Lost Planet 3 - Story-Boost und Technik-Rückschritt? Die PC-Version im Test mit Benchmarks
Lost Planet 3 ist ein Sequel zu den beiden Vorgängern und dient wohl auch als Versuch, die Serie endlich mit einem brauchbaren Konzept zu verwurzeln. Dazu wurde neben dem Entwickler-Team auch die Engine gewechselt, statt modernster Direct-X-Features der Vorgänger setzt Lost Planet 3 auf die verbreitete Unreal Engine 3 mit Direct-X-9.
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Quelle: Capcom
Lost Planet 3 Aufmacher
Lost Planet 3 spielt vor den Ereignissen der ersten beiden Teile und orientiert sich vom Gameplay an dem ersten Teil der Serie. Ein Prequel also und handlungstechnisch ein weiser Entschluss, denn die Story des ersten Teils, die auf einem unfertigen Anime-Script basierte, war schon sehr chaotisch und wirr. Der als Multiplayer-Coop-Titel konzipierte zweite Teil multiplizierte nicht nur die Spieler-Anzahl, sondern auch den Bullshit-Faktor der Story. Unterm Strich blieben dennoch spaßige Shooter, beim zweiten Teil allerdings nur, wenn man ihn mit mehreren Mitspielern in Angriff nahm.
Lost Planet 3 - Hintergrund, Story und Inszenierung
Lost Planet 3 sattelt das Pferd also von hinten auf. Doch nicht nur die Story, sondern auch die Technik tritt als Blick in die Vergangenheit zutage: Setzten die ersten beiden Teile die jeweils neuesten Direct-X-Features konsequent um, nutzt Lost Planet 3 die dezent angestaubte Unreal Engine 3, noch dazu ohne großartige Modernisierungen und Anpassungen an den PC. Die liegt eventuell auch an der Tatsache, dass die Entwicklung von Lost Planet 3 von Capcom an ein externes, nun US-Amerikanisches Entwicklungs-Team abgegeben wurde. Spark Unlimited, das besagte Entwicklungsteam, entwickelte bisher die bestenfalls mäßigen Ego-Shooter Turning Point: Fall of Liberty und Legendary; beide Titel basierten auf der Unreal Engine 3.
Der Spieler schaut in Lost Planet 3 Jim Payton einem Arbeiter und Familienvater über die Schulter, während dieser versucht auf dem feindlichen Eisplaneten E.D.N.III den Lebensunterhalt seiner Lichtjahre entfernten Familie zu sichern. Doch E.D.N.III ist nicht nur ein unbequemer Arbeitsplatz, sondern auch Heimat der Akriden, kälteliebender, insektoider Aliens. Diese nutzen und schützen die Thermal-Energie, eine Substanz, welche die Energieprobleme der Menschheit lösen könnte. NEVEC, ein dezent zwielichtiger, terranischer Konzern, versucht diese Energie mit Hilfe von risikofreudigen und / oder leicht verrückten Angestellten wie Payton abzubauen. Dass es dabei zu Reibereien mit der Urbevölkerung des Planeten kommen wird, sollte angesichts der action-reichen Auslegung des Titels nicht überraschen.
Lost Planet 3 versucht einige Dinge anders zu machen als die Vorgänger. Das beginnt bei dem Hauptcharakter: Jim Payton ist ein gutmütiger Familienvater mit besonnener Aussprache, kein bärbeißiger Action-Held mit Reibeisenstimme und einem Gesicht, das wirkt, als hätte ein Schmied es in der Vergangenheit wiederholt als Amboss missbraucht. Statt knarzige Flüche in die Umgebung zu spucken, versucht Jim sich lieber darin, seiner Familie wohlgesprochene Zuneigungsbekundungen zukommen zu lassen. Einen guten Einfall finden wir auch, dass Paytons Frau ihm gegen die Einsamkeit mehrere Playlists mit Country & Western-Musik zukommen lässt. Man fühlt sich gleich wie ein intergalaktischer Trucker weit, weit weg von Daheim. Eine nette Abwechslung im Action-Einerlei, auch wenn wir bei Paytons Antlitz immer an eine Kreuzung aus Gordon Freeman und einem Teddybären denken müssen.
