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  • Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse im Test
    Quelle: PC Games Hardware

    Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse im Test

    Mit dem von uns mit einer Fünf-Sterne-Wertung getesteten Node 804 hat Fractal Design bereits bewiesen, dass man nicht nur große, sondern auch kompakte Gehäuse bauen kann, welche die Hardware im Inneren gut und leise kühlen. Mit dem Define Nano S präsentiert man jetzt einen weiteren Gehäusezwerg, in dessen Innenraum viel Platz beispielsweise für Wasserkühlungskomponenten ist.

    Das neue Fractal Design Define Nano S, welches man durchaus als den ganz kleinen Bruder des bereits von uns getesteten Fractal Design Define S (Wertung: 2,11) bezeichnen kann, ist nicht die erste kompakte Hardwarebehausung des Gehäusespezialisten aus Schweden. Bereits das Fractal Design Node 804, das Sie auch in unserer Gehäuse-Kaufberatung finden, überzeugte damals mit seinem Zweikammersystem, das eine sehr ordentliche Kühlung garantierte. Beim noch deutlich kleineren und nur noch mit Mini-ITX-Platinen bestückbaren Define Nano S gibt man das Zweikammersystem des Node 804 auf, übernimmt trotz des Formats die Raumaufteilung des großen Bruders Define S und verzichtet hier ebenfalls auf Laufwerkskäfige. Das geänderte Innenraumlayout des Fractal Design Nano S sorgt für zusätzlichen Platz, den man beispielsweise für die Radiatoren, aber auch die Pumpe und den Ausgleichsbehälter einer Wasserkühlung nutzen kann. Dass eine WaKü eine sehr gute Komponentenkühlung garantiert, ist kein Geheimnis. Doch wie sieht die Sache aus, wenn die aus zwei Fractal-Lüftern bestehende Luftkühlung zum Einsatz kommt und welche Geräuschkulisse dringt aus dem Gehäusewinzling heraus? Diese und andere Fragen beantworten wir im folgenden Test.

    Fractal Design Define Nano S Test: Erstaunlich viel Platz im Innenraum trotz kompakter Maße

          

    Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse mit erstaunlich viel Platz im Test (1)Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse mit erstaunlich viel Platz im Test (1)Quelle: PC Games HardwareSchon beim ersten Blick auf die Front des 330 x 203 x 400 mm Gehäusezwergs entdeckt man sofort die Verwandtschaft des Define Nano S mit Fractal Designs Define S. Dieser Eindruck setzt sich auch im Innerraum fort, denn wie bei deutlich größeren Bruder fehlen auch hier die Laufwerkskäfige. Trotzdem ist Platz für wahlweise zwei 3,5/2,5-Zoll-Laufwerke sowie zwei weitere 2,5-Zoll-HDDs/SSDs. Für letztgenannte Laufwerke findet man auf der linken Seite der Rückwand eine in die Aussparung für den Platinen-Sockel eingesetzte Metallhalterung, die mit einer Rändelschraube sehr leicht entfernt werden kann. Auf der rechten Seite der Rückwand befindet sich ein etwas nach vorne abgesetztes Blech, das mit vertikalen Montageschlitzen versehen ist. Hier lassen sich neben WaKü-Elementen (mehr dazu später) auch die beiden mit einer Entkopplung versehenen Halteplatten für je eine 3,5-Zoll-Festplatte (wahlweise auch 2,5-Zoll-HDD/SSD) befestigen.

