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  • Kostenloses WLAN im ICE ausprobiert: Eigentlich für Netflix und Co. brauchbar [Update]
    Quelle: Deutsche Bahn AG/Stefan Warter

    Kostenloses WLAN im ICE ausprobiert: Eigentlich für Netflix und Co. brauchbar [Update]

    Seitdem die Deutsche Bahn das kostenlose WLAN für die zweite Klasse in den Inter-City-Express-Zügen eingeführt hat, sind wir sieben Mal mit einem solchen ICE gefahren. Dabei konnten wir uns ein gutes Bild machen, was das Internet hermacht und für was man es nutzen kann. PC Games Hardware schildert seine Erfahrungen.

    Anmerkung: Aufgrund der jetzt eingeführten Drosselung haben wir den Artikel aktualisiert.

    Hauptartikel vom 18.11.2016

          

    Im Juni hat die Deutsche Bahn bekannt gegeben, dass in der hiesigen ICE-Flotte bis zum Jahresende durchgehend kostenloses WLAN in der zweiten Klasse zur Verfügung stehen soll, woraufhin im September die Aufrüstung begann. Bislang setzte der Betreiber zusammen mit der Telekom Hotspots in einigen ICEs ein, die ausschließlich in der ersten Klasse kostenlos genutzt werden konnten. Um der größeren Nutzerbasis der zweiten Klasse Herr zu werden, setzt die Deutsche Bahn auf Multi-Provider-Technik aus dem schwedischen Hause Icomera, beschränkt sich also nicht mehr nur auf die Telekom. Gleichzeitig sollen LTE-Verstärker den Mobilfunkempfang verbessern.

    Wenn der Arbeitsplatz und die Heimat gut 500 Kilometer auseinanderliegen und man zwischendurch die eine oder andere Reise in den Nordosten unternimmt, kommen schnell einige Zugfahrten zusammen. So saß der Autor dieser Zeilen seit Ende September bereits in sieben verschiedenen ICEs, was ein gutes Bild des aktuellen WLAN-Angebots ergibt.

    Kostenloses WLAN im ICE: Die Verbreitung

          

    Bei fünf von sieben Fahrten stand das kostenlose WLAN in der zweiten Klasse bereits zur Verfügung. Dabei handelte es sich immer um (noch) aktuelle ICE-3-Modelle, die entsprechend aufgerüstet worden sind. Die zwei anderen Züge waren ein alter Metropolitan Express Train, kurz MET, der als ICE eingesetzt wurde, und ein ICE 2. Nutzbar war das WLAN allerdings nur in vier von den fünf Zügen, da der Router in einem partout keine IP-Adresse vergeben wollte.

    Man kann davon ausgehen, dass der Großteil der ICE-3-Flotte bereits ausgerüstet wurde. Unter anderem über die Datenbank grahnert.de können Sie nachsehen, welches ICE-Modell sich hinter einer Bezeichnung verbirgt.

    Kostenloses WLAN im ICE: Wie man sich einloggt

          

    Das Einwählen ins WLAN-Netz ist ganz einfach. Die Deutsche Bahn nutzt beim kostenlosen Angebot stets den Namen "WIFIonICE". Einmal verbunden öffnet sich der Browser beziehungsweise auf Smartphones und Tablets ein Systemfenster, fragt nach einer Bestätigung und schon kann es losgehen.

    Kostenloses WLAN im ICE: Die Geschwindigkeiten

          

    Egal ob wir im einem vollen oder nahezu leeren Zug saßen, lag die maximale Download-Geschwindigkeit über mehrere Sekunden hinweg immer bei 3 Mbit/s. Höhere Werte wurden nur kurzfristig in Peaks erreicht, aber keineswegs gehalten. Generell schwankte die Geschwindigkeit zwischen 0,x und 5, selten 7 Mbit/s stark. Geprüft haben wir die Geschwindigkeiten stets ein gutes Dutzend Mal während der gesamten Fahrt. Einen Einfluss der Nutzer konnten wir generell noch nicht belegen - mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass es das WLAN kostenlos gibt - wir konnten schon einige Mitfahrer sehen, die Netflix, Youtube oder andere Video- beziehungsweise Streaming-Dienste gleichzeitig geöffnet hatten. Die Upload-Geschwindigkeit belief sich indes meistens auf 3 bis 8 Mbit/s. Der Ping war meistens etwa 100 ms hoch.

    Auf der Strecke Berlin - Nürnberg hat das Internet mit dem WLAN durchgängig gut funktioniert. Zwischen Nürnberg - Duisburg sah es schon deutlich schlechter aus - gegen die Tunnel in Hessen kommt die neue Hardware dann eben doch nicht an. Zur Verfügung standen dort häufig nur noch wenige Hundert Kbit/s, in längeren Tunneln brach die LTE-Verbindung zum ICE vorübergehend komplett ab, sodass das WLAN keine Funktion mehr hatte (im Screenshot unten war der Upload wieder im Freien).

