Nvidia Freestyle mit PUBG und Co. ausprobiert - Spiele verschönern leicht gemacht?
Tools wie der Shader-Injector Reshade erfreuen sich in der PC-Community einiger Beliebtheit. Nun ist die Bedienung von Reshade nicht ganz unkompliziert, dort stehen kaum überschaubare Mengen Filter und Effekte zur Verfügung, die nicht selten schwierig einzustellen sind. Analog zu Nvidias handlichem Screenshot-Tool Ansel bietet Freestyle Geforce-Besitzern Werkzeuge, um den Look eines Spiels wie PUBG zu verbessern, ohne sie dabei zu überfordern.
PC-Spieler sind dafür bekannt, Spiele ihren jeweiligen Wünschen anzupassen - dies betrifft nicht nur Alltäglichkeiten wie Grafikeinstellungen, Auflösung und eine individuelle Balance zwischen Optik und Performance, häufig nutzen PC-Nerds auch Modifikationen, die den Look eines Spiels verändern. Dazu zählen Ergänzungen wie neue, hochauflösendere Texturen, Ini-Tweaks für eine größere Sichtweite aber auch Farb- und Kontrastveränderungen, Filter für Nachschärfungen oder erweiterte Effekte. Häufig wird dazu Reshade in Kombination mit der Sweet-FX-Shaderbibliothek genutzt. Auch wir haben uns schon mehrfach mit dem Thema beschäftigt, zuletzt haben wir Reshade in der PCGH-Ausgabe 05/17 abgehandelt, es existieren jedoch auch eine Reihe Online-Artikel zum Thema, darunter auch ein Leser-Artikel von Ion, der Ihnen die nicht ganz unkomplizierte Bedienung des mächtigen und komplexen Tools etwas näher bringt. Tatsächlich ist Freestyle in einigen Belangen eng verwandt mit Reshade beziehungsweise nutzt ähnliche Shader wie jene der Sweet-FX-Sammlung, die standardmäßig durch den Injektor Reshade hinzugefügt werden können. Freestyle nutzt wie schon Ansel Shadercode des Modders Marty McFly - jener ist auch an der Entwicklung von Sweet-FX-Shadern für Reshade beteiligt.
Nvidia bietet Nutzern nun mit Freestyle eine Art Lite-Version von Reshade an. Der Grafikkartenhersteller hat das praktische Tool auf der CES 2018 vorgestellt, die Arbeiten daran sind indes noch nicht abgeschlossen. Eine Vorab-Version kann allerdings mit der Geforce Experience bereits genutzt werden. Dazu ist neben der GFE eine Registrierung nötig, zudem benötigen Sie natürlich eine entsprechende Geforce-Grafikkarte ab der Maxwell-Generation (GTX 750 Ti, GTX 9xx). AMD-Nutzer oder Besitzer älterer Nvidia-GPUs bleiben außen vor, beziehungsweise: Sie müssten sich ein wenig eingehender mit der Thematik beschäftigen und Reshade oder ein ähnliches, nicht-proprietäres Tool verwenden.
Quelle: PC Games Hardware
Geforce Experience - Experimentelle Funktionen
Da es sich bei Freestyle noch um ein experimentelles Feature handelt, müssen Sie es innerhalb der Geforce-Experience-Software vor dem Nutzen freischalten. Dies können Sie in den Einstellungen (Zahnradsymbol in der Leiste oben neben dem persönlichen Profil) vornehmen: Setzen Sie ein Häkchen bei "Experimentelle Funktionen erlauben". Unter Umständen wird nun zuerst ein Patch für die GFE heruntergeladen, andernfalls sollte sich Freestyle nun nutzen lassen. In unserem Fall funktionierte das Feature allerdings mit dem aktuellen Geforce-Treiber 391.35 WHQL in keinem der von uns getesteten Spiele, weshalb wir auf den 390.65 WHQL wechselten. Mit dieser Treiberversion ließ sich Freestyle anstandslos in jedem unterstützen Titel nutzen. Für diesen Artikel kam eine GTX 1080 Ti zum Einsatz, die Screenshots entstanden in Ultra-HD-Auflösung, die wir auf WQHD heruntergerechnet haben. Der Fraps-Counter dient zur Einschätzung des Leistungsverlusts durch Zuschalten der Effekte. Die jeweiligen Einstellungen für Freestyle können Sie zusätzlichen Bildern in unserer Galerie entnehmen.
Quelle: PC Games Hardware
Geforce Experience - Overlay
Nvidia Freestyle - Für Geforce-Experience-Nutzer nützlich, aber (noch) etwas eingeschränkt
Wenn Sie ein Freestyle-kompatibles Spiel starten - die Auswahl ist aktuell noch recht beschränkt, dürfte in Zukunft aber schnell wachsen -, können Sie das Tool mit der Tastenkombination ALT+F3 starten. Alternativ können Sie es auch mit einem Mausklick über das GFE-Overlay (ALT+Z) aufrufen oder dort eine andere Taste für Freestyle festlegen. Das Tool bietet Ihnen nach dem Start drei Profile, in denen Sie unterschiedliche Farb- und Filtereinstellungen festlegen können. Zudem können Sie Freestyle deaktivieren - praktisch, um die Auswirkungen Ihres Freestyle-Profils direkt mit dem Originalbild zu vergleichen. Um nun Effekte hinzuzufügen oder zu verändern, wählen Sie einfach die gewünschte Option aus dem Drop-Down-Menü und klicken auf das "+"-Symbol. Danach können Sie mit einem Klick auf den Pfeil die eigentlichen Einstellungen für den Filter oder den Effekt vornehmen. Wer sich schon mit Nvidias Screenshot-Tool Ansel beschäftigt hat, findet sich sofort zurecht. In einigen Fällen verbergen sich auch mehrere unterschiedliche Effekte unter den Überbegriffen, so ist unter "Details" neben einem Schärfefilter auch der aus Reshade bekannte "Klarheits-Shader" (Clarity) zu finden, welcher Details im Bild hervorhebt. Daneben verbergen sich unter dem Oberbegriff "Details" außerdem ein Bloom- sowie ein HDR-Shader. Die Shader und Farbfilter kosten dabei etwas Leistung, die sich von Effekt zu Effekt unterscheiden. Die meisten kosten nur wenig Performance, die Tiefenschärfe wäre eine Ausnahme, die etwas aufwendiger zu berechnen ist. Aber auch der "Klarheits"-Shader lässt die Framerate durchaus beträchtlich purzeln, wenn Sie den schicken Bildverbesserer zuschalten (siehe Bildvergleich PUBG).
Freestyle in Borderlands 2 (UHD @ WQHD)
Neben diesen Effekten lässt sich das Bild auf vielfältige Weisen anpassen und individualisieren: Abseits einer Vielzahl Farbfilter und Shader für Cell-Shading oder Retro-Look können außerdem Belichtung, die Level für Highlights und Schatten, Gamma und Kontrast angepasst werden. Mit diesen Werkzeugen lässt sich das Bild milde auffrischen oder aber komplett abändern - Sie haben im Grunde die freie Hand. Die Auswahl und Einstellungsmöglichkeiten von Freestyle sind dabei gegenüber Reshade wie schon erwähnt etwas eingeschränkt, des Weiteren fehlen mit Ausnahme der Tiefenschärfe erweiterte Effekte wie beispielsweise eine Umgebungsverdeckung. Es wäre sicherlich nett, wenn sich in Zukunft via Freestyle beispielsweise HBAO+ zuschalten ließe. Selbst wenn die Abstimmung eines solchen Effekts immer ein wenig kniffelig ausfällt, Nutzer könnten damit Spiele aufwerten, welche über keine oder nur eine unzureichende Ambient Occlusion verfügen. Auch eine zuschaltbare Kantenglättung wäre sehr nützlich. Vielleicht bringt ja ein zukünftiges Update eine solche Option.
Freestyle in The Forest
Etwas eingeschränkt ist man beim Nutzen von Screenshot- oder Aufnahme-Tools wie Fraps und Konsorten: Freestyle - oder besser: Das gesamte Geforce-Experience-Overlay beißt sich mit Vorliebe mit anderen Programmen, die sich in die Spiele einklinken. Schießen wir beispielsweise mit Fraps einen Screenshot, werden die via Freestyle vorgenommenen Änderungen nicht erfasst. Gleiches gilt für die Video-Aufnahme, auch hier sind die Effekte nicht sichtbar. Das ist natürlich kein Problem, wenn Sie die Aufnahmefunktionen der GFE nutzen und die Geforce Experience müssen Sie ja eh nutzen, um Freestyle überhaupt zu starten - trotzdem: Sie werden dadurch im Grunde gezwungen, die Nvidia-Tools zu nutzen, andere funktionieren nicht oder nur teilweise. Tendenziell ist das ein Nachteil gegenüber Reshade, Sweet FX & Co. Allerdings hat die GFE auch einen gewissen Vorteil: Sie können Freestyle und andere der via Experience angebotene Werkzeuge prinzipiell in Titeln nutzen (sofern kompatibel), in denen Reshade und andere Tools problematisch ausfallen oder gar nicht funktionieren. So wäre Freestyle im Grunde auch in Spielen mit Direct-X-12- oder Vulkan-API nutzbar. Außerdem können Sie Freestyle in einigen Spielen nutzen, in denen Sie mit Tools wie Reshade unter Umständen einen Ban riskieren - in Mehrspieler-Titeln wie PUBG beispielsweise.
Freestyle in PUBG
Nvidia Freestyle - Fazit des Kurztests
Noch ist Freestyle in einer Entwicklungsphase, doch es lohnt sich, das weitere Reifen des Tools im Auge zu behalten - zumindest für Nutzer der Geforce Experience, die Voraussetzung ist und auf die Sie in Kombination mit Freestyle außerdem für weitere Funktionen wie Screenshots oder Videoaufnahmen gewissermaßen angewiesen sind. Die Optionen, welche von der aktuellen Version von Freestyle angeboten werden, sind durchaus nützlich, selbst wenn Sie nur kleinere Anpassungen wie etwa ein Nachschärfen oder minimale Änderungen an Kontrast und Belichtung vornehmen wollen, um das Bild zu verbessern. So mächtig wie das beständig wachsende und weiterentwickelte Reshade wird Freestyle wohl niemals werden, noch dazu muss das Spiel kompatibel zu Nvidias Software sein - aktuell ist der Support das größte Hindernis beim Nutzen von Freestyle. Aber die Unterstützung sollte sich schnell ausweiten. Es ist etwa anzunehmen, dass Freestyle analog zu Ansel in die Unreal- sowie Unity-Engine integriert wird beziehungsweise bereits ist, viele der Optionen innerhalb dieser Tools sind identisch. Gleiches dürfe auch für eine ganze Reihe weiterer Titel von Studios gelten, mit denen Nvidia Kooperationen eingeht. Neben weiteren Features und Optionen erwarten wir also in naher Zukunft breitere Einsatzmöglichkeiten für Freestyle.

Interessant.
Ist irgendwie wie das was AMD schon hat.
Aber das "Free" hätten Sie sich sparen können wie wir wissen ist free AMD vorbehalten bei NV ist nichts free.
Irgendwie schauen die Screenshots seltsam aus. Mit Grauschleier drin. Ist das die Nvidia Grafikqualität von der man immer so viel liest?
Nichts von pubg ist überragend uhhh hat dich mein satz dein spiel beledigt? da du dich auf mein rechtschreiben konzentrierst? Der smiley ? bist du 12?
Freestyle hat aber 2 entscheidende Fehler. Der Erste ist das man GFE installieren muss, mit Allen NV datenspio Optionen.
Der Zweite ist das der VRam einfach überläuft damit, unspielbar nach einer gewissen Zeit.