Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test

Wer beim schwedischen Gehäusehersteller Fractal Design ein Einsteigermodell im Preisbereich um 50 Euro sucht, wurde bisher nur bei den Midi-Towern der Core Reihe fündig. Mit dem nun vorgestellten Focus G präsentiert Fractal Design jetzt ein neues, vor allem günstiges Modell, dessen Preis von 55 Euro den Midi-Tower für Einsteiger besonders interessant macht. Was der für kleines Geld erwarten kann, zeigt unser Test, pünktlich zum Release des Fracatal Design Focus G.

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Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test
Quelle: PC Games Hardware

Mit dem Define R5, dem Define C/S, dem Arc Midi R2, Arc XL und dem Core 3500 hat die schwedische Firma Fractal Design eine Reihe von großen Gehäusen im Angebot, die vor allem wegen ihrer guten Kühlleistung bei geringer Geräuschkulisse in unseren Test gute Bewertungen einheimsten und sich darüber hinaus auch sehr gut verkauft haben. Allerdings wurden für diesen mit Extras wie einem Seitenfenster, einer Dämmung, einer Lüftersteuerung, einem Innenraum ohne Laufwerkskäfige oder einer speziellen Deckelkonstruktion bestückten Midi- und Big Tower zwischen 80 und 120 Euro fällig. Wem diese Investition zu hoch war, der fand im Portfolio auch die günstigeren Modelle der Core-Reihe (Ausnahme: Core 3500), bei denen man allerdings Abstriche bei der Ausstattung und oft auch der Lüfterbestückung machen muss. Mit dem neuen Focus G, das für 55 Euro über die Ladentheke gehen soll, erweitert Fractal Design jetzt die Palette der Einsteigermodelle im Preisbereich um 50 Euro. Haben die Schweden hier einen neuen Preis-Leistungs-Tipp auf Lager oder ist das Focus G doch nur ein unspektakulärer Nachfolger der auslaufenden Core-Reihe? Unser Test hat die Antwort.

Fractal Design Focus G: Ausstattung, die dem Preis angemessen ist

Wer ein Gehäuse für 55 Euro erwirbt, nimmt in Kauf, dass viele, bei teureren Modellen vorhandene, Extras fehlen und so ist das auch bei dem mit einem großflächigen Sichtfenster ausgestatteten Fractal Design Focus G. Die Zahl der Laufwerksplätze fällt mit zwei 5,25-Zoll-Einbauschächten für optische Laufwerke, einem entfernbaren Kombi-Käfig für zwei 3,5/2,5-Zoll-HDDs sowie einer weiteren Halterung für eine 2,5-Zoll-SSD/HDD überschaubar aus. Für einen Spiele-PC, in dem meist nur zwei, maximal drei HDDs/SDDs eingebaut werden, sollte es dennoch reichen.

Trotz des kompakten Innenraums kann man das Fractal Design Focus G ausreichend mit Lüftern bestücken, es ist sogar Platz für WaKü-Radiatoren (siehe nächste Abschnitt). In die Front passen wahlweise zwei 140/120-mm-Lüfter, zwei weiß beleuchtete 120-mm-Modelle gehören zum Lieferumfang. Zwei weitere 120-mm-Propeller passen unter den mit einem Staubschutz bestückten Deckel, je ein weiterer 120-mm-Lüfter lässt sich am Heck sowie nach Ausbau des Laufwerkskäfigs am Boden befestigen. Auf eine Lüftersteuerung muss der Käufer des auch als Mini-Variante erhältlichen Fractal Design Focus G jedoch verzichten und die Regulierung der Lüfterdrehzahl dem UEFI der Hauptplatine überlassen.

Fractal Design Focus G: Der Innenraum im Detail

Seitenteil geschlossen Seitenteil geöffnet

Die restliche Ausstattung ist wenig spektakulär, entspricht aber dem, was der Käufer von einem Gehäuse der 50-Euro-Preisklasse erwartet. An der Oberseite der Front sind je zwei USB- (USB 3.0 und USB 2.0) sowie Audio-Anschlüsse zu finden und der Boden, Deckel sowie die mit einem Wabengitter verzierte Front aus Plastik sind mit einem abnehmbaren Staubschutz versehen. Der Einbau von 3,5-Zoll-Festplatten erfolgt ohne Halteschrauben, alle 2,5-Zoll-HDDs/SSDs müssen dagegen per Schraube am Einschub, respektive der Außenseite Netzteilabdeckung befestigt werden. Dazu kommen gut platzierte Kabeldurchlässe, damit der PC-Bauer den bis zu 2,5 mm breiten Platz hinter dem Mainboard-Tray für ein ordentliches Kabelmanagement nutzen kann.

