Nvidias GPU-Roadmap bis 2018: Pascal "10x schneller als Maxwell", Volta mit 900 GB/s Speicherbandbreite
Auf der GPU Technology Conference ließ sich Nvidia etwas in die (Grafik-)Karten schauen. Neben der brandneuen Titan X stellten die Kalifornier ihre GPU-Roadmap vor: Pascal, der erste "Mixed-Precision"-Chip von Nvidia, soll im Jahr 2016 erscheinen. Ihm folgt mit Volta Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 die nächste GPU-Architektur.
Keine GPU Technology Conference ohne eine neue Grafikkarte. So reckte auch auf dieser GTC Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang stolz ein neues Rechenmonster in die Höhe: Die Titan X mit acht Milliarden Transistoren, 3.072 Cuda-Kernen und 12 GiByte Speicher. Im nativen Single-Precision-Mode schafft die Karte 7 TFLOPS, im Double-Precision-Modus allerdings nur 0,2 (gerundete Werte, 1:32-Verhältnis). Wir hatten die Karte schon seit ein paar Tagen in unserem Testlabor (siehe GTX Titan X Test) und waren ob ihrer Fähigkeiten durchaus beeindruckt. Nur aus dem Preis hatte Nvidia ein Geheimnis gemacht, das Huang am Dienstag in San Jose lüftete: 999 US-Dollar soll der Renner kosten.
Welche Karte soll es sein?
Die vor knapp zwei Wochen auf der Game Developers Conference gezeigte Demo "A Boy and his Kite" von Epic Games gab es auf der GTC ebenfalls zu sehen - mit ihren 20 bis 30 Millionen Polygonen pro Frame eine durchaus beeindruckende Angelegenheit. Ungeachtet der Leistungsfähigkeit der Titan X - die Karte ist rund 50 Prozent schneller als die gerade einmal zwei Jahre alte Titan und rund 23 Prozent schneller als eine GTX 980 - bleibt die Frage nach der Zielgruppe, die Nvidia damit ansprechen will. Zwar verkürzte sie verglichen mit einem 16-Core-Xeon-Rechner die Dauer eines Durchlauf des Deep-Learning-Modells Alexnet von 43 auf 2,5 Tage. Doch mit einfacher Genauigkeit ist die Titan X gerade für die angepeilten professionellen Anwender nicht immer die erste Wahl. Passionierte Spieler mit dickem Geldbeutel fragen sich, ob sie sich eine Titan X oder lieber zwei GTX-980-Karten kaufen sollten - insbesondere, wenn sie schon eine GTX 980 besitzen. Wer das nicht von sich sagen kann und auch noch keine frühere Titan-Ausgabe daheim hat, bekommt mit der Titan X auf alle Fälle eine der derzeit leistungsfähigsten Grafikkarten überhaupt, die ab Herbst auch alle DirectX-12-Spiele zum Frühstück verspeisen dürfte.
Pascal kommt 2016
Und noch etwas gehört zur GTC wie die auf voller Kraft laufenden Klimaanlagen: Ein Blick auf Nvidias Entwicklungs-Roadmap. Dazu zog Jen-Hsun Huang seine legendäre Lederjacke aus und kündigte an, dass der schon 2014 angedeutete Maxwell-Nachfolger Pascal 2016 erscheinen soll. Pascal ist die erste "Mixed-Precision"-GPU von Nvidia und kann somit 16-Bit-Fließkommaberechungen mit der doppelten Genauigkeit von 32-Bit-Fließkommaberechnungen durchführen. Der Pascal-Chip soll bis zu 32 GiByte Speicher verwalten können und setzt auf den schon im letzten Jahr angekündigten 3D-VRAM. Hier sind die einzelnen Chips übereinander statt nebeneinander angeordnet und befinden sich in unmittelbarer Nähe der GPU, um so die Kommunikation zwischen den zwei Komponenten zu beschleunigen. Die Speicherbandbreite soll von etwa 350 GByte/Sekunde auf 750 GByte/Sekunde steigen, die Energieeffizienz soll sich vervierfachen (AMD ist mit HBM bei der R9 390(X) diesbezüglich eine Generation früher dran).
"Zehn Mal schneller als Maxwell"
Wie schnell ist eine Pascal-Grafikkarte in der Praxis? In einem System mit mehreren Karten kommt Jen-Hsun Huang nach einer zugegebenermaßen weithergeholten Rechnung auf die zehnfache Leistung eines Maxwell-Systems – ungefähr. Denn einerseits kann eine einzelne Pascal-Karte die für Deep Learning nötigen Schritte etwa fünf Mal so schnell bewältigen (siehe Foto). Andererseits lassen sich per Nvlink bis zu acht Karten miteinander verbinden, die auf diese Weise bis zu zwölf Mal schneller Daten mit der CPU austauschen können. Was das zahlenmäßig für eine einzige Pascal-Karte in einem Gamer-Desktop bedeutet, bleibt noch abzuwarten – die Spieleleistung wird aber gewiss nicht so viel besser ausfallen. Und ob es Spiele geben wird, die ein solches Monster-System nutzen werden, steht derzeit noch in den Sternen. Etwas näher ist die nächste GPU-Generation nach Pascal gerückt: Frühestens Ende 2017, eher 2018 soll Volta auf den Markt kommen, der einstige Maxwell-Nachfolger, der letztes Jahr eine Vorstufe in Form von Pascal erhalten hat. Volta soll laut Roadmap bei rund 900 Gigabyte/Sekunde Speicherbandbreite landen. Alle Angaben insbesondere zu den Geschwindigkeitsverbesserungen sind allerdings noch "very rough estimates".

Wier warten alle ab was kommt und diskutieren spekulieren dann weiter
Die PS4 wurde ganz sicher nicht schon 2012 als verkaufsfertiges Produkt produziert, wenn sie erst Ende 2013 in die Läden kam. Denn Sony und andere Hardwarehersteller wissen schließlich ganz genau, dass ihr System die nächsten paar Jahre "eingefroren" ist und nicht mehr erweitert werden kann.
Das heißt also spätesten Ende 2012 musste die finale Hardware feststehen, wahrscheinlich sogar noch früher.
BTT:
Leute bitte auch mal den Artikel lesen nicht nur die Überschrift - das 10facher einer Maxwell Karte und sei es bloß die 750ti wäre zwar schön, aber realistisch bleiben ^^.
Es geht nicht um den Konkurenzlos schnellsten Chip, sondern um deren Leistungssprünge, die sicher nicht im Interesse Nvidias liegen, da sonst bald keine Karten mehr gekauft werden würden. Eine zu schnelle Entwicklung tut niemanden gut!
Was genau willst du eigentlich ? Wieso sollten keine Karten mehr gekauft werden, gibt es eine geheime Leistungsgrenze von der nur du weißt ?
NVlink wird es parallel dazu auf manchen MBs geben (?)
Ich wollte Ende diesen Jahres aufrüsten: Skylake-K, Mainboard und DD4. Ein Jahr später dann eine Pascal-Graka naschieben. Muss ich dann wieder ein neues Mainboard kaufen? Weil NVLink wird der Z170-Chipsatz bestimmt nicht haben, oder? So wie ich das verstanden habe, braucht man aber den NVLink nur, wenn man mehrere GPU verbinden will, also quasi als Nachfolger von SLI. Ist das richtig? Das will ich aber gar nicht, sondern nur eine Karte nutzen. Werden also die Pascal Grakas mit PCI-Express 3.0 bzw. dann evtl. schon mit 4.0 rauskommen?