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  • Skylake: die neue Intel Plattform - Sockel 1151 und Z170 im Überblick [Special der Woche]

    Während bei den Skylake-CPUs für Sockel 1151 Evolution statt Revolution herrscht, macht der Feature-Umfang der zugehörigen PCHs (bisher: Z170) den größten Sprung seit Ende der AGP-Ära. Offizielle Details seitens Intel stehen zwar aus, aber wir wagen anhand von Leaks und verfügbaren Mainboards eine Zusammenfassung.

    Intels Skylake-Launch mutet merkwürdig an: Eine komplett neue Architektur, eine komplett neue Plattform, eine komplett neue Chipsatz-Familie – und nur zwei neue CPUs, nur ein neuer PCH und kaum technische Details; weitere Produkte und Informationen kommen "später". Auch der PCGH-Redaktion stehen zum Zeitpunkt, an dem diese Zeilen geschrieben werden, keine Architekturdetails, keine Plattform-Spezifikationen und auch sonst wenig offizielle Informationen zur Verfügung, sieht man einmal von den technischen Eckdaten des i5-6600K und i7-6700K ab. Potentielle Skylake-Käufer bleiben aber trotzdem nicht im Regen stehen, denn die vorliegende Hardware, die Informationen einiger Mainboardhersteller und einige ältere Leaks ergeben zusammen ein schlüssiges Bild der neuen Plattform. Achten Sie auch auf unseren Test des Core i5-6600K und i7-6700K auf PCGH.de.

    Skylake-CPUs: Altes und neues

          

    Zu den Neuerungen von Skylake gehört DDR4, aber auch der DD3-Betrieb ist auf Mainboards mit entsprechenden Slots weiterhin möglich. Zu den Neuerungen von Skylake gehört DDR4, aber auch der DD3-Betrieb ist auf Mainboards mit entsprechenden Slots weiterhin möglich. Quelle: gigabyte.com Zunächst der langweilige Teil. Auch Sockel-1151-CPUs kommunizieren mit der Außenwelt über ein Dual-Channel-DDR-Speicherinterface, eine DMI-Schnittstelle und ein PCI-Exrpress-×16-Interface. Letzteres bleibt beim 3.0-Standard, alte Gerüchte über eine Einführung von PCI-Express-4.0 haben sich nicht bewahrheitet. Damit bietet Skylake die gleichen Möglichkeiten zur Anbindung einer Grafikkarte, wie Ivy Bridge, Has- und Broadwell zuvor – oder wie AMDs FM2+-CPUs.

    Geändert hat sich dagegen Art und Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers. Skylake unterstützt DDR4, offiziell mit bis zu effektiv 2133 MHz. Wie in der Vergangenheit ist bei "K"-Modellen darüber hinaus eine Übertaktung des Speichercontrollers möglich, Asus führte auf einem Tech-Event DDR4-4200 vor. Die zugehörigen 1,6 Volt Speicherspannung sind vermutlich nur beschränkt alltagstauglich, in der Vergangenheit waren aber zumindest 50% RAM-OC kein Problem für K-Modelle, ausgehend von DDR3-1600 im Falle von Haswell. DDR3 wird Skylake ebenfalls unterstützen, offiziell bis DDR3L-1600. Ein technischer Hintergrund für die Beschränkung auf Low-Power-DDR3L-Speicher ist nicht bekannt, naheliegend wäre dessen niedrigere Speicherspannung. Das bereits erwähnte Asus-Demo-System spricht aber dafür, dass Skylake zumindest für begrenzte Zeiträume auch mehr als 1,35 V verträgt.

