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  • Evolve PC im Technik-Test: Schicke Sci-Fi-Grafik mit Hang zur Speichervöllerei - auch auf Geforce GTX 970

    Der Multiplayer-Titel Evolve entführt die Spieler in ein düsteres Science-Fiction-Szenario, an die äußeren Randgebiete menschlicher Zivilisation und auf die wilde Oberfläche des Planeten Shear. Dort messen sich vier menschliche Jäger mit einem dort hausenden Monster, insgesamt bis zu fünf Spieler übernehmen deren Rollen. Technisch basiert das Multiplayer-Spektakel der Left-4-Dead-Macher Turtle Rock Studios auf der aktuellen Cryengine. Die düstere Sci-Fi-Optik weiß zu gefallen, holt aber nicht das Maximum aus der modernen Technik heraus. Zudem dürstet das Spiel nach Grafikkartenspeicher, eine Marotte, die bei der GTX 970 sehr auffällig wird.

    Anmerkung: Dieses Special hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir es heute erneut.

    Die Multiplayer-Spezialisten Turtle Rock Studios bringen nach der Left-4-Dead-Reihe einen weiteren, eher ungewöhnlichen Mehrspieler-Titel. In Evolve übernimmt ein Spieler die Rolle eine Monsters, das sich durch das Vertilgen der örtlichen Fauna weiterentwickeln, evolutionieren kann. Vier menschliche Jäger mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten schließen sich daraufhin zusammen, um das Monster zu erlegen. Sollten menschliche Mitstreiter fehlen, kann auch die KI in Form von Bots die unbesetzten Rollen übernehmen, am meisten Spaß macht Evolve aber klar mit menschlichen Spielern.

    Evolve im Technik-Test - Schicke Sci-Fi-Optik dank Cryengine

          

    Die Grafik des asymmetrischen Mehrspieler-Titels weiß größtenteils zu gefallen. Vor allem das düstere Art-Design ist sehr gelungen, die ungezähmte, fremde Flora und Fauna des Planeten Shear ist immer wieder für einen Hingucker gut. Die einzelnen Arenen sind dazu thematisch sehr unterschiedlich, die Gefechte finden zudem in mehreren verschiedenen Klimazonen statt. Düstere oder staubige Steppe, eisige Ödnis oder düsterer Dschungel: Evolve gibt sich recht abwechslungsreicht. Zudem können für die Karten verschiedene Mutatoren zugeschaltet werden, also kleine Veränderungen, die sich teils optisch, teils Gameplay-technisch auf die Maps auswirken. Einige dieser Änderungen unterscheiden sich auch von Map zu Map; welcher Sturm gerade wütet, orientiert sich beispielsweise an dem Setting der jeweiligen Karte. Bei der Darstellung dieser nutzt Turtle Rock Studios teilweise das ausgefeilte Partikelsystem der Cryengine, das auch bei einigen der Monster-Fähigkeiten zum Einsatz kommt. So zieht etwa der "Geist" (Wraith) eine funkelnde Partikelspur hinter sich her, zudem verfügt er über einige Attacken, die einen wahren Partikelnebel auslösen - sehr schick.

    Keine Kantenglättung
    SMAA 1TX
    TXAA

    Fast schon typisch für die Cryengine ist auch die Ausleuchtung der Level sehr ansprechend, grelles Licht trifft auf tiefe Schatten, in den meist düster gestalteten Arealen sorgt dies für einen hohen optischen Kontrast. Allerdings ist die Schattendarstellung pixelig und etwas grob. Zudem ist die eigentlich schicke Beleuchtung zu großen Teilen statisch: Weder Mündungsfeuer der Waffen oder die Schulterlampen der verbündeten menschlichen Mitstreiter, noch die meisten Monsterattacken haben Auswirkungen auf das Lighting. Spielt man auf Seiten der Jäger, wirft aber immerhin die eigene Funzel einen Lichtkegel in die Düsternis - nicht selten auf ein Exemplar der cool gestalteten Bewohner des Planeten Shear.

    05:57
    Evolve : Technik-Video zum Multiplayer-Shooter

    Weniger schick ist die Texturierung der Arenen, besonders die häufig vorkommenden Felstexturen hätten eine höhere Auflösung vertragen. Dies fällt auch häufig ins Auge, da man als Spieler auch die dritte Dimension nutzen, als Jäger mit dem Jetpack an Felswände heranfliegen und sich dann an diesen hochziehen kann. Die Spielfigur drückt sich in solchen Fällen quasi die virtuelle Nase an dem niedrig aufgelösten Gestein platt, dem Menschen vor dem Monitor präsentiert sich die graue, pixelige Oberfläche in all ihrer "Pracht". So etwas stört auch bei flotten Multiplayer-Gefechten und wirkt nicht mehr ganz zeitgemäß. Auch viele der Bodentexturen sind eher niedrig aufgelöst und wirken zudem häufig etwas flach. Allerdings kommt bei diesen hin und wieder ein wenig Tessellation zum Einsatz, was ein deutliches Plus an Plastizität und optischer Abwechslung bringt.

