Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Gelingt Nvidias Konter zur Radeon HD 7790?
Mit der Geforce GTX 650 Ti Boost stellt Nvidia heute eine neue Grafikkarte auf Basis der Kepler-Architektur vor. Sie soll die Radeon HD 7790 schlagen und gar mit der HD 7850 konkurrieren. Ob Nvidias GTX 650 Ti Boost, die für rund 160 Euro angeboten werden soll, das gelingt, zeigt unser Test.
In Nvidias aktuellem Grafikkarten-Portfolio klafft preislich eine Lücke: Während die günstigste GTX 650 Ti für knapp 115 Euro über die Ladentheke geht, beginnt das nächstgrößere Modell, die GTX 660, erst bei 180 Euro. Das stückzahlenträchtige Segment der 150-Euro-Käufer, in dem AMD besonders breit vertreten ist, wurde bis dahin nur unzureichend bedient. Die Geforce GTX 650 Ti Boost soll diese Lücke füllen.
Die Geforce GTX 650 Ti Boost hat von der Technik viel mehr mit der Geforce GTX 660 gemein als mit der namensverwandten GTX 650 Ti. Alle drei basieren zwar auf Nvidias GK106-GPU mit Kepler-Architektur und bieten DirectX 11.0, OpenGL 4.3, OpenCL 1.1 sowie PCI-Express 3.0. GTX 660 und 650 Ti Boost jedoch haben mit 192 Bit die breitere Speicherschnittstelle, dieselben Takte für GPU und Speicher sowie eine Boost-Funktion, welche lastabhängig die Taktrate der GPU teils stark anheben kann. Lediglich einer der fünf Shader-Multiprozessoren oder kurz SMX, wie Nvidia die Gruppen der Rechenwerke (ALUs) und Textureinheiten (TMUs) nennt, fehlt der 650 Ti Boost zur großen Schwester: Sie verfügt mit 768 ALUs und 64 TMUs über dieselbe Menge an Rechenwerken wie die Geforce GTX 650 Ti (ohne Boost).
Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Beachtenswert!
Nvidia gibt an, dass GTX-650-Ti-Boost-Karten über vier SMX verfügen, während der zugrundeliegende GK106-Chip fünf solcher Einheiten hat. Im Normalfall sind jeweils zwei SMX zu einem GPC kombiniert - dieser bestimmt die Rasterleistung und damit unter anderem die Pixelfüllrate der GPU. Es kann jedoch laut Nvidia auch vorkommen, dass drei GPCs aktiv sind, womit die Rasterleistung um 50 Prozent höher ausfallen sollte - theoretisch überträgt jeder Kepler-GPC pro Takt acht Pixel aus den stetigen Geometriekoordinaten in das Rasterformat des Bildpuffers. Im Check klebte jede der vier Karten wie zu erwarten (Referenz, Asus, MSI und Palit) am SMX-Durchsatz von 4 Pixeln pro SMX pro Takt oder rund 15,7 GPixel/s. Hier ist also kein Flaschenhals zu befürchten.
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Auch der Speicher ist interessant, da asymetrisch angebunden - hier unser Text aus dem Review der GTX 660:
... das Interface übernimmt die GTX 660 nämlich von der GTX 660 Ti. Insgesamt 2.048 MiByte GDDR5-RAM mit einer Geschwindigkeit von genau 3.004 MHz werden über 192 Datenleitungen gefüttert. Die Bestückung setzt sich laut Nvidia folgendermaßen zusammen. Memory Controller 1: 4 pcs: 128M x 16 GDDR5 (1 GB, 16-bit) - Memory Controller 2: 2 pcs: 64M x 32 GDDR5 (512 MB, 32-bit) - Memory Controller 3: 2 pcs: 64M x 32 GDDR5 (512 MB, 32-bit).Jeder der acht Speicherbausteine verfügt demnach über eine Kapazität von 256 MiByte (8 x 256 = 2.048 MiB), doch der Interface-Einschnitt erlaubt es nicht, jeden einzelnen an einen 32-Bit-Kanal zu klemmen (8 x 32 = 256 Bit). Das bedeutet: Die GTX 660 Ti verfügt mindestens bis zu einer Speicherbelegung von 1.536 MiB über die volle Transferrate mit einem Durchsatz von rund 144 GByte/Sek. (bei 3.004 MHz GDDR5), für belegten Speicher oberhalb dieser Grenze bricht der Durchsatz - und damit auch die Leistung - drastisch ein.
Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Die Karten
Quelle: PC Games Hardware
Palit Geforce GTX 650 Ti Boost OC Edition
Aufgrund der technischen Nähe zur GTX 660 gleichen sich auch Nvidias Referenzboards wie ein Ei dem anderen - selbiges ist auch bei den Karten der Boardpartner zu erwarten. Nvidia betont, dass die Referenzkarte im Handel eher die Ausnahme bleiben und direkt zum Marktstart bereits OC-Modelle verfügbar sein werden. Asus, MSI und Palit unterstreichen dies, indem sie uns bereits entsprechende Modelle zugesandt haben, die wir kurz in Augenschein nehmen konnten. Die kompletten Testwerte der Partnerkarten finden Sie in der kommenden PCGH-Ausgabe 06/2013 (ab 2. Mai am Kiosk).
Bei unserem Muster der Palit GTX 650 Ti Boost OC liegen 1.006 MHz Basistakt, 1.072 MHz nomineller Boost-Takt und 3.054 MHz für den 2 GiByte großen GDDR5-Speicher an. Der Boost erreichte im Kurztest einen Wert von 1.097 MHz und benötigte dafür 1,162 Volt. Im Leerlaul lagen 0,875 Volt an.
Die MSI N650Ti Boost Twin Frozr III OC Edition tritt ebenfalls mit 2 GiByte GDDR5-RAM an, taktet mit 1.033 Basis, 1.095 Boost und 3.004 MHz für den Speicher. Der Kurztest ergab bis zu 1.176 MHz Boost bei 1,175 Volt (Leerlauf: 0,850 Volt).
Asus' GTX 650 Ti Boost Direct Cu II OC taktet mit 1.019 MHz Basis, 1.085 MHz Standard-Boost und ebenfalls für den wie immer 2 GiByte großen GDDR5-Speicher. Im Kurztest boostete die Karte auf 1.136 MHz bei 1,175 Volt (Leerlauf: 0,8620 Volt).
Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Spezifikation
| Modell | HD 7870 | HD 7850 | HD 7790 | HD 7770 | GTX 660 Ti | GTX 660 | GTX 650 Ti Boost | GTX 650 Ti |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechenleistung GFLOPS, Single-Precision | 2.560 | 1.761 | 1.792 | 1.280 | 2.460 | 1.882 | 1.505 | 1.425 |
| Polygondurchsatz (Mio. Dreiecke/s) | 2.000 | 1.720 | 2.000 | 1.000 | 3.203 | 2.450 | 1.960 | 1.856 |
| Durchsatz (Mrd. Pixel/Sekunde) | 32,0 | 27,5 | 16,0 | 16,0 | 29,3 | 19,6 | 15,7 | 14,8 |
| Durchsatz (Mrd. Texel/Sekunde) | 80,0 | 55,0 | 56,0 | 40,0 | 102,5 | 78,4 | 62,7 | 59,4 |
| Speichertransferrate (Gigabyte/s) | 153,6 | 153,6 | 96,0 | 72,0 | 144,2 | 144,2 | 144,2 | 86,4 |
| Takt Grafikchip/Boost (Megahertz) | 1.000/---- | 860/--- | 1.000/---- | 1.000/---- | 915/980 | 980/1.033 | 980/1.033 | 928/--- |
| Takt Grafikspeicher (Megahertz) | 2.400 | 2.400 | 3.000 | 2.250 | 3.004 | 3.004 | 3.004 | 2.700 |
| Anzahl Shader ("ALUs") | 1.280 | 1.024 | 896 | 640 | 1.344 | 960 | 768 | 768 |
| Anzahl Textureinheiten ("TMUs") | 80 | 64 | 56 | 40 | 112 | 80 | 64 | 64 |
| Anzahl Raster-Operatoren ("ROPs") | 32 | 32 | 16 | 16 | 24 | 24 | 24 | 16 |
| Speicheranbindung (parallele Bits) | 256 | 256 | 128 | 128 | 192 | 192 | 192 | 128 |
| bliche Speichermenge (MiByte) | 2.048 | 2.048/1.024 | 1.024 | 1.024 | 2.048 | 2.048 | 2.048 | 1.024 |
Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Kühlung, Lautheit & Leistungsaufnahme
Die Leistungsaufnahme und Lautheit ermitteln wir im Werkszustand - also mit unveränderter Wärmeleitpaste und Standardeinstellungen für Turbo & Co. Die Kühlkonstruktion der GTX 650 Ti Boost entspricht derjenigen, die auch schon bei der GTX 660 zum Einsatz kommt. Auch wenn die Karte dank etwas geringerer Leistungsaufnahme eigentlich leiser zu kühlen sein sollte, gibt der Radiallüfter unseres Musters ein hörbares Rattern von sich, welches im Leerlauf die Sone-Messung um 0,1 Zähler nach oben schiebt.