    Ebenfalls beschleunigt wurde die dritte Schnittelle nach außen. Die Verbindung zum PCH erfolgt jetzt mit DMI 3.0 an Stelle von DMI 2.0. Wiederum verschweig Intel, was hinter dieser Bezeichnung steckt, aber MSI-Folien geben zumindest eine Geschwindigkeit von 8 GT/s an. Das entspricht nicht ganz zufällig der gerundeten Bit-Rate von PCI-Express 3.0 und da DMI 2.0 einem, um Zusatzunktionen ergänztes, PCI-Express-2.0-×4-Interface entsprach, darf für DMI 3.0 guten Gewissens von einer PCI-Express-3.0-×4-Implementation ausgegangen werden. Die Bandbreite steigt entsprechend von 2 GB/s auf knapp unter 4 GB/s.

    10:27
    Intel Core i7-6700K - Video zum Skylake-Test

    Sockel 1151: Nur Altes – und das ist auch gut so

          

    Im Rahmen eines Presse-Events skizzierte Asus die Skylake-Stromversorgung ohne FIVRs über vier getrennte Spannungen. Im Rahmen eines Presse-Events skizzierte Asus die Skylake-Stromversorgung ohne FIVRs über vier getrennte Spannungen. Quelle: PC Games Hardware Während das Innere der CPUs von behutsamer Evolution geprägt ist, wird deren Infrastruktur einschneidend verändert. "Neu" ist dabei aber gar nichts, im Gegenteil. Intel bedient sich sowohl bei der Spannungsversorgung als auch bei der Taktsteuerung der Vergangenheit. So werden Sockel-1151-CPUs wieder direkt vom Mainboard mit Strom versorgt. Dieses muss somit zahlreiche verschiedene Spannungen für Kerne, Ring-Bus, System Agent und die integrierte GPU bereitstellen, was entsprechend mehr Möglichkeiten, aber auch Verantwortung für die Platinenhersteller bedeutet. Für Sockel-1150-CPUs nutzte Intel sogenannte FIVRs (fully integrated voltage regulator), die zahlreiche Spannungen direkt auf dem Substrat der CPU generierten – das Mainboard stellte nur noch eine grob regulierte Basisspannung, die VCCin, bereit.

    Sowohl von Asus als auch von MSI bestätigt: Der feinjustierbare Skylake-BCLK wird nicht mehr durch PCI-E-/DMI-Geräte behindert. Zumindest nicht bei 'K'-SKUs. Sowohl von Asus als auch von MSI bestätigt: Der feinjustierbare Skylake-BCLK wird nicht mehr durch PCI-E-/DMI-Geräte behindert. Zumindest nicht bei "K"-SKUs. Quelle: MSI Ebenfalls mainboardlastiger wird die Takt-Ansteuerung von Skylake. Erstmals seit Clarkdale (Sockel 1156, Westmere-Generation) entkoppelt Intel den BCLK- vom PCI-Expresstakt. Bei Sockel-1155- und -1150-CPUs hatten die Zwangsverbindung zwischen Basistakt und den schlecht übertaktbaren PCI-Express- und DMI-Verbindungen etwaige BCLK-Anhebungen auf wenige MHz beschränkt. Damit ist jetzt Schluss, Asus verspricht 400 MHz BCLK mit Luftkühlung und 500 MHz mit Wasserkühlung. Mit Flüssigstoff sollen sogar schon über 600 MHz erreicht worden sein – auf Skylake-Vorserienmustern. Der Nutzen so hoher BCLK-Übertaktung bleibt aber abzuwarten. Traditionell wurde die Kombination aus hohem BCLK und normalen CPU-Multiplikator genutzt, um den CPU-Takt von Modellen mit gesperrtem Multiplikator anzuheben. Nach aktuellem Kenntnissstand möchte Intel aber nur K-Modelle für unabhängiges BCLK-Tuning freigeben, bei denen dieser Umweg gar nicht nötig ist.