    Größenvergleich Fractal Define S und Define Nano S

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    Wer das Fractal Design Define Nano S nicht mit einer Wasserkühlung bestücken will, findet trotz gerade einmal 27 Liter Innraumvolumen viele Lüfter-Montageplätze, deren Positionierung weitestgehend der des großen Define S entspricht: Die Front nimmt zwei 140/120-mm-Lüfter auf und am Deckel lassen sich ebenfalls zwei Propeller mit derselben Größe befestigen. Je ein weiteres 120-mm-Modell kann ans das Heck und den Boden geschraubt werden (140-mm-Front- und 120-mm-Hecklüfter befinden sich im Lieferumfang). Vergleicht man die Zahl der Lüfterplätze mit anderen Mini-ITX-Gehäusen, so kann Fractals Gehäusezwerg richtig punkten. Das Konzept, auf maximalen Innenraum ohne Laufwerkskäfige zu setzen, geht also auf und schafft auch Platz für eine Luftkühlung mit einer ansehnlichen Zahl an Lüftern. Auch die weitere Ausstattung des Define Nano S, zu der Dinge wie die Dämmung, zwei USB-3.0- und Audio-Anschlüsse, Staubfilter an Front Boden sowie Deckel, ein Kabelführungssystem mit Klettverschlüssen, ein verschiebbarer Hecklüfter und eine effektive HDD-Entkopplung gehören, fällt für ein Mini-ITX-Gehäuse sehr gut aus. Das gilt vor allem, wenn man den mit 70 Euro keinesfalls zu hoch angesetzten Preis in Betracht zieht.

    Fractal Design Nano S: Innenraum im Detail

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    Fractal Design Define Nano S Test: Klein und doch voll wasserkühlungstauglich

          

    Wie schon erwähnt hat Fractal Design den kleinen Bruder des Define S so entworfen, dass er sich auch für WaKü-Fans eignet. Die Basis dieses Konzepts bildet der Innenraum, der frei von Laufwerkskäfigen ist. Dort wo sich sonst Einschübe für HDDs/SSDs befinden, hat Fractal ein Blech verbaut, das mit vertikalen Aussparungen bestück ist. Hier kann alternativ zur 3,5-Zoll-HDD-Halterung, ein Ausgleichsbehälter für die Wasserkühlung montiert werden. Zusätzlich lässt sich die Pumpeneinheit auf eine weiter Montageplatte am Boden fixieren, die im Falle einer Luftkühlung alternativ als Laufwerkshalterung dient. Da im Fractal Design Define Nano S einige Lüfterplätze vorhanden sind, nimmt der Gehäusezwerg auch ungewöhnlich viele Radiator auf, wie die folgende Aufzählung zeigt:

    Front: 120/240 mm, 140/280 mm (Maximale Breite 147 mm, maximale Länge 312 mm)
    Deckel: 120/240 mm (die Höhe der Komponenten auf der Platine darf 35 mm nicht überschreiten)
    Boden: 120 mm (Maximale Dicke und Länge des Radiators: 85 mm x 160 mm)
    Heck: 120 mm (Maximale Breite darf 125 mm nicht überschreiten)

    Selbst wenn es aufgrund der kompakten Ausmaße Einschränkungen beim Einbau von Radiatoren gibt, hat das Define Nano S doch vielen Konkurrenten bei den Einbaumöglichkeiten für eine vollwertige Wasserkühlung einiges voraus.

    Fractal Design Define Nano S Test: Größenbedingte Einbauhürden

          

    Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse mit erstaunlich viel Platz im Test (9)Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse mit erstaunlich viel Platz im Test (9)Quelle: PC Games HardwareGrundsätzlich gibt es kaum Probleme, wenn man Komponenten in das Fractal Design Nano S einbaut. Wie bei Gehäusen im Mini-ITX-Format allerdings üblich, gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten, um eine reibungslose Hardware-Bestückung des Minis zu gewährleisten. Zum einen darf der (Turm-)kühler eine Höhe von 162 mm nicht überschreiten und die maximal zwei Slots hohe Grafikkarte darf nicht länger als 315 mm ausfallen. Zum anderen ist die Netzteillänge auf 160 mm limitiert und der Stromspender sollte konstruktionsbedingt so montiert werden, dass der Lüfter seine Frischluft von Gehäuseboden holt. Ein mögliches Hitzeproblem könnte auch dadurch entstehen, dass sich zwischen der Grafikkarte und dem Netzteil nur ein gerade einmal 1 cm hoher Spalt befindet. Gerade die Lüfter der GPU, die sich direkt oberhalb des Stromspenders befinden, haben wenig Platz, ihre Abluft ins Gehäuse zu pusten. Wesentlich leichter hat es da der auf den CPU-Kühler montierte Lüfter, der die aufgewärmte Luft gleich Richtung Heckpropeller befördert.

