Online-Abo
  • Login
  • Registrieren
Games World
  • Freesync: Frame-Doubling und Hertz-Modding 2.0 mit Custom Resolution Utility ausprobiert

    AMD hat mit der Radeon Software Crimson 15.11 ein wichtiges Feature nachgereicht, um mit Nvidias G-Sync konkurrieren zu können: Frame-Doubling beziehungsweise -Vervielfachung. Bei Fps-Raten unterhalb der Freesync-Spanne werden einzelne Frames mehrfach ausgegeben, um die Bildrate trotzdem noch dynamisch anpassen zu können. PC Games Hardware hat das zum Anlass genommen, sich Freesync erneut anzusehen.


    Seit der Vorstellung von G-Sync bedient sich Nvidia eines Tricks, um die dynamischen Bildwiederholraten vermeintlich bis ganz weit unten zu unterstützen. Das Zauberwort heißt "Frame-Doubling" beziehungsweise Frame-Vervielfachung bei Faktoren über 2. Dabei werden Frames mehrfach an den Monitor ausgegeben, wenn die tatsächliche G-Sync-Grenze unterboten wird. Der Monitor baut also mehrmals das gleiche Bild auf, um die Farbinformationen nicht zu verlieren (bedingt durch das Panel und/oder den Scaler können die Pixel nur eine gewisse Zeit aufrechterhalten werden). Nehmen wir an, ein G-Sync-Display kann minimal 30 Hertz darstellen, dann werden 29 Fps mit 58 Hertz dargestellt, 28 mit 56 und so weiter. Bei 14 Fps winkt "Frame-Tripling" mit 42 Hz.

    Auf der anderen Seite gab es bei Freesync bisher immer eine "harte" untere Grenze, unter der man mit V-Sync oder Tearing leben musste - erinnern Sie sich, dass die Frage nach der tatsächlichen unteren Grenze erst bei Freesync, nicht aber schon bei G-Sync aufkam? Mit der ersten Radeon Software Crimson (15.11) hat AMD nun auch die Frame-Vervielfachung eingeführt. Laut eigenen Angaben soll der dafür genutzte Algorithmus ab einen Faktor von 2,5 zwischen minimaler und maximaler Refresh-Rate funktionieren, praktisch reicht aber schon die doppelte. Bei einem 60-Hertz-Monitor muss die minimale Grenze also bei 30 Hertz liegen; bei 29 Fps werden 58 Hz dargestellt, ab 30 Fps liegt man in der nativen Freesync-Spanne.

    Das haben wir zum Anlass genommen, uns Freesync anhand von Asus' MG279Q erneut anzusehen und ein wenig zu modifizieren. Normal läuft der nämlich mit maximal 90 Hz bei aktiviertem Freesync, um eine minimale Grenze von immerhin 35 Hz zu erreichen. Zuvor haben wir bereits ausgelotet, dass der Monitor maximal 110 Hz bei gleichzeitig verringerter unterer Grenze von 31 Hz schafft. Mit der jetzt eingeführten Frame-Vervielfachung ist uns eine so niedrige Minimal-Rate nicht mehr so wichtig, sodass wir die vollen 144 Hz haben wollten.

    Freesync-Tuning: Custom Resolution Utility

          

    "ToastyX" von monitortests.com hat seine Custom Resolution Utility aktualisiert, um jetzt auch Freesync zu unterstützen. Damit muss man keinen eigenen Treiber mit angepassten EDID-Werten mehr bauen, sondern kann die entsprechenden Informationen nun über das Tool verändern. Eine Anleitung dazu gibt es noch keine; wir haben das Ganze mehrere Stunden lang ausprobiert und dabei einen schnell umsetzbaren Weg für die Anpassung der Freesync-Spanne gefunden.