Fractal Design Focus G: Raum für Leistungsstarke Hardware vorhanden

Mit 42,2 Litern Innenraumvolumen gehört das Fractal Design Focus G nicht unbedingt zu den größten Midi-Towern, trotzdem passen in das günstige Gehäuse auch Grafikkarten mit einer Drei-Slot-Bauhöhe sowie einer Länge bis 38 cm, ohne dass der am Boden montierte Kombi-Laufwerkskäfig ausgebaut werden muss. Die CPU dürfen Turmkühler mit einer Maximalhöhe von 16,5 cm mit Frischluft versorgen, der Einbau von leistungsstarken und hohen Modellen wie dem Thermalright Macho oder dem EKL Alpenföhn Olymp steht also nichts im Weg. Mit sehr langen Netzteilen gibt es ebenfalls keine Probleme, denn für den Einbau des Stromgebers stehen zwischen der Rückwand und dem Festplattenrahmen 23 cm zur Verfügung. Dazu kommt die durchdacht angebrachten Kabeldurchlässe, die eine ordentlich Verlegung aller Strippen möglich machen und so generell den Einbau von Komponenten erleichtern. Dabei riskierte man keine Verletzungen, denn es gibt keine nennenswerten Schnittkanten. Die Qualität der Fertigung gibt, gerade mit Hinblick auf den günstigen Preis von 55 Euro, ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Lediglich die Verwindungssteifheit ist nicht optimal, da bei preiswerten Gehäusen die Stärke der Stahlbleche nicht so hoch ausfällt, wie bei deutlich teureren Modellen, beispielsweise dem nach wie vor als PCGH-Edition erhältlichen Fractal Design Define R5 (Geizhals).

Wer für die Kühlung der eingebauten Hardware eine Wasserkühlung verwenden will, dem bietet das Fractal Design Focus G drei Montageplätze für Radiatoren an: Der Deckel kann mit einem 240-mm-Wärmetauscher bestückt werden und am Heck lässt sich ein 120-mm-Modell anbringen (maximale Breite 120 mm). Die beiden 120-mm-Frontlüfter können ebenfalls durch einen 240-mm-Radiator ersetzt werden. Wer hier allerdings eine 280 mm lange Variante anbringe möchte, sollte dafür sorgen, dass der untere der beiden 5,25-Zoll-Laufwerkskäfige nicht in Benutzung ist.

Fractal Design Focus G: Ordentlich und leise Kühlung ... mit etwas Luft nach oben

Wie bereits erwähnt liefert Fractal Design das Focus G mit zwei 120-mm-Frontlüftern aus, der Lüfterplatz am Heck bleibt allerdings ab Werk unbesetzt. Um zu überprüfen ob diese Werksbestückung in der Lage ist, auch leistungsstarke Hardware gut zu kühlen, bauen wir unsere Test-Hardware in den Innenraum ein. Das seit Dezember 2016 renovierte Testsystem besteht dabei aus einem Core i7-6700K, aus einer Asus-Mini-ITX-Platine mit Z170-Chipsatz, der Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, dem Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard) sowie dem Corsair RM 550X (ATX-Netzteil mit 550 Watt). Bei einer Umgebungstemperatur von 24° C heizen wir anschließend das Innere des Fractal Design Focus G mithilfe eines Witcher-3-Savegames (1080p, maximale Details außer Hairworks) über eine Stunde auf.