    So konsequent und überzeugend wie beispielsweise in Dragon Age: Inquisition wird die Technik allerdings nicht eingesetzt. Richtig störend fällt die mäßige Texturierung allerdings nicht aus, viele der metallischen Oberflächen wirken zudem deutlich knackiger, Detail-Texturen wie Logos, Schriftzüge oder Schilder fallen außerdem hochauflösender aus. Störender ist da eher das recht aggressive LoD, welches Levelobjekte nur wenige Meter vor der virtuellen Nase (oder Schnauze) des Spielers aufpoppen lässt. Karten mit nur 2 GiByte Speicher zeigen lästiges Speicherruckeln.

    Evolve im Technik-Test - Großer Hunger nach Grafikspeicher

          

    Trotz eher durchschnittlicher Texturierung benötigt Evolve überraschend viel Grafikkartenspeicher, um durchwegs flüssig und ohne störende Ruckler zu laufen. Schon in 1080p werden über 3 GiByte belegt, Karten mit nur 2 GiByte Speicher zeigen lästiges Speicherruckeln. Wird die Auflösung erhöht oder auf einer Geforce das Nvidia-exklusive TXAA aktiviert, steigt der Bedarf nach Speicher über 3,5 GiByte, ein Verhalten, das die GTX 970 wegen ihrer Speicherproblematik in die Bredouille bringt. Ein direkter Vergleich mit der GTX 980 lässt das Spielgefühl auf der GTX 970 weit weniger flüssig wirken, kleine Mikro-Ruckler stören das Auge trotz eigentlich hoher Bildraten. Ein zusätzlicher, etwa einminütiger Benchmark zeigt dann auch teils deutliche Unterschiede im Graphen des Überwachungstools MSI Afterburner. Beachten Sie bitte, dass diese hier abgebildeten Frametimes nicht vollkommen übereinstimmen, ein langer Benchmark bringt zwangsläufig auch eine höhere Messungenauigkeit, zudem weicht die Skalierung der Graphen leicht voneinander ab.
    Evolve Frametimes - GTX 980/4G, 1.920 × 1.080, TXAA Evolve Frametimes - GTX 980/4G, 1.920 × 1.080, TXAA Quelle: PC Games Hardware Evolve Frametimes - GTX 970/4G, 1.920 × 1.080, TXAA Evolve Frametimes - GTX 970/4G, 1.920 × 1.080, TXAA Quelle: PC Games Hardware Evolve Frametimes - GTX 980/4G, 3.840 × 2.160, SMAA 1TX Evolve Frametimes - GTX 980/4G, 3.840 × 2.160, SMAA 1TX Quelle: PC Games Hardware Evolve Frametimes - R9 290X/4G, 3.840 × 2.160, SMAA 1TX Evolve Frametimes - R9 290X/4G, 3.840 × 2.160, SMAA 1TX Quelle: PC Games Hardware Evolve Frametimes - GTX 970/4G, 3.840 × 2.160, SMAA 1TX Evolve Frametimes - GTX 970/4G, 3.840 × 2.160, SMAA 1TX Quelle: PC Games Hardware
    Um die Problematik der GTX 970 aufzuzeigen, sind die Anzeigen aber präzise genug: Die Frametimes zeigen zwischen dem Beginn und Ende der Messung (jenen großen Ausschlägen auf beiden Seiten des Graphen, die durch den Tab-Wechsel in und aus dem Spiel ausgelöst werden) deutliche Abweichungen, sobald die 3,5-GiByte-Grenze der GTX 970 überschritten wird. Der für Evolve angepasste Geforce-Treiber 347.52 tut offensichtlich sein Möglichstes, die Speicherbelegung unter dieser Marke zu halten, die Auslastung schwankt beständig stark, während die GTX 980 ihre 4 GiByte sofort voll belegt, sogar schon in 1080p ohne zugeschaltetes TXAA. In Ultra-HD fällt das Ergebnis dann eindeutig zugunsten der GTX 980 aus, doch nun reichen auch 4 GiByte Speicher nicht aus, auch die GTX 980 oder eine zum Vergleich herangezogene R9 290X zeigen starke Ausreißer in den Frametimes und lästiges Ruckeln im Spiel.