    Anleitung

          
    1. Schritt: "Add Detailed Resolution" - "Timing" auf "Manual" belassen (entspricht "LCD Standard"), unten bei "Refresh Rate" den gewünschten Wert eingeben und auf Ok klicken
    2. Schritt: "Edit" Display-Profil (oben) - unten bei "V Rate" links das gewünschte Minimum eintragen, rechts das in Schritt 1 eingestellte Maximum (in unserem Fall 56 - 144 Hz) und auf Ok klicken
    3. Schritt: Den PC neustarten
    4. Schritt: Rechtsklick auf den Desktop, zu Bildschirmauflösung > Erweiterte Einstellungen > Monitor navigieren und dort die "Bildschirmaktualisierungsrate" auf das neue Maximum einstellen - in den Radeon Settings (/Radeon Einstellungen) sollte unter Anzeige > Freesync jetzt die neue Spanne stehen
    Freesync-Spanne mit CRU bearbeiten
    Freesync-Tuning11-pcgh

    Ergänzende Tipps

          

    Nachdem man die Desktop-Bildwiederholrate auf 144 Hertz gestellt hat, erkennt der Treiber die Freesync-Spanne korrekt. Das OSD zeigt die anliegenden 144 Hz. Nachdem man die Desktop-Bildwiederholrate auf 144 Hertz gestellt hat, erkennt der Treiber die Freesync-Spanne korrekt. Das OSD zeigt die anliegenden 144 Hz. Quelle: PC Games Hardware Nach dem Hochfahren kommt die OSD-Meldung, dass Freesync deaktiviert wäre. Tatsächlich funktioniert Freesync aber im höheren Frequenzbereich. Nach dem Hochfahren kommt die OSD-Meldung, dass Freesync deaktiviert wäre. Tatsächlich funktioniert Freesync aber im höheren Frequenzbereich. Quelle: PC Games Hardware Problematisch ist das Ganze bei 144 Hz und 1440p, da die Hersteller dort verschärfte Timings fahren müssen, um die Bandbreite von Displayport 1.2(a) nicht zu überschreiten. Die manuellen Timings beziehungsweise "LCD Standard" in der CRU basieren offenbar auf den Herstellereinstellungen; die VESA sieht eigentlich unter anderem einen deutlich höheren Pixel-Clock vor. Dementsprechend kann es bei 144 Hz, 1440p zu Black-Screens kommen, in unserem Fall hatten wir mit den oben genannten Schritten aber fast keine Probleme mehr. Fast keine heißt, dass sich die Freesync-Spanne manchmal bis zu einem Neustart einfach zurückgesetzt hat oder der Monitor beim Start schwarz blieb. Nach einigen PC-Starts haben sich die Probleme indes von alleine erübrigt (fragen Sie uns nicht, warum).

    Ergänzend zu Schritt 4: Der Treiber hat erst mit dem Hochstellen der Bildwiederholrate im Desktop korrekt erkannt, dass die maximale Freesync-Spanne bei 144 Hz liegt. So hatten wir später die wenigsten Probleme mit Spielen. Ironischerweise sieht man, ob das ganze Unterfangen funktioniert hat, unter anderem daran, wenn man nach dem Booten von einer OSD-Meldung begrüßt wird, laut der Freesync wegen Hertz-Raten außerhalb der unterstützten Spanne deaktiviert wäre. Dabei denkt nur das OSD, Freesync wäre deaktiviert, tatsächlich funktioniert das aber.

    Ultimativ überprüfen lässt sich das über das OSD selbst, wenn es die aktuelle Hertz-Rate live wiedergibt, so bei unserem MG279Q: Über ein Spiel oder eine Demo eine Fps-Rate in der Nähe der neuen Maximal-Spanne provozieren und die Fps dann mit den Hz vergleichen. Sind die identisch (beziehungsweise ähnlich, die Fps-Werte bei Fraps hinken meistens etwas hinterher) wird der neue Freesync-Bereich korrekt umgesetzt. Das Gleiche dann noch bei der neu eingestellten Minimal-Spanne: Kommt es zu Bildfehlern, muss der Wert in der CRU angehoben werden; entstehen keine, kann man einen niedrigeren ausprobieren.