    Von diesen möglichen Hürden abgesehen gibt es aber keine Probleme bei der Bestückung des Fractal Design Nano S mit der Hauptplatine oder den Laufwerken. Gerade, wenn man die HDDs/SSDs auf der Rückseite montiert, sodass rechts neben dem Mainboard-Tray viel Platz ist, geht der Einbau des Boards und der Grafikkarte erfreulich einfach von statten. Ebenfalls sehr hilfreich sind die großflächigen Kabeldurchführungen sowie das Kabelmanagement mit Klettverschluss auf der Rückseite der Platinen-Halterung.

    Fractal Design Define Nano S Test: Sehr leise aber bauartbedingt nicht optimale Kühlung

          

    Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse mit erstaunlich viel Platz im Test (4)Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse mit erstaunlich viel Platz im Test (4)Quelle: PC Games HardwareDas Fractal Design Nano S bietet zwar viele Lüfter-Montagemöglichkeiten und ist auch ab Werk mit dem 140-mm-Front- und 120-mm-Hecklüfter schon ganz ordentlich bestückt. Trotzdem stellt sich Frage, wie niedrig die beiden Propeller die Temperaturen halten können, und welche Geräuschkulisse diese sowie die Hardware im Inneren des voll gedämmten Mini-ITX-Gehäuses verursachen. Zunächst zu den Temperaturen, hier bestätigen sich leider unsere Vermutungen, das die Kombination aus Dämmung und kompakten Format das mitgelieferte Lüfterpärchen vor schwere Aufgaben stellt. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Luft sich im kleinen Innenraum des Define Nano S generell nicht ordentlich abkühlen kann, liegt die CPU-Temperatur bei 76,5 Grad Celsius und die GPU-Temperatur bei 80,0 Grad Celsius. Das sind zwar keine bedenklichen Messwerte aber mehr als die Schulnote "Befriedigend" gibt es dafür nicht. In anderen Gehäusen, beispielsweise dem Fractal Design Node 804 haben wir 69,0 Grad Celsius für die CPU und 72,0 Grad Celsius bei der GPU gemessen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass das Node 804 nicht nur über einen größeren Innenraum mit Zweikammersystem verfügt, sondern auch nicht gedämmt ist. Der Trend, das die Hardware in einem gedämmten ATX-Gehäuse einfach etwas wärmer wird als im nicht gedämmt Pendant, scheint sich auch bei den Micro-ATX- und Mini-ITX-Modellen zu bestätigen.

    Im Gegenzug sorgt die Dämmung im Fractal Design Define Nano dafür, dass die Lautheitsmessungen gut bis sehr gut ausfallen. Bereits bei 12 Volt Lüfterspannung beträgt die Lautheit nur 2,5 Sone (50 cm frontal) und 2,6 Sone (50 cm 45 Grad Winkel). Reduziert man die an den Propellern anliegende Spannung auf 7 Volt, wird es noch leiser und es dringen nur noch 1,9/2,0 Sone aus dem Define Nano S. Gibt es für die Kühlleistung insgesamt auch nur ein "Befriedigend" kann die Lautheit mit "gut bis sehr gut" bewertet werden.

    Fractal Design Define Nano S Fazit: Ein günstiger und empfehlenswerter Gehäusezwerg nicht nur WaKü-Enthusiasten

          

    Obwohl die Temperaturwerte nicht gerade spektakulär ausfallen, ist das Fractal Design Define Nano S auch für diejenigen gut geeignet, die ihre Hardware per Luft ordentlich kühlen lassen wollen. Neben der für ein Mni-ITX-Gehäuse sehr guten Ausstattung und dem speziellen aber sehr funktionalen Innenraumlayout, macht der Gehäusezwerg auch mit einem leichten Einbau von Komponenten sowie vielen Lüfterplätzen positiv auf sich aufmerksam. Die Dämmung beeinflusst zwar die Temperaturen im Inneren, sorgt aber für geringe Lautheit, selbst, wenn das Gehäuse mit recht potenter Hardware wie dem Core i7-4790K und der Asus Geforce GTX 970 Direct Cu Mini bestückt ist. Auch wenn der Spieler noch einen oder zwei Lüfter nachrüstet um die CPU- und GPU-Temperatur messbar zu senken, wird die Lautheit dank der Dämmelemente an beiden Seitenteilen und der Front kaum weiter steigen. Da das Define Nano S mit einem Preis von 65 bis 70 Euro auch ein gut bis sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, vergeben wir auch gerne unsere Preis-Leistungs-Auszeichnung.