Hier erschöpft sich aber leider auch größtenteils schon der Einfallsreichtum der Entwickler, der Rest des Spiels wirkt sehr uninspiriert oder schamlos aus anderen Titeln zusammengeklaut, zum Beispiel aus Dead Space: Payton kann nun per Tastendruck ein holografisches Display aufrufen, in dem er auf Inventar, ein Logbuch sowie Text- und Tonaufzeichnungen, die der Spieler in den Leveln finden kann, Zugriff hat. Auch die Inszenierung erinnert etwas an Dead Space, die Entwickler haben offenbar versucht, die Spannung des Titels in Lost Planet 3 einzubauen, mitsamt einsamer Tunnel und huschenden Schatten. Wirklich gelungen ist dies aber nicht, das liegt unter anderem daran, dass Lost Planet 3 im Kern ein sehr action-lastiger Shooter bleibt, zum anderen an dem nicht besonders angsteinflößenden Designs des Spiels. Dennoch, der stärkere Fokus auf Story und Charaktere sowie die etwas ruhigere Inszenierung wissen zu gefallen.
Lost Planet 3 - Gameplay zum Langweilen
Das gleiche lässt sich leider nicht vom Gameplay sagen. In der Grundstruktur durchaus brauchbar, Steuerung und generelle Mechanik funktionieren gut, hapert es in dem entscheidenden Element des Spiels an einer Vielzahl von Kleinigkeiten: Schon zu Beginn des Spiels fällt so etwa das miese Waffen-Feedback negativ auf: Egal, welche Waffe wir abfeuern, keine bietet einen befriedigenden Rumms, kein Rückschlag, kein Verreißen, zip, nada, zilch. Offensichtlich müssen wir uns mit Erbsenpistolen zu Wehr setzen. Haben wir die Akriden auf diese unbefriedigende Art in Einzelteile zerlegt, geben sie Thermalenergie in Form von einer grell Orange leuchtenden Flüssigkeit frei, die anders als in den ersten beiden Teilen nicht zur Gesundheitsregeneration dient, sondern dazu, außerhalb der Missionen im NEVEC-Hauptquartier unsere Waffen aufzurüsten.
Die in den Vorgängern sehr wichtigen und überaus mächtigen Mechs (Vital Suits) sind auch im dritten Teil von der Partie und werden dieses Mal aus der Ego-Perspektive gesteuert. Was anfangs spannend klingt, nutzt sich extrem schnell ab. Zwar vermittelt die Perspektive einen neuen, sehr ansprechenden Eindruck von Größe und Gewalt, doch durch die mäßige Integration in das eigentliche Gameplay nutzen sich die Sequenzen schnell ab. Der Mech ist nicht für den Kampfeinsatz konzipiert, sondern ein gigantisches Werkzeug für den Bergbau. Er hat also keine eigentliche Bewaffnung, sondern einen Greifarm und Bohrer, mit dem man die Akriden vertrimmen kann. Dies reduziert die Möglichkeiten für Angriff und Verteidigung, der Rest wird von dem Spiel selbst eingedampft: Man stapft von Wegpunkten geleitet und arg beschränkt durch die Gegend, trifft auf einen ebenbürtigen Akriden und nimmt diesen dann in einer leicht kaschierten Quick-Time-Abfolge auseinander. Dann kann man weiterstapfen und Repeat. Schade, eine gute Umsetzung der Mech-Gefechte mit etwas mehr Anspruch hätte dem Spiel ein Alleinstellungsmerkmal geben können. Vor allem, wenn sich die Kämpfe vor einer der besonders hübschen Kulissen abspielen, die Lost Planet 3 trotz oller Engine durchaus ansehnlich auf den Bildschirm zaubern kann.