    Freesync-Tuning: Beobachtungen

          

    Die synchronisierten Bildwiederholraten am Beispiel von Diablo 3 (unten rechts in Gelb die Fps, im OSD der Hertz-Wert des Monitors). Die Fps-Anzeige mit Fraps hinkt meistens minimal hinterher. Die synchronisierten Bildwiederholraten am Beispiel von Diablo 3 (unten rechts in Gelb die Fps, im OSD der Hertz-Wert des Monitors). Die Fps-Anzeige mit Fraps hinkt meistens minimal hinterher. Quelle: PC Games Hardware Wir haben den "gemoddeten" MG279Q prompt in Star Wars: Battlefront, Diablo 3 und League of Legends ausprobiert. Als erstes müssen natürlich die Spiele auf das neue Limit eingestellt werden (ein Framelock auf die maximale Freesync-Grenze bietet sich an, damit die Bildausgabe synchronisiert bleibt, ansonsten hat man wieder die bekannten Nachteile). Battlefront ist zunächst immer wieder auf die alte 90- Hz-Grenze zurückgesprungen, LoL hingegen hatte bei konstant angezeigten 140 bis 144 Fps starke Hz-Schwankungen bis hinunter zu 100 Hz. In beiden Fällen haben einige Neustarts auch hier die Probleme gelöst. In Diablo 3 lief alles von Anfang an zufriedenstellend.

    In unserem Fall hat die Anhebung von 90 auf 144 Hz derweil einen neuen "Aha"-Effekt erzeugt. Erreicht man entsprechende Fps-Werte, fühlt sich das Spiel zumindest beim Autor dieser Zeilen noch ein Stück reaktionsfreudiger an, wobei das natürlich eine subjektive, individuelle Wahrnehmung ist. Wir jedenfalls nehmen die zusätzlichen 54 Hz gerne mit. Selbst bei den hohen Bildwiederholraten bringt Freesync noch einen kleinen, aber feinen Unterschied. Die Kombination macht es quasi perfekt.

    Beobachtungen Frame-Vervielfachung

          

    Die Frame-Vervielfachung mit dem neuen Radeon-Treiber funktioniert indes sehr gut. Zum Testen haben wir erneut Star Wars: Battlefront herangezogen, das spätestens mit Downsampling niedrige Fps auf den Bildschirm bringt. 40 Fps mit Frame-Vervielfachung fühlen sich so flüssig an wie mit nativem Freesync - etwaige Nachteile glauben wir auf die Einbildung schieben zu können. Natürlich ist Freesync kein Wundermittel, sodass wir zumindest bei Battlefront doch höhere Fps-Raten bevorzugen. Ansonsten stellen auch höhere Vervielfachungsfaktoren kein Problem dar, in einem Ladebildschirm konnten wir sogar eine Verachtfachung beobachten.

    Ein einfaches Unterschreiten der Freesync-Grenze mit dem Wechsel auf Frame-Vervielfachung konnten wir derweil nicht wahrnehmen, ohne auf das OSD und Fraps zu schauen. Einzig als wir Fps-Werte nahe der unteren Grenze provoziert haben, wodurch wir im Millisekunden-Bereich darunter und darüber gewechselt sind, kam es zu spürbaren Aussetzern. Da mussten wir allerdings die Auflösung auf 112 Prozent skalieren, um genau das zu erreichen. In der Praxis sieht das wegen der krummen Auflösung nicht nur schlecht aus, sondern ist kaum realitätsnah. Kommt man per Zufall doch der Grenze nahe, kann man die Grafikeinstellungen erhöhen oder verringern, um sie nur vereinzelt zu überschreiten.

    Freesync-Tuning: Abschließende Worte

          

    Aus Nerd-Sicht gefallen uns die Verbesserungen an Freesync mit der Radeon Software Crimson sehr gut. Die Frame-Vervielfachung funktioniert wie vorgesehen, sodass wir ohne schlechtes Gewissen bei grafisch aufwendigeren Spielen auf die höhere Spanne setzen können. Da AMD auf den offenen Adaptive-Sync-Standard setzt, kann man auch selbst die EDID-Informationen anpassen, um sich seine eigene Freesync-Spanne bauen zu können. Für den normalen Nutzer ist das Herumbasteln mit der Custom Resolution Utility aber eher nichts. Selbst uns hat das Herumdoktorn den einen oder anderen Seufzer entlockt - da sind künftig die Monitorhersteller gefragt, vernünftige Spezifikationen anzusetzen, an denen der Käufer nichts mehr zu ändern braucht.