    GehäuseDefine Nano S
    Hersteller/Vertrieb (Webseite)Fractal Design (www.fractal-design.com)
    Link zum PCGH-Preisvergleichwww.pcgh.de/preis/1381990
    Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis (getestete Version)Ca. € 70,-/gut bis sehr gut (kein Seitenfenster, Dämmung)
    Version mit SeitenfensterCa. € 70,-
    Format Netzteil/mitgeliefertMini ITX/nein
    Plätze für Laufwerke2 x 3,5/2,5, 2 x 2,5 Zoll
    Erweiterungs-Slots (Blende)Zwei
    HandbuchJa, sehr ausführlich
    LüfterplätzeFront: 2 x 140/120 mm, Deckel: 2 x 140 mm, Heck: 1 x 120 mm, Boden: 1 x 120 mm
    Vorhandene Lüfter1 x 140 (Front), 1 x 120 mm (Heck)
    Frontanschlüsse2 x USB 3.0, Audio
    Kompatible PlatinengrößeMini ITX
    BesonderheitenDämmung enthalten, SSD-Montage auf der Rückseite der Mainboard-Halterung, Metallhalterungen für Pumpe und den Reservoir-Behälter (WaKü), magnetischer Staubschutz an der Front, Staubfilter (Deckel/Boden), Kabeführungssystem (Klettverschlüsse)
    Material (nicht gewertet)Metal und Plastik
    Gewicht/Volumen5 kg/ca. 27 Liter
    Abmessungen (H x B x T)330 x 203 x 400 mm
    Platz für Grafikkarte/CPU-Kühler/Netzteil315 mm/162 mm/160 mm
    Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/VerwindungssteifigkeitGut bis sehr gut/gut/gut
    Zusammenbau*Sehr gut (trotz geringer Gehäusegröße, viel Platz dank Raum zur Anbringung des Reservoirbehälters und Pumpe für die WaKü)
    Besonderheiten beim ZusammenbauLaufwerkshalterungen auf der Rückseite und am Boden demontierbar, Hecklüfter für WaKü verschiebbar, Aussparung hinterm Sockel, Aussparung für Kabeldurchführungen, Kabelmanagement auf der Rückseite, sehr gute Entkoppelung der HDDs
    PraxisproblemeLeicht/Netzteilen mit mehr als 16 cm Länge passen nicht, nur ca. 1cm Platz zwischen Grafikkartenkühler und Netzteilgehäuse (SFX-Netzteil wäre optimal)
    Temperatur Last (Crysis 3) Core i7-4790/Asus GF GTX 970 Direct Cu Mini 76,5/80,0 Grad Celsius
    Lautheit Last (Crysis 3)/frontal/45-Grad-Winkel (12 V/7 V)2,5/2,6 Sone (12 V), 2,0/1,9 Sone (7 V)
    FAZITViereinghalb-Sterne (Preis-Leistung-Tipp)
     + Viel Platz trotz kompakter Maße (z.B. für WaKü-Komponenten)
     + Geringe Lautheit bei beiden Lüfterspannungen
     - Temperaturen CPU/GPU aufgrund der Dämmung nur akzeptabel
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    PC-Gehäuse: Test, Kaufberatung und Bestenliste (Update: September 2016)
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Fractal Design Define Nano S: Kompaktes, WaKü-kompatibles Mini-ITX-Gehäuse im Test
Mit dem von uns mit einer Fünf-Sterne-Wertung getesteten Node 804 hat Fractal Design bereits bewiesen, dass man nicht nur große, sondern auch kompakte Gehäuse bauen kann, welche die Hardware im Inneren gut und leise kühlen. Mit dem Define Nano S präsentiert man jetzt einen weiteren Gehäusezwerg, in dessen Innenraum viel Platz beispielsweise für Wasserkühlungskomponenten ist.
http://www.pcgameshardware.de/Gehaeuse-Hardware-213436/Tests/Fractal-Design-Define-Nano-S-Test-1197877/
12.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/Fractal_Design_Define_Nano_S_Test_8-pcgh_b2teaser_169.jpg
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