    02:44
    Evolve: Video-Grafikvergleich - PC (1080p/4K Downsampling) vs. Konsole (Xbox One/PS4)

    Evolve im Technik-Test - Die Benchmarks

          

    Dieser Speicherhunger wirkt sich auch auf die Ergebnisse unserer Benchmarks aus, so kann sich etwa eine mit 8 GiByte ausgerüstete Sapphire R9 290X Tri-X OC in Ultra-HD recht deutlich vor der mit 4 GiByte ausgestatteten MSI R9 290X Gaming an der Spitze der Benchmarks platzieren. In niedrigeren Auflösungen hat die Asus GTX 980 Strix die Nase vorn, allerdings scheint Radeon-GPUs die aktuelle Cryengine gut zu schmecken, wie sich zuletzt auch schon in Ryse: Son of Rome offenbarte. Für unsere Messungen haben wir uns für die Standard-mäßige Kantenglättung SMAA 1TX entschieden, diese läuft mit allen unterstützten Grafikkarten, glättet sehr effektiv und kostet deutlich weniger Leistung und Performance als das Nvidia-exklusive TXAA, welches zudem nicht richtig greift, tatsächlich sogar bis auf den erhöhten Speicherverbrauch und Performance-Verlust kaum Auswirkungen auf das Bild zu haben scheint. Am Waffenmodell lässt sich eine Glättung erkennen, zudem wird die temporale Komponente bei Bewegungen durch ein Verschwimmen der Bildinhalte ersichtlich.

    Evolve Technik-Test: Benchmarks mit der Release-Version

    Systemanforderungen laut Hersteller zur Erinnerung - Empfohlen: Core i7-920/A83870K, GTX 670/760/R9-280, 6 GiB RAM; Minimum: Core 2 Duo E6600/Athlon 64 X2 6400, GTX 560/HD 5770, 4 GiB RAM.

    • Evolve Release-Version
    Info Icon
    Game/Version Evolve, Steam, Version 1.0
    Details Max Details
    Software/Drivers Windows 8.1 Professional x64, Catalyst 14.12 Omega (14.501.1003), Geforce 347.52 WHQL
    • Benchmarks (1 von 3)

    • Produkte ein-/ausblenden

    100.6
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    Name
    1.920 × 1.080, SMAA 1TX (Average Fps)
    Minimum Fps

    System

    Intel Core i7-4790K @ 4,5 GHz, MSI Z97 Gaming 7, 8 GiByte DDR3-2133 RAM

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    Evolve im Technik-Test - Fazit

          

    Technisch macht Evolve einen guten Eindruck und auch die Performance ist gut. Allerdings setzt ein rundes Spielgefühl eine große Menge Grafikspeicher voraus, was wir angesichts der eher durchschnittlichen Texturierung nicht ganz nachvollziehen können. Hoffentlich können kommende Patches noch etwas an dieser Situation ändern, denn Evolve könnte auch mit flotten Mittelklasse-Grafikkarten in 1080p sehr flüssig laufen, würden diese nicht oft durch ihre Speicherausstattung ausgebremst. Abgesehen von der Texturierung und dem etwas abnorm wirkenden Speicherhunger ist Evolve aber technisch ein sehr ansprechender Titel. Das fremdartige Design ist eigenständig, die Beleuchtung schick und auch der Sound weiß mit geschickt positionierten, gut ortbaren Geräuschen und feinen Halleffekten sowie spärlich eingesetzter Musik zu gefallen. Was sonst so rund um Evolve passiert, lesen Sie auf unserer Themenseite.

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Evolve
Evolve PC im Technik-Test: Schicke Sci-Fi-Grafik mit Hang zur Speichervöllerei - auch auf Geforce GTX 970
Der Multiplayer-Titel Evolve entführt die Spieler in ein düsteres Science-Fiction-Szenario, an die äußeren Randgebiete menschlicher Zivilisation und auf die wilde Oberfläche des Planeten Shear. Dort messen sich vier menschliche Jäger mit einem dort hausenden Monster, insgesamt bis zu fünf Spieler übernehmen deren Rollen. Technisch basiert das Multiplayer-Spektakel der Left-4-Dead-Macher Turtle Rock Studios auf der aktuellen Cryengine. Die düstere Sci-Fi-Optik weiß zu gefallen, holt aber nicht das Maximum aus der modernen Technik heraus. Zudem dürstet das Spiel nach Grafikkartenspeicher, eine Marotte, die bei der GTX 970 sehr auffällig wird.
http://www.pcgameshardware.de/Evolve-Spiel-15599/Specials/Test-Benchmarks-1150387/
15.02.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/12/2K_Evolve_StudioTour_Defend3-pc-games.jpg
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