Vampir-Schleicher Dark in der PCGH-Vorschau: Überzeugt der waffenlose Kampf? [Jetzt mit neuem GDC-Video]
Vom Elitekämpfer zum Vampir: Nach der Begegnung mit einem Untoten verwandelt sich Eric Bane vom Jäger in einen Gejagten und ist auf der Suche nach einem mächtigen Blutsauger, um nicht zum seelenlosen Monster zu werden.
Anmerkung: Publisher Kalypso hat uns freindlicherweise noch einen Stapel ganz frischer Screenshots zur Verfügung gestellt, die wir Ihnen auf keinen Fall vorenthalten wollen. Sie finden die Bilder wie gewohnt am Anfang der Galerie. Viel Spaß!
Quelle: Kalypso
GDC 2013 - Dark: Vampir-Schleicher ohne Glitzer-Edward (17)
Erwartet uns ein zweiter Schleichspielfrühling? Nach Deus Ex: Human Revolution und Dishonored: Die Maske des Zorns entsteht beim deutschen Entwickler Realmforge Studios ein weiteres Action-Adventure, das Rollen- und Schleichspielelemente mischt. Sein ebenso kurzer wie prägnanter Titel: Dark. Ein Schelm, wer dabei an Meisterdieb Garrett aus der Dark-Project- beziehungsweise Thief-Serie denkt: "Mit einem Meisterdieb oder auch einem Spezialagenten wie Sam Fisher hat Dark nichts zu tun", sagt Bernd Berheide, PR-Manager des Dark-Publishers Kalypso Media, auf einem Ortstermin im Rahmen der Game Developers Conference 2013 in San Francisco.
Darks Hauptfigur Eric Bane hat ganz andere Sorgen: Er taumelt durch einen Nachtclub namens Sanctuary und kann kaum klar aus den Augen schauen. Was er hier zu tun hat und warum sein merkwürdiger Zustand die anderen Besucher nicht zu stören scheint? Keine Ahnung. Etwas Licht ins Dunkel bringt Clubbesitzerin Rose. Sie eröffnet ihm, dass er sich nach dem Biss eines uralten Blutsaugers in einen Vampir verwandelt habe. Bane glaubt ihr zunächst kein Wort, doch dann ermuntert sie ihn, seine neuen Kräfte auszuprobieren - in der Tat kann Eric sich in Sekundenbruchteilen quer durch den Raum teleportieren.
Das Vampirleben ist jedoch weniger romantisch, als es Schmonzetten wie die Twilight-Serie vermuten lassen. Gelingt es Eric Bane nämlich nicht, den spitzzahnigen Kollegen aufzuspüren, der ihm die Gabe des ewigen Lebens gespendet hat, verwandelt er sich in einen seelenlosen, stumpfsinnigen Ghul - eine Prüfung auf Leben und Tod. Bane war in seinem früheren Leben zwar Mitglied einer Polizeispezialeinheit, doch seine ehemaligen Kollegen kann er jetzt kaum noch um Hilfe fragen. Zumal es auch noch die Einsatztruppe M17 gibt, die auf Vampire Jagd macht.
Die Entwickler trafen eine mutige Designentscheidung: Waffen sind für Eric Bane tabu - er setzt sich nur mit Hilfe seiner Vampirfähigkeiten und Beißangriffen zur Wehr. Und auch, wenn Sie nach Entwicklerangaben das Spiel abschließen können, ohne einen Gegner ausgeschaltet zu haben - wir fragen uns, wie das möglich sein soll. Schließlich lädt Eric seine "Lebens"- und für seine Fähigkeiten benötigten Blutpunkte dadurch auf, dass er seinen Widersachern das Blut aus den Adern saugt.
Neben der Hauptaufgabe - der Suche nach dem alten Vampirfürsten - warten etliche Nebenmissionen auf Sie. Teilweise auch gesprächslastige, wobei das Dialogsystem mit seinen Auswahlmöglichkeiten etwas an Mass Effect erinnert. So eröffnet Ihnen im Sanctuary beispielsweise eine Barkeeperin, dass eine noch menschliche Besucherin der Vampirzuflucht Ihnen schmachtende Blicke zuwirft. Nur zu gerne möchte auch sie untotes Blut in ihren Adern spüren. Na, schleicht sich da doch etwas Twilight-Herzschmerz durch die Hintertür ein? Nein, sagt Bernd Berheide: In Dark gebe es "kein Glitzern und keinen Edward." Wie diese Nebengeschichte ausgeht, erfahren wir nicht. Wir wechseln stattdessen in die dunkle Nacht und auf den Vorplatz eines Museums.
Dieser Hort der Kunst wird von einem Untoten geleitet, gegen den Gunther von Hagens wie ein Waisenknabe aussieht: statt Tote zu plastinieren, arbeitet Direktor Blooming an lebenden Objekten. Das gefällt Ihren Vampirfreunden nicht besonders, denn dadurch könnten die Menschen auf ihre Existenz aufmerksam werden. Und in der Tat: Vor dem Gebäude haben sich bereits einige M17-Kämpfer postiert. Rose, die uns per Funk auf unseren Einsätzen zur Seite steht, kann hier nur wenig ausrichten - ihre Stärken liegen eher darin, Türen ferngesteuert zu öffnen und uns Informationen über unsere Umgebung zu verraten. Stattdessen kommen nun einige Vampirfähigkeiten zum Einsatz. Wir wechseln in die Vampirsicht: Psychedelisch-bunte Schlieren wabern vor unseren Augen, während die Zeit stark verlangsamt abläuft. Durch den Nebel erkennen wir jedoch Anzahl und Positionen unserer Gegner und können so unser Vorgehen besser planen. Obacht: Ghule erkennt Eric auf diese Weise nicht.
In der Nähe der Eingangstür schleichen wir uns an einen M17-Kämpfer an und saugen ihm sein Blut aus. Die dabei entstehenden Schmatzgeräusche locken jedoch drei seiner Kollegen an - nun heißt es, mit kühnen Teleportationen die Beine in die Hand zu nehmen und zu warten, bis sich die Aufregung der Verfolger gelegt hat. Dabei sollten wir auch auf UV-Generatoren aufpassen: Deren helle Lichtstrahlen schwächen ehrbare Vampire ungemein. Generell sind unsere Gegner hellhörig: Treten wir auf ein paar Scherben oder starten wir im Museum beim Vorbeigehen eine durch eine Lichtschranke aktivierte Tonaufzeichnung, hören dies auch unsere Widersacher. Mit einer Ablenkungsfähigkeit können wir uns das gute Gehör unserer Gegner zu allerdings auch zu Nutze machen: So locken wir eine Wache von einer zweiten fort, die wir ihrerseits mit einer Verwirrungsfähigkeit über unsere Anwesenheit hinwegtäuschen. Weitere Fähigkeiten: gesteigerte Lebenskraftregeneration, eine Kombination aus Vampirsprung und todbringendem Angriff und der Schattengriff, mit dem wir wie weiland Darth Vader einen Feind am ausgestreckten Arm verhungern lassen.
Mit seinem ungewöhnlichen Szenario konnte uns Dark in seinen Bann ziehen - wobei erst eine längere Spielsitzung zeigen wird, wie ausgewogen der waffenlose Kampf in Verbindung mit dem Erlernen neuer und dem Verbessern bereits bekannter Vampirfähigkeiten sein wird. Der comicartige Cel-Shading-Look des Action-Adventures, das mit Hilfe der Vision-Engine erschaffen wurde, passt jedenfalls perfekt zum düsteren Ambiente. Dark soll im Juni 2013 erscheinen - bis dahin arbeiten die Entwickler noch mit Hochtouren daran, ihm den letzten Schliff zu verpassen.

. Erinnert ein bisschen an Thief finde ich.
Sollte man wirklich mal im Auge behalten und habe ich gar nicht mitbekommen den Titel.