Tegra X1: Nvidias achtkerniger Maxwell-SoC in 20 nm
Auf der heute gestarteten Consumer Electronics Show 2015 hat Nvidia seinen Tegra-K1-Nachfolger vorgestellt. Der Tegra X1 erhält CPU- und GPU-seitig eine Runderneuerung, mit an Bord sind zwei Maxwell-Cluster. Gefertigt wird das Ganze in 20 Nanometer bei TSMC.
In alter Tradition hat Nvidia auch auf der diesjährigen, aktuell laufenden CES einen neuen Tegra-SoC offiziell angekündigt, nunmehr Tegra X1 getauft. Ehemals unter dem Codenamen "Erista" entwickelt, vereint der Neuling acht ARM-Kerne mit zwei Maxwell-Streaming-Processors (SMM). Daraus resultierend bietet der Tegra X1 256 Shadereinheiten mit 16 Textureinheiten auf. Im Vergleich zum K1 stark aufgebohrt wurden die Rasterendstufen, derer nun 16 statt vier vorhanden sind. CPU-seitig setzt Nvidia auf je vier Cortex-A57- und A53-Kerne mit 2 MiByte beziehungsweise 512 KiByte L2-Cache, allerdings nicht auf ein klassisches "Big.Little"-Konzept, wie man es vermuten könnte. Laut den Kollegen von anandtech.com kommmt ein eigener Interconnect zum Einsatz, der es Entwicklern ermöglicht, alle acht ARM-Kerne gleichzeitig zu nutzen.
Interessant dürfte die eingesetzte Fertigung sein, denn der Tegra X1 läuft in TSMCs "20nm SoC"-Prozess vom Band – ein weiteres Indiz dafür, dass Maxwell ursprünglich für 20 nm geplant war. Integriert wird ein einzelner 64-Bit-Speichercontroller, der auf LPDDR4-1600-RAM ausgelegt ist. Nvidia gibt an, dass der Tegra X1 eine Leistung von gut einem TFLOP erreichen soll – dass allerdings in FP16 (Half-Precision). Bei einfacher Genauigkeit (Single-Precision, FP32) sind es 512 GFLOPS. Zum Vergleich: Der Tegra K1 erreicht jeweils 365 GFLOPS. Anders als beim Vorgänger verwendet Nvidia beim Neuling ausschließlich FP32-Einheiten, die wahlweise aufgeteilt werden können. Rein rechnerisch sollte der GPU-Kontakt von Tegra X1 unter Idealbedingung (Stichwort "Throttling") bei etwa 1.000 MHz liegen.
Gezeigt wurde auf der Vorstellung natürlich auch eine Techdemo auf dem Tegra X1, genauer die Elemental-Demo mit Unreal Engine 4. Lediglich 10 Watt sollen bei den Berechnungen aufgenommen worden sein – diesen Wert gilt es in real noch zu überprüfen. Bis die Gelegenheit dazu da ist, dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land vergehen: Erste Endprodukte sollen erst später folgen, wofür vor allem die begrenzten 20-nm-Kapazitäten bei TSMC schuld sein dürften. Hauptaugenmerk legt Nvidia weiterhin auf den Tablet-Markt und wirbt dort mit dem Feature, 4K-Videos in 60 Fps abspielen zu können. Ob und inwiefern Projekt Denver weitergeführt wird, ließ man komplett offen. Bisherigen Roadmaps zufolge sollen die selbstentwickelten ARM-Kerne spätestens bei der darauffolgenden Tegra-Generation mit Codenamen "Parker" zum Einsatz kommen.

Manche wollen es nicht wahr haben, aber nVidia spielt was den ULP Markt betrifft absolut keine Rolle. Selbst Mediatek und Rockchip sind um ein vielfaches relevanter als nVidia es je wahr, und meines Wissens nach selbst wäre, wenn sie 100% der VW PKWs beliefern würden.
Es sind einfach zwei Welten, Nvidia stellt das ARM mäßige non plus Ultra her und Mediatek und Rockchip sind ein paar Ligen darunter angesiedelt. Brauchbar auf jeden Fall (hab selbst ein Alcatel Onetouch Ultra 997D), aber Nvidia ist um Welten entfernt.
Im übrigen geht es Nvidia in dem Bereich wesentlich besser als Intel:
Intel: 929 Mio. Dollar Verlust mit Tablet- und Smartphone-Prozessoren
Manche wollen es nicht wahr haben, aber nVidia spielt was den ULP Markt betrifft absolut keine Rolle. Selbst Mediatek und Rockchip sind um ein vielfaches relevanter als nVidia es je wahr, und meines Wissens nach selbst wäre, wenn sie 100% der VW PKWs beliefern würden.
nVidia ist da ziemlich gefloppt. Selbst Intel hat da mehr "Erfolg" als nVidia. Kaum eine Firma verbaut die Teile, und Automotive hört sich nett an, ist aber ein beinhartes Geschäft, mit keinen gewaltigen Margen, da man sonst schneller wieder draußen ist als man schauen kann, und eben winzig kleinen Stückahlen im Vergleich zum Mobilemarkt aus Smartphones und Tablets.
Viele andere (AMD, Intel usw.) wären auch gerne Hoflieferant der Googletablets geworden, Nvidia hat da eigentlich alles richtig gemacht.
Was mich stört ist das die neuen Tegra Tablets zu wenig Speicher haben, 32GB sind (besonders beim nicht erweiterbaren Nexus9) ein Witz, eine 64GB Version wäre Minimum und auch der RAM hätte üppiger Ausfallen können.
Ich schwanke noch zwischen Nägeln mit Köpfen oder einer 100€ teuren Übergangsversion, bei letzterer könnte ich auch mit Einschränkungen leben.
Und davon gibts dank Maxwell reichlich.(Tegra X1 500 Gflop/s vs. Haswell i7 mit ca. 200 Gflop/s)