Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates [Update 3]

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Microsoft hilft Intel bei der Verteilung von Microcode.
Quelle: Natascha Eibl

Microsoft wird Intel und Nutzern von Intel-Prozessoren dabei helfen, ihre CPUs mit dem neuesten Microcode gegen die Sicherheitslücke Spectre auszustatten. Statt wie bisher auf ein BIOS-Update des Mainboard-Herstellers warten zu müssen, kann der Microcode auch über ein Update für Windows aktualisiert werden und wird beim Windows-Start als Code geladen. Einen Patch für Skylake gibt es bereits - aber nur für Windows 10 Version 1709 (Fall Creators Update). Update: Nun werden auch Kaby und Coffee Lake versorgt.

Update 3: Microsoft hat den Schutz gegen Spectre Variante 2 (Branch Target Injection) über Windows-Updates nun erneut erweitert. Nachdem bereits CPUs von Core-i6x00 bis Core-i8x00 (Skylake, Kaby Lake, Coffee Lake) abgedeckt wurden, gilt das nun auch für Haswell (Core-i4x00) und Broadwell (Core-i5x00). Weiterhin müssen die Patches separat heruntergeladen und installiert werden.

• Windows 10 Version 1709 (Update KB4090007)
• Windows 10 Version 1703 (Update KB4091663)
• Windows 10 Version 1607 (Update KB4091664)

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht - Intel hat offiziell bestätigt, dass es für Core-CPUs der ersten Generation und noch ältere Prozessoren keine Updates geben wird. Microsoft könnte also noch für die Core-Serien Sandy Bridge (Core i-2x00) und Ivy Bridge (Core i-3x00) Windows-10-Updates mit Spectre-V2-Schutz veröffentlichen. Intel hat diese Updates entwickelt und an die Partner verteilt.

Intel-Architektur MC-Status 8.2.18 MC-Status 20.2.18 MC-Status 2.4.2018 Windows-10-Patch
Coffee Lake Beta in Produktion in Produktion Ja
Kaby Lake Beta in Produktion in Produktion Ja
Skylake in Produktion in Produktion in Produktion Ja
Skylake X Beta in Produktion in Produktion Ja
Broadwell Pre-Beta Beta in Produktion Ja
Haswell Pre-Beta Beta in Produktion Ja
Ivy Bridge Pre-Beta Beta in Produktion Nein (26.04.2018)
Sandy Bridge Pre-Beta Beta in Produktion Nein (26.04.2018)
Gulftown Pre-Beta Pre-Beta Kein Update Nein
Bloomfield Plan Plan Kein Update Nein
Penryn QC Plan Plan Kein Update Nein
Wolfdale Plan Plan Kein Update Nein
Yorkfield Plan Plan Kein Update Nein
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Update 2: Nun decken separate und weiterhin optionale Windows-Updates auch ältere Windows-10-Versionen mit Spectre-2-Patches ab. Wie unter anderem Computerbase entdeckt hat, gibt es sowohl für Windows 10 Version 1607 (Update KB4091664), als auch für Windows 10 Version 1703 (Update KB4091663) entsprechende Patches. Auch hier werden Skylake, Kaby Lake und Coffee Lake unterstützt.


Update 1: Mittlerweile hat Microsoft das optionale Windows-Update KB4090007 erweitert. Neben Skylake und Skylake X werden auch CPUs der Kaby-Lake-(X) und Coffee-Lake-Serie mit einem Update gegen Spectre Variante 2 versorgt. Das Update gilt weiterhin vorerst nur für Windows 10 Version 1709 (Fall Creators Update). Wer weiter auf UEFI-Updates durch Mainboard-Herstellerseite hofft: Hier ist aktuell besonders Asrock aktiv.


Abgesehen von den Problemen, die diverse Microcode-Updates von Intel bereits verursacht haben, ist auch der Weg eines solchen Updates von Intel bis zum Nutzer recht kompliziert. Nachdem Intel den neuen Microcode für die Produktion freigegeben hat, müssen die Mainboard- und System-Hersteller diesen Code in neue BIOS-Versionen integrieren und diese dann zum Download anbieten.

Das bedeutet allerdings auch, dass hier in manchen Fällen viel Zeit vergeht und eventuell manche Hersteller bei älteren Geräten auch gar kein Update anbieten. Ebenso problematisch ist, dass viele PC-Nutzer gar nicht entsprechend informiert sind oder noch nie ein BIOS-Update durchgeführt haben, aber in diesem Fall selbst aktiv werden müssten.

Nun will Microsoft laut Ars Technica Intel dabei helfen, dass die Microcode-Updates auf einfachere Weise zu den Nutzern gelangen: über ein Update für Windows. Den Anfang machen die überarbeiteten und nun hoffentlich problemlos funktionierenden Microcodes für Skylake-Prozessoren. Hier hat Microsoft nun zwei Updates für Windows 10 in der x86-Version und die 64-Bit-Variante veröffentlicht, die den neuen Microcode enthalten und dafür sorgen, dass beim Windows-Start aktualisierter Code geladen wird.

Aktuell sind die beiden Patches noch nicht automatisch über Windows Update erhältlich, können aber über den Windows Update Catalog schon manuell heruntergeladen werden. Updates für andere Intel-Prozessoren werden folgen, wenn der entsprechende Microcode von Intel als stabil veröffentlicht wurde. Auch andere Windows-Versionen sollen durch entsprechende Updates unterstützt werden.

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    • Kommentare (88)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates

        Zitat von blautemple
        So einfach ist das nicht. Quantencomputer sind aktuell nur in ganz bestimmten Berechnungen massiv schneller
        Quantencomputer sind grundsätzlich "nur" dann schnell wenn man eine Berechnung iterative mit verschiedenen Eingangsgrößen wiederholen müsste. Also in der Regel Optimierungsprobleme aber recht wenig von den Aufgaben die in Spielen vorkommen.
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates

        Zitat von blautemple
        So einfach ist das nicht. Quantencomputer sind aktuell nur in ganz bestimmten Berechnungen massiv schneller
        Quantencomputer sind grundsätzlich "nur" dann schnell wenn man eine Berechnung iterative mit verschiedenen Eingangsgrößen wiederholen müsste. Also in der Regel Optimierungsprobleme aber recht wenig von den Aufgaben die in Spielen vorkommen.
      • Von wolflux Lötkolbengott/-göttin
        AW: Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates

        Zitat von blautemple
        So einfach ist das nicht. Quantencomputer sind aktuell nur in ganz bestimmten Berechnungen massiv schneller
        Ich bin nur darauf gekommen als ich im www gelesen habe, dass es in ca. 5 Jahren laaaangsam
        in interressante Projekte umgesetzt werden sollte. Bisher habe ich mich nicht damit beschäftigt aber es ist unglaublich interressant.

        Quantencomputer: Quantencomputing mit steigenden Einsatzen - Golem.de

        Nicht mehr weit bis zum Quantencomputer: China und EU investieren, IBM forscht - Futurezone.de
      • Von Abductee Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates

        Als Nischenprodukt war die Verbreitung gemeint.
        Sicherheitslücken bei den Intel-CPU's zu suchen ist wesentlich attraktiver als im Vergleich bei AMD.

        Auch weils dafür Geld geben kann.
        Intel Bug Bounty Program

        Bei AMD hab ich so ein Bug Bounty Programm nicht gefunden.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        AW: Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates

        Zitat von Abductee
        Es trifft meistens den größeren Hersteller.
        Bei Nischenprodukten ist der Ehrgeiz viel geringer Lücken überhaupt zu suchen.
        Nun ja, AMD ist kleiner als Intel, aber weit davon entfernt, Nischenprodukte anzubieten. Der Unterschied ist einfach der, dass Intel über Jahre jedes nur erdenkliche Verfahren entwickelt und integriert hat, um auch noch da letzte Bisschen Leistung aus seinen Architekturen herauszukitzeln. Das Intel immer *mindestens* einen kleinen Vorsprung verschafft und - seien wir ehrlich - wir alle haben das gerne mitgenommen.
        Es hat aber auch seine Kehrseite. Man kann Pfade (auch in Mikroprozessoren) die nicht schneller begehbar machen, ohne dabei Hürden ab- und Abkürzungen einzubauen und mehr über die inneren Prozesse preizugeben, damit softwareseitig zielgerichtet darauf hin entwickelt und optimiert werden kann. Und genau an diesen Stellen findet man die jetzigen Sicherheitslücken.
        AMD wiederum hat in dieser Sache nichts bewusst "richtiger" gemacht. Sie haben einfach nur bisher etwas weniger gemacht und damit natürlich auch etwas weniger falsch.

        Das Gute an der ganzen Geschichte ist, dass die harte Realität quasi das Feld bereinigt. Intel muss mehr nachbessern und diese Nachbesserungen kosten Performance - nicht so viel, dass es ernstlich weh tut, aber doch so viel, dass der ohnehin schon geringe Vorsprung zum größten Konkurrenten quasi verschwinden dürfte.
        Und beide dürften den Warnschuss gehört haben und zukünftige CPU-Generationen sicherheitsorientierter entwickeln. Sprich, wir werden in Zukunft sowohl vom Einen als auch vom Anderen weniger Leistungszuwächse erleben, aber dafür ein höheres Sicherheitsbewusstsein.

        Und generell gilt: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Das war in Sachen CPU für lange Zeit eine Illusion, die schön war, so lange sie anhielt.
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Intel-Microcode gegen Spectre: Von Microsoft über Windows-Updates

        So einfach ist das nicht. Quantencomputer sind aktuell nur in ganz bestimmten Berechnungen massiv schneller
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