Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

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Fallen Enchantress, der Nachfolger von Elemental: War of Magic, ist seit Ende Oktober im Handel und wurde bereits zweimal gepatched. Wir haben uns das Stardock-Spiel näher angesehen - sofern man das bei einem 50-Stunden-Spiel überhaupt sagen kann.

Fallen Enchantress ist ein klassischer 4X-Titel, der in der Fantasywelt von Elemental spielt. Ja, richtig gelesen, Fallen Enchantress ist der Nachfolger von Elemental: War of Magic, das im August 2010 von Stardock viel zu früh veröffentlicht und entsprechend von Presse und Spielern abgestraft wurde. Das ließ Stardock keine Ruhe und so entwickelte man gleich den Nachfolger, der Käufern von Elemental kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Als Chefentwickler stellte man Derek Paxton ein, der sich einen Namen machte als Entwickler der Civ-4-Mod Fall from Heaven. Und nach diversen Spielstunden ist auch klar, dass Fallen Enchantress auf jeden Fall besser ist als das glücklose Elemental, das bei Metacritics eher im 50er-Bereich liegt. Wenn man weiter bei Metacritics recherchiert, so steht Fallen Enchantress im Moment bei soliden 76 Prozent (User: 73 Prozent) - und diese Einschätzung teilen wir nach unserer Spielzeit auch.

Fallen Enchantress ist auf jeden Fall ein echter Brocken für Hardcore-Strategen, die schon Spaß gefunden haben an einem Master of Magic oder auch Warlock: Master of the Arcane, wobei letzterer Titel nicht die Spieltiefe und Detailverliebtheit besitzt wie Fallen Enchantress. Die Welt von Elemental wird mit Ausnahme eines Szenarios, das vom Civ-5-Designer Jon Shafer stammt, zufällig erzeugt. Sie suchen sich einen Helden aus, bauen ihre erste Stadt und erkunden dann schrittweise die fantastische Welt. Nebenbei erforschen Sie weitere Errungenschaften in den Bereichen Civilisation, Kampf und Magie, bauen ihre Städte weiter aus, trainieren neue Einheiten, beschäftigen Helden und sind in diplomatischer Mission unterwegs, sofern Sie auf andere Nationen auf der Karte treffen. Das alles spielt sich auf einer frei zoombaren Weltkarte ab, wie man es von Civilization gewohnt ist. Nur der Taktikkampf, sofern man ihn nicht dem Zufall überlässt, öffnet eine weitere Hexfeld-Ansicht, in der Sie dann rundenbasiert auf unterschiedlichem Terrain gegen die Feinde antreten.

Das klingt auf den ersten Blick alles noch recht überschaubar und nicht besonders komplex, aber das ist es nicht. Allein bei der Auswahl der Helden kann man einige Zeit mit dem Studium der Unterschiede bei Spezialfähigkeiten, Magie und Einheiten verbringen. Auch nachdem man das Tutorial gespielt hat, das einige Videos zur Illustration abspielt, wird man von der Vielfalt der Möglichkeiten beispielsweise beim Erforschen regelrecht erschlagen. Haben Sie die ersten Kämpfe mit schwächeren Monstern hinter sich, stapeln sich bereits die Rüstungsteile, Schwerter und Zusatzgegenstände, die Sie zwischen Ihrer Hauptfigur und Helden hin- und hertauschen können. Setzt Ihre Figur einen Helm auf, ändert sich auch das Heldenportrait und die Grafik in den Rundenschlachten. Städte, Charaktere und Helden sammeln Erfahrungspunkte und steigen in Ihren Stufen auf - auch diese Möglichkeiten müssen gut überlegt werden und da ist das digitale Handbuch nicht immer ausführlich genug. Auch die Forschungsmöglichkeiten erscheinen auf den ersten Blick gewaltig, hier sollte man Zeit mit bringen, um sich mit den Auswirkungen zu beschäftigen und den optimalen Forschungsplan aufzustellen. Auch ihr Buch mit Zaubersprüchen sollte gut gefüllt werden, denn die Gegner schlafen nicht, auch wenn man zu Beginn nichts von ihren Aktivitäten mitbekommt. Dabei bestimmt man zu Beginn des Spiels, wie die Gewinnbedingungen aussehen: Diplomatie, Krieg, Forschung und/oder die Master Quest.

Sie brauchen für Fallen Enchantress vor allem eines: Zeit. Der Ausbau der Städte dauert ewig, auch das Bauen von Einheiten ist eine Geduldsprobe. Da das Handbuch wenig hilfreich ist, muss man sich intensiv mit dem Mikro-Management der Städte und der Forschung beschäftigen. Die Taktikkämpfe gegen wilde Monster bieten leider schon nach vergleichsweise kurzer Zeit wenig Neues, die taktischen Möglichkeiten sind auch überschaubar. Erst wenn man auf gegnerische Fraktionen trifft, wird es wieder spannender. Die Atmosphäre, die durch den Rollenspiel-Touch von Fallen Enchantress entstehen soll, wird durch die grafisch überholte Präsentation und die teils kruden Beschreibungstexte wieder konterkariert. Auch die von den Entwicklern gelobte KI hat ihre Schwächen. Gegen eine handverlesene Truppe von Helden, die durch Erfahrungspunkte und Ausrüstung aufgepumpt wurde, hat der Gegner meist nichts aufzubieten. Trotzdem: Wer auf das 4X-Genre steht und Fantasywelten nicht abgeneigt ist, der findet in Fallen Enchantress ein solides Spiel, für das man viel Zeit und Geduld mitbringen sollte, das aber immer noch etwas Feinschliff braucht.

Alle Informationen zu dem Spiel finden Sie auf der offiziellen Internetseite.

Bildergalerie

PCGH-Wertung

2,36
7
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von -Kon Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

        Wird definitiv angespielt.
      • Von -Kon Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

        Wird definitiv angespielt.
      • Von Fexzz BIOS-Overclocker(in)
        AW: Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

        Zitat von PCGH_Thilo
        Ja, ich dachte, die Nerds hier kennen 4X

        Ich spiel sowas eigentlich viel, aber 4x kannte ich einfach nicht.
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        AW: Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

        Ja, ich dachte, die Nerds hier kennen 4X
      • Von Fexzz BIOS-Overclocker(in)
        AW: Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

        Wikipedia..hätt ich auch früher mal dran denken können.

        Zitat von "Wikipedia"
        Sid Meier fasste die vier Grundkonzepte, nach denen die Spielmechanik jedes Globalstrategiespiels funktioniert, zusammen als „Erkunden, Expandieren, Ausbeuten, Auslöschen“ (engl. explore, expand, exploit, exterminate, daher auch der Begriff „4X-Strategiespiel“):
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Fallen Enchantress im Test: 4X-Fantasy-Strategie für Hardcore-Strategen

        Zitat von Fexzz
        Doofe Frage. Aber für was genau steht eigentlich dieses "4x"? Ich les das öfter, aber irgendwie komm ihcn icht drauf..

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