Lost Planet 3 - Angestaubte Technik, schöne Panoramen
Die für Lost Planet 3 verwendete Unreal Engine 3 ist weder taufrisch, noch wurde sie für den PC mit neuen Features aufgerüstet. Hier handelt es sich also wirklich um einen direkten Port von der Konsole. Etwas befremdlich wenn man bedenkt, dass für die Vorgänger ein deutlich größerer Aufwand betrieben wurde. Beide schöpften aus dem vollen Potential des PCs, beide waren auf die jeweils aktuellste Direct-X-Version optimiert und technisch den meisten anderen Titeln zu der Zeit überlegen. Warum also jetzt Direct-X-9? Wahrscheinlich ist der Wechsel des Entwicklerstudios entscheidend, schließlich hätte man auch die Capcom-eigene Engine von Lost Planet 2 mit Direct-X-11-Unterstützung samt Tessellation und Co. verwenden können (MT-Framework 2.0). Eventuell wäre ein Umstieg mit dem verbundenen Lernprozess für Spark Unlimited nicht schnell zu bewerkstelligen und damit nicht wirtschaftlich für Capcom. Warum die Grafik-Features der Unreal Engine 3 aber nicht ausgenutzt wurden, bleibt ein Rätsel. Denn die beim Spiel mitgelieferten Shader-Bausteine wie SSAO und Tessellation implizieren, dass es sich bei der Versionsnummer um eine recht aktuelle handelt.
Doch auch die Unreal-Engine 3 und Direct-X-9 macht einen überzeugenden Eindruck: Blendet man die recht niedrig aufgelösten Texturen wohlwollend etwas aus, überrascht das Spiel mit einigen wie futuristische Gemälde wirkenden Panoramen, vor denen gigantische Mechs oder insektiode Monstrositäten durch das Schneegestöber stiefeln. Doch solche Eindrücke sind recht selten, viel zu oft latscht man durch inspirationslose Eiskavernen oder langweilige Korridore. Dazu kommt, dass die Bereiche meist sehr klein ausfallen und zudem auch des Öfteren mehrmals durchquert werden müssen. Hier fallen dann die Defizite in der Beleuchtung, der Texturauflösung und der polygonarmen Levelarchitektur besonders negativ auf. Das Optionsmenu für die Grafikeinstellungen gibt sich dann auch recht spartanisch. Texturauflösung, Schattenqualität sowie Bloom, Bewegungsunschärfe und einige Beleuchtungseffekte, das war's. Keine Option für Umgebungsverdeckung oder Kantenglättung. Ein Post-Process-Anti-Aliasing ist in Form einer Kombination von MLAA und Temporal-AA allerdings integriert, kann aber nur in der Konfigurationsdatei des Spiels direkt abgeschaltet werden. Gleiches gilt für das Framelock bei 62 Hz.
Technisch ist Lost Planet 3 also auch eine Art Prequel zu seinen weitaus moderneren Vorgängern. Dennoch ist die Optik in Ordnung, ein paar sehr hübsche Impressionen von der Planetenoberfläche können den unwirtlichen Charme von E.D.N.III geschickt einfangen und dem Spieler die eisige Einsamkeit illustrieren, die auch Jim Payton zu fühlen bekommt, wenn er in seinem Mech durch von Stürmen zerriebene Landschaft stapft und den wehmütigen Video-Nachrichten seiner Lichtjahre entfernten Frau lauscht. Doch zu schnell wechselt die Szenerie wieder zu langweiligen Höhlensystemen, die wie schon in hunderten anderer Titel den Spieler höchstens zum Gähnen anregten. Die wirklich schönen Eindrücke der Oberfläche versinken im unterirdischen Einerlei und so auch schnell in der Vergessenheit.
Einen Vorteil hat die dezent altertümliche Technik aber bei den Hardware-Anforderungen: Selbst auf Mittelklasse-Karten älterer Generationen wie der GTX 460 oder der HD 6850 läuft das Spiel stets flüssig. Dank Nvidia-Optimierungen haben Karten dieses Herstellers einen Vorteil, das Spiel läuft aber auch auf AMD-Grafikkarten butterweich. "Dank" Framelock bei 62 Hz würden die meisten Spieler kaum einen Unterschied zwischen GTX Titan und Radeon HD 6850 feststellen können.