    Werbefrei auf PCGH.de und im Forum surfen - jetzt informieren.
    04:05
    AMD Freesync: Der Vorteil dynamischer Bildwiederholfrequenz im Video
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Radeon Treiber Download: Crimson Relive Edition 16.12.1
      • Von Kukuruz Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Noch eine Frage dazu: Wie merke ich eigentlich, dass das Frame Doubling aktiv ist?

        Ich hab einen MG279Q und hab das ganze nach der Anleitung eingestellt.
        Funktioniert zumindest bei CS:GO einwandfrei. Frame und Hz sind immer gleich.

        Jetzt wollt ich aber noch wissen, was passiert wenn man drunter ist. Hab Witcher 3 angeschmissen, Hairworks reingeknallt und das Spiel so runtergedrückt. Fraps und die Gaming Evolved Einstellungen zeigen mir aber trotzdem nur 35 fps an.
        Wobei aber die Hz anzeige im Monitor genau immer das doppelte der gerade angezeigten Frames sind. Also 70-80, je nach Szene.

        Heißt das, dass das frame doublin jetzt aktiv ist und nur halt die Framecounter das nicht zählen können?
      • Von Kukuruz Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Peacecamper
        Ich hole das Thema gerade nochmal hoch. Folgende Frage zum Artikel:

        "2. Schritt: "Edit" Display-Profil (oben) - unten bei "V Rate" links das gewünschte Minimum eintragen, rechts das in Schritt 1 eingestellte Maximum (in unserem Fall 56 - 144 Hz) und auf Ok klicken."

        Warum 56 Hz als Minimum? Der Monitor unterstützt doch laut Artikel Freesync bereits ab 35 Hz bzw. mit neuem Treiber sogar ab 31 Hz?
        Damit du die Spanne bis 144Hz bekommst.

        31-100Hz oder 56-144Hz.

        31-144Hz funktioniert nicht.
      • Von Peacecamper Schraubenverwechsler(in)
        Ich hole das Thema gerade nochmal hoch. Folgende Frage zum Artikel:

        "2. Schritt: "Edit" Display-Profil (oben) - unten bei "V Rate" links das gewünschte Minimum eintragen, rechts das in Schritt 1 eingestellte Maximum (in unserem Fall 56 - 144 Hz) und auf Ok klicken."

        Warum 56 Hz als Minimum? Der Monitor unterstützt doch laut Artikel Freesync bereits ab 35 Hz bzw. mit neuem Treiber sogar ab 31 Hz?
      • Von DKK007 Moderator
        Gibt ja schon Monitore, die Freesync bis 144 Hz können. Mit DP1.3 sind ja dann sogar bei FullHD 240 Hz möglich, UHD mit 120Hz.
      • Von Dominic134679 PC-Selbstbauer(in)
        Hat mit meinem MG279Q über normalem Displayport nicht funktioniert, da blieb nach dem Booten einfach immer der Bildschirm schwarz. Mit Mini-Displayport funktioniert es seltsamerweise wunderbar.

        In dem Fall müssen die Hersteller jetzt doch nur noch die obere Hälfte der HZ-Zahl mit Freesync nativ abdecken, oder? Dank Frame-Doubling und Trippling & co. ist doch ab sofort automatisch der Bereich nach untenhin komplett abgedeckt. Versteh ich das so richtig? Also ist doch Freesync ab sofort qualitativ komplett mit Gsync gleichzustellen.
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016
    PCGH Magazin 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1180261
Monitor-Display
Freesync: Frame-Doubling und Hertz-Modding 2.0 mit Custom Resolution Utility ausprobiert
AMD hat mit der Radeon Software Crimson 15.11 ein wichtiges Feature nachgereicht, um mit Nvidias G-Sync konkurrieren zu können: Frame-Doubling beziehungsweise -Vervielfachung. Bei Fps-Raten unterhalb der Freesync-Spanne werden einzelne Frames mehrfach ausgegeben, um die Bildrate trotzdem noch dynamisch anpassen zu können. PC Games Hardware hat das zum Anlass genommen, sich Freesync erneut anzusehen.
http://www.pcgameshardware.de/Monitor-Display-Hardware-154105/Specials/Freesync-Frame-Doubling-Modding-Test-1180261/
11.12.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/12/AMD_Freesync_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.JPG
amd,display,radeon,lcd,monitor
specials