Die Werte, die wir danach messen, bescheinigen den Focus G mit seinen Propellern die lediglich Frischluft in Innere befördern, eine ordentlich Kühlleistung (Wertungsnote: 2,14). Die maximale CPU-Temperatur beträgt 70° C, die GTX 1070 im ITX-Format wird maximal 74° C warm (2.191 U/min/1810 MHz) und die Innenraumtemperatur beträgt 40° C. Diese guten Werte könnten durch das Nachrüsten eines Hecklüfters noch etwas verbessert werden, der die nach oben zum Deckel steigende warme Luft von CPU und GPU (Kamineffekt) direkt aus dem Gehäuse befördert. Im Gegenzug steigen dann die Kosten und die Geräuschkulisse. Die beiden beleuchteten Lüfter im Fractal Design verrichten ihre Arbeit mit 2,3/2,0 Sone (50 cm Abstand frontal/schräg vorne [45-Grad-Winkel]) nämlich durchaus hörbar. Wenn dann noch ein weiteres Modell hinzukommt, dringt auch noch mehr Lüftergeräusch durch den offenen Deckel oder die Wabengitterfront. Eine Dämmung im hinteren Seitenteil sowie an der Front und im Deckel würde die Lautheit zwar hörbar senken, würde aber auch bis zu 20 Euro extra kosten. Trotzdem schlägt sich das Fractal Design Focus in der Disziplin Leistung ordentlich und vor allem kaum schlechter als Konkurrenten wie das von uns mit einem Spar-Tipp (Note: 2,64) ausgezeichnete Sharkoon S25-W.

Bildergalerie

Fractal Design Focus G: Für Einsteiger empfehlenswert, für Fortgeschrittene zu laut

Wer nach einem günstigen, soliden Einsteigergehäuse sucht, der wird mit dem Fractal Design Focus G auf jeden Fall fündig. Von dem Sichtfenster abgesehen gibt es hier zwar nur die Gehäuse-Grundausstattung, aber trotzdem steht für den Einbau leistungsstarker Hardware wie einem Core i7-6700 und einer GTX 1070 ausreichend Platz bereit. Die gute Kühlleistung kann durch den Einbau eines Hecklüfter sicherlich noch etwas verbessert werden, die mit 2,3/2,0 Sone hörbare Geräuschkulisse wird das im Gegenzug wohl zusätzlich erhöhen. Obwohl die Note mit 2,94 etwas höher ausfällt als bei unserem Spar-Tipp der PCGH-Ausgabe 02/2017, dem Sharkoon S25-W, vergeben wir auch für das Fractal Design Focus G diese Auszeichnung. Der Midi-Tower ist es ein empfehlens- und preiswertes Einsteigergehäuse, und damit ein echter Tipp für preisbewusste Käufer.

PCGH-Wertung

2,94
Gehäuse Focus G
Hersteller (Webseite) Fractal Design (www.fractal-Design.com)
Link zum PCGH-Preisvergleich Noch nicht gelistet
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis (getestete Version) Ca. € 55,-/gut (Seitenfenster, keine Dämmung)
Version ohne Fenster/ohne Dammung Nicht vorhanden/nicht vorhanden
Ausstattung (20 %) 4,13
Plätze für Laufwerke 2 x 5,25, 2 x 3,5/2,5 Zoll, 1 x 2,5 Zoll
Erweiterungs-Slots (Blende) Sieben
Handbuch Faltblatt (ausführlich)
Lüfterplätze Deckel: 2 x 120 mm, Front:2 x 140/120 mm, Heck: 1 x 120 mm, Seite:-, Boden: 1 x 120 mm
Vorhandene Lüfter 2 x 120 mm (Front)
Frontanschlüsse 1 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, Audio
Besonderheiten Seitenfenster, beleuchtet Lüfter, SSD-Montage an der Rückseite der Netzteilabdeckung, Werkzeuglos Laufwerksbefestigugn, Netzteilabeckung, Staubschutz an der Front, Deckel und Boden
Eigenschaften (20 %) 2,02
Material (nicht gewertet) Stahl und Kunststoff
Gewicht (Nicht gwertet) Keine Angabe
Abmessungen (H x B x T)/Volumen 44,4 x 20,5 x 46,4 cm/42,2 Liter
Platz für Grafikkarte/CPU-Kühler 38,0,/16,5 cm
Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifheit Sehr gut/gut/gut
Zusammenbau * Gut: Ausreichend Platz für den Einbau der Hardware. Der Laufwerkskäfig kann für mehr Platz oder eine Lüfter am Boden entfernt werden. Sinnvolle Aussparungen für die Kabel. Teils bis zu 2,5 mm Platz für die Kabelverlegung hinter dem Mainboard-Tray
Besonderheiten beim Zusammenbau Festplattenkäfig herausnehmbar, Aussparung hinter dem Sockel, Aussparung für Kabeldurchführungen und Kabelmanagement auf der Rückseite, sehr gute Entkoppelung der HDDs
Praxisprobleme Keine Probleme
Kompatibilitätstest Extended-, XL-ATX passen nicht
Leistung (60 %) 2,85
Temperatur CPU 70,0° C
Temperatur GPU (Lüfterumdrehzahl/Takt) 74,0° C (2.191 U/min/1810 MHz)
Temperatur Innenraum Gehäuse/M.2-SSD 40,2° C/53,0° C
Lautheit der Lüfter, 50 cm Abstand frontal/schräg vorne (45-Grad-Winkel) 2,3/2,0 Sone
FAZIT 2,94
   