Lost Planet 3 - Fazit
Leider ist Lost Planet 3 nicht das Spiel geworden, das wir uns gewünscht hätten. Der Fokus auf der Story und der symphatische Hauptcharakter sind eine Bereicherung für die Reihe. Die Grafik ist trotz veralteter Technik recht überzeugend und kann dann und wann sogar mit sehr schönen Szenen überraschen, doch der Rest des Spieles hat zusammengenommen einfach zu viele Schwächen, um wirklichen Spielspaß zu bringen. Die Levels sind zu klein und beschränkt, die Spielmechanik ist zu simpel, die Mech-Keilereien anspruchslos und den Schusswechseln und Explosionen fehlt der nötige "Oomph!" (Bums). Zusammengefasst: Einiges wurde gegenüber den Vorgängern verbessert, vieles verschlechtert und wie auch die Vorgänger bleibt das Spiel ein unausgegorenes Stück Software, dem irgendwie der rechte Funke zum Zünden des Spielspaß-Feuerwerks abgeht. Fans der Vorgänger können einen Blick riskieren, sollten sich aber bewusst sein, dass das Erlebnis nicht direkt mit den ersten beiden Teilen vergleichbar ist. Auch wenn Lost Planet 3 (noch) kein schlechtes Spiel ist, werden Shooter-Freunde andernorts besser bedient.
Was meinen Sie zu Lost Planet 3? Verschenktes Potenzial, interessanter, aber mangelhafter Neuansatz oder lässt das Spiel Sie so kalt wie die dargestellte Umgebung? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion.

Lost Planet ist so ein typischer Playstation XBOX First-3rd-Person Shooter und deswegen sehr auf einfaches "Casual-Gameplay" getrimmt.
Das Spiel ist ein Witz.
Ich hab mir irgendwann das LP1&2 Bundle für 15€ geholt und nach ein paar Welten von der Platte gelöscht.
So ist es, die Story und der Hauptcharakter sind zwar stärker, aber der Rest ist einfach nicht mehr auf den Niveau der Vorgänger, die ihrerseits schon einige Schwächen hatten. So gern ich eine gute Story verfolge, wenn ich mich die Zwischenzeit fast durchgehend (unterbrochen von einem hübschen Panorama) langweile, macht das Spiel ganz einfach grundlegend etwas falsch.
Der zweite Teil hatte ja durchaus einige (lies: viele) Kritiker. Aber trotzdem hat er von der Spielmechanik her - sofern im Coop mit menschlichen Mitspielern, nicht den trotteligen Bots - durchaus Spaß gemacht und war auch relativ abwechslungsreich. Auch wenn die Story der übelste Müll war, den ich mir je verzapfen lassen musste, hat es wesentlich mehr Spass gemacht.
Bei diesem Game hat mich besonders die fehlende Action aus Teil 1 und Teil 2 gestört. Weiterhin stört mich dieser "Pussy"-Mech^^. Wo bei den anderen Teilen noch fette Kanonen angeschraubt werden konnte, um richtig die "Sau" rauszulassen, hat man hier einfach einen Greif- und Bohrarm
Seltsame Sache das. Eigentlich würden sich fette Mech-Keilereien auf dem PC wirklich anbieten, ich kann mir jedenfall kaum ein anderes Medium vorstellen, welches das so überzeugend rüberbringen könnte wie ein Spiel (das der PC sowas am besten kann, muss man denke ich nicht jedes Mal betonen, auch wenn ich es jetzt mal gemacht habe...)
Wahrscheinlich sinnieren über eine solche Thematik auch die Publisher und kommen dann zum Schluss, dass ein Szenario im Nahen Osten mit Terroristen viel interessanter sein muss, weil es sich schon 67 Millarden Mal verkauft hat, während sich Mechwarrior 2 Anno 1995 nur 2 Millionen Mal verkauft hat (Zahlen grob geschätzt).
Hatte Fun beim ersten Teil (X-Box),das Zweite ging so,aber wenistens Mechs(oder wie heissen sie ,Vital Suit) zum Einsteigen und schiessen.Habe mich so auf Mechw. 5 gefreut,bin aber mehr der Kampagne-Gamer,als Multiplayer.Hawken leider auch.War früher auch immer von Armored Core angetan.Vor allem sieht der Mech sehr sehr bescheiden aus und mit dem Ding kann man nicht ballern.Mache auch gern On-Screen Shots von Spielszenen,aber besonderes gab es nicht zum Shooten.Der Hangar und die kleine Stadt des Asiaten und ein paar NPC Suits.Im Gegensatz zu Dead Sapce 3 gibt es sämtliche Szenen für "gute" Bilder die z.Bsp. als auch Wallapaper dienen könnten.