Forza Horizon 4 auf der E3 2018: Mit Vollgas durch vier Jahreszeiten
450 Autos, 100 Hersteller, 37 Karrieremöglichkeiten und vier Jahreszeiten: Allen Rennfahrern soll mit Forza Horizon 4 im Herbst dieses Jahres ein Open-World-Leckerbissen bevorstehen, der so ziemlich allen Anforderungen gerecht werden will. Wir haben uns auf der E3 hinters Lenkrad geklemmt und sprachen mit Design Director Jon Knowles.
Forza Horizon ist die Open-World-Variante der erfolgreichen Forza-Motorsport-Reihe. Seit 2012 erschienen im Zweijahrestakt bereits drei erfolgreiche Serienteile. Auf der E3 2018 in Los Angeles konnten wir die neueste Ausgabe ausprobieren: Forza Horizon 4 erscheint am 2. Oktober 2018 und wartet mit einer famosen Neuerung auf: Zum ersten Mal gibt es alle vier Jahreszeiten auf allen Landstrichen - so bekommen wir praktisch vier Rennspiele in einem.
Nach den USA, Frankreich, Italien und Australien geht es in Forza Horizon 4 nach England. Das mag auf den ersten Blick nicht besonders aufregend erscheinen, denken wir doch bei den Noch-Europäern von der Insel oft nur an Dauerregen und vernebelte Straßenzüge. Doch davon ist in den vier Rennen, die wir auf der E3 ausprobieren dürfen, wenig zu sehen.
Heißer Herbst mit Porsche und Dodge
Unser erstes Straßenrennen startet im Herbst: Für die Jagd zu einem Wasserfall dürfen wir zwischen den drei Autos McLaren Senna, Dodge Viper ACR und Porsche Cayman GT 4 wählen. Wir entscheiden uns selbstverständlich für den Porsche. Nach einer kurzen Kamerafahrt um das Auto, die uns Einblicke in den Motorraum, Heck- und Spoileransichten bietet, nehmen wir hinter dem Lenkrad Platz und donnern los.
Die Entwickler legen dabei Wert auf einer realistischen Nachbildung des Fahrverhaltens unserer Untersätze: Im Vergleich zum Dodge, den wir in einem zweiten Durchgang wählen, fühlt sich der Porsche wie ein wildes Pferd an, das es zu zähmen gilt. Da haben wir kaum Gelegenheit, die Umgebung mit einer die Fahrbahn überquerenden Schafherde, Regenpfützen, Laubwolken und anderen interaktiven Elementen zu bewundern.
Nochmal, nochmal!
Gehen wir zu rasant in eine Kurve oder verlassen wir anderwärtig die Strecke, hilft das neue Rückspul-Feature: Wir drehen die Uhr auf Tastendruck zu jeder beliebigen Zeit ein paar Sekunden zurück und müssen nicht darauf warten, dass das Spiel bei allzu wilden Fahrmanövern mit dem Verlust kostbarer Sekunden bestraft, in denen wir auf den rechten Weg zurückgebracht werden. Aber Vorsicht: Die Konkurrenz zieht auch beim Zurückspulen weiter von uns davon. Besser ist es also, es gar nicht einzusetzen.
Weiter geht es in den Winter: Mit einem Off-Road-Truck geht es über zugefrorene Flüsse und querfeldein in Richtung eines gefrorenen Sees, auf dem eins der namensgebenden Horizon-Festivals stattfindet. Unser Fahrzeug steuert sich erwartungsgemäß drastisch anders - hektische Lenk- und Beschleunigungsmanöver sollten Sie tunlichst unterlassen. Fein: Über die zugefrorenen Gewässer erreichen wir Gebiete der Spielwelt, die uns in den anderen Jahreszeiten versperrt bleiben. Wagemutiges Fahren wird obendrein belohnt: Wir verdienen uns Punkte beispielsweise für besonders gute Drift-Momente, hohe Geschwindigkeit oder ein paar Sekunden in der Luft.
