Geforce GTX 1080 Ti: Die GP102-GPU als Gaming-Ableger vermutlich echt
Die GP102-GPU als Gaming-Ableger des GP100 soll real sein. Letzterer soll bekanntlich nur dem Markt für High-Performance-Computing dienen und vermutlich nicht als Geforce erscheinen. Der GP102 könnte eine mindestens genauso hohe Single-Precision-Leistung erreichen, dafür aber kleiner und somit wirtschaftlicher ausfallen.
Seitdem Nvidia im März 2014 Pascal als Zwischenschieber nach Maxwell und vor Volta angekündigt hat, gab es genau einen einzigen Leak zur GP102-GPU. Den verschuldete Nvidia selbst, denn ausgerechnet in einem offiziellen Treiber wurde der GP102 namentlich erwähnt. Das war im November 2015 - der Treiber wurde schnell wieder entfernt, woraufhin es keine weiteren Lebenszeichen zum GP102 gab. Zur Ankündigung der Tesla P100 wurden bloß wieder Spekulationen laut, dass der GP102 eine Gaming-Variante des GP100 darstellen könnte. Letzterer Grafikchip soll nämlich vorwiegend, vielleicht sogar ausschließlich, dem HPC-Markt dienen. Neuerungen, wie die angepriesene Mixed-Precision und der NV-Link hat nur der GP100, nicht aber der GP104 für die Geforce GTX 1080 und GTX 1070 erhalten.
Die Webseite wccftech.com möchte nun "genug von Quellen, die mit solchen Angelegenheiten vertraut sind", gehört haben, dass es den GP102 tatsächlich gebe. Es handle sich, wie vermutet, um einen Gaming-Ableger für den High-End-Bereich. Wer diese Quellen allerdings sind, wird nicht ausgeführt. Ebenso möchte sich die Webseite mit der Deklarierung als "Editorial" absichern, scheint sich der Sache also nicht sicher. Die Ausführungen basieren auf eigenen Spekulationen und wollen wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen.
Sollte der GP102 tatsächlich existieren, wird er vermutlich den FP64-Balast für die Double-Precision-Berechnungen über Bord werfen, genauso wie die im Endkundenbereich nutzlosen NV-Links. Zusätzlich braucht man keine Mixed-Precision, wie die Geforce GTX 1080 und GTX 1070 zeigen. Der Aufbau dürfte eher dem GP104 mit 128 statt 64 Shadern pro SM ähneln. Insgesamt könnte ein GP102 mit 3.840 Shadern deutlich entschlackt und kompakter gehalten werden. Zudem könnten die Kosten mit GDDR5X-Speicher an einem 384-Bit-Interface gegenüber dem GP100 mit HBM2 weiter gesenkt werden. Mit einer hypothetischen Chipfläche zwischen 400 und 500 mm² wäre das einigermaßen wirtschaftlich vertretbar - eine 600-mm²-GPU im ersten, teuren FinFET-Prozess wird man wohl kaum direkt zu rentablen Preisen anbieten können. Letztendlich ist aber die Frage, ob sich die Entwicklung eines rein auf den Gaming-Markt abzielenden GP102 lohnen kann - anders als beim GM200 hat Nvidia für Teslas und Quadros bereits den GP100.
Glaube ich aber irgendwie nicht dran...
Aber, dass bei Release neuer Karten die alten kaum billiger werden, aber die neuen einfach oben draufgesteckt werden vom Preis her, ist eine etwas bedenkliche Entwicklung. Diese kommt natürlich sowohl AMD als auch Nvidia entgegen, verdienen sie so trotz rückgängigen Verkäufen im PC Bereich immer noch eine goldene Nase mit ihren GPUs.
Ob man das jetzt als Vernunftslösung betrachtet, sei dahingestellt, aber man sollte nicht gleich alle potentiellen Interessenten als Lemminge betiteln. Der Preis ist ja jetzt schon hoch, wer weiß wie er mit HBM wäre