    05:23
    Skylake: Asus-Z170-Mainboards im Video

    Z170: Ein großer Schritt nach vorn

          

    Häufige 'up to'-Angaben unterstreichen die I/O-Flexibilität von Sunrise Point, im Juli 2014 leakten diese Folien zu HSIO-Konfigurationen. (1) Häufige "up to"-Angaben unterstreichen die I/O-Flexibilität von Sunrise Point, im Juli 2014 leakten diese Folien zu HSIO-Konfigurationen. (1) Quelle: http://chinese.vr-zone.com Vierte Neuerung der Sockel-1151-Plattform ist die Sunrise-Point-Familie von PCHs, wobei vorerst nur der Z170 vorgestellt wurde. Im Gegensatz zu den sonst eher behutsamen Neuerungen liefert Intel hier die größte Funktionserweiterung seit Ende der AGP-Ära. Die Eckdaten: Erstmals mehr als 8 PCI-Express-Lanes, erstmals PCI-Express-3.0 im Chipsatz, erstmals direkte Unterstützung mehrerer PCI-Express-Speichermedien einschließlich deren Verknüpfung zu RAID-Verbünden und wesentlich mehr Flexibilität als jemals zuvor. Zum Vergleich die Eckdaten des Vorgängers: 6 USB-3.0-Schnittstellen, 6 SATA-6-GBit/s-Ports, 6 PCI-Express-2.0-Lanes und optional zwei weitere, wenn entweder auf zwei USB-3.0- oder zwei SATA-Anschlüsse verzichtet wird, ergaben insgesamt 18 Flex-I/O-Ports für moderne Peripherie. Aus diesen werden mit der kommenden Generation ganze 26 High-Speed-I/O-Anschlüsse, von denen bis zu 10 USB 3.0, weiterhin bis zu 6 gleichzeitig SATA-6-Gbit/s und bis zu 20 Stück PCI-Express beherrschen.
    Häufige 'up to'-Angaben unterstreichen die I/O-Flexibilität von Sunrise Point, im Juli 2014 leakten diese Folien zu zu HSIO-Konfigurationen. (2) Häufige "up to"-Angaben unterstreichen die I/O-Flexibilität von Sunrise Point, im Juli 2014 leakten diese Folien zu zu HSIO-Konfigurationen. (2) Quelle: http://chinese.vr-zone.com

    Ersten Testmustern nach zu urteilen beschränken sich die Hersteller hierbei auf das Minimum von 6 USB-3.0-Anschlüssen und verbauen darüber hinaus lieber USB-3.1-Zusatzcontroller, im SATA-Bereich verzichtet niemand auf das Maximum von 6 Anschlüssen. Dazwischen bleiben somit 14 HSIOs für PCI-Express-Einsatz, also 8 Lanes mehr als beim Z97-PCH, und jede einzelne davon ist dank PCI-Express-3.0 doppelt so schnell wie bisher. Für moderne 3D-Beschleuniger sind die PCH-Lanes dennoch ungeeignet, denn die Anbindung zu CPU und Speichercontroller wird auch mit DMI 3.0 auf die Geschwindigkeit eines PCI-Express-2.0-×8-Slots limitiert. Aber die neuen Chipsätze ermöglichen endlich die Anbindung von High-End-M.2-SSDs, Thunderboltcontrollern, anderen ×4-Erweiterungskarten, USB-3.1-Controllern und Ähnlichem, ohne dass es zu exzessivem Lane-Sharing kommt oder teure PCI-Express-Switches benötigt werden. Auch SATA-Express, jetzt bis zu dreimal möglich, profitiert von der Geschwindigkeitssteigerung und bietet somit in Zukunft deutlich mehr Bandbreite als die zwei SATA-Ports, die es ersetzt. Entsprechende Laufwerke sind zwar bisher nicht angekündigt und Intel versucht, unter der Bezeichnung U.2 das bislang als Mini-SAS bekannte PCI-Express-×4-Interface für SFF-8639-SSDs zu pushen. Aber unter anderem Asrock und Asus haben unabhängig voneinander Front-Panels angekündigt, die die SATA-Express-Anschlüsse nutzen, um einen zusätzlichen USB-3.1-Controller an der Gehäusefront zu platzieren.