Verfolgungsrennen durch den Wald
Auf den Winter folgt der Frühling: Hier sausen wir mit einem Rallye-Fahrzeug fünf Motorrädern hinterher, die durch einen Wald, einen Steinbruch und auch auf Landstraßen entlang versuchen, uns abzuhängen. Das gelingt ihnen beim ersten Mal, beim zweiten Versuch kennen wir Strecke und Fahrverhalten und fahren prompt als Zweiter durchs Ziel. Übrigens: Krachen wir oder andere Fahrer unterwegs in Seitenbegrenzungen, Straßenhütchen, Äste und andere Streckenelemente, bleiben diese auf der Fahrbahn liegen und wollen reaktionsschnell umkurvt werden.
Der letzte Teil der E3-Demo, die wir nach dem ersten Durchgang frech ein zweites Mal durchspielen, ist der Sommer - mit einem reinrassigen Hochgeschwindigkeitsstraßenrennen, für das wir im Cockpit eines McLaren Senna Platz nehmen. Unsere elf Gegner, zahlreiche Personenfahrzeuge und gelegentlich am Himmel vorbeidonnernde Flugzeuge wollen uns daran hindern, die Pole Position einzunehmen. Wir gehen mit etwas Übung immerhin als fünfter durchs Ziel.
Vier Jahreszeiten - auch offline
Wie die Jahreszeitenwechsel praktisch im Spiel aussehen werden, wollten wir von Design Director Jon Knowles von den Turn 10 Studios wissen, der mit den Designern von Playground Games an Forza Horizon 4 arbeitet. "Zu Beginn des Spiels lernt ihr jede Jahreszeit ein paar Minuten kennen", antwortet Knowles. "Dann wechseln wir sie alle paar Stunden, bis wir euch nach vier, fünf Stunden auf die Server loslassen, wo auch die anderen Spieler unterwegs sind. Dort ändern sich die Jahreszeiten etwa einmal pro Woche."
Events wie Festivals sind ebenfalls von der Jahreszeit abhängig. Und weil die Entwickler ständig neue Events, Autos und Belohnungen entwickeln, soll dadurch beispielsweise kein Winter dem anderen gleichen. Wer übrigens im letzten Absatz beim Wort "Server" aufgeschreckt ist: Ruhe bewahren. Sie müssen in Forza Horizon 4 keineswegs immer online sein. "Ihr könnt sogar das Netzwerkkabel ausstöpseln und komplett offline spielen", sagt Jon Knowles. In diesen Fällen fahren wir dann Rennen gegen die Drivatare unserer Freunde beziehungsweise anderer Mitspieler.
Online-Rasereien ohne Reue
"Mit anderen Spielern macht Forza Horizon aber deutlich mehr Spaß", sagt Jon Knowles. "So gab es im dritten Teil Leute, die den ganzen Tag Drift-Kunststücke auf Parkplätzen vollführt haben. Wir können zwar KI-Fahrer so programmieren, dass sie das auch machen, aber die werden dann nicht unbedingt auf euch reagieren und etwa zur Begrüßung hupen." Gleichzeitig wollen die Entwickler sicherstellen, dass Neueinsteiger nicht von anderen Spielern abgeschreckt werden, die den Online-Modus zum Terrorisieren der Newbies nutzen wollen.
Die Lösung: "Wenn ihr online geht, dann als Ghost, mit dem keiner kollidieren kann. Per Quick-Chat-Tastendruck - Sprachchat ist standardmäßig deaktiviert - teilt ihr anderen Spielern mit, dass ihr mit ihnen fahren wollt. Erst dann schalten wir die Kollisionsabfragen ein", erklärt Knowles. "Das könnt ihr euch in etwa so wie in Destiny 2 vorstellen: Ihr lauft unbehelligt durch die Gegend und könnt dann auf Wunsch an einem gemeinsamen Event teil." Zu jeder Zeit sind übrigens nur zwölf Fahrer sichtbar - auch wenn sich mehr auf den Servern befinden. Sind Freunde darunter, priorisiert Forza Horizon 4 deren Erscheinen.