Pro und Contra: + Temperatur CPU und GPU
  + Geringe Lautheit der mitgelieferten Lüfter
  - Wenig Extraausstattung
   
* System: Intel Core i7-6700K, Intel Z170, Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard), Corsair Corsair RM 550X/550 Watt (ATX), Umgebungstemperatur: 24 °C  
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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von kozfogel Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test

        Zitat von lalaker
        An der Oberseite sind die Lüfterauslässe wieder unsymetrisch, für mich ein No-go. Aber rein von der Funktionalität sehr ordentlich.

        Ich würde mich aber sehr über ein weißes Define C freuen
        Das Define C hat die Lüfer oben ebenfalls asymetrisch - was ich aber absolut sinnvoll finde, da der Ram sonst verhindert dass du eine Radi oben einsetzen kannst.
      • Von kozfogel Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test

        Zitat von lalaker
        An der Oberseite sind die Lüfterauslässe wieder unsymetrisch, für mich ein No-go. Aber rein von der Funktionalität sehr ordentlich.

        Ich würde mich aber sehr über ein weißes Define C freuen
        Das Define C hat die Lüfer oben ebenfalls asymetrisch - was ich aber absolut sinnvoll finde, da der Ram sonst verhindert dass du eine Radi oben einsetzen kannst.
      • Von TohruLP Freizeitschrauber(in)
        AW: Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test

        Was ich bei diesem, wie bei vielen anderen Gehäusen auch, nicht verstehe, sind die USB-Anschlüsse. Warum verbauen die je einen USB 2.0- und einen 3.0-Anschluss? Wenn man nur USB 2.0 auf dem Mainboard hat, verbraucht man einen Header für einen USB 2.0-Anschluss. Wenn man nur USB 3.0 hat oder schon alle 2.0-Header belegt sind, verbraucht man einen Header für einen USB 3.0-Anschluss. Und ansonsten braucht man zwei Header (1*2.0 + 1*3.0) für je einen 2.0- und 3.0 Anschluss.
        Sharkoon beispielsweise macht das weitaus besser. Da ist an dem USB 3.0-Kabel direkt ein Adapter auf 2.0 integriert. Wenn man also nur USB 2.0 hat, kann beide Anschlüsse als 2.0 nutzen, ansonsten nutzt man eben einen 3.0-Header und hat zwei USB 3.0-Anschlüsse.
      • Von lalaker Freizeitschrauber(in)
        AW: Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test

        An der Oberseite sind die Lüfterauslässe wieder unsymetrisch, für mich ein No-go. Aber rein von der Funktionalität sehr ordentlich.

        Ich würde mich aber sehr über ein weißes Define C freuen
      • Von BlueKingMuch Freizeitschrauber(in)
        AW: Fractal Design Focus G: Der neue Midi-Tower für Einsteiger im Test

        Gefällt mir gut das Case!

        Ich sehe die fehlende Dämmung bei Luftkühlung auch nicht so kritisch, da man ohnehin bei vielen Mainboardlüftersteuerungen mittlerweile einen Semipassivmodus einstellen kann, und bessere Grafikkarten meistens sowieso einen Zero-Fan Modus ab Werk haben.

        Richtig eingestellt ist das System so im Idle bzw. Multimedia lautlos.

        Wenn allerdings ne Pumpe untergebracht werden muss, geht meines Erachtens für Silent Fans kein Weg an einer Dämmung und/oder guten Entkopplungsmöglichkeit vorbei.
      Direkt zum Diskussionsende
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