Quadro P6000 vorgestellt: GP102-Vollausbau bleibt Profis vorbehalten [Update]
Nvidia hat im Rahmen der SIGGRAPH soeben die Quadro P6000 und P5000 vorgestellt. Für Interesse dürfte vor allem Erstere sorgen, setzt sie doch wie die Titan X auf die GP102-GPU - im Gegensatz zur Titan X bekommt die Quadro P6000 jedoch den Vollausbau mit 3.840 Shadern spendiert, gepaart mit 24 GiByte GDDR5X-Speicher. Die Auslieferung soll ab Oktober 2016 beginnen.
Update vom 27.07.16:
Auf seiner Webseite hat Nvidia ein paar weitere Details zu den beiden Quadro-Grafikkarten P6000 sowie P5000 gegeben. Im Falle Ersterer wurde wenig überraschend die maximale Leistungsaufnahme in Höhe von 250 Watt bestätigt. Die P5000 hingegen soll eine Single-Precision-Rechenleistung von rund 8,9 TFLOPS erreichen und maximal 180 Watt aufnehmen. Damit entspricht die Grafikkarte ziemlich genau einer Geforce GTX 1080 im Quadro-Gewand mit einer doppelten Speicherkapazität. Die Informationen in der Tabelle haben wir entsprechend aktualisiert.
Originalartikel vom 25.06.16:
Vor wenigen Tagen hatte Nvidia ziemlich überraschend die Titan X (ohne Geforce GTX) angekündigt, die als erste Grafikkarte aus Nvidias Pascal-Portfolio auf die GP102-GPU setzt. Schon da war klar, dass aller Voraussicht nach kein Vollausbau eingesetzt wird - zu merkwürdig wäre der Aufbau bei 28 Shader-Multiprozessoren (3.584 Shader). Mit der Veröffentlichung des Profi-Äquivalents in Form der Quadro P6000 hat Nvidia nun endgültig bestätigt, dass diese Vermutungen zutreffen.
In der offiziellen Präsentation ist die Rede von 3.840 Shadern gepaart mit 24 GiByte GDDR5X-Speicher. Da der GP100 auf HBM2 setzt, kann es sich nur um den GP102 handeln. Auf unsere Nachfrage hin hat Nvidia genau das bestätigt und zudem verraten, dass die GPU 471 mm² misst. Der GP102 wird in sechs GPCs mit á fünf SMs beziehungsweise 640 Shadern organisiert. Die Single-Precision-Leistung wird gerundet mit 12 TFLOPS angegeben. Für einen solchen Wert braucht es einen Boost-Takt von etwa 1.560 MHz - je nachdem, wie stark auf- oder abgerundet wurde, fällt er eben höher oder niedriger aus. Der GDDR5X-Speicher dürfte auch in diesem Fall mit 10 Gbps laufen, an 384 Bit also eine Übertragungsrate von 480 GB/s erreichen.
Die zweite Neuankündigung stellt die Quadro P5000 dar, die auf einen GP104-Vollausbau setzt, wie man ihn von der Geforce GTX 1080 kennt. In diesem Fall werden 16 GiByte GDDR5X-Speicher eingesetzt. Werte zu der Rechenleistung, anhand derer man die GPU-Taktraten ableiten könnte, nennt Nvidia keine.
Sowohl die Quadro P6000 als auch die P5000 sollen ab Oktober erhältlich sein. Preise nennt Nvidia zurzeit noch nicht.
| Modell | Quadro P6000 | Quadro P5000 | Tesla P100 (NV-L) | Titan X "Rev. 2" | GTX 1080 |
|---|---|---|---|---|---|
| Codename | GP102 | GP104-400 | GP100 | GP102 | GP104-400 |
| Chipgröße (reiner Die) | 471 mm² | 314 mm² | 610 mm² | 471 mm² | 314 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | ~12.000 | 7.200 | 15.300 | ~12.000 | 7.200 |
| Shader-/SIMD-/Textureinheiten | 3.840/30/240 | 2.560/20/160 | 3.584/56/224 | 3.584/28/224 | 2.560/20/160 |
| Raster-Endstufen (ROPs) | vmtl. 96 | 64 | unbekannt | vmtl. 96 | 64 |
| GPU-Basistakt (Megahertz) | unbekannt | unbekannt | 1.328 | 1.417 | 1.607 |
| GPU-Boost-Takt (Megahertz) | ~1.560 | ~1.733 | 1.480 | 1.531 | 1.733 |
| Rechenleistung SP/DP (Mrd./s) | ~12.000/unbekannt | ~8.900/unbekannt | 10.608/5,3 | 10.974/unbekannt | 8.873/277 |
| Speicheranbindung (Bit) | 384 | 256 | 4.096 | 384 | 256 |
| Geschw. Grafikspeicher (GT/s) | 10 | 10 | 1,474 | 10 | 10 |
| Speicherübertragung (GB/s) | 480 | 320 | 720 | 480 | 320 |
| Übliche Speichermenge (MiB) | 24.576 | 16.384 | 16.384 | 12.288 | 8.192 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | vmtl. je 1 x 6-/8-polig | vmtl. 1 x 8-polig | - | je 1 x 6-/8-polig | 1 x 8-polig |
| Typische Leistungsaufnahme | <250 Watt | <180 Watt | <300 Watt | <250 Watt | <180 Watt |


Danke für umfassende und hilfreiche Antworten. Es wird keine Eierlegenden Wollmilchgrafikkarten mehr geben und man setzt die Karte ein, die man braucht. Was die Grafikkarten heute an Leistung bringen, verstehe ich, aufgewachsen mit 286ern eh, nicht mehr wirklich.
So ähnlich sehe ich das auch im HPC-Bereich, egal ob im klassischen, wo durchaus auch mal DP-Leistung genutzt wird oder bei den neuronalen Netzen (auch wenn die klassisch nicht zum HPC zählten). Insekten sind extrem Leistungsfähig bei dem was sie können - frei nach dem Motto specialization is for insects - und meistens sind es pro Anwendungsgebiet ja recht spezifische Anforderungen.
Eierlegende Wollmilchsäue haben Darwin aus gutem Grund nicht überlebt.
Was ich nicht verstehe: W9100 ist zu teuer, aber die Quadro wäre interessant für dich. Dabei dürfte die mindestens das Doppelte kosten.
Wird Nvidia irgendwann wieder mehr auf DP setzen, hast Du da etwas munkeln hören? Man muss immer schauen, wo die Karten eingesetzt werden. Z.B. hatten wir an der Uni so Cluster mit hundert Grafikkarten für Klimasimulationen. Die brauchen keine DP Leistung. Wie schon gesagt, für die meisten Anwendungen ist die Rechenleistung des GP102 traumhaft.
Wobei die neueren besseren auch teurer sind.
Die Titan wird sicher nicht unter 1300 Euro zu haben sein.