Großer Fuhrpark, großes Anwesen
Wo wir von Freunden sprechen: Wie treffen wir uns, wenn wir in Schottland sind und ein Freund etwa im Lake District unterwegs ist? Jon Knowles: "Ihr sendet eine Team-Einladung aus, dann bringen wir euch zusammen - ihr müsst nicht quer durch England fahren, um euch zu treffen." Treffen dürfen sich die Fahrer auch in ihren Anwesen, die sie sich von ihren Siegesprämien kaufen. Allerdings gibt es keine dedizierten Treffpunkte, denn die Entwickler stellten fest, dass die Spieler das lieber spontan selbst regeln. "Ihr könnt daher jederzeit zum Haus eines Freundes fahren oder per Schnellreise springen", sagt Knowles.
Um das richtige Haus für kümmert sich unser Agent, den jeder Spieler zur Seite gestellt bekommt. Mit fortschreitender Karriere und erworbener Autozahl - zum Start des Spiels sind 450 Fahrzeuge von 100 Herstellern von der Partie - wird auch unser Anwesen immer größer. Schließlich wollen Rennautos, Muscle Cars, Spaßvehikel wie eine Isetta oder britische Fahrzeuge, die "einfach ins Spiel gehören", irgendwo geparkt werden. Mit steigendem Einfluss und Perks versehen wir diese in unserem Domizil auch mit neuen Lackierungen und Tuning-Optionen.
Quelle: PC Games Hardware
Ein Mann und 450 Autos - Jon Knowles wacht als Design Director darüber, dass Forza Horizon 4 auch langfristig Spaß macht.
37 Wege zum Ruhm
Manche Spieler sind nicht nur auf Rennen versessen - für sie gibt es 37 verschiedene Wege, ein Champion zu werden. Etwa, indem sie als Stuntman einen Supercar für eine Filmproduktion fahren. Oder als Fotograf besonders dramatische Momente - jetzt auch online - festhalten. Und: Mit den aus dem Vorgänger bekannten Blueprints modifizieren Streckenplaner jetzt auch Events eher ungewöhnlicher Natur, etwa ein Sommer-Rennen im Winter.
Dazu kommen zahlreiche Kampagnen, darunter eine Straßenrennen- und eine Dirt-Racing-Variante. "Und wir haben das von unseren Fans meistverlangte Feature im Spiel", freut sich Jon Knowles: "Ihr könnt jetzt eure eigenen Rennstrecken überall in der Spielwelt abstecken." Erwähnten wir eine umfassendere Charakter-Individualisierung mit Kleidungsstücken und Emotes?
Fazit
Allein in Forza Horizon 3 drehten laut Jon Knowles rund 8,5 Millionen Spieler ihre Runden kreuz und quer durch Australien. Sie alle wollen die Entwickler mit noch schickerer Optik und kostenlosen Goodies in den nächsten Teil locken, etwa mit einem gestaffelten Belohnungssystem für im Vorgänger vollbrachte Leistungen.
Doch das müssen sie beinahe gar nicht: Dank Tages- und Jahreszeitenwechsel, einem Fuhrpark mit so vielen Vehikeln wie nie zuvor, die sich auch tatsächlich unterschiedlich steuern, Dutzenden von Karriereoptionen, eigenen Häusern und individuell gestaltbaren Rennfahrern verspricht Forza Horizon 4 ein würdiger Spross der Erfolgsserie zu werden.

dann wird wieder durch die landschaft gecruised.
Aber Hate ist ja heutzutage angesagt bei der Jugend. Egal wo und worum es geht, Hauptsache erstmal seinen Senf reindrücken
Falls das als Hatwe aufgefasst wird, so ist es nicht gemeint. Sollte eher wie ein konstruktives Feedback wirken.
Aber ja recht hast du, Hate wird heutzutage ganz groß geschrieben. ich glaube das ist aber nicht nur ein Problem der Jugend
Aber Hate ist ja heutzutage angesagt bei der Jugend. Egal wo und worum es geht, Hauptsache erstmal seinen Senf reindrücken