tun sondern der 5000 € Karte
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von rum
        Ich glaube es ging eher darum, dass Vega das Problem haben könnte überhaupt HBM2 zu bekommen, da es ja noch nichts davon gibt und die Aussichten der Hersteller nicht aussagekräftig formuliert bzw. schlecht sind.
        Jetzt kommt die Nachricht, das NVidia, die überhaupt nicht an der Entwicklung von HBM-/HBM2- und dem -Interposer beteiligt waren, plötzlich Karten mit HBM2 in Aussicht stellt. Also muss ja HBM2 da sein.
        ____

        Für mich mal wieder erschreckend wie der größere an etwas rankommt, was der kleinere mit entwickelt hat und dadurch die Karten vom kleineren von vorn herein <evtl.> schlechter verfügbar sein könnten: Hersteller.

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        Es geht eben auch um Abnahmemenge und Preis. AMD braucht viele. Samsung kann nicht liefern,also für AMD völlig uninteressant. Sie liefern aver genug für Nvidias randgruppenkarte. Und die sind auch bereit den Preis zu zahlen. Hat nix mit der Größe Nviduas zu tun sondern der 5000 € Karte
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Hmm.. schon 'n verdammt gutes Forum, btw!
        ______
        Wünsche mir einfach, das Vega richtig gut landet, mit HBM2 und so viel Power zu guten Preisen, dass die derzeitige Preisspirale mal aufgebrochen wird.
      • Von Locuza Lötkolbengott/-göttin
        Absolut, es ist ja nicht so, als ob HBM2 gar nicht existiert und der Hersteller ein gigantisches Volumen an GPUs bestücken müsste, ebenso wenig muss Nvidia 7 Jahre Grundlagenforschung betreiben, um einen Speichercontroller für einen Standard zu entwickeln, der seit mehreren Jahren spezifiziert wurde.
        Für GDDR5X scheint AMD keinen dringenden Bedarf gehabt zu haben, Nvidia setzt ihn ja selber nur bei zwei SKUs (1080 / Titan X Pascal) ein.
      • Von Gast1748380205
        HBM1 ist seit 2013 JEDEC Standard, HBM2 offiziell seit 2016. Damit kann es jeder benutzen und an der Umsetzung ist auch nicht viel Geheimes dran.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Danke für die Erklärung. Trotzdem ist mir Schleierhaft wie NVidia a) überhaupt an HBM(2) kommt und b) woher sie die Technik haben um diese Art von Speicher überhaupt verbauen/nutzen zu können.
        Außerdem stellt sich mir die Frage, warum AMD nicht auf GDDR5X setzt, was NVidia tut, NVidia aber sehr wohl auf HBM2.
        Ach, ich lass mich einfach überraschen; ist ja wahrscheinlich eh eine Kostenfrage.
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