    Skylake-Plattform: Fazit

          

    Intel hebt sich technische Details und weitere Produkte auf, um ein zweites Skylake-Feuerwerk zu zünden. Aber nachdem alle bislang veröffentlichen Produkte den Angaben älterer Gerüchte entsprechen, können die Eckdaten der Plattform wohl als gesichert gelten. Und diese Eckdaten versprechen, gerade für Übertakter und für die Anbindung schneller Peripherie, einen echten Fortschritt.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Mainboard-Kaufberatung 2016: Gaming-Boards für Sockel 1151, 2011-v3 und mehr [November]
      • Von Lt.Ford Freizeitschrauber(in)
        Vom Design her sofort, aber die sind dann doch etwas außerhalb meiner gewünschten Preisregion ^^ ( <200 )

        @dsdenni: Genau deins vom Design her wünsche ich mir. Mein jetziges sieht auch ungefähr so aus.
      • Von PCGH_Torsten Redakteur
        Zitat von Lt.Ford
        Hilft mir leider nicht weiter :/
        Wie wäre es mit EVGA?
      • Von dsdenni Software-Overclocker(in)
        Zitat von Lt.Ford
        Sehe ich richtig, dass da kein einziges blaues dabei ist?
        "Neutralfarben" würde es auch tun.

        Bei mir ist generell alles auf blau getrimmt, Kühlwasserfarbe blau, Kabel blau/schwarz, Lüfter blau, Beleuchtung blau.
        Ich kann mir schlecht ein knallrotes Mainboard reinsetzen...
        Ein komplett schwarzes wäre auch nicht schlecht, aber das gibt es auch nicht.

        Ich hoffe da kommt noch was.
        Wenn nicht wirds wohl Kaby Lake werden.
        Kauf dir ein Haswell mit blauem Mainboard oder modde dir ein Skylake Mainboard blau

        Meins ist auch Blau und ich mag es
      • Von IluBabe Volt-Modder(in)
        Nungut bei MSI war der schritt der Marken CI nach wohl richtig. Bei Asrock ist es aber denk ich nicht sinnvoll gewesen, gerade weil man dadurch sich nur in den Strom der anderen Hersteller eingeordnet hat. Schade das in dieser Generation die Akzente verloren gegangen sind. Nichts desto trotz ist ja nun weiß trendy. Vom Alleinstellungsmerkmal her jedenfalls nicht zu ende gedacht würde ich meinen.
      • Von Lt.Ford Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        MSI hat im unteren Preissegment rein schwarze Mainboards,
        Hilft mir leider nicht weiter :/

        Zitat von PCGH_Torsten
        Asrock und Gigabyte bieten schwarz mit einigen wenigen gold-gelben Applikationen.
        Eben, dieses Gold beißt sich mMn sehr.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Blaue Mainboards habe ich schon länger keine mehr gesehen.
        Eventuell habe ich mich falsch ausgedrückt. Mit "blauem Mainboard" meine ich natürlich schwarz mit blauen Akzenten.
        Die ganzen Z97 Mainboards von MSI und ASRock waren alle schwarz/blau. Die sind jetzt scheinbar aber alle auf rot oder gold umgestiegen >.<
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Skylake: die neue Intel Plattform - Sockel 1151 und Z170 im Überblick [Special der Woche]
Während bei den Skylake-CPUs für Sockel 1151 Evolution statt Revolution herrscht, macht der Feature-Umfang der zugehörigen PCHs (bisher: Z170) den größten Sprung seit Ende der AGP-Ära. Offizielle Details seitens Intel stehen zwar aus, aber wir wagen anhand von Leaks und verfügbaren Mainboards eine Zusammenfassung.
http://www.pcgameshardware.de/Mainboard-Hardware-154107/Specials/Skylake-Sockel-1151-und-Z170-1166197/
08.08.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/08/Intel-Z170-pcgh_b2teaser_169.png
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