BenQ XR3501 im Test: Curved-Display mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

18
Test Matthias Spieth Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Benq XR3501: Rennspieltauglichkeit bestätigt
Quelle: PC Games Hardware

Mit dem XR3501 hat Benq ein Curved-Display im Portfolio, das dank AMVA-Panel, 144 Hz und besonders starker Krümmung speziell auf Rennspielfans zugeschnitten sein soll. Wir haben uns hinter das virtuelle Lenkrad gesetzt und den Monitor eingehend untersucht.

Benq XR3501: Curved Displays: Marktlage

Neben Free- und G-Sync-Implementierung sorgte dieses Jahr auch der Trend zu Widescreen- und Curved Displays für Furore. Die Kombination aus Breitbild und gekrümmtem Bildschirm soll das natürliche Sichtfeld besser ausfüllen als der klassische 16:9-Standard, bewegt sich preislich aber Großteils im absoluten Premium-Segment. Entsprechende Modelle wie der XR341CKA von Acer, der 34UC87 von LG, ein Dell U3415W oder ein Samsung S34E790 sind inzwischen erhältlich oder stehen kurz davor. Typischerweise für die Kategorie ab 34 Zoll aufwärts wird den Modellen in der Regel ein WQHD-Panel spendiert. Mit dem XR3501 hat Benq ebenfalls ein Eisen im Feuer; der Clou allerdings: Die besonders hohe Krümmung von 2000R, realisiert mit einem VA-Panel und 144 Hz Bildfrequenz. Im Gegenzug setzt man aber auf 1080p in der Vertikalen.

Benq XR3501: Ausstattung und Eigenschaften

In Sachen Ausstattung fällt beim XR3501 nichts aus dem üblichen Rahmen. Da Curved-Panels bei falschen Belastungen leichter Schaden nehmen können, ist eine sichere Verpackung Pflicht - beim XR3501 schon deswegen, weil der Monitor mit über 11 Kilo Kampfgewicht zu den schweren seiner Art gehört. Entsprechend raumgreifend ist der Lieferkarton.

Benq XR3501: Anschlüsse und Kabelklemmen Quelle: PC Games Hardware Benq XR3501: Anschlüsse und Kabelklemmen Mitgeliefert werden ein HDMI-1.4-Kabel, ein Mini-Displayport-Kabel sowie ein 3,5-mm-Klinkenkabel zur analogen Versorgung der Kopfhörerbuchse. Das breite Panel wird vom schweren, chromfarbenen Fuß sicher gehalten, die rot akzentuierte Öffnung darin dient als Durchführung für die Anschlusskabel. Die Verbindung von Standfuß und Panel wirkt außerordentlich stabil, den Preis dafür bezahlt man bei der Ergonomie: Der XR3501 ist zwar neigbar, kann aber nicht geschwenkt oder in der Höhe verstellt werden. Eine Pivot-Funktion entfällt selbstredend, die bei einem 21:9-Curved-Display mit 35 Zoll gewiss weder sinnvoll noch einfach zu gewährleisten ist.

Die Anschlüsse befinden sich in einer Aussparung auf der Rückseite, die mit einem Kunststoffaufsatz verschlossen werden kann. Das verschafft dem XR3501 zwar auch von hinten ein elegantes Aussehen, die Aussparung hat aber auch den Nachteil, schwer erreichbar zu sein. Da sich der Benq nicht drehen lässt und erst über den massiven Standfuß herumgewuchtet werden muss, kann ein Kabeltausch zur Geduldsprobe werden. Je nach Länge und Flexibilität eines HDMI- oder DP-Anschlusses wird zudem der Platz nach unten hin knapp; der Mini-Displayport-Anschluss macht sich deshalb bezahlt. Daneben kann der XR3501 zweifach über HDMI sowie den normalen Displayport angesteuert werden; mehrere Quellgeräte stellen also kein Problem dar. Ergänzend sind Bild-in-Bild oder Splitscreen-Inputs möglich. Versorgt wird der Monitor über ein externes Netzteil.

Beim Display selbst handelt es sich um ein 35-Zoll-VA-Panel mit 144 Hz und 21:9-Seitenverhältnis, wohlgemerkt aber klassischer Full-HD-Auflösung (dazu später mehr). Das besondere Merkmal ist der hohe Krümmungsgrad von 2000R (dies ergäbe einen Radius von zwei Metern, wenn man den Monitor zu einem Kreis fortsetzen würde). Die Bedienung erfolgt über sechs Knöpfe auf der Unterseite und geht dank einer sinnvollen Menüführung im OSD recht leicht von der Hand.

Benq XR3501: Bildqualität

Der Stromverbrauch bleibt im Rahmen: Im Normalbetrieb messen wir knapp unter 50 Watt Verbrauch, im Standby maximal 0,5 Watt. Schwächen offenbart der Benq hingegen bei der Gleichmäßigkeitsmessung: Bei der Helligkeitsverteilung sehen wir Abweichungen von bis zu 23% - zu viel für einen Monitor dieser Preisklasse und definitiv zu viel für ein wertiges VA-Panel. Lichthöfe sind vor allem in den unteren Ecken zu sehen; aufgrund des 21:9-Formats also ein peripherer Sichtbereich. In der Praxis fällt das Problem daher nicht so stark auf wie die Messung suggeriert.

Benq XR3501: Immersion durch hohe Krümmung? Quelle: PC Games Hardware Benq XR3501: Immersion durch hohe Krümmung? Die Kombination aus 35 Zoll (88,9 cm Bilddiagonale) und 1080p fällt da schon mehr Gewicht: In Desktopumgebungen noch völlig adäquat, wirkt die Pixeldichte im Spielbetrieb ab und an grenzwertig. Zweifellos wählt Benq die Displaygröße unter Berücksichtigung der Zielgruppe, die schon mal mit dem Lenkrad (und daher etwas weiter entfernt) vor dem LCD sitzt. Im Test mit DiRT 3 zeigt sich dann auch, dass der Widescreen- bzw. Curved-Vorteil schwerer wiegt als der Pixelabstand, denn der herbeigeführte Tunnelblick in Vorwärtsbewegung lenkt ohnehin von den ganz filigranen Strukturen ab. In anderen Genres fällt die Auflösung aber schon mehr ins Auge - besonders im Vergleich mit einem nativen 1440p-Panel wirkt der XR hier und da einfach zu gröbkörnig. Dem Nachfolger sollte Benq daher unbedingt eine WQHD-Auflösung spendieren.

Der angegebene Sichtwinkel von 178 Grad lässt sich nicht ganz nachvollziehen, insbesondere weil das Display trotz Mattierung aus spitzen Betrachtungswinkeln zum Reflektieren neigt. Bei Kontrast und Farbwiedergabe spielt unser Kandidat hingegen seine Stärken aus. Den angegebenen typischen Kontrast von 2000:1 können wir nicht ganz bestätigen; der Monitor ist aber leuchtstärker als eigentlich spezifiziert. Schon in den Werkseinstellungen ist der XR übrigens gut austariert, umständliche OSD-Fummeleien sind im Normalgebrauch kaum nötig.

Benq XR3501: Leistung

Eingaben fühlen sich 144-Hz-typisch sehr direkt an, es empfiehlt sich aber dringend, Overdrive zu aktivieren (hier: "AMA"). Der XR leidet sonst unter sichtbarer Schlierenbildung, wie wir nicht nur im Kurztest mit einigen First-Person-Shootern feststellen. Benq XR3501: Bedienelemente gut erreichbar Quelle: PC Games Hardware Benq XR3501: Bedienelemente gut erreichbar Speziell bei Farbwechseln lässt sich ein ungewollter Verwischeffekt beobachten, wie man etwa beim schnellen und überaus bunten Indie-Shooter Wrack beobachten kann. Die mittlere AMA-Einstellung erweist sich jedenfalls als tauglichste Lösung, dem Problem entgegenzuwirken - "Premium" hingegen befördert schon wieder Corona-Bildung, die z.B. als heller Umriss an Objekt- und Schattenkanten zu sehen ist - ebenfalls nicht wünschenswert. Wir messen einen Inputlag von 15 ms, was zwar keinen Spitzenwert darstellt, für den allgemeinen Spielegenuss aber ausreicht.

PCGH-Wertung

2,25

Benq XR3501: Fazit

Kommen wir gleich zum Wesentlichen: Als Monitor, der sich ganz explizit an Rennspielfanatiker richtet, funktioniert der Benq XR3501 hervorragend. Das liegt in erster Linie am 21:9-Format sowie der ungewöhnlich hohen Krümmung, denn beide sorgen für ein hohes peripheres Sichtfeld - davon profitieren Geschwindigkeitsgefühl und Tunnelblick. Auch außerhalb des Genres macht das Widescreen-Feeling reichlich Spaß, immer vorausgesetzt natürlich, ein 21:9-Seitenverhältnis wird im Spiel auch unterstützt. Problematisch wird es bei dagegen bei schnellen Shootern. Trotz 144 Hz ist teilweise Schlierenbildung angesagt. Overdrive-Zuschaltung ist daher Pflicht, bewirkt aber keine Wunder. Dann ist da noch das Reizthema Pixeldichte: Mit 79 PPI bewegt sich das Display in einem Grenzbereich - wer den Umstieg von der klassischen 24-Zoll-Full-HD-Kombination macht wird zufrieden sein, wer seine Augen hingegen schon an WQHD und höher gewöhnt hat, nicht. Gegenwärtige Verfügbarkeitsprobleme sind übrigens nicht von Dauer: Zum Weihnachtsgeschäft soll der XR3501 lauf Benq wieder flächendeckend verfügbar sein.

Benq XR3501: Testtabelle

Produktname Benq XR3501
Hersteller Benq
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. € 1000,-/Mangelhaft
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/1291095
Ausstattung (20 %) 1,54
Diagonale/Anschlüsse 88,9 cm (35 Zoll)/2x HDMI, 2x Displayport
Max. Auflösung 2.560x1080
Panel/Hintergrundbeleuchtung AMVA/LED
Reaktionszeit (Hersteller) 4 ms (gtg)
Netzteil extern
Gewicht/Maße 11,1 kg/85 x 50 x 21 cm
Drehbar/neigbar/höhenverst. Nein/20 Grad/Nein
TCO/Garantie TCO 6.0/2 Jahre
Sonstiges Kopfhöreranschluss
Eigenschaften (20 %) 2,32
Betrachtungswinkel horizontal/vertikal (Hersteller) 178/178 Grad
Downsampling (50 %/100 %) -/-
Kontrastverhältnis (statisch) 1700:1
Leistungsaufnahme/Stand-by 49/0,5 Watt
Leistung (60 %) 2,48
Reaktionszeit (Hersteller)/Schlieren-/Korona-Bildung 4 ms/sichtbar/sichtbar
Subjektiv spieletauglich/Inputlag Ja/15 ms
Regelbereich Helligkeit (0, 50, 100 %) 60, 200, 320 cd/m²
Interpolation* Vollbild, 16:10, 16:9, 4:3/ausreichend
Helligkeitsverteilung (Abweichungen) Max. 23%
Grobkörniges Bild (Kristalleffekt) Klares Bild (geringer Kristalleffekt)
Farbbrillanz/Farbechtheit Gut
Endnote 2,25
Fazit + 21:9 Ultra Curved Display
* (1.280 x 1.024/1.680 x 1.050) + 144 Hz
  + AMVA-Panel

Bildergalerie

18
    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        AW: BenQ XR3501 im Test: Curved-LCD mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

        Zitat von Laggy.NET
        Na wenn das Panel langsam schaltet, dauert es auch länger, bis eine ausgeführte Bewegung am Monitor umgesetzt wird.

        Klar, ist nicht das selbe, aber der Inputlag ist doch auch maßgeblich auch von der Reaktionszeit des Panels abhängig.
        Nein, das wäre die Gesamtlatenz.
        Der Inputlag hat wie schon gesagt, nichts mit der Panelart zu.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        AW: BenQ XR3501 im Test: Curved-LCD mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

        Zitat von Laggy.NET
        Na wenn das Panel langsam schaltet, dauert es auch länger, bis eine ausgeführte Bewegung am Monitor umgesetzt wird.

        Klar, ist nicht das selbe, aber der Inputlag ist doch auch maßgeblich auch von der Reaktionszeit des Panels abhängig.
        Nein, das wäre die Gesamtlatenz.
        Der Inputlag hat wie schon gesagt, nichts mit der Panelart zu.
      • Von stolle80
        AW: BenQ XR3501 im Test: Curved-LCD mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

        Für das Geld, auch noch Schlieren... Kaufe Monitor ca. alle 5-6 Jahre neu und gebe dafür max. 250 Euro aus. Never
      • Von Killermarkus81 Software-Overclocker(in)
        AW: BenQ XR3501 im Test: Curved-LCD mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Viel zu viele Kompromisse für die Preisklasse, mehr ist da nicht zu sagen!
        Absolut richtig!
        Benq entwickelt sich zum Pseudonym für überteuerte Monitore!

        144Hz waren mal ein Alleinstellungsmerkmal,heute aber bei mehreren Herstellern zu finden die zudem mit "schlechteren" Panels in jeglicher Hinsicht bessere Ergebnisse liefern!

        Schwarzwerte empfinde ich persönlich weit weniger wichtig als eine gleichmäßige Ausleuchtung.
      • Von bootzeit Volt-Modder(in)
        AW: BenQ XR3501 im Test: Curved-LCD mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

        Zitat von flankendiskriminator
        Naja, die P/L mit "Mangelhaft" zu bewerten, ist schon etwas hart. Welchen günstigeren Monitor gibt es denn, der die exakt identischen Specs hat? Ich glaube keinen.
        Ne stimmt: Ungenügend . Sorry bei aller Liebe aber die Teile sind allesamt viel zu teuer.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: BenQ XR3501 im Test: Curved-LCD mit VA-Panel und 144 Hz für Rennspielfans

        Viel zu viele Kompromisse für die Preisklasse, mehr ist da nicht zu sagen!
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk