Grafikkarten: GDDR6-Speicher ist deutlich teurer als GDDR5-Speicher
Ein Händler für elektronische Bauelemente listet verschiedene GDDR5- und GDDR6-Chips von Micron und gibt Preise für eine Abnahmemenge von 2.000 Stück an. Aus diesen ist ersichtlich, dass GDDR6 im Moment noch deutlich teurer ist als GDDR5. Eine Verdopplung der Kapazität von 8 auf 16 Gibibyte würde bei GDDR6-Speicher wohl einen um 100 bis 150 US-Dollar höheren Preis mit sich bringen.
Der Händler Components-Mart.com verkauft elektronische Bauelemente und damit auch RAM-Chips wie sie in aktuellen Grafikkarten eingesetzt werden. Das Unternehmen ist in Hongkong ansässig und richtet sich an Geschäftskunden - dementsprechend nah dürften die angegebenen Preise an der Realität liegen.
Viel Speicher kostet viel Geld
Die Website listet unter anderem auch Grafik-Speicherchips der Typen GDDR5 und GDDR6, wodurch sich die Preise der Technologien vergleichen lassen. Gelistet sind allerdings nur ICs von Micron, die Konkurrenten Samsung und SK Hynix sind nicht vertreten. Zudem ist zu bedenken, dass die angegebenen Referenzpreise für eine Abnahmemenge von 2.000 Stück gelten, Grafikkartenhersteller dürften deutlich größere Mengen kaufen und die Bauteile somit günstiger erhalten. 3dcenter.org schätzt den möglichen Preisnachlass auf 20 bis 40 Prozent und auch wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass die folgenden Daten nur grobe Schätzungen sind.
| Speichertyp | Technik | Preis pro Chip | Name des Bauteils |
|---|---|---|---|
| Micron 1 GB GDDR5 @ 6 Gbps | 1 GByte GDDR5, 3.000 MHz, 6 Gbps | 6,752 $ | MT51J256M32HF-60:A TR |
| Micron 1 GB GDDR5 @ 7 Gbps | 1 GByte GDDR5, 3500 MHz, 7 Gbps | 6,519 $ | MT51J256M32HF-70:A TR |
| Micron 1 GB GDDR5 @ 8 Gbps | 1 GByte GDDR5, 4.000 MHz, 8 Gbps | 6,864 $ | MT51J256M32HF-80:A TR |
| Micron 1 GB GDDR6 @ 12 Gbps | 1 GByte GDDR6, 3.000 MHz, 12 Gbps | 10,79 $ | MT61K256M32JE-12:A TR |
| Micron 1 GB GDDR6 @ 13 Gbps | 1 GByte GDDR6, 3.250 MHz, 13 Gbps | 9,253 $ | MT61K256M32JE-13:A TR |
| Micron 1 GB GDDR6 @ 14 Gbps | 1 GByte GDDR6, 3.500 MHz, 15 Gbps | 11,69 $ | MT61K256M32JE-14:A TR |
Aus den angegebenen Preise lässt sich errechnen, dass der Speicher allein bei einer Bestückung mit acht Gibibyte circa 35-45 US-Dollar (GDDR5) oder 55-75 US-Dollar (GDDR6) kostet. Eine Verdopplung der Speichermenge auf 16 Gibibyte würde auch die Einkaufskosten verdoppeln, dann würde der Speicher also ungefähr 70-90 US-Dollar beziehungsweise 110-150 US Dollar kosten. Damit sind allerdings nur die Chips selbst bezahlt, Kostenfaktoren wie die Montage und auch die komplexeren Platinen werden nicht berücksichtigt.
Passend zum Thema: GDDR6: Samsung liefert den Speicher für Nvidias Quadro RTX Turing
3dcenter geht davon aus, dass acht Gibibyte zusätzlicher GDDR6-Speicher den Preis des Endprodukts um 100 bis 150 US-Dollar erhöhen würden. Das dürfte der oder einer der Gründe sein, warum sich die aktuellen Grafikkarten bei der Speichermenge nicht von ihren Vorgängern abheben: Die Kosten würden zu stark ansteigen, und hohe Aufpreis für den vergrößerten Speicher würde sich nur für wenige Nutzer lohnen.
Zuletzt noch eine interessante Nebeninformation: Wie in der Tabelle zu sehen ist, ist der langsamste Speicher nicht immer der günstigste. Sowohl bei GDDR5 als auch bei GDDR6 sind die mittleren Modelle am günstigsten, langsamere Chips kosten etwas mehr. Am teuersten ist aber immer der schnellste Chip mit 8 beziehungsweise 14 Gbps.
Quelle: 3dcenter.org, Components-Mart.com

Wie bekommst du 12GB bei der RTX 2080 TU104 an dessen 256Bit Speicherinterface?
Wie bekommst du 16GB bei der RTX 2080Ti TU102 an dessen 352Bit Speicherinterface?
War doch klar das nVidia hier 8GB und 11GB oder die doppelte Menge verwenden kann, alles andere wären Krüppellösungen und die will niemand.
Alternativ bliebe noch die Möglichkeit, wie bei der GTX 660(Ti) 2GB unterschiedlich große Speicherchips zu verbauen (also z.B. 4x 2GB und 4x 1GB) oder teilweise einen RAM Chip mehr an einen Speichercontroller zu kleben (also 4 mal 2x 1GB und 4 mal die einfach Bestückung). Solche "Krüppellösungen" sind übrigens schneller, also kauf die mal eine richtige Karte, wie die Vega Frontieredition oder die Titan RTX.
Falls ein Grafikanbieter wie Nvidia eine Großbestellung macht, wären das immerhin pro verkaufter Karte mindestens 6-12 Chips. Bei Grafikkarten kann man da sicherlich mit mehrstelliger Millionenbetrag an Stückzahlen rechnen. Die Einkaufssumme, die gebuchten Kontingente und Langzeitverträge wären dabei in einer komplett anderen Liga.
Das kann sich jeder selbst ausrechnen. Der Unterschied bei Mengenrabatt in dieser Größe ist eine ganz andere Dimension wenn als ein kleiner Kraut- und Rübenanbieter, der sich nur ein paar tausend Stück leisten kann. Leider wird dies oft unterschätzt bzw. garnicht beachtet.
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War doch klar das nVidia hier 8GB und 11GB oder die doppelte Menge verwenden kann, alles andere wären Krüppellösungen und die will niemand.
RTX 2080 16GB und RTX 2080Ti 22GB wären garantiert noch teurer geworden als die Karten ohnehin schon sind. Die 2000er GeForce Generation hat eben das Problem, das hier riesige (und damit teurere) Chips (die sonst nie zuvor verwendet wurden wie jeder weiß) auf eine neue teurere Speicher Technologie trifft und sich das summiert. Wem das nicht passt muß halt auf die 7nm GPUs warten und bspw. hoffen das AMD Navi konkurrenzfähig ist, sowie zu 16GB am 256Bit SI schreitet und damit auch nVidia mehr oder weniger dazu 'zwingt' bei der nächsten Generation.