Die bereits vermessenen 650-Ti-Boost-Modelle von MSI und Palit zeigen mit 0,2 Sone respektive 0,5 Sone, dass der Leerlauf auch sehr leise sein kann. Im Kurztest erreichten die OC-Karten unter Last rund 1,1 bis 1,2 Sone, blieben also ebenfalls wesentlich leiser als das Referenzmodell, dessen Werten Sie hier also nicht allzuviel Bedeutung beimessen sollten.
| HD 7790 (Sapphire) | HD 7870 | HD 7850 | GTX 650 Ti Boost | GTX 660 | GTX 670 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautstärke | ||||||
| Leerlauf | 0,3 Sone | 0,8 Sone | 0,8 Sone | 1,0 Sone | 0,9 Sone | 0,9 Sone |
| BF: Bad Company 2 (DX11) | 2,2 Sone | 3,1 Sone | 2,6 Sone | 2,2 Sone | 2,2 Sone | 2,9 Sone |
| Leistungsaufnahme | ||||||
| Leerlauf | 11 Watt | 11 Watt | 10 Watt | 10 Watt | 10 Watt | 15 Watt |
| BF: Bad Company 2 (DX11) | 82 Watt | 114 Watt | 98 Watt | 110 Watt | 118 Watt | 147 Watt |
Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Spieleleistung
Quelle: PC Games Hardware
Lautstärke-Messstand der PC Games Hardware
Da es sich bei der Geforce GTX 650 Ti Boost um eine Mittelklasse-Grafikkarte handelt und Nvidia die Spieletauglichkeit in Full HD betont, finden die Benchmarks allesamt in 1.920 x 1.080 (1080p) statt. Wie von PC Games Hardware bekannt, testen wir durchweg mit bestmöglicher Filterqualität im Grafiktreiber (HQ-AF), mindestens 4x Multisample-AA und in Einzelfällen sogar mit Supersampling (TES V: Skyrim, The Witcher 2). Alle Details zu den PCGH-Benchmarks entnehmen Sie dem Artikel Grafikkarten-Benchmarks 2012/2013: Battlefield 3, Skyrim, Crysis 2, Max Payne 3 und sieben weitere Top-Titel geprüft. Das PCGH-VGA-Testsystem in der Kürze:
• Intel Core i7-3770K @ 4,5 GHz (vier Kerne plus SMT; ohne Turbo)
• MSI Z77A-GD80 (Intel Z77-Chipsatz, SLI- und Crossfire-tauglich)
• 2 x 4 GiByte DDR3-1866; 9-9-9-21-1T
• Corsair HX850 (850 Watt, 80-Plus Silber)
• Geforce 314.21 Beta - HQ
• Catalyst 13.2 Beta 7 (13.3 Beta für HD 7790) - HQ
• Windows 7 Ultimate x64 SP1 inklusive Patches
GTX 650 Ti Boost vs. HD 7790:
Mit Referenztakt ist die Radeon HD 7790 fast immer langsamer als die Geforce GTX 650 Ti - Ausnahmen sind Anno 2070 und Dirt Showdown. In Max Payne 3 herrscht quasi-Gleichstand. Dafür soll die HD 7790 allerdings per UVP auch rund 25 Euro günstiger sein.
GTX 650 Ti Boost vs. HD 7850:
In der Regel liegt die 650 Ti Boost hinter der ab 140 Euro erhältlichen HD 7850/1G. Der Abstand ist in Dirt Showdown mit 27 Prozent Rückstand am ausgeprägtesten, aber auch in Anno 2070 und Max Payne 3 ist ein deutlicher Abstand vorhanden. In Battlefield 3, Crysis 2 (und Warhead), Metro 2033 und Skyrim (4x SGSSAA) liegen die Karten nahezu gleichauf, während die Geforce wie üblich im mit MSAA getesteten Starcraft 2 gewinnt.
Geforce GTX 650 Ti Boost im Test: Fazit
Die GTX 650 Ti ist eine flotte Karte, die für die derzeitigen Belange der meisten Gamer ausreicht. Der Preis von 160 Euro (Nvidia-UVP: 139 EUR zzgl. MwSt.) muss sich allerdings noch etwas Kritik gefallen lassen. Zwar wird der Markt die Preisgestaltung über Angebot und Nachfrage sicherlich regulieren, aber derzeit kostet die Karte noch zuviel - das Fazit ist also dasselbe wie bei der Radeon HD 7790. Sinkt der Preis unter 140 Euro, können Sie zuschlagen.
Mehr zum Thema Geforce GTX 650 Ti Boost vs. Radeon HD 7790 und den bis dahin verfügbaren Custom-Designs lesen Sie übrigens in der PCGH 06/2013.

Wat laberst du denn da
Herr Kollege, wir sprechen hier von einer bzw. zwei Einsteigerkarten. Da kann man nicht erwarten das damit alles in Full-HD auf Ultra Settings läuft
Jo und am Ende ca. 30€ teurer, von daher