HP-Drucker funktionieren nur noch mit originalen Patronen [Update: HP rudert zurück]
Die Firmware für Drucker von HP enthält offensichtlich ein Ablaufdatum für Patronen von Drittherstellern. Nutzt man eine nicht von HP stammende Druckerpatrone, wird diese automatisch als mangelhaft angezeigt. Mittlerweile hat HP auch eine klärende Stellungnahme veröffentlicht - und rudert zurück.
Update 2: Nach rund zehn Tagen sieht sich HP nun doch offenbar genötigt, beim "heimlichen" Firmware-Update zurückzurudern. In einem neuen Blogpost stellt man klar, dass die strittige Maßnahme vor allem als Schutz für den Kunden vor Fälschungen gedacht war. Da man das neue, dynamische Sicherheitsfeature schlecht kommuniziert habe, wird es aber bald für alle Betroffenen ein optionales Firmware-Update geben, welches das Feature wieder entfernt. Details dazu soll es im Forenbereich bei HP geben.
Zwischenzeitlich gab es Berichte, wonach alternative Patronenhersteller bereits überarbeitete Produkte mit neuem Steuerungschip verkaufen, die auch mit der neuen Firmware problemlos zusammenarbeiten. Außerdem forderte die Nichtregierungsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) in einem offenen Brief HP auf, sich bei ihren Kunden zu entschuldigen, eine Rollback-Firmware zu bringen und zu versprechen, nie wieder derartige kundenfeindliche Software-Updates zu veröffentlichen. HP hätte mindestens sechs Monate gewusst, dass einige Kunden Drucker kaufen, die irgendwann nicht mehr mit bestimmten Patronen zusammenarbeiten.
Update 1: HP hat uns mittlerweile eine Stellungnahme zur Verfügung gestellt, die vor allem klar macht, dass HP ganz bewusst die Änderungen durchgeführt hat und offensichtlich auch nicht vor hat, die Situation bei Fremdpatronen zu ändern.
HP verbessert für seine Kunden kontinuierlich die Sicherheit seiner Produkte. Seit Ende 2015 hat HP Aktualisierungen seiner Firmware in Verbindung mit dem Sicherheitschip bei seinen HP OfficeJet, OfficeJet Pro und OfficeJet Pro X Druckern eingeführt, die die sichere Kommunikation zwischen der Tintenpatrone und dem Drucker aufrecht halten. Der Zweck dieses Updates ist es, HPs Innovationen und das geistige Eigentum zu schützen. Diese Drucker können mit wieder befüllten oder wiederaufbereiteten Tintenpatronen mit einem Original HP Sicherheitschip betrieben werden. Andere Tintenpatronen funktionieren möglicherweise nicht. In vielen Fällen war diese Funktion bereits auf dem Drucker installiert, in manchen Fällen wurde sie im Rahmen eines Firmware-Updates installiert.
Originalartikel: Seit dem 13. September werden Berichten zufolge viele Besitzer einer Druckers von HP mit Fehlermeldungen konfrontiert. So werden völlig intakte Druckerpatronen von Drittherstellern als fehlerhaft deklariert. Grund hierfür ist offensichtlich ein in die neueste Firmware integriertes Ablaufdatum, sofern man Tinte eines Fremdanbieters verwendet. Wer seinen Tintenstrahldrucker ohne Einschränkungen nutzen möchte, muss derzeit auf originale Patronen von HP zurückgreifen. Nachdem HP zunächst keine Stellungnahme abgeben wollte, gibt das Unternehmen mittlerweile zu, dass man Vorkehrungen "zum Schutz der Drucker und zum Schutz der Kommunikation zwischen Patrone und Drucker" vorgenommen habe. Von der Fehlermeldung betroffene Geräte würden auch bei Refills wieder funktionieren, sofern die Patrone den originalen HP-Sicherheitschip besitzt.
Fraglich bleibt, ob HP absichtlich eine Sperre von Druckerpatronen anderer Hersteller in das Update eingebaut hat oder ob dies ein unbeabsichtigter Nebeneffekt ist. Laut einem Forschungsbericht der Firma 123Inkt, die Patronen für Drucker von HP herstellt, tritt die Problematik auch bei Geräten mit älterer Firmware auf. Ein Bug im aktuellen Update kann also nicht der alleinige Grund für die Sperrung von Fremdtinte sein. Um diese wieder nutzen zu können, müssten Kunden eine Firmware von 2014 oder früher installieren.
Dies ist für den Otto Normalverbraucher allerdings nicht so einfach. 123Inkt verlangt deshalb von HP, die Firmware frei zum Download zur Verfügung zu stellen. Die zentrale Frage ist, ob HP überhaupt daran interessiert ist, die Einschränkung wieder aufzuheben. Tatsächlich könnte dahinter auch der Versuch stecken, Patronen von Drittanbietern vom Markt zu verdrängen, um so den Umsatz der eigenen Tinte anzukurbeln.

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Werde ich nach Feierabend mal testen.
Gab es bei einem anderen "Opfer" der letzten Firmware schon eine Besserung?
Auch ist von meinem Modell (OfficeJet 6500A Plus) in von Thilo verlinktem HP-Blog keine Rede.
Wusste gar nicht, dass es so etwas noch gibt. Ich bin davon ausgegangen, dass alle Organisationen, welche im Sinne des Kunden oder Bürgers handeln, systematisch ausgemerzt wurden ...
Ein immer wieder (auch mal positiv) überraschter
Rum
Einzelne Kunden werden wohl kaum Klagen, da wird einfach wenn der Vertrag ausläuft ein anderer Hersteller genommen.