    Wirklich Probleme unter freiem Himmel gab es lediglich auf der Rückfahrt nach Nürnberg ab Neustadt an der Aisch, wo die Downstream-Geschwindigkeit bei rund 100 Kbit/s fast nicht mehr existent war. Das könnte mit einer Drosselung zusammenhängen, da die Deutsche Bahn das Volumen begrenzen möchte - zumindest sobald die Aufrüstung abgeschlossen ist. Details, wie diese Drosselung aussehen wird, verriet man noch nicht. Wer über Stunden hinweg in 1080p streamen möchte, wird vermutlich zahlen müssen. Kurios ist allerdings, dass das WLAN zwischendurch Geschwindigkeitsschübe hatte, während derer alles schnell funktionierte.

    ... und was man damit machen kann

          

    Stets ausreichend ist die Verbindung für Chats über Whatsapp, Facebook (Messenger) oder andere Dienste. Beim Streaming wird es schon etwas eng, mit etwas Geduld hat es bei uns bislang dann aber doch meistens gereicht. Wichtig ist bloß, dass der Stream einen Puffer nutzt, also die Inhalte bereits ein Stück weit vorlädt. Auf Netflix beispielsweise braucht eine Serie etwas länger zum Starten und beginnt je nach zur Verfügung stehender Bandbreite (Stichwort Tunnel) in 140 bis 360p - 140p sehen schon auf dem im Vergleich kleinen Smartphone nicht mehr schön aus. Leider puffert Netflix nicht mehr weiter, wenn man den Stream pausiert. Nach wenigen Minuten sollte der Stream schließlich auf 480 bis 540p hochklettern und nach 10 bis 15 bei 720p landen (überprüft an den Bitraten im Browser, die an die Auflösungen gekoppelt werden). Einen Sprung auf 1080p konnten wir in der Netflix-App nicht beobachten. Letztendlich ließ sich der Streaming-Dienst angenehm nutzen.

    Was man gar nicht erst ausprobieren braucht, sind Live-Streams auf Twitch.tv und anderen Plattformen, bei denen man nicht einen Puffer einstellen kann (möglich unter anderem bei Youtube Gaming). Selbst in der kleinsten Qualitätseinstellung von 140p oder Audio-only kommt es ständig zu Ladekreisen, welche die Nerven schnell auf die Probe stellen. Die Schwankungen in den unteren Download-Bereich sind zum Live-Streamen schlichtweg zu stark.

    Nachtrag vom 12.01.2017: Drosselung eingeführt

          

    Laut eigenen Aussagen hat die Deutsche Bahn inzwischen die WLAN-Aufrüstung in seiner ICE-Flotte abgeschlossen. Damit einhergehen die neuen Geschwindigkeits- und Datenvolumenbegrenzungen für die zweite Klasse. 2 Mbit/s können Mitfahrer jetzt nutzen - da schon vorher nicht viel mehr drin war, ist das erst einmal kein Problem. Das Datenvolumen von 200 Megabyte pro Tag, praktisch also pro Strecke, lässt auf den ersten Blick jedoch nur noch normales Surfen, Chatten und das Versenden kleiner Dateien zu. Das von uns angeführte Beispiel Netflix verbraucht bereits in der niedrigsten, kaum ansehnlichen Einstellung 300 MB pro Stunde, in 720p 3 GB/h - 200 MB wären da nach vier Minuten aufgebraucht. Die DB schreibt jetzt auf ihrer Info-Seite: "Bitte vermeiden Sie unnötige Datennutzung wie das Streamen von Videos und schalten Sie automatische Downloads Ihres Endgerätes aus. Andernfalls müssen wir Sie in der Geschwindigkeit limitieren, um andere Fahrgäste nicht unnötig zu beeinträchtigen."

    Nach dem Verbrauch der 200 MB soll die Geschwindigkeit auf "etwas unter 1 Mbit/s" gedrosselt werden. Das könnte (!) mit längeren Buffer-Zeiten noch ausreichen, um Videos oder Streaming-Dienste (mit Buffer) in 480p zu nutzen. Ein optimales Erlebnis wird das gewiss aber nicht. Ende Dezember hat der Autor dieser Zeilen übrigens noch einen ICE3 auf der Verbindung Nürnberg - Duisburg erwischt, in dem der Router erneut keine IP-Adressen verteilt hat, das Internet also nicht nutzbar war. Anfang Januar auf der Rückfahrt mit einem ICE3 war das System noch nicht aufgerüstet und lediglich ein T-Online-Hotspot verfügbar.

