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  • Call of Duty: Infinite Warfare - E3-Vorschau: Woher rührt der Groll der Spielergemeinde?
    Quelle: Infinity Ward

    Call of Duty: Infinite Warfare - E3-Vorschau: Woher rührt der Groll der Spielergemeinde?

    Die Welt ist nicht genug: In Infinity Wards neuem Call of Duty nehmen wir es mit Seperatistentruppen im ganzen Sonnensystem auf - sowohl zu Fuß als auch in einem wendigen Kampfraumer, mit dem wir riesige Gegnerschiffe entern. Wir haben uns den Titel auf der E3 2016 angeschaut.

    Seit der Veröffentlichung des offiziellen Youtube-Trailers zu Call of Duty: Infinite Warfare wurde dieser rund 30 Millionen Mal angeschaut. Was noch erstaunlicher ist: die Häme, mit der die Fans der Serie ihn bislang rund drei Millionen Mal mit einem Daumen nach unten bewerteten - nur Justin Bieber sammelte mit 6,2 Millionen noch mehr Negativstimmen. Andererseits gefiel rund 470.000 Zuschauern der neue, futuristische Look des Spiels - mehr als jemals zuvor bei einem Call-of-Duty-Trailer auf "Like" geklickt hatten.

    UNSA und SATO gegen SDF - alles klar?

    Infinite Warfare spielt in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit unter der Leitung der United Nations Space Alliance (UNSA) Rohstoffe und Lebensraum auf anderen Planeten des Sonnensystems erschließt und mit einer eigenen Militärtruppe, der Solar Associated Treaty Organization (SATO) verteidigt. Gegen wen? Gute Frage! Gegen die Settlement Defense Front (SDF), die sich von der UNSA in einem Unabhängigkeitskrieg abgespalten und ihr den Krieg erklärt hat.

    Wir übernehmen in dieser Geschichte die Rolle von Captain Nick Reyes, einem Piloten des Special Combat Air Recon (SCAR), der das UNSA-Raumschiff Retribution befehligt und der SDF auf der Erde und im Weltraum zusammen mit ein paar Mitstreitern die Leviten liest. Endziel: dem Kommandanten der SDF den Garaus zu machen. Und vielleicht auf dem Weg noch ein paar Abkürzungen, vor denen es in diesem Spiel nur so zu wimmeln scheint.

    Roboter in der Altstadt

    Zwar war Activision selbst nicht auf der diesjährigen E3 mit einem Stand vertreten, doch wir konnten in einem Vorführraum jenseits der Messehallen einen Blick auf den 14. Teil der Call-of-Duty-Serie werfen. Wir beziehungsweise Nick Reyes finden uns in Genf wieder, auf das die SDF-Seperatisten einen Angriff gestartet haben. Auf den Straßen herrscht Panik, die Altstadt wird von einer riesigen Staubwolke eingehüllt, und so kümmern wir und drei Kollegen uns auf der Suche nach SDF-Kämpfern darum, dass Zivilisten das Viertel so schnell wie möglich verlassen.

    Dann kommt es zum Feindkontakt: Roboter der Separatisten greifen uns an, denen unsere Crew die Köpfe abschießt und so deaktiviert. Hey, es sind nur Roboter, keine Menschen, oder? Immer mehr der Blechkumpanen landen auf einem kleinen Marktplatz, den es im realen Genf geben mag oder nicht - wir liefern uns mit ihnen an und um einen Springbrunnen ein wildes Feuergefecht.

    Derweil steigen auch menschliche SDF-Vertreter in den Ring und nehmen uns aus malerischen Lädchen um den Marktplatz ins Visier. Wir erwidern die Geste, um sie auf kreative Weise zu entleiben. Dabei wechseln wir mit dem Sturmgewehr zwischen vollautomatischem und Einzelschussmodus.

    07:52
    CoD Infinite Warfare: Ballern im All - ausführlicher Gameplay-Trailer
    Spielecover zu Call of Duty: Infinite Warfare
    Call of Duty: Infinite Warfare

    Scharfschützen und dicke Kanonen

    Eine Straße weiter nehmen die Angreifer einige Geiseln, die es zu befreien gilt. Dabei fällt uns auf, dass gerade in Gebäuden die Optik des Spiels nicht unbedingt die beste ist, die wir jemals gesehen haben - obwohl an diesem Serienteil wieder die Designer des Studio-Urgesteins Infinity Ward arbeiten. Unter freiem Himmel fällt das nicht so sehr auf, im Gegenteil: Hier tanzen Funken in alle Himmelsrichtungen von einem durch die Schusswechsel entstandenen Feuer weg.

    Unsere Viererbande hat sich inzwischen zu einem temporären Stützpunkt vorgekämpft, muss aber gleich wieder weiter: Das Ziel ist ein Turm, in dem sich die Invasoren verschanzt haben und um den eine große Menge von Raumschiffen schwebt. Wir erledigen Scharfschützen in Gleitern, hacken Roboter und aktivieren deren Selbstzerstörungsmechanismen und stürmen weiter den Turn hinauf, wo noch mehr Schergen, Hagel und Granaten auf uns warten. Schließlich haben wir es geschafft und können Luftunterstützung anfordern, um Gegner am Fuß des Turms mit 30- und 50-Millimetergeschützen oder gleich mit Luft-Boden-Raketen wegzupusten.

    Ab ins All!

    Nun geht es mit einem Jackal-Raumschiff nahtlos ins Weltall - wir sind in etwa 30 Sekunden auf 250 km Höhe. Der Schakal muss mit futuristisch-guten Andruckabsorbern ausgestattet sein, denn umgerechnet ist das eine Geschwindigkeit von 30.000 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Ein Space Shuttle erreichte eine in etwa gleiche Geschwindigkeit von acht Kilometern pro Sekunde erst nach achteinhalb Minuten.

    Call of Duty: Infinite Warfare von der E3 2016 (4) Call of Duty: Infinite Warfare von der E3 2016 (4) Quelle: Infinity Ward Im Weltraum geht es ebenso kriegerisch weiter wie auf der Erde, wobei die Entwickler betonen, dass der Kampf dort oben nicht auf Schienen abläuft. Womit sie halbwegs richtigliegen: Wir dürfen frei durchs All sausen, doch sobald wir unser Zielerfassungssystem auf einen Gegner aufgeschaltet haben, hilft unser Bordcomputer uns, ihm auf den Fersen zu bleiben - was die Designer für einige spektakuläre Flugmanöver nutzen.

    Obendrein können wir wählen, ob wir der Hauptmission folgen, die uns auf die von der SDF besetzten Planeten bringt, oder zahlreiche Nebenmissionen absolvieren wollen, in denen wir zum Beispiel Großraumschiffe aufbringen. Nach einigen Kämpfen mit kleineren Feindraumern nähern wir uns einem dicken Brocken und zielen auf dessen Brücke und Kanonen - erst fliegen einige Rettungskapseln aus dem Flaggschiff, dann verwandelt es sich in einen gewaltigen Feuerball.

    Bereit zum Entern

    Szenenwechsel zum Teil des Spiels, den wir von der Sony-Pressekonferenz kennen. Wir sind auf der Kommandobrücke der Retribution, wählen ein Ziel für den Steuermann aus und machen uns dann auf in den Hangar, um mit einem Jackal persönlich am Gefecht teilzunehmen. Diesmal steigen wir vor dem großen Gegner aus unserem Raumschiff aus - was das an Steuergeldern kosten mag?

    Wir schwingen mit einem Greifhaken von Aufbauten zu Antennen, schießen auf Gegner, deren Raumanzüge sich jedoch automatisch nach einem Treffer versiegeln. Also müssen Finishing Moves her, etwa das Zertrümmern des Helms eines feindlichen Kriegers, durch den dann mit einem Schlag der Sauerstoff entweicht. Wir öffnen gewaltsam den Zugang zu einer Luftschleuse, stellen drinnen wieder die Lebenserhaltungssystem eher und werfen eine Antigravmine in Richtung einer Gegnergruppe, die wir anschließend in aller Ruhe erledigen.

    Call of Duty: Modern Warfare Reloaded von der E3 2016 (3) Call of Duty: Modern Warfare Reloaded von der E3 2016 (3) Quelle: Infinity Ward Es folgen noch mehr Ballereien gegen Roboter und SDF-Soldaten, bis wir mit aktiviertem Schutzschild eine andere Schleuse öffnen, durch die Mensch und Material ungesichert ins All hinaussegeln. Mit einem Greifhaken schwingen wir uns in einen - unseren? - Jackal-Gleiter, der unter dem Schiff wartet, das kurz nach unserem Abflug detoniert. Da wird selbst Michael Bay neidisch.

    Modern Warfare Remastered (zum Teil) inklusive

    Schon frühere Call of Duties gab es in zahlreichen Geschmacksrichtungen - da macht Infinite Warfare keine Ausnahme. Wer das Spiel in den Varianten Digital Deluxe, Legacy oder Legacy Pro kauft, bekommt gratis Modern Warfare Remastered dazu, entwickelt von den Shooter-Experten von Raven Software (Heretic, Soldier of Fortune, Quake 4).

    Remastering sollte man durchaus wörtlich nehmen: Das neun Jahre alte Call of Duty: Modern Warfare bekam nicht bloß neue Texturen verpasst. Davon können wir uns in Captain John Prices Angriffsmission auf einen Frachter in der Beringstraße überzeugen, die wir anschließend komplett vorgespielt bekommen. Die Charaktere sehen deutlich detaillierter aus, die Umgebungen wurden komplett überarbeitet und neue Grafikeffekte wie eine neue "Beleuchtungs-Engine" lassen Modern Warfare wie einen Top-Titel aussehen, der heute erscheinen könnte - zehn Multiplayer-Spielarten inklusive.

    Fazit

    Nach dem ausgiebigen Blick auf Call of Duty: Infinite Warfare fällt es uns schwer, die Logik hinter den millionenfachen Trailer-Abwertungen zu verstehen. Woher rührt der Groll der Spielergemeinde? Liegt es daran, dass es in Infinite Warfare erstmals Raumschiffkämpfe Marke Wing Commander gibt? Dass es deutlich weiter in die Zukunft als noch bei vorherigen Serienteilen geht? Dass der Kampf gegen eine Seperatistentruppe im ganzen Sonnensystem eine Spur zu größenwahnsinnig ist? Oder ist es einfach nur schick, es einem großen bösen Publisher "zu zeigen"?

    Wer sich darüber beschwert, jedes Jahr ein minimal verändertes Spiel vorgesetzt zu bekommen, aber dann bei größeren Neuerungen sofort an die Decke geht, macht es den Entwicklern von Infinity Ward nicht leichter. Unserer Meinung nach könnte Infinite Warfare all die Spieler, die nach den 13 letzten Episoden etwas kampfesmüde geworden sind, mit Kämpfen im Weltraum und in gegnerischen Großraumschiffen wieder begeistern. Und dabei haben wir noch nicht einmal etwas von den anderen Planeten gesehen.

      • Von Scathach86 F@H-Team-Member (m/w)
        Zitat von Nosi
        aber von super Mario erwartet man auch nicht unbedingt open world.

        du darfst dir ja gerne einen komplexen open world shooter mit Hubschrauberfliegen wünschen. aber da gab und gibt es andere spiele die an eine solche Vorstellung viel eher kommen als es bei cod jemals der fall sein wird.

        und ich finde es generell nicht gut wenn man aus spielen, Sachen machen will die sie nicht sind. das geht oft nämlich noch viel mehr in die hose


        Ich brauch da bloßs an die X-Reihe denken (X -Beyond the Frontier, X2 - Die Bedrohung, X3 - Reunion, X3 Terran Conflict und Albion Prelude), eine geniale Serie, der mit dem letzten Ableger X - Rebirth der Gnadenstoß versetzt wurde weil einfach das Spielprinzip zu sehr verändert wurde. Die X-Reihe zeichnete sich neben seiner riesigen Moddingbase (die auch von Publisher und Developer gewünscht ist) eben durch eine gewaltige spielerische Freiheit aus.

        Du willst deinen Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger verdienen? Kein Problem.
        Du willst Großindustrieller werden und eine Monopolstellung im gewaltigen Universum aufbauen mit riesigen selbst gestalteten Fabrikkomplexen? Nur zu...
        Oder willst du deine Brötchen als Händler verdienen, immer auf der Suche nach dem besten Deal? Auch das geht.
        Du kannst auch als Pirat durch das Universum fliegen, ständig auf der Flucht (oder im Kampf) vor den Gesetzeshütern.

        Eine gewaltige Welt wartet darauff im freien Flug von dir erkundet zu werden.

        Und X-Rebirth kippt das Prinzip und beschneidet den Spieler in seiner Freiheit. Der Aufschrei in der Community war groß.
        Anfangs habe ich mich auf Rebirth gefreut, dann sah ich Gameplaymaterial und hab es von meiner Wunschliste gestrichen. Wer will im riesigen Weltall schon auf vordefinierten Strecken ala Autobahn fliegen?

        Ähnliches würde höchstwahrscheinlich auch passieren, wenn COD Open World werden würde. Es wäre nicht mehr wieder zu erkennen und die Stärke von Serien liegt nun mal im Wiedererkennungswert. Veränderungen im Balancing, am Movement und vor allem der Engine (gerade wenn Wettereffekte, Umgebungszerstörung und ähnliches dazukommen) okay, aber eine komplette Abkehr vom bewährten Spielprinzip, welches die Marke groß gemacht hat wäre das dümmste, was man machen könnte.

        Die massiv vielen Dislikes dürften zu einem großen Teil auch von der einfach bestehenden Trollmentalität kommen.

        "Egal, was zu sehen ist, ich geb nen Dislike, selbst wenn ichs geil finde"

        Das Ding mit dem Remastered durfte dann auch noch seinen Teil dazu beitragen und dann kommen die BF-Fanboys (bei BF wären es dann COD-Fanboys), bei denen alles Grütze ist, was nicht BF heißt dazu und geben auch aus Prinzip ihren Dislike.

        Würde mich nicht wundern wenn nur ein kleiner Teil der Dislikes wirklich begründet wäre.
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von aloha84
        Das spawnen hast du bei CoD genaus so, nur das sie sich nicht in den Level teleportieren, sondern aus einer Tür herausströmen.
        Ob einem Doom als Spiel besser gefällt oder nicht, ist dabei zweitrangig es geht mir in der Kritik allein um die technische Umsetzungen der Kämpfe mit den Gegnern.
        Und da hängt CoD hinterher.
        Ich meinte auch gar nicht explizit dich, sondern so generelle Aussagen wie "Doom ist das Nonplusultra, da kann CoD einpacken usw.". Technisch ist die KI natürlich besser in Doom, keine Frage. Dafür halte ich jedoch die Gegnerplatzierung in CoD für immersiver bzw. nachvollziehbarer.
      • Von aloha84 BIOS-Overclocker(in)
        Das spawnen hast du bei CoD genaus so, nur das sie sich nicht in den Level teleportieren, sondern aus einer Tür herausströmen.
        Ob einem Doom als Spiel besser gefällt oder nicht, ist dabei zweitrangig es geht mir in der Kritik allein um die technische Umsetzungen der Kämpfe mit den Gegnern.
        Und da hängt CoD hinterher.
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von aloha84
        Das mich die gegner-Ki in doom verfolgt und/oder umgeht, hat nichts mit Kult zu tun --> das ist technisch einfach besser gelöst als z.B.:
        "spawne 10 Gegner hinter tür 1 , 7 Gegner bleiben mitten im Raum stehen, 3 Gegner bitte hinter Kiste verstecken........wenn alle 10 Gegner Tot sind --> die gleiche Routine bitte noch 3 mal."
        Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Doom deswegen notwendigerweise mehr Spaß macht...

        Dieses ewige Respawne geht mir z.B. tierisch auf den Sack, da kann die KI im Prinzip noch so gut sein.
      • Von aloha84 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Rizzard
        Bei Doom spielt eben auch der Nostalgiefaktor eine Rolle.
        Für viele ist Doom eben Kult.
        Ich hab damals auch sehr gerne Doom 1+2 gespielt, aber heute kann ich damit eigentlich nichts mehr mit anfangen.
        Das mich die gegner-Ki in doom verfolgt und/oder umgeht, hat nichts mit Kult zu tun --> das ist technisch einfach besser gelöst als z.B.:
        "spawne 10 Gegner hinter tür 1 , 7 Gegner bleiben mitten im Raum stehen, 3 Gegner bitte hinter Kiste verstecken........wenn alle 10 Gegner Tot sind --> die gleiche Routine bitte noch 3 mal."
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Call of Duty: Infinite Warfare
Call of Duty: Infinite Warfare - E3-Vorschau: Woher rührt der Groll der Spielergemeinde?
Die Welt ist nicht genug: In Infinity Wards neuem Call of Duty nehmen wir es mit Seperatistentruppen im ganzen Sonnensystem auf - sowohl zu Fuß als auch in einem wendigen Kampfraumer, mit dem wir riesige Gegnerschiffe entern. Wir haben uns den Titel auf der E3 2016 angeschaut.
http://www.pcgameshardware.de/Call-of-Duty-Infinite-Warfare-Spiel-56591/Specials/E3-2016-Vorschau-1199338/
22.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/COD-MWR_E3_Bog-1_WM-pcgh_b2teaser_169.jpg
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