RTS-Hoffnung Grey Goo auf der Gamescom angespielt: Wird Petroglyph seinem Westwood-Erbe gerecht?
Grey Goo gilt als die Hoffnung im Echtzeitstrategie-Genre, welchem bei den "großen Publishern" aktuell nur wenig bis gar keine Beachtung geschenkt wird. Auf der Gamescom konnten wir uns den Titel näher ansehen; kann Entwicklerstudio Petroglyph seinem Westwood-Erbe gerecht werden?
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Quelle: Grey Box/Petroglyph
Grey Goo auf der Gamescom angespielt: Wird Petroglyph seinem Westwood-Erbe gerecht?
Bereits Anfang Februar hat PC Games Hardware Grey Goo erstmals angespielt, nun ist Petroglyph Games mit einer fortgeschritteneren Version auf der Gamescom vertreten. Auch dort hält sich der unbekannte Publisher Grey Box, der offenbar über einige spendable Financiers verfügt, im Hintergrund. Betreut haben uns Frank Klepacki, zuständig für sämtliche Audio-Elemente, und Michael Legg, CEO und Mitgründer von Petroglyph, höchstpersönlich.
Schon im Vorfeld hat Grey Goo große Erwartungen beim Autor dieses Artikels geweckt, immerhin haben die verantwortlichen Entwickler dessen Kindheit geprägt: Das allererste Spiel, das er jemals zu Gesicht bekam, war Command & Conquer: Tiberiumkonflikt, das im vergangenen Jahrtausend von Westwood entwickelt wurde. Nachdem EA das Studio aufgekauft hatte, verließen die meisten Entwickler das Unternehmen und gründeten mit einigen Ex-Mitarbeitern andere größere Studios wie 2003 Petroglyph Games.
Grey Goo angespielt: Trotz simplem Grundgerüst sehr komplex
Quelle: Grey Box/Petroglyph
Grey Goo auf der Gamescom angespielt: Die menschliche Verteidigungslinie
Wir durften eine Partie Grey Goo gegen einen anderen Pressevertreter spielen, wobei es sich hier noch um eine Alpha-Version handelte. Trotzdem konnten wir keine größeren Patzer ausfindig machen, im Gegenteil: Nach den ersten 15 Minuten voller Erklärungen versanken wir im Spiel und merkten gar nicht, wie eine weitere halbe Stunde verstrich. Wie für ein klassisches Aufbau-RTS typisch, spielt man eine Runde nicht gerade in einer Mittagspause zu Ende, weshalb wir nur ein Volk ausprobieren konnten, die Humans.
Das Grundgerüst von Grey Goo zeigte sich ziemlich simpel, wie es auch schon bei den früheren Command&Conquer-Ablegern der Fall war: Am unteren Rand hat man seine Rubriken für Gebäude und Einheiten, die man bauen beziehungsweise ausbilden muss. Um ein wenig Schwung in die Geschichte zu bringen, lassen sich diese Rubriken über Hotkeys aufrufen. Spätestens wenn es um den Aufbau der eigenen Wirtschaft, dessen Verteidigung und die strategische Positionierung gegen den Gegner geht, erhält Grey Goo seine reizvolle Komplexität.
Grey Goo angespielt: Die Technik
Beim technischen Untersatz setzt Petroglyph auf eine hauseigene DirectX-11-Engine, welche Grey Goo durchaus hübsch darstellt. Neue Maßstäbe in Sachen Grafik werden zwar keine gesetzt, das ist bei einem Strategiespiel aber auch nicht zu erwarten. Nichtsdestotrotz ist das Gebotene sehr stimmig und macht doch einiges her. Die Texturen sehen gut aus, besonders wenn man aus einiger Entfernung agiert, wie es für ein RTS üblich ist. Lediglich mit maximalem Zoom wird es teilweise etwas matschig - ein RTS lässt sich so aber nicht spielen.
Beim Hardware-Hunger zeigt sich das Spiel relativ mäßig: Ein einigermaßen aktueller Quad-Core sowie eine Mittelklasse Grafikkarte à la GTX 750 Ti oder R7 260X sollen für hohe Einstellungen unter Full-HD völlig ausreichen. Allerdings sollen auch High-End-Rechner mit 4K-Auflösung und Kantenglättung auf ihre Kosten kommen. In den Testrechnern, auf denen wir spielten, waren ein Core i7-4790K, eine GTX 780 Ti sowie 16 GiByte DDR3-RAM untergebracht - die Darstellung in Ultra-HD war damit butterweich.
Grey Goo angespielt: Mantle eine Option?
Quelle: Grey Box/Petroglyph
Grey Goo auf der Gamescom angespielt: Humans vs. Goo mit "Epics"
Zum Schluss haben wir CEO Michael Legg noch gefragt, ob AMDs Mantle-API ein Thema für das Studio ist. Spätestens, wenn vier Fraktionen mit Hunderten von Einheiten gegeneinander spielen, dürfte nämlich ein CPU-Limit eintreten. Demnach interessiere man sich sehr für Mantle, allerdings sei man diesbezüglich noch nicht von AMD angesprochen worden. Als wir daraufhin meinten, dass ein entsprechendes Online-Beta-Portal existiert, versprach Legg uns, dieses nach der Gamescom umgehend aufzusuchen. Wer weiß, vielleicht kommt die finale Version mit dem alternativen Render-Pfad.
Petroglyph betonte jedoch auch, dass man keinen Hardware-Anbieter (AMD, Intel, Nvidia) bevorzugt behandeln werde. Sollte eine Technologie eines Herstellers jene des Konkurrenten ausbremsen, werde diese nicht verwendet. Dabei verneinte man auch eine Verwendung von Nvidia-Gameworks, welche in der Kritik stehen, AMD womöglich die Treiber-Optimierungen zu erschweren. Sollte also eine Mantle-Unterstützung kommen, dürften keine Ressourcen des DirectX-Teams abgezweigt werden.
Grey Goo angespielt: Vorläufiges Fazit
Sobald die Grundlagen der menschlichen Rasse verstanden und einigermaßen verinnerlicht waren, hatte uns das Spiel bereits in seinem Bann, sodass die (überlange) Anspielzeit wie im Nu verflog - für ein Spiel im Alpha-Status ist das schon sehr vielversprechend. Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Unserer Meinung nach ist es den Entwicklern sehr gut gelungen, das "klassische RTS-Feeling" zu übermitteln: Der Grad der Komplexität ist genau richtig, die Völker klingen vielversprechend und die Grafik kann sich sehen lassen. Im Herbst dieses Jahres soll die Beta an den Start gehen, die Veröffentlichung wird aktuell für Anfang 2015 anvisiert - wir sind gespannt!


Nee aber ernsthaft, ich wundere mich bei jedem Artikel zu Grey Goo, wie selten Earth Erwähnung findet - die Fraktionen (UND ihr unterschiedliches Gameplay) sind so dermaßen ähnlich.
Ich würde es den Jungs von (ehemals) Westwood sehr gönnen, EA hat die alten Spiele langsam genug ausgeschlachtet.
Vielleicht kommt auf Basis der Engine auch wieder ein cooles Rollenspiel heraus! (Gibt's NOX eigentlich auch bei Origin?)