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Games World
  • Die PCGH-CPU-Historie: Heute mit dem Sockel A und Slot A von AMD

    Im Verlauf dieser Serie möchten wir die wichtigsten CPU-Meilensteine seit Ende des letzten Jahrtausends vorstellen. Diese Woche: Die erste eigene Plattform von AMD.

    Der Sockel 462 - die Plattform, mit der PC Games Hardware quasi den Kinderschuhen entwuchs. Zum Zeitpunkt der Erstausgabe im Oktober 2000 kaum drei Monate alt, sollte der "Sockel A" die nächsten drei Jahre die Berichterstattung und die Rechner der Leser dominieren. Doch die Geschichte beginnt knapp ein Jahr früher, am 23. Juni 1999, mit der Vorstellung des AMD Athlon:

    Der Slot A ist AMDs erste eigene Plattform. Zuvor griff man auf Intel-Entwicklungen zurück, zuletzt auf den lange veralteten Sockel 7. Der Slot A ist AMDs erste eigene Plattform. Zuvor griff man auf Intel-Entwicklungen zurück, zuletzt auf den lange veralteten Sockel 7. Quelle: forosdelweb.com Argon, der erste Vertreter der K7-Generation, ist nicht nur die erste AMD-CPU mit einem echten Produktnamen, er wird auch durch die erste eigenständige Plattform begleitet. Der "Slot A" ist zwar mechanisch nur ein um 180° gedrehter Slot 1, elektrisch ist man der Konkurrenz von Intel aber einen entscheidenden Schritt voraus. AMD hat von DEC den Alpha EV6 Bus lizensiert. Konzept, 100 MHz Takt und 64 Bit Breite gleichen Intels Front-Side-Bus, aber dank Verwendung von DDR-Technik hat der Athlon die doppelte Bandbreite zur Verfügung. Auch der CPU-Kern ist von Grund auf neu entwickelt und insbesondere die Fließkomma-/x87-Einheit kann Intel nicht nur ein-, sondern auch überholen. Begleitend zur CPU sitzen auf der Slot-A-Platine zwei L2-Cache Chips von je 256 KiB, die halb so hoch getaktet werden wie der CPU-Kern. Letzterer ist anfangs mit 500 bis 600 MHz erhältlich und legt bis Oktober 99 nur noch 100 MHz zu – die 250 nm Fertigung führt eher zu Verlustleistungs-, denn Taktrekorden, was seinerzeit aber nur wenige stört.

    Unter der Plastikverkleidung von Slot A CPUs (hier ein 650 MHz K7 'Argon') verbirgt sich eine Platine mit dem eigentlichen CPU-Kern und zwei SRAM-Modulen als L2-Cache. Eine Kontaktleiste (oben rechts) ermöglicht unter anderem eine Änderung des Multiplikators - eine Möglichkeit, die es bei Intel seit Jahren nicht mehr gibt. Unter der Plastikverkleidung von Slot A CPUs (hier ein 650 MHz K7 "Argon") verbirgt sich eine Platine mit dem eigentlichen CPU-Kern und zwei SRAM-Modulen als L2-Cache. Eine Kontaktleiste (oben rechts) ermöglicht unter anderem eine Änderung des Multiplikators - eine Möglichkeit, die es bei Intel seit Jahren nicht mehr gibt. Quelle: cpu-collection.de Im November 99 kann AMD nachlegen. Pluto/Orion alias K75 gleichen dem K7/Argon, werden aber in taktfreudigen 180nm gefertigt - das Gigahertzrennen ist eröffnet. Im Wettstreit mit Intel steigert AMD die Taktfrequenz des CPU-Kerns in vier Monaten um 33% (der Takt des L2 Caches stagniert) und stellt am 6. März 2000 den Athlon 1000 vor. Mehr werden auf dem Slot A nur Übertakter erreichen, bis im Juni 2000 ein Nachfolger in Form des Thunderbird-Kerns erscheint. Dessen L2 Cache ist mit 256 KiB nur noch halb so groß, passt dafür aber direkt auf den DIE und kann so mit vollem Kerntakt betrieben werden, was zum Teil eine Verdreifachung gegenüber dem Vorgängermodell darstellt. Der Größenverlust wird zusätzlich durch den Wechsel auf ein exklusives Cache-Design gemildert. In Zukunft befinden sich Daten entweder im L1- oder L2-Cache, während bei früheren CPUs (und bei Intel bis heute) alle Daten des L1-Caches in Kopie auch im L2-Cache Platz belegen.

    Genau wie Intel kehrt AMD nach der Integration des L2-Caches wieder zur Sockel-Bauweise zurück und bringt mit dem Sockel A ein elektrisch zum Slot A kompatibles Format auf den Markt. Genau wie Intel kehrt AMD nach der Integration des L2-Caches wieder zur Sockel-Bauweise zurück und bringt mit dem Sockel A ein elektrisch zum Slot A kompatibles Format auf den Markt. Quelle: en.wikipedia.org Gegen die resultierende Leistung hat Intels Pentium III Coppermine besonders in Spielen nur selten eine Chance. Schnelle und ausreichend stabile Chipsätze von VIA bei niedrigen Preisen machen AMDs Verkaufserfolg perfekt. Dieser leitet zeitgleich den Erfolg einer neuen Plattform ein, denn zusammen mit den externen Cache-Bausteinen wird auch die kostspielige Bauweise als Slot-Modul überflüssig. AMD stellt noch die bestehenden Slot-A-Modelle auf Thunderbird um, höhere Taktfrequenzen bleiben aber dem "Sockel A" vorbehalten. Dessen 453 Kontakte (9 Positionen des "Sockel 462" werden verschlossen, um das Einsetzen von Sockel 370 CPUs zu verhindern) bieten das gleiche Interface, wie der Slot A, erlauben jedoch deutlich stromhungrigere Prozessoren und einen schnelleren Front Side Bus. Im Juni 2001 erscheint mit 1400 MHz Kerntakt, einem DDR266-FSB und einer TDP von 72 W schließlich der schnellste Thunderbird und damit der letzte "Athlon".

    Sein Nachfolger "Palomino" kommt im Oktober 2001 als "Athlon XP" auf den Markt. Die Pro-Takt-Leistung wird durch verschiedene kleinere Optimierungen und durch die Integration einer SSE-Einheit gesteigert. Letztere markiert den Beginn der Abkehr vom hauseigenen 3DNow!+-Befehlssatz, der auf den K6-II zurückgeht, sich aber nicht durchsetzen konnte. An der Plattform nimmt AMD selbst keine Änderungen mehr vor, doch die zunehmende Verbreitung von Chipsätzen mit DDR-Speicherinterface ermöglicht es erstmals, die hohe FSB-.Bandbreite voll auszunutzen. Um die, trotz vorerst geringer Takterhöhungen, gesteigerte Rechenleistung zu betonen, führt AMD zusätzlich das "Quantispeedrating" ein. Prozessoren werden in Zukunft nicht mehr mit ihrer Taktfrequenz benannt, sondern mit einer abstrakten Zahl. Diese entspricht laut AMD dem Takt, den ein Thunderbird für vergleichbare Leistung haben müsste – aus dem 1533 MHz Palomino wird der "Athlon XP 1800+". In der Praxis wird sie hingegen als Werbeinstrument gegen Intels hochtaktenden Pentium 4 eingesetzt, da die Kunden seit der Marketingschlacht des Gigahertzrennens auf hohe Zahlen eingeschworen sind. Gegen Intels Bekanntheitsgrad kann AMD jedoch (noch) nicht ankämpfen und so findet der Athlon XP vor allem bei gut informierten, preis-/leistungsbewussten Käufern und bei einer von Intel vernachlässigten Gruppe großen Anklang: den Spielern.

    Diese beglückt AMD im Laufe der nächsten zwei Jahre mit einer Reihe weiter verbesserter Ausführungen. Auf den Palomino, der bis März 2002 1733 MHz erreicht ("Athlon XP 2100+") folgt im Juni beziehungsweise August 2002 ein DIE-Shrink auf 130 nm in Form des Thouroughbred A und Thouroughbred B. Letzterer verfügt über eine aufwendigere Verdrahtung, um die Taktlimitierung beider Vorgänger zu überwinden, und kann so von Anfang an als 2600+ mit 2133 MHz angeboten werden. Nach einer Steigerung des Front-Side-Buses auf DDR333 vergibt AMD sogar die Bezeichnung 2800+ bei 2250 MHz. Ein letztes Update erhält der Sockel A in der ersten Hälfte des Jahres 2003. Der "Barton" bringt einen auf 512 KiB verdoppelten L2 Cache und, bei einigen Modellen, einen DDR400-FSB mit sich. In Kombination mit 2200 MHz reicht das zum finalen "Athlon XP 3200+".

    Parallel zum Athlon XP erscheinen Modelle mit reduziertem L2-Cache unter der Bezeichnung "Duron". Eigentlich für den Einsteigermarkt gedacht, sind sie aufgrund ihrer hohen Reserven auch für Übertakter interessant. Diese finden bei Sockel-A-CPUs noch bessere Bedingungen vor als bei Slot-A-Modellen: Schließt man vier Kontaktpaare auf der Oberseite der CPU mittels Leitlack oder Bleistift kurz (bei späteren Modellen muss zuvor eine tiefe Kerbe zwischen den Kontakten gefüllt werden), lassen sich im BIOS beliebige Multiplikatoren auswählen. Insbesondere bis 2001 ist dies auch bitter nötig, denn während AMDs Prozessoren über jeden Zweifel erhaben sind, fällt es den Mainboardherstellern mit den VIA-Chipsätzen der Zeit schwer, stabile Front-Side-Busse oberhalb des spezifizierten Taktes zu ermöglichen.

    Verschiedenste Probleme stören zum Teil sogar den Betrieb innerhalb der Spezifikation, was den Ruf der ganzen Plattform bei Laien und Administratoren schädigt. Obwohl mit dem VIA KT400 und Nvidias Nforce 1 und 2 später deutlich pflegeleichtere Chipsätze erscheinen, führt dies letztlich auch zum Scheitern einer zweiten Prozessorreihe, die vom Athlon XP abgeleitet wurde: Mit dem Athlon MP versucht AMD erstmals, eine eigene Dual-CPU-Server-Plattform zu etablieren. Gelingen wird dies erst mit der Nachfolgegeneration K8 – doch das ist eine andere Geschichte.

    Nächste Woche in der PCGH-CPU-Historie:
    Sockel 423 und 478 – als Netburst noch Zukunft hatte.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    CPU-Tests 2017: Benchmark-Bestenliste - Leistungsindex für Prozessoren [Januar]
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    Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von cultraider
    doch nicht etwa das k7s5a? das hatte ich auch und zwar mit einem 1400c und einen 2000+zuvor einen k7 600mhznach dem…
    Von Windows0.1
    Ich hatte auch sehr viele sockel A Cpus war schon gut
    Von Dr Bakterius
    Mein erster Kontakt mit dem Sockel A ging dank dem berüchtigten ECS Board fast in die Hose . Aktuell nenne ich noch 2…
    Von Gast20141127
    Nicht nur früher...ggOh ja der Sockel A, der hat mich auch lange begleitet.Angefangen bei nem Duron 800,1200 über…
    Von FRfutzi01
    Nostalgie pur... Wenn ich mir überlege, dass man früher schief angeguckt wurde, wenn man sagte dass man einen AMD hat.…
      • Von cultraider Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Dr Bakterius
        Mein erster Kontakt mit dem Sockel A ging dank dem berüchtigten ECS Board fast in die Hose . Aktuell nenne ich noch 2 Systeme mein eigen, zum wegwerfen einfach zu schade. Gerade der NForce Chipsatz brachte den grossen Durchbruch aus meiner Sicht. Intel hatte mit Wechsel vom S. 370 ja zuerst nur Müll am Start, man denke an die Chipsätze 810, 820 und 850 was sich ja erst mit dem 845 / 865 / 875 Chipsatz wieder änderte


        doch nicht etwa das k7s5a?
        das hatte ich auch und zwar mit einem 1400c und einen 2000+
        zuvor einen k7 600mhz

        nach dem 2000+ das berümte a7n8x deluxe mit 2800+ barton und 433mhz kingston ram

        hach ja das waren noch zeiten, da bekommt man glatt feuchte augen

        nur komisch, dass ich seit dem auf intel gewechselt bin, da die zur zeit irgendwie die besseren prozis liefern, aber mal schauen wie es in 3 jahren mit meinem ausrüstplan aussieht, evtl. hat dann hoffentlich amd wieder etwas steiles parat
      • Von Windows0.1 PCGH-Community-Veteran(in)
        Ich hatte auch sehr viele sockel A Cpus war schon gut
      • Von Dr Bakterius Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Mein erster Kontakt mit dem Sockel A ging dank dem berüchtigten ECS Board fast in die Hose . Aktuell nenne ich noch 2 Systeme mein eigen, zum wegwerfen einfach zu schade. Gerade der NForce Chipsatz brachte den grossen Durchbruch aus meiner Sicht. Intel hatte mit Wechsel vom S. 370 ja zuerst nur Müll am Start, man denke an die Chipsätze 810, 820 und 850 was sich ja erst mit dem 845 / 865 / 875 Chipsatz wieder änderte
      • Von Gast20141127
        Zitat von FRfutzi01
        ...dass man früher schief angeguckt wurde, wenn man sagte dass man einen AMD hat...
        Nicht nur früher...gg
        Oh ja der Sockel A, der hat mich auch lange begleitet.
        Angefangen bei nem Duron 800,1200 über einen Athlon1600 zu einem AthlonXP2600+.
        Hab hier auch noch funktionierende AhlonXP 2400+ und 2600+ incl. Board rumliegen
        Mein Duron1200 hat mit 1350MHz auch dem P4-1700 von nem Freund ganz gehörig das fürchten gelernt.
        Bleistiftstrich sei dank...
      • Von FRfutzi01 Sysprofile-User(in)
        Nostalgie pur... Wenn ich mir überlege, dass man früher schief angeguckt wurde, wenn man sagte dass man einen AMD hat... Das waren noch Zeiten... Schöner Bericht.
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Im Verlauf dieser Serie möchten wir die wichtigsten CPU-Meilensteine seit Ende des letzten Jahrtausends vorstellen. Diese Woche: Die erste eigene Plattform von AMD.
http://www.pcgameshardware.de/CPU-Hardware-154106/Specials/Rueckblick-814830/
12.03.2011
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2009/04/AMD-Athlon-Slot-A.jpg
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