    Als Alternative zum Online-Streaming möchte die DB in Zusammenarbeit mit Maxdome ein stetig wechselndes Film- und Serienkontingent anbieten, das lokal auf den ICEs abgelegt und über WLAN übertragen wird. Entgegen der ursprünglichen Zeitpläne ist dieser Service allerdings noch nicht verfügbar.

      • Von Leob12 Volt-Modder(in)
        Ich war 3 Jahre lang fast täglich mit österreichischen Railjets unterwegs und das Wlan war vollkommen unbrauchbar.
      • Von Eraydone Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Nein, ich surfe nicht während der Fahrt Man sieht trotzdem während der Fahrt aufs Handy, oder telefoniert mit der Dispostelle, da lernt man schnell die Funklöcher kennen, und wo man relativ unterbrechungsfrei telefonieren kann
      • Von Schinken PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Eraydone
        Ich bin sehr sehr viel auf den Deutschen Schienen unterwegs (Lokführer im Güterverkehr) und kann sagen, das WLAN kann nur so gut sein wie das Netz an der Schiene...

        Und das ist mehr als mangelhaft! Beispiele: Nürnberg Feucht - Postbauer Heng Kein Empfang bei Telekom und Vodafone, im ICE kann man währenddessen auch nix laden.
        Ab Neumarkt (Oberpfalz) - Regensburg da ist auch kilometerweise kein Empfang und dadurch im ICE auch nix mit surfen...
        Gehen wir mal zu den "besseren" Strecken
        Zwischen Nürnberg und Würzburg ist auch bei 50% kein Empfang... also im ICE auch tote Hose, da kann man nicht mal FaceBook laden.
        Auf der SFS zwischen Stuttgart und Mannheim, da bricht das Internet auch oft ein (Geschwindigkeit + Tunnel + schlechte Netzabdeckung = schlechte Mischung)
        Auf der SFS Nürnberg - Ingolstadt sieht es auch nicht besser aus... Ab Ingolstadt im "bayrischen Outback" kann man auch beobachten wie der Netzbalken Richtung 0 sich bewegt.
        Ich könnte endlos so fortführen, ich sehe täglich die vielen Funklöcher... Besonders schön wenn man mit Vodafone einen wichtigen Anruf in der Zentrale tätigen muss, aber durch das beste Netz Deutschlands nicht anrufen kann....

        Aber wenn wir vom Mobilnetz reden, das GSM-R sieht nicht viel besser aus...

        Und wer denkt die ÖBB hat es besser unter Kontrolle, den muss ich enttäuschen. Im Railjet hatte ich ein schlechteres Internet als im ICE! Das aber schon 2016 in der 2. Klasse Kostenlos war
        Versteh ich dich richtig, du surfst während du den Zug führst? Geht das, also aufmerksamkeitstechnisch? Oder meinst du auf der Rückfahrt, als Passagier?
      • Von Zeus18 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von der-sack88
        War mit dem WLAN auch recht zufrieden. Natürlich hats in den Tunneln ausgesetzt, aber da kann die Bahn ja nicht sonderlich viel für. Für 1-2 Youtube-Videos hats gereicht, für News und Artikel lesen sowieso. Ein echter Mehrwert im Vergleich zu den Fahrten davor.

        Bin aber überrascht, wie negativ die Bahn immer noch gesehen wird. Bin an Silvester zu einem Kumpel und habe für die Strecke Frankfurt->Kiel und zurück mit dem ICE ohne Umsteigen, also ganz entspannt morgens in den Zug und mittags in Kiel sein, ganze 50€ inkl. Sitzplatzreservierung gezahlt. Mit dem Auto hätte es mehr als das dreifache gekostet, selbst wenn man "nur" die Spritkosten rechnet und die übrigen Kosten außen vor lässt, zusätzlich wäre ich länger unterwegs gewesen und es wäre deutlich stressiger gewesen, und fliegen ist ein so absurder Vorschlag, darüber muss man ehrlich gesagt gar nicht diskutieren. Bleibt der Fernbus, der kostet aber mittlerweile kaum weniger und ist doppelt so lange unterwegs. Für alleine oder zu zweit Reisende ist die Bahn mMn innerhalb Deutschlands alternativlos, wenn die Anbindung stimmt...
        Jaja klar da hast du definitiv recht, aber wenn man eine Strecke fährt wo konstant kleine Tunnelfahrten befahren werden, kann man es auch direkt sein lassen.

        Beispiel: Köln-Frankfurt.
      • Von marcus022 Freizeitschrauber(in)
        Ja. Solange man vorplanen kann ist das natürlich ein unschlagbarer Preis. Danke.
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Kostenloses WLAN im ICE ausprobiert: Eigentlich für Netflix und Co. brauchbar [Update]
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http://www.pcgameshardware.de/Internet-Thema-34041/Specials/Kostenloses-WLAN-ICE-Test-1213008/